Heidenau: Die Flüchtlinge sind weg, geblieben sind Vorurteile


Heidenau in Sachsen – die Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Baumarkt
Die Krawalle gegen eine Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau sorgten 2015 für einen Aufschrei. Ein Jahr später steht die Notunterkunft leer. Die Lage ist weiter angespannt.

Von Katharina Rögner | MiGAZIN

Dort, wo im August 2015 der braune Mob tobte, herrscht jetzt trügerische Stille. Den Eingang der ehemaligen Asylunterkunft in Heidenau bei Dresden bewachen Security-Mitarbeiter. Ein Briefkasten erinnert an die Flüchtlingsunterkunft, die vor einem Jahr bundesweit in die Schlagzeilen geriet. Fast verblasst und kaum lesbar stehen dort die Buchstaben „EAE“ für Erstaufnahmeeinrichtung – darunter klebt ein handgeschriebenes Schild mit der Aufschrift „unbekannt verzogen“. Die Flüchtlinge leben inzwischen dezentral in Wohnungen.

Die Einrichtung war für bis zu 600 Personen vorgesehen, rund 250 Flüchtlinge sollten im August 2015 dort einziehen. Dagegen regte sich heftiger Widerstand, noch bevor die ersten Bewohner den ehemaligen Baumarkt an der Bundesstraße 172 bezogen. Am 20 und 21. August eskalierte die Situation. Steine flogen, Böller wurden gezündet. Bei den massiven Ausschreitungen wurden 33 Polizisten zum Teil schwer verletzt. Dutzende Flüchtlinge konnten die Unterkunft nur unter Polizeischutz beziehen. Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wenige Tage später die Einrichtung besuchte, wurde sie von Einheimischen übel beschimpft.

weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s