Woelki-Bullshistic: Eifernde rechte Sektierer vergiften das gesellschaftliche Klima


© Sebastian Willnow/DPA
Wir leben in einer Zeit, in der politische Gruppen wieder absolute Wahrheiten verkünden – so wie die AfD. Kardinal Rainer Maria Woelki plädiert deshalb für menschenfreundliche Toleranz und die Kultur des Zweifels.

stern.de

Ein Lob des Zweifels ist vielleicht das Letzte, was Sie von einem Bischof erwarten. Nicht ganz zu unrecht. Jesus sagt von sich: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Diese Wahrheit hat die Kirche zu verkünden. „Zweifelnden recht raten“ gehört für die Kirche zu den sieben geistigen Werken der Barmherzigkeit. Dies weist schon darauf hin, dass der Zweifel oft als Not erfahren wird, manchmal als geradezu „quälender“ Zweifel: War die Entscheidung richtig? Bin ich der Aufgabe gewachsen? Kann ich nach alledem noch vertrauen? Wird meine Hoffnung tragen? Für Religionen gilt der Zweifel als Gegenspieler schlechthin. In einem bekannten Friedensgebet heißt es: „Dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht“.

Trotzdem haben wir alle, ob religiös oder nicht, guten Grund, auch Zweifelnde zu sein. Zunächst aus Erfahrung: Die schlimmsten Unmenschlichkeiten geschahen meistens dann, wenn selbstgewisse Gruppen und „Bewegungen“ zweifelsfreie Wahrheiten beanspruchten und als allgemein verbindlich durchzusetzen versuchten. Dann „heiligte“ – leider auch in der Kirchengeschichte – der angeblich gute Zweck allzu leicht fragwürdige Mittel.

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Ein Gedanke zu “Woelki-Bullshistic: Eifernde rechte Sektierer vergiften das gesellschaftliche Klima

  1. Rolo

    Ganz schön dreist der Herr Woelki. Dessen Verein verkündet seit jeher die „absolute Wahrheit“ ohne im geringsten zu wissen was diese letztendlich überhaupt ist. Das es Nachahmer gibt, welche sich diese Vorgehensweise zunutze machen, liegt wohl in erster Linie daran, dass man mit sogenannten „absoluten Wahrheiten“ erfahrungsgemäss sehr viel Macht erwerben und viel Geld machen kann. Der Herr Woelki sollte diese Trittbrettfahrer fairerweise doch lieber als Mitbewerber im schmutzigen Abzockergeschäft sehen, denn sie als Konkurrenten zu verpönen. Aber wo Felle davonschwimmen hackt eine Krähe der Anderen auch schon mal ein Auge aus. Bedauernswert an dieser ganzen Tragödie sind die denkverweigernden „Sucher nach der absoluten Wahrheit“ ohne deren Naivität die Geschäftsmodelle dieser selbsternannten -Hüter der jeweiligen „absoluten Wahrheit“- bestimmt kaum Erfolgschancen hätten.

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