Lockmittel für Ärzte oder „legale Form der Korruption“


Geld und Pillen
Geld und Pillen (CC-by-sa/3.0/en by Ragesoss)
Kritiker sprechen von Pseudostudien, die nur dem Marketing dienen. Dennoch beteiligt sich jeder zehnte niedergelassene Arzt an so genannten Anwendungsbeobachtungen.

Von Kim Björn Becker, Markus Grill | Süddeutsche.de

Trotz anhaltender Kritik setzt die Pharma-Industrie weiter auf die umstrittenen „Anwendungsbeobachtungen“ von bereits zugelassenen Medikamenten. Im vergangenen Jahr liefen bundesweit etwa 600 solcher Studien, mehr als 150 wurden neu begonnen. Das geht aus einer Recherche von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Recherchebüro Correctiv hervor.

Die Anwendungsbeobachtungen, kurz AWBs, stehen seit Jahren in der Kritik, da ihr Erkenntniswert in vielen Fällen gering ist. Gleichwohl erhalten Ärzte ein Honorar vom Hersteller eines Präparats, wenn sie die Wirkung der Arznei protokollieren. Kritiker wie der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, plädieren daher für ein Verbot. Einige AWBs seien „eindeutiges Marketing“, sagte Ludwig. Für die teilnehmenden Ärzte kann ein möglicher Anreiz darin bestehen, das zu beobachtende Medikament vermehrt zu verschreiben, schließlich wird pro Patient honoriert.

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