Religiöser Kulturkampf in der Türkei


Unter Recep Tayyip Erdogan wird die Islamisierung des türkischen Alltags vorangetrieben. Im Bild die Minarette der Sami-Efendi-Moschee in Ankara. (Bild: Norman Behrendt)
Der Laizismus war in der Türkei stets ein Projekt der Eliten. Die Doktrin kam bei der Mehrheit der Menschen nicht an. Nun kehrt der Islam als politische Ideologie zurück.

Von Zafer Şenocak | Neue Zürcher Zeitung

«Allahu akbar», Gott ist gross, skandierte die Menge, die sich, von den Moscheen aus mobilisiert, auf den Strassen Ankaras und Istanbuls dem putschenden Militär entgegenstellte. Es ging ihr dabei nicht um die Verteidigung demokratischer Werte. Diese waren von der Herrschaft unter Recep Tayyip Erdoğan längst ausgehöhlt, sinnentleert. Stattdessen wurden Teile der sunnitischen Bevölkerung in einen politisierten Islam hineingezogen, der für die Menschen an den Rändern der Gesellschaft attraktiver zu sein scheint als die aufklärerischen Ideale der säkularen türkischen Republik.

Einst war die Türkei das Vorzeigeprojekt des Westens in der islamischen Welt gewesen. Staat und Religion waren getrennt. Die Bildungsinstitutionen des Landes orientierten sich an westlichen Hochschulen. Auch der wirtschaftliche Aufstieg der Türkei beruhte auf dieser Grundlage. Ein an Rohstoffen armes Land arbeitete sich durch Bildung und Forschung empor.

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