Der Lackmustest: Welche Religionen überleben Atheisten?


Nein Danke. Brauchen wir nicht. Image. Godless Atheists/FB
Nein Danke. Brauchen wir nicht.
Image. Godless Atheists/FB

Lieber Abdel-Hakim Ourghi, Sie wissen, dass ich Sie und Ihre Arbeit sehr schätze. Ihren Beitrag auf Facebook neulich fand ich jedoch etwas zwiespältig. Sie schrieben: „Ich glaube nicht, dass die Atheisten nerven. Sie brauchen die Religionen als Thema, damit ihre von der Realität entfernte Ideologie überlebt. Mit dem Gegenstand Gott sind sie religiöser als die Anhänger der Religionen. Übrigens, von den Atheisten kann man einiges über seine eigene Religion lernen. Deshalb ist der Dialog mit ihnen unentbehrlich.“

Von Roger Letsch | Achgut.com

Zunächst mal muss ich sie in einem Punkt wirklich korrigieren. Atheisten nerven sehr wohl, und wie! Ich muss es wissen, gehe ich doch so einigen meiner gläubigen Mitmenschen gewaltig auf die Ketten. Zumindest dann, wenn es um Religion geht. Was dieses Thema angeht, ist der Atheist nämlich eher der „Wir-müssen-reden-Typ“, während der Gläubige eher der „Es-ist-alles-gesagt-Typ“ ist.

Was aber die „von der Realität entfernte Ideologie“ angeht, müssen Sie mich verwechseln. Ich gebe zu, da gab es Ideologien. In Kommunismus oder Faschismus war für Gott kein Platz, aber dieser für Gläubige Menschen bitteren Realität verschlossen diese sich oft und marschierten unter den Bannern Stalins und Hiltlers Seite an Seite mit den Ungläubigen. Man könnte sagen, dass die Realität weder Religionen noch Ideologien beeinflusst. Die Realität ist nur beiden immer wieder im Weg. Atheismus ist keine Ideologie und hat keine Ideologie. Atheismus ist vielmehr purer, selbstgenügsamer Realismus. Präsens, nicht Futur II. Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott – nur ohne den Teil nach dem Komma.

Das Gebot „Du sollst nicht töten“ gilt auch für Atheisten

Sie schreiben, dass man von Atheisten viel über die eigene Religion lernen kann. Das stimmt! So werden Sie feststellen, dass viele Aspekte der Religion für die meisten Atheisten genauso universell Gültigkeit haben, wie für gläubige Menschen. Mir zumindest ist kein Atheist bekannt, der dem Gebot „Du sollst nicht töten“ aufgrund seiner Ungläubigkeit prinzipiell ablehnend gegenübersteht. Andererseits hat noch kaum einen Christen das Gebot gegen den Ehebruch von irgendetwas abgehalten. Im Großen und Ganzen sind aber beispielsweise die zehn Gebote inhaltlich Konsens, ganz gleich, welcher Religion man angehört, oder eben auch nicht. Das sagt wenig aus über den Gott, dem jemand folgt. Es sagt aber viel aus über die Qualität des Kodex, der ihm zugeschrieben wird.

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Ein Gedanke zu “Der Lackmustest: Welche Religionen überleben Atheisten?

  1. Wenn hier behauptet wird, „Im Großen und Ganzen sind aber beispielsweise die zehn Gebote inhaltlich Konsens“ zeigt das nur, dass hier jemand keine Ahnung hat, was in diesen zehn geboten steh – die ersten befassen sich ausschließlich mit Gott, die andere heißen Sklaverei gut, betrachten Frauen als Eigentum usw. (bitte das Original oder wenigstens eine halbwegs getreue Übersetzung lesen). „Du sollst nocht töten“ ist darüberhinaus *keines* der zehn Gebote (siehe http://achim-stoesser.de/atheismus/faq.html#FrageNichttoeten – vgl. http://antispe.de/txt/furchtundschrecken.html)

    Der Faschismus war außerdem im Gegenteil sehr religiös, siehe z.B. http://tierrechtsforen.de/mein-kampf, http://antitheismus.de/archives/9-Martin-Luther-Von-den-Jueden-und-ihren-Luegen.html, http://antitheismus.de/archives/10-Gott-und-die-Faschisten.html

    Naja, Achgut halt …

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