Bistum Limburg steigert Überschuss auf 13,5 Millionen Euro

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Das Bistum Limburg hat 2015 seinen Überschuss deutlich gesteigert. Als größter Ertragsposten stiegen die Einnahmen aus der Kirchensteuer.

evangelisch.de

Das Bistum Limburg hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 13,5 Millionen Euro verzeichnet. Im Jahr 2014 waren es noch 6,4 Millionen Euro gewesen, wie das katholische Bistum bei der Vorlage des Jahresberichts 2015 am Donnerstag mitteilte. Als größter Ertragsposten stiegen die Einnahmen aus der Kirchensteuer um elf Millionen Euro auf knapp 202 Millionen Euro. Das Bilanzvolumen des Bistums wuchs um 43 Millionen Euro auf rund eine Milliarde Euro.

Zusätzlich zum Bilanzergebnis hat das Bistum 51,6 Millionen Euro an Stiftungen und Rücklagen abgeführt. Profitiert davon hätten etwa die Baustiftung mit 23,6 Millionen Euro, die Schulstiftung mit zehn Millionen Euro und der Eine-Welt-Fonds mit 2,5 Millionen Euro, heißt es im Jahresbericht 2015. Die Zahl der Mitglieder des Bistums sank 2015 von 638.000 auf 635.000 Katholiken.

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Wie wurde Amerika besiedelt? Nicht wie bisher gedacht!

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Das Szenario, in dem Einwanderer einen eisfreien Korridor nutzten, lässt sich nicht halten: Im Korridor gab es nichts zu essen.

Von Jürgen Langenbach | Die Presse.com

Amerika wurde vor etwa 13.500 Jahren erwandert, von Sibirien aus, die Eiszeit hatte das Meer so sinken lassen, dass die Ahnen der amerikanischen Ureinwohner – die Clovis – trockenen Fußes über die Beringstraße kamen. So steht es in den Büchern, allerdings mehrten sich in den letzten Jahren die Zweifel: Ganz im Süden des Doppelkontinents, in Feuerland, lebten Menschen schon vor 14.500 Jahren, und im Norden hinterließen andere vor 15.000 Jahren Spuren, Werkzeuge und Waffen – ganz andere als die der Clovis –, auch Koprolithen, versteinerte Kotstücke.

Diese datierte und analysierte Eske Willerslev (Kopenhagen), er ist der Star der Paläogenetik: Die Gene wiesen nach Sibirien, aber die Datierung schloss die Clovis aus, andere müssen früher gekommen sein, Willerslev nannte sie „Western Stemmed“. Das stieß auf heftigen Widerspruch vor allem seitens heutiger indigener Völker – sie wollen sich die Clovis als Ahnen nicht nehmen lassen –, aber es gab noch ganz andere Funde: 40.000 Jahre alte Fußspuren in Mexiko, die allerdings umstritten sind. Und in Brasilien deuten in manchen Indigenen uralte polynesische Gene auf eine frühere Besiedlungswelle aus diesem Raum.

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Turkish Airlines: Auch Deutschland wird gesäubert

Turkish Airlines hat bundesweit mehr als einem Dutzend Mitarbeitern gekündigt, weil sie den Putsch unterstützt haben sollen. Die klagen nun.

Von Hannes Heine | DER TAGESSPIEGEL

Nicht nur in der Türkei werden vermeintliche Gegner von Präsident Recep Tayyip Erdogan verfolgt. Auch in Deutschland steigt der Druck auf mutmaßliche Kritiker der Regierung in Ankara. Nach Tagesspiegel-Informationen sind bundesweit 15, womöglich aber auch 20 Angestellte von Turkish Airlines entlassen worden. In Berlin wurde drei Managern der halbstaatlichen Fluglinie gekündigt – die Angestellten wurden dabei wohl als Sympathisanten der gescheiterten Putschisten betrachtet.

„Meine Mandanten sind als Unterstützer des Putsches beschuldigt worden und werden nach der Kündigung selbst im privaten Umfeld angefeindet“, sagte der Berliner Rechtsanwalt Damiano Valgolio, der die Berliner Gekündigten vertritt, am Donnerstag. Schon vor einigen Tagen hatte die Fluggesellschaft angekündigt, insgesamt 211 Angestellte zu entlassen, weil sie Verbindungen zur Gülen-Bewegung unterhalten haben sollen. Der muslimische Prediger Fethullah Gülen wird von Erdogan als Kopf des gescheiterten Putsches vom 15. Juli bezeichnet. Der Geistliche lebt im US-Exil.

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Bundesregierung: Kein Importverbot von Palmöl

Ernte von Palmölfrüchten in Indonesien. Foto: REUTERS
Die Bundesregierung sieht keinen Anlass für ein Importverbot von klimaschädlichem Palmöl. Die Verletzung von Sozialstandards sei nach den Regeln der Welthandelsorganisation kein Grund für handelsbeschränkende Maßnahmen.

Von Kathrin Hartmann | Frankfurter Rundschau

Vor einem Jahr brannten in Indonesien die Wälder, bis November zerstörten die Feuer 1,8 Million Hektar Torfböden und Regenwälder. 500 000 Menschen litten an Atemwegskrankheiten, 20 starben. Lokale Nichtregierungsorganisationen wie Save our Borneo und Perkumpulan Hijau in Sumatra forsten noch immer Wald auf und schütten Entwässerungsgräben zu, um das verbrannte Land vor Palmölplantagen zu retten. Trotz Anbau-Moratorium der Regierung wachsen auf vielen zerstörten Flächen Ölpalmen.

Seit die EU vorgeschrieben hat, dass der Anteil nachwachsender Rohstoffe am Verkehr bis 2020 zehn Prozent betragen soll, wird Palmöl in wachsenden Mengen für Agrarsprit importiert. Laut einer Studie von Naturschutzbund Deutschland und der NGO Trade & Environment hat sich die Beimischung von Palmöl in Biosprit zwischen 2010 und 2014 versiebenfacht: von 456 000 auf 3,2 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte des importierten Palmöls wird zur angeblich emissionsfreien Gewinnung von Energie verwendet.

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Niedersachsen: SPD-Fraktionschefin hält Islam-Vertrag für gescheitert

Islamvertrag in der Diskussion: Muslime hoffen auf eine Vereinbarung mit Niedersachsen. Bild: Roessler
Neuer Konflikt: Der von der rot-grünen Landesregierung geplante Islam-Vertrag mit den Muslim-Verbänden Ditib und Schura sorgt nicht nur für Streit mit der CDU, sondern jetzt auch für Dissens in der SPD.

Von Gunars Reichenbachs | NWZ ONLINE

Nachdem die CDU wegen der zu großen Nähe von Ditib und Schura zur Erdogan-Regierung in der Türkei aus den Gesprächen ausgestiegen ist, hält auch SPD-Fraktionschefin Johanne Modder (Bunde) das Projekt offenbar für obsolet. Modder wörtlich: „Wenn die CDU dabei bleibt, dann würde das bedeuten, dass es keinen Vertrag in dieser Legislaturperiode gibt.“ Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will dagegen weiter mit den Muslimverbänden sprechen. „Der Ministerpräsident hält es nach wie vor für richtig, an Verhandlungen festzuhalten“, betonte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch.

Weil selbst warnt vor einer Zuspitzung der Auseinandersetzung. „Der Islam-Vertrag darf kein Projekt des Streits sein“, fordert der Ministerpräsident, der erst vor der Sommerpause zum Treffen aller Fraktionsvorsitzenden mit Muslim-Verbänden in seine Staatskanzlei eingeladen hatte. Ergebnis: Meinungsfindung nach der Sommerpause. Die Antwort der CDU liegt auf dem Tisch. Auch in der SPD gibt es Abgeordnete, die einen Islam-Vertrag zum jetzigen Zeitpunkt wegen der umstrittenen Vertragspartner und den Entwicklungen in der Türkei ablehnen.

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Erdogan: USA müssen zwischen Türkei und Gülen entscheiden

Bild: FB
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Der türkische Präsident fordert erneut von Washington, Fethullah Gülen auszuliefern. Ankara wirft dem Prediger vor, hinter dem jüngsten Putschversuch in der Türkei zu stehen.

Die Presse.com

„Früher oder später werden die Vereinigten Staaten von Amerika eine Entscheidung treffen: Entweder die Türkei oder Fetö.“ Das sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag. Fetö ist gleichsam die türkische Abkürzung für „Fethullah Terrororganisation“. Die Regierung in Ankara stuft die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen mittlerweile als Terrorgruppe ein. Gülen wird von Ankara beschuldigt, hinter dem Putschversuch vom 15. Juli zu stecken.

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Kempinski-Hotel: Israel existiert hier nicht

© Kai Nedden Claude Lanzmann, der französische Regisseur und Produzent, Schöpfer des Holocaust-Dokumentarfilms „Shoah“.
Sie wollen nach Israel telefonieren? Diese Nummer geben wir nicht an, wird mir gesagt: Claude Lanzmann, Regisseur von „Shoah“, über eine verstörende Erfahrung in einem vornehmen Hotel mitten in Berlin.

Von Claude Lanzmann | Frankfurter Allgemeine

Ich möchte versuchen, mit wenigen Worten Zeugnis abzulegen von einem üblen Erlebnis, dessen Zeuge und in gewisser Hinsicht auch Opfer ich in Berlin geworden bin. Zu verstehen und zu vermitteln, warum es mich aufs tiefste schockiert hat.

In Berlin befand ich mich aus Anlass der Beerdigung von Angelika Schrobsdorff, einer halbjüdischen deutschen Schriftstellerin, mit der ich zehn Jahre verheiratet war. Ich hatte, ohne mir viel dabei zu denken, ein Zimmer im Kempinski am Kurfürstendamm gebucht, das Hotel ist mir seit 1986 vertraut, ich logierte hier, als ich erstmals meinen Film „Shoah“ in Berlin vorstellte.

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Erdogans deutsche Lobby

Über 30.000 Menschen demonstrierten am 31. Juli am Kölner Rheinufer für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, trugen sein Konterfei auf Schals und Flaggen, als ginge es um einen Popstar. Wie kommt es, dass einer, der in jeglicher Hinsicht unseren Vorstellungen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit widerspricht, so viele Anhänger in Deutschland hat? Und wie weit reicht der Einfluss der AKP hierzulande?

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Eigentlich müssten die Anhänger von Recep Tayyip Erdogan der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel dankbar sein. Ohne sie wäre ihm der Durchmarsch vielleicht nicht gelungen – zumindest nicht so deutlich. Als er zum Staatspräsidenten gewählt wurde, hätte sein Einfluss auf die Tages- und Parteipolitik ein Ende finden müssen – zumindest, wenn es nach der türkischen Verfassung geht.

Aber als türkischer Gauck hat sich Erdogan sicher nie gesehen. Schon vor der Wahl hatte er geraunt, der Posten des Ministerpräsidenten sei ja eigentlich gar nicht so wichtig. Ein starker Staat unter einem Staatspräsidenten, der die Fäden in Händen hält – das entsprach eher seiner erklärten Vision. Und die setzte er prompt um.

Dass seine eigene Partei und die schwache parlamentarische Opposition ihn, von kleineren Widersprüchen abgesehen, gewähren ließen, ist das eine. Dass Bundeskanzlerin Merkel ihn und nicht den damaligen Ministerpräsidenten Davutoglu in der Flüchtlingsfrage konsultierte – persönlich, im Palast, auf güldenen Thronen -, ist etwas ganz anderes. Damit legitimierte sie Erdogan und sein Vorgehen vor der Weltöffentlichkeit.

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Google Maps: Aufregung um angebliche Löschung Palästinas

Eine Suche auf Google Maps nach dem Begriff „Palestine“ zeigt den Status Quo an: Auf der Karte findet sich der Begriff zwar nicht, in einer Infobox werden aber Informationen unter anderem zum umstrittenen Status der Region geliefert.
Bericht löst Welle der Empörung aus – Google: Wir haben gar nichts geändert

derStandard.at

Die Erstellung von Karten ist nicht nur ein äußerst komplexes Unterfangen, in vielen Fällen ist dieser Vorgang auch hochpolitisch. Immerhin sind längst nicht sämtliche Ländergrenzen oder regionalen Bezeichnungen universell akzeptiert. Insofern versuchen Anbieter wie Google möglichst vorsichtig bei all diesen Dingen vorzugehen, nun muss der Softwarehersteller aber zur Kenntnis nehmen, dass man nicht jeder Kontroverse aus dem Weg gehen kann.

Vorwurf

Google habe mit einem aktuellen Update seines Kartenmaterials die Länderbezeichung Palästina verschwinden lassen, erhebt das Forum für palästinensische Journalisten einen Vorwurf gegen den Softwarehersteller, der rasch für Aufregung in den sozialen Medien sorgte. Unter dem Hashtag #PalestineIsHere forderten rasch viele Internet-Nutzer die Rücknahme dieser Änderung und riefen zum Teil auch zum Boykott des Unternehmens auf.

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Israelkritik oder Antisemitismus?

Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim steht in der Kritik in dem Seminar „Die soziale Lage der Jugendlichen in Palästina“ antisemitisches Material zu verwenden. Dabei gehe es um „Folter in israelischen Gefängnissen und um angeblichen Organdiebstahl durch israelische Soldaten“, wie der NDR berichtete.

Von Sascha Pommrenke | TELEPOLIS

Das israelische Außenministerium nannte die HAWK daraufhin eine „Hass-Fabrik“, so die Jerusalem Post. Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center in Los Angeles verurteilte das „extrem antisemitische und anti-israelische Seminar“.

Ein Kurzgutachten der Amadeu Antonio Stiftung bestätigt, dass das verwendete Material dazu dient, „Israel zu dämonisieren und in die Nähe der südafrikanischen Apartheidszeit oder gar des Nationalsozialismus in Deutschland zu rücken. Die Texte dienen somit nicht einer kritischen Auseinandersetzung. Sie spiegeln kein israelkritisches, sondern ein zutiefst israelfeindliches Geschichtsbild wider, das sich nicht scheut auf alte und neue antisemitische Ressentiments zu rekurrieren.“ Auch Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, kritisiert das Seminar.

Die Hochschule wehrt sich gegen die Vorwürfe mit dem Hinweis, dass im Mai die Ethikkommission der HAWK das Seminar geprüft habe und man zu dem Schluss gekommen sei, dass es keine Bedenken gegen die Fortführung des Seminars gebe. Die Kommission „sieht keinen Anhaltspunkt, dass in dieser Lehrveranstaltung antiisraelische oder antisemitische Inhalte in unzulässiger Weise propagiert werden“.

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Intelligentes Pflaster mit Strom vom Telefon

Bild. heise.de

Technik zur Messung des Gesundheitszustands wird immer kleiner und leistungsfähiger. Ein Pionier auf diesem Gebiet hat jetzt einen dünnen Pulsmesser vorgestellt, der seine Energie per Funk bezieht.

Von Katherine Bourzac | Technology Review

Stellen Sie sich ein Pflaster zur Messung ihres Gesundheitszustands vor, das Sie tragen können wie ein Tattoo und das keine Batterie benötigt. Diese Idee steht hinter einer Demonstration von John Rogers, einem Pionier im Bereich dehnbarer Elektronik an der University of Illinois in Urbana-Champain: Sein Pflaster misst mit Hilfe von Lichtimpulsen Herzschlag oder Kontakt zu UV-Strahlen.

Eine Batterie hat das Gerät nicht. Strom bezieht es stattdessen von einem Mobiltelefon oder Tablet-Computer mit einem Chip für Near-Field Communication (NFC), der sonst für Apps wie Apple Pay oder den Austausch von Fotos zwischen Telefonen verwendet wird. Das Pflaster wird also per Funk mit Strom versorgt und überträgt darüber auch Informationen.

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Berlin: Computer sagt Verbrechen voraus

Minority report? Bild: bitrebels.com
Ein Computerprogramm soll die Wahrscheinlichkeit von Einbrüchen an bestimmten Orten vorhersagen – und auch verhindern.

Von Sabine Beikler | DER TAGESSPIEGEL

Das Landeskriminalamt hat die Software „KrimPro“ (Kriminalitätsprognose Wohnraumeinbruch) entwickelt. Damit soll die Wahrscheinlichkeit von Einbrüchen an bestimmten Orten vorhergesagt werden. Es geht um „predictive policing“, also voraussagende Polizeiarbeit. Das Verfahren berechnet die Wahrscheinlichkeit für künftige Fälle. Laut Stephan Harnau vom LKA waren die Tests zufriedenstellend gelaufen. Die Software soll bis zu Beginn der dunklen Jahreszeit eingesetzt werden. Ziel sei es Präsenz zu zeigen, Einbrüche zu verhindern und Bürger zu warnen, sagte Harnau.

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Islamkritiker fordern Trennung von Religion und Staat

Hamed Abdel-Samad, Bild: bb
Hamed Abdel-Samad, Bild: bb

Für den Islamkritiker Hamed Abdel-Samad liegt die Antwort auf einen radikalen Islam in Deutschland in einer völligen Trennung von Religion und Staat.

evangelisch.de

Nur so lasse sich Fanatismus verhindern, schreibt der Publizist mit neun anderen Islamkritikern in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Er ruft unter anderem dazu auf, den Einfluss von „religiösen Partikularinteressen auf das Bildungssystem, das Gesundheitswesen, die Medien und die wissenschaftliche Forschung“ in Deutschland zu beenden.

Erst wenn Gesetze und Regeln „konsequent auf Basis des Säkularismus aufgestellt sind, wird es eine Hoffnung für die Lösung der heutigen Konflikte geben“, schreibt der Politologe Abdel-Samad, der mit seinem Buch „Mohamed. Eine Abrechnung“ lange auf der Bestseller-Liste stand. Dazu zähle auch die „Abschaffung der religiösen Gesetze im Familien-, Zivil- und Strafrecht“.

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Erdogan vergleicht „Säuberungen“ mit deutscher Wiedervereinigung

erdogan-sultan

„Ihr habt das bei der Wiedervereinigung in noch größerem Ausmaß betrieben“: Präsident Erdogan rechtfertigt die Massenentlassungen von Staatsbediensteten mit einem eigenwilligen Vergleich.

Frankfurter Rundschau

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die von ihm so genannten «Säuberungen» seit dem Putschversuch in der Türkei mit Entlassungen im Zuge der deutschen Wiedervereinigung verglichen. «Ihr habt das bei der Wiedervereinigung in noch größerem Ausmaß betrieben», sagte Erdogan am Mittwoch im Präsidentenpalast in Ankara an die Adresse Deutschlands. «Hunderttausende» Staatsbedienstete mit Verbindungen zum SED-Regime seien damals entlassen worden. «Ihr habt das gemacht, und dann wollt ihr uns belehren.»

Erdogan sagte: «Wir sind zur Säuberung gezwungen.» Es sei irrelevant, wie viele Staatsbedienstete suspendiert werden müssten. «Egal, wie weit das gehen mag: Zehntausend, Zwanzigtausend, Fünfzigtausend, Sechzigtausend, Hunderttausend, Zweihunderttausend.»

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Libysche Misrata-Miliz nimmt IS-Hauptquartier in Sirte ein

Die Misrata-Miliz in Libyen hat nach eigenen Angaben das Hauptquartier der Terrormiliz Islamischer Staat in der Küstenstadt Sirte eingenommen. Die Kämpfer erklärten am Mittwoch, sie hätten das Kongresszentrum, das dem IS als Stützpunkt diente, unter ihre Kontrolle gebracht.

Neue Zürcher Zeitung

«Sirte kehrt nach Libyen zurück», hiess es in einer Erklärung auf der Facebook-Seite der Miliz, die von den USA unterstützt wird. Sie hatte ihre Offensive gegen den IS im Juni gestartet. Dieser hatte 2015 die Kontrolle über Sirte übernommen.

Mit dem Sturz und späteren Tod von Machthaber al-Ghadhafi war in Libyen ein Machtvakuum entstanden, Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen brachen aus. Zugleich nutzte der IS das Chaos, um Fuss zu fassen. Unter Vermittlung der Uno wurde vor wenigen Monaten Fajis al-Sarradsch als Ministerpräsident einer Einheitsregierung eingesetzt. Diese bat die USA um gezielte Luftangriffe auf Sirte, die Anfang August erstmals erfolgten.

Die türkische Presse ist ausgesperrt

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
200 Journalisten wurde der Zugang zum türkischen Parlament verboten. Damit bestimmt der Staat, was und wie berichtet wird.

Von Yavuz Baydar | Süddeutsche.de

Zu den wichtigsten Aufgaben des Journalismus gehört in einer Demokratie die Parlamentsberichterstattung. Viele Journalistenschulen lehren eigens, wie man Haushaltsentwürfe dechiffriert und wie man politische Debatten ausgewogen wiedergibt.

Daran dachte ich, als ich am Mittwoch die E-Mail einer Kollegin aus Ankara las – und musste bitter lächeln. Sie hatte mir eine Nachricht aus der Gazete Duvar geschickt, nach der jetzt 200 Journalisten der Zugang zum Parlament verboten sei. Die Kontrollen an den Eingängen würden verschärft. Viele Reporter seien abgewiesen worden.

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Zentrum für Türkeistudien: Rolle der Ditib-Imame nicht überbewerten

ditib

In der Diskussion um den türkischen Islamverband Ditib wirbt das Zentrum für Türkeistudien dafür, die Rolle der Imame nicht überzubewerten.

evangelisch.de

„Der Imam ist in einer Gemeinde der einzige bezahlte Mitarbeiter, aber über die Richtung der Gemeinde entscheidet der Vorstand“, sagte der Leiter des Forschungsinstituts der Universität Duisburg-Essen, Haci Halil Uslucan, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Vorstand werde von der Gemeinde gewählt, in der in Ditib-Moscheen meist „alle Facetten der türkischen Gesellschaft repräsentiert“ seien. „Der einzige Verbindungspunkt zwischen dem örtlichen Moscheeverein und der Türkei ist der Imam.“

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) steht seit dem vereitelten Putsch in der Türkei in der Kritik, weil ihre Imame von Ankara geschickt und bezahlt werden. Uslucan bezweifelt aber, ob diese Imame durch in Deutschland ausgebildete und bezahlte Vorbeter ersetzt werden können. Das sei zwar langfristig notwendig. „Die Frage ist aber: Können diese Arbeitsplätze für Akademiker so attraktiv sein, dass unsere Absolventen dort arbeiten wollen?“

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Die Kirche zeigt ihr hartes Herz

Bild: tilly
Bild: tilly
Die Räumung des Regensburger Pfarrheims ist juristisch in Ordnung. Doch die Kirche hat damit eine Chance zur Diskussion vertan.
 

Von Andreas Glas | Süddeutsche.de

Eine Kirche ist kein rechtsfreier Raum, und Kirchenasyl ist kein Grundrecht. Formal ist es also in Ordnung, dass sich das Bistum Regensburg nicht länger verantwortlich fühlt für die Menschen aus den Balkanländern, die vier Wochen lang Zuflucht gesucht hatten – zuerst im Dom, dann im Pfarrheim Sankt Emmeram.

Die Kirche kann und darf keine Asylpolitik betreiben, dafür muss der Staat selbst sorgen. Eine politische Debatte darf die Kirche dagegen schon anstoßen. Die Debatte zum Beispiel, ob die derzeitige Abschiebepolitik gegenüber Balkanflüchtlingen zu streng ist und Härtefälle ignoriert. Die Chance auf eine solche Debatte hat das Regensburger Bistum vertan.

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Kirchenpräsident Schad: Missionarische Volkskirche gegen Mitgliederschwund

jesus_love_noAngesichts des Mitgliederschwunds in der evangelischen Kirche hat der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad für eine missionarische Volkskirche plädiert.

Von Alexander Lang | evangelisch.de

Die Protestanten müssten deutlicher als bisher ihren Glauben leben und auch öffentlich bezeugen, sagte Schad in Speyer in einem epd-Gespräch, in dem er zu aktuellen kirchlichen Herausforderungen Stellung nahm. Auch wenn die pfälzische Kirche mit ihren rund 534.100 Mitgliedern zahlenmäßig kleiner und ärmer werde, bleibe sie eine „Volkskirche im Wandel“.

Die Kirche dürfe sich nicht in eine Nische zurückziehen, sondern müsse in der Mitte der Gesellschaft verortet sein und Verantwortung übernehmen, sagte der Pfälzer Kirchenpräsident, der auch Vorsitzender der Union Evangelischer Kirchen (UEK) ist. Dazu müsse sie ihre Strukturen so anpassen, dass sie auch unter veränderten Bedingungen das Evangelium weitergeben und möglichst viele Menschen erreichen könne. Neue Formen der Kooperation und die Bündelung von Kräften seien unverzichtbar.

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The Cure for Gluten Intolerance Could Live Inside These Bug-Eating Plants

A pitcher plant similar to the ones used in the study. Image: Wikipedia
Carnivorous plants seem like the stuff of science fiction. They’re strategically designed to lure insects into inescapable traps, where they proceed to melt the bugs alive using digestive enzymes. Now, this badass evolutionary trait might be able to help humans cope with one of our modern-day challenges: gluten intolerance.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

To be clear: I’m not talking about the people who “try to stay gluten free” because they think it’s “healthier” (spoiler alert: it’s not). I’m talking about people whose bodies don’t fully break down gluten, leading to stomach pain, cramping, and damage to their lower intestines. Joanna Schroeder, who has Celiac, penned in Good Housekeeping last year how difficult it can be to navigate this disease.

“If I eat gluten by accident, I get very sick, and have even ended up in the hospital, dangerously dehydrated from vomiting and diarrhea,” Schroeder wrote.

For these people, who have Celiac disease or another gluten intolerance, keeping gluten-free isn’t trendy, it’s necessary. A new treatment using the enzymes of tropical pitcher plants (which have a cup-like shape that traps insects) could hold a solution, according to research published last week in the journal Scientific Reports. Turns out the same enzymes that give bug-eating plants the ability to gobble up flies is remarkably good at breaking apart gluten proteins, according to the study, which could allow gluten-intolerant folks to knock back a beer or a slice of pizza with impunity.

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