Pierre Bayle über Toleranz: Toleranz ist keine Gnade, sondern Vernunft


Nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes: Der Temple de Charenton, eine protestantische Kirche, wird abgerissen. Foto: imago/Leemage
Der andere ist ein Wesen gleich uns, auch wenn er aus unserer Sicht irrt: Die Schrift des hugenottischen Philosophen Pierre Bayle über die Religionsfreiheit ist immer noch und immer wieder aktuell.
 

Von Markus Schwering | Frankfurter Rundschau

Der eine Herr gewährte es, der andere nahm es wieder: Hatte der zum Katholizismus übergetretene König Heinrich IV. 1598 im Edikt von Nantes den calvinistischen Protestanten im katholischen Frankreich religiöse Toleranz und volle Bürgerrechte gewährt, so machte es sein Nachfolger Ludwig XIV. 87 Jahre später rückgängig.

Fixiert auf die absolutistische Uniformität seines Staatswesens und den päpstlichen Bündnispartner, beraubte er die Hugenotten sämtlicher religiöser und bürgerlicher Rechte. Das Ergebnis: Innerhalb weniger Monate flohen Hunderttausende außer Landes, unter anderem auch nach Preußen, wo sie zum entscheidenden Ferment beim wirtschaftlichen Aufbau des jungen Hohenzollernstaates wurden.

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