In der Türkei ist jeder verdächtig


Martialische Bildsprache: Eine Frau spiegelt sich in einem Propagandaplakat der Regierung in Istanbul. Gegen Andersdenkende wird hart durchgegriffen. (Foto: AP)
Die Regierung beschränkt massenhaft die Reisefreiheit von Journalisten und behindert offenbar systematisch die Arbeit des Parlaments in Ankara.

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

„Türkische Polizei hat seit 15. Juli alle Pässe von Journalisten für ungültig erklärt.“ – Dieser Tweet tauchte am Montag in meiner Twitter-Timeline auf. Er kam von Selina Doğan, einer Anwältin und Abgeordneten der CHP, der wichtigsten Oppositionspartei. Er war also absolut ernst zu nehmen.

Doğan, die der armenischen Gemeinde in Istanbul angehört, war dem Fall meines Kollegen Hayko Bağdat nachgegangen, über den ich am Montag an dieser Stelle geschrieben habe. Als er aus Griechenland in die Türkei zurückkehrte, war sein Pass ohne Erklärung eingezogen worden.

Ich sprach mit Doğan. Sie und ihr Mann, der Anwalt Erdal Doğan, hatten wissen wollen, was es mit den ihrer Ansicht nach willkürlichen Reisebeschränkungen auf sich habe. Sie sagte mir, als „Vorsichtsmaßnahme“ sei eine unbekannte Zahl von Pässen von Journalisten „gelöscht“ worden.

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