Oury Jalloh und der Feuertod auf der Matratze


Jedes Jahr am 7. Januar gedenken Aktivisten des Todes von Oury Jalloh. (Foto: imago/Future Image)
  • Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat ein neues Brandgutachten im Fall Oury Jalloh in Auftrag gegeben.
  • An diesem Donnerstag wird ein Sachverständiger den Zellenbrand nachstellen. Möglicherweise lassen sich dabei neue Erkentnisse über die Todesumstände des Asylbewerbers gewinnen.
  • Aktivisten kritisieren das Experiment. Sie fragen sich, was es mit dem Feuerzeug auf sich hat mit dem sich Jalloh angeblich angezündet haben soll.

Von Antonie Rietzschel | Süddeutsche.de

Schwarzer Ruß an den weißen Fliesen. Auf dem Boden liegt der verkohlte Körper von Oury Jalloh. Hände und Füße sind angekettet. Als am 7. Januar 2005 gegen zwölf Uhr Feuer in seiner Zelle ausbrach, war er nach zwei Minuten tot. Was damals auf dem Polizeirevier in Dessau passierte, wie der damals 36-Jährige starb, lässt immer noch viel Raum für Spekulationen.

Nach Darstellung der Polizei hat sich der Asylbewerber aus Sierra Leone selbst angezündet. Dafür soll er die Matratze, auf der er lag, aufgerissen und die herausquellende Füllung mit dem Feuerzeug in Brand gesetzt haben. Ob dadurch ein Feuer hätte entstehen können, durch das sein Körper bis in die tiefen Muskelschichten verkohlte und sogar die Finger der linken Hand vollständig wegbrannten, wurde jedoch nie überprüft. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau, die sich seit April 2014 mit den genauen Todesumständen beschäftigt, hat nun ein neues Gutachten in Auftrag gegeben.

weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s