„Alternative“ Krebstherapie – mit tödlichem Gift vom Heilmeister


Unscheinbarer Ort des Unheils: das inzwischen geschlossene Behandlungszentrum in Brüggen-Bracht am Niederrhein. (Foto: Henning Kaiser/AFP)
Eine Häufung von Todesfällen in einer Klinik am Niederrhein zeigt: In Deutschland gibt es für solche Angebote keine klaren Regeln. Und wer todkrank ist, sucht oft verzweifelt nach Behandlungsmethoden.
 

Von Christina Berndt | Süddeutsche.de

Fleur W. suchte und las, las und suchte. Was soll man auch tun, wenn man 31 Jahre alt ist, Krebs im Endstadium hat und die Ärzte im Universitätsklinikum sagen, dass sie nichts mehr machen können? So fahndete Fleur W. im Internet nach einer letzten Chance, und im Juni glaubte die Niederländerin sie in Deutschland gefunden zu haben, gleich hinter der Grenze. In Brüggen-Bracht am Niederrhein bot der Heilpraktiker Klaus R. eine „biologische Krebstherapie“ an. Eine Therapie mit zweifelhafter Wirkung. Und, so hat es mehr und mehr den Anschein, offenbar eine sehr gefährliche Therapie.

Drei Wochen nach ihrem ersten Besuch bei Klaus R. muss Fleur W. die Behandlung abbrechen; zu schlecht ergeht es ihr, sie stirbt Ende Juli. Ein Einzelfall. Doch nur wenige Tage später kommt es unter den Patienten des Behandlungszentrums in Brüggen-Bracht zu einer außergewöhnlichen Häufung von Todesfällen. Eine 43-jährige Niederländerin, ein 55-jähriger Niederländer und eine 55-jährige Flämin sterben wenige Tage, nachdem sie dort eine Infusion erhalten haben. Zwei weitere Frauen liegen noch im Krankenhaus.

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