Terroristische Bedrohung: Wovor wir Angst haben


© dpa Eine Spezialeinheit der Bundespolizei demonstriert einen Anti-Terror-Einsatz
Terrorismus versetzt die Deutschen mehr in Furcht als irgendetwas sonst. Dabei ist die Zahl der Opfer vergleichsweise niedrig. Aber die mediale Beachtung spielt den Mördern in die Hände.

Von Marco Wehr | Frankfurter Allgemeine

Gemäß einer aktuellen Umfrage fürchten wir Deutschen nichts mehr als den Terror. Das ist erstaunlich – um nicht zu sagen widersinnig. Trotz des subjektiven Gefühls einer „Terrorwelle“ ist seit den Attentaten vom 11. September 2001 niemand in Deutschland durch islamistischen Terror getötet worden. Während dieser Zeit sind ein paar Millionen Mitbürger an Krebs gestorben, Zehntausende wurden Opfer der Grippe, einige verschluckten sich beim Essen und erstickten, andere wurden vom Blitz erschlagen. Aber das schlägt sich in der Angstbilanz nicht nieder.

Die Furcht, Opfer einer lebensbedrohenden Krankheit zu werden, rangiert deutlich hinter der Terrorangst. Wie kann das sein, wenn die Wahrscheinlichkeit, einer Krankheit zu erliegen, millionenfach größer ist? Der Soziologe Ortwin Renn hat dieses vernunftwidrige Verhalten als „Risikoparadox“ bezeichnet. Marginale Gefahren werden überschätzt, wirkliche Gefahren unterschätzt.

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