Evangelikale in Brasilien: Wie aggressive Predigten Gewalt säen

Der brasilianische Kongress. Dort haben evangelikale Parlamentarier immer mehr Macht. Das zeigte sich auch bei der Abstimmung über die Amtsenthebung gegen Präsidentin Dilma Rousseff. (picture alliance / dpa / Cadu Gomes)
In Brasilien sind evangelikale Strömungen schon länger auf dem Vormarsch. Doch jetzt herrscht in manchen Predigten eine hohe Aggressivität gegenüber dem traditionellen afrobrasilianischen Kult. Sie wird für die steigende Gewalt gegen deren Anhänger verantwortlich gemacht.

Von Ole Schulz | Deutschlandradio Kultur

„Mit der Hilfe von Gott, meiner Familie und aller Evangelikalen im Land, sage ich Tschau zur `Liebsten´ Dilma und der PT, der Partei der Finsternis! Und ich stimme mit Ja zum Impeachment gegen Dilma!“

Mitte April im brasilianischen Kongress. Der konservative evangelikale Pastor und Parlamentarier Marcos Feliciano beim umstrittenen Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff. Dass die Opposition die Abstimmung gegen die Arbeiterpartei deutlich gewinnt, liegt auch an den vielen Evangelikalen im Kongress.

„Die evangelikalen Parlamentarier bilden inzwischen eine eigene Fraktion. Ihren Einfluss hat man beim Impeachment gesehen. Und durch ihre politische Macht ist es ihnen gelungen, Genehmigungen für Radio- und Fernsehstationen zu erhalten. Sie haben eine große Medienmacht.“

So Ivanir dos Santos. Er ist der Vorsitzende der „Kommission zur Bekämpfung von religiöser Intoleranz“, einer nichtstaatlichen Organisation. Laut dos Santos hat sich das gesellschaftliche Klima in Brasilien mit dem Vordringen der Evangelikalen in Politik und Medien verhärtet.

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Wer gestresst ist, zieht mehr Mücken an

Foto: F. Hecker/picture alliance / blickwinkel/F Mücken werden von Stresshormonen angezogen
Stechinsekten können Krankheiten übertragen. Während manche Menschen häufig Opfer werden, bleiben andere verschont. Forscher verstehen langsam, warum das so ist. Die Erkenntnis kann wichtig werden.

Von Pia Heinemann | DIE WELT

Mückenstiche sind in vielen Weltregionen mehr als ein juckendes Ärgernis. Sie können ein Todesurteil sein, wenn über den Stich Viren oder andere Krankheitserreger übertragen werden. Das West-Nil-Virus beispielsweise wird über die Stechinsekten übertragen. Menschen erkranken daran zwar nicht sehr häufig, aber wenn – dann können sie eine häufig tödlich verlaufende Gehirnentzündung erleiden. Umso wichtiger sind Erkenntnisse zu den Übertragungswegen des Virus.

Forscher der University of South Florida haben sich diese nun angesehen. In der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ berichten sie von ihren Experimenten mit Zebrafinken und Mücken. Vögel infizieren sich besonders häufig mit dem West-Nil-Fieber. Die Wissenschaftler wollten nun wissen, wovon es abhängt, ob ein Vogel das Virus abbekommt.

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Die geheimen Helfer der AfD

© Henning Bode Plakate, die für die AfD werben, aber nicht von der AfD sind: Der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten steckt dahinter.
In Mecklenburg-Vorpommern ist bald Landtagswahl. Ein Verein wirbt massiv für die AfD. Die AfD sagt, sie wisse nicht, wer dahinter steckt. Wer rausfinden will, welche Leute sich im Geheimen für die Partei einsetzen, erlebt einige Überraschungen.

Von Friederike Haupt | Frankfurter Allgemeine

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern erhält in diesen Tagen geheimnisvolle Unterstützung im Wahlkampf. Ein Verein lässt große Plakate aufstellen, auf denen es heißt: „Mehr Schutz für Familie und Eigentum! Jetzt AfD wählen“. Und: „Damit Deutschland nicht zerstört wird! Jetzt AfD wählen“. Der Verein hat eine zehnseitige Zeitung produziert, die seit ein paar Tagen an die Haushalte des Bundeslandes verteilt wird; sie heißt „Extrablatt für die Landtagswahl“, enthält zahlreiche Anti-Merkel-Artikel und empfiehlt, die AfD zu wählen. Auf Youtube lässt der Verein Werbung schalten: „Wir empfehlen: Jetzt AfD wählen“. Wer steckt dahinter? Das müsste der Verein leicht beantworten können; will er aber nicht. Wer sich ein bisschen mit ihm beschäftigt, ahnt bald, warum.

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Die Renaissance des Faschismus hat begonnen

Eine nackte Trump-Statue.Foto: AFP
Von Donald Trump über Diktatoren und Islamisten zu den deutschen Wutkleinbürgern: Politische Hooligans haben Auftrieb.

Von Peter von Becker | DER TAGESSPIEGEL

Wenn politische, religiöse oder alltagskulturelle Gesinnungen fundamentalistisch und fanatisch werden, dann berühren sich oft die vermeintlich schärfsten Gegner. Gegensätze ziehen sich an, das gilt für Extremisten fast aller Lager.
Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, die Ablehnung kultureller Pluralität, die Sehnsucht nach starken Führern, Homophobie, Machismus, Aggressivität gegenüber kritischen Medien, die Vermengung von Hassbotschaften mit irrealen Heilsversprechen, Militanz statt Mitmenschlichkeit – das meiste hiervon verbindet: Islamisten und Donald Trump, radikale Pegida-Prediger, Ungarns und Polens rechte Regierungen, Nordkoreas Diktatur, Erdogan-Türken, Putin-Russen, AfD– und NPD-Anhänger, saudische Herrscher oder Frankreichs Front National.

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Al-Azhar-Universität in Kairo: „Der Niqab schadet dem Islam“

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Die Al-Azhar-Universität in Kairo vertritt eine klare Meinung: «Der Niqab schadet dem Islam». Die Gelehrten haben die Debatte um die Verhüllung bereits im Oktober 2009 losgetreten.

Aargauer Zeitung

Als Frankreich vor fünf Jahren den islamischen Gesichtsschleier verbot, erhielten die Pariser Senatoren Beifall von ungewohnter Seite. «An Europa und Frankreich möchte ich als Botschaft schicken – der Niqab hat keine Grundlage im Islam, er schadet vielmehr dem Ansehen des Islam», schrieb Abdel Muti Al-Bayyumi, Mitglied des Hohen Geistlichen Rates der Al-Azhar in Kairo, der höchsten Lehrautorität der sunnitischen Muslime. In dieser heiklen Frage wusste Al-Bayyumi sich auch mit seinem Chef einig, Grossscheich Ahmed al-Tayeb.

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Philippinischer Präsident liebäugelt mit UN-Austritt

Wo geht die Reise hin? Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte / Bild: APA/AFP/TED ALJIBE
Dass die UNO die brutalen Methoden der Sicherheitskräfte kritisiert, stößt dem neuen Staatschef sauer auf.

Die Presse.com

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat nach Kritik an seinem rigorosen Anti-Drogenkampf mit einem Austritt seines Landes aus den Vereinten Nationen gedroht. Er warf der UNO und ihren Experten Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Philippinen vor. „Ich will euch nicht beleidigen, aber vielleicht werden wir einfach entscheiden müssen, uns von den Vereinten Nationen zu trennen“, sagte Duterte am Sonntag in seiner Heimatstadt Davao.

600 Drogendealer getötet

Seit Dutertes Amtsantritt als Präsident Ende Juni sind nach Polizeiangaben mehr als 600 mutmaßliche Drogendealer getötet worden. Niemand wurde dafür zur Rechenschaft gezogen. Menschenrechtler werfen Duterte vor, Todesschwadronen zu dulden. Auch die UNO-Beauftragte Agnes Callamard hatte ein Ende der „ungesetzlichen Tötungen“ mutmaßlicher Drogenhändler gefordert und Duterte scharf kritisiert, weil er diese hinnehme.

Der Präsident erhob im Gegenzug schwere Vorwürfe gegen die UNO: „Wenn ihr etwas Schlechtes über mich sagen könnt, kann ich zehn Dinge dagegen halten.“ Die Vereinten Nationen hätten ihre Ziele bei der Bekämpfung von Hunger und Terrorismus und der Gewalt in Syrien und im Irak verfehlt, kritisierte er.

AfD versucht weiter, Moscheebau in Erfurt zu stoppen

Proteste in Erfurt – AP
Die Thüringer AfD hat einen zweiten Versuch gestartet, mit einem Bürgerbegehren den in Erfurt geplanten Moscheebau zu verhindern. Der Antrag greife die rechtlichen Einwände auf, derentwegen die Stadt Ende Juli die erste Version derselben Antragsteller abgelehnt hatte, so die AfD in einer Stellungnahme.

Radio Vatikan

Zur Begründung hatte die Stadt Erfurt angeführt, dass der Antrag gegen das Bauplanungsrecht verstoße: „Ein Bebauungsplan, der ohne städtebauliches Konzept der bloßen Verhinderung eines Vorhabens dient, ist unzulässig und gesetzwidrig“. Der Antrag sah vor, mit einer Änderung des Bebauungsplans zu erreichen, „dass Anlagen für kirchliche und kulturelle Zwecke nicht errichtet werden dürfen“.

Für das Moscheeprojekt hat die Ahmadiyya-Gemeinde bei der Stadt Erfurt bereits einen Bauvorantrag gestellt. Sie plant ein Gebäude mit Kuppel und Zierminarett. Es wäre der erste Moschee-Neubau in Thüringen und – mit Ausnahme von Berlin – nach Leipzig und Chemnitz das dritte derartige Projekt in einem der ostdeutschen Bundesländer. Die Kirchen und alle im Thüringer Landtag vertretenen Parteien außer der AfD begrüßen das Vorhaben grundsätzlich.

 

Absolute Religionsfreiheit gibt es nicht

Frauen mit Gesichtsschleier sind in deutschen Städten eine Ausnahmeerscheinung / picture alliance
Rechtsstaat oder Religionsfreiheit, was ist wichtiger? Für Alexander Grau ist die Sache klar: bereits heute steht das Strafrecht über religiösen Normen und Geboten. Der deutsche Staat sollte aufhören, sich bei Religionsgemeinschaften anzubiedern.

Von Alexander Grau | Cicero

Nun ist sie also offiziell: Die „Berliner Erklärung“, in der die CDU-Innenminister ein Verschleierungsverbot im öffentlichen Raum fordern, ein „Burka-Verbot light“, wie umgehend gespottet wurde.

Eine interessante Entwicklung, ist es doch erst wenige Tage her, dass Bundesinnenminister de Maizière ein Burka-Verbot verfassungsrechtlich für bedenklich hielt. Er betonte, man könne nicht alles verbieten, was man ablehne. Ähnlich hatte sich SDP-Chef Gabriel geäußert. Ob der sich allerdings ähnlich wendig zeigen wird wie de Maizière, bleibt abzuwarten. Sein Vize, Ralf Stegner, hatte noch letzte Woche zu Protokoll gegeben, ein Verschleierungsverbot sei mit der Religionsfreiheit nicht zu vereinbaren.

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Illegale Einreisen von Migranten: Plötzlich steht die Schweiz in der Kritik

Nahe an Deutschland: Das Empfangs- und Verfahrenszentrum Basel, in das auch Asylbewerber von Chiasso transportiert werden. (Bild: Mischa Christen / Keystone)
Laut Bundesrat Maurer hat Deutschland zusätzliche Grenzwächter an die Grenze zur Schweiz verlegt. Der Bund gerät wegen der abgetauchten Asylbewerber unter Druck.
 

Von Stefan Bühler | Neue Zürcher Zeitung

Lange stand Italien in der Kritik: Das Land registriere die aus Afrika über das Mittelmeer einreisenden Migranten ungenügend, lasse viel zu viele von ihnen ungehindert in den Norden reisen – in die Schweiz, nach Deutschland und Österreich. Die Schweiz pochte in Rom stets auf die strikte Einhaltung des Dublin-Abkommens.

Doch nun tönt es auf einmal anders: Italien wird dafür gelobt, dass es den grössten Teil der Flüchtlinge registriert. Und Bundesrat Ueli Maurer, oberster Chef über das Grenzwachtkorps, erklärte am Samstag an der Delegiertenversammlung der SVP in Wettingen (AG): «Die Zusammenarbeit mit Italien funktioniert hervorragend.»

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Gotteswahn olympisch: „100% Jesus“ – Neymars Stirnband wird zum Streitfall

Im Grunde hatte Neymar Jesus ohnehin wahrhaftig bei sich: Gabriel Jesus heißt sein Mitspieler, der hier (li.) mit ihm feiert. (Foto: Getty Images)
Die Regeln bei Olympia sind klar: Das IOC verbietet religiöse Botschaften im Wettkampf – dass Neymar Brasiliens Fußball-Gold missionarisch feiert, könnte ein Nachspiel haben.

Von René Hofmann | Süddeutsche.de

Wenn sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) an seine Regeln hält, muss es die brasilianische Olympia-Mannschaft wegen des Verhaltens von Fußball-Profi Neymar mindestens rügen. Der 24-Jährige, der im Finale gegen Deutschland den entscheidenden Elfmeter im Finale verwandelte und der Gastgeber-Nation so die ersehnte Gold-Medaille in dem Wettbewerb sicherte, streifte sich zur Siegerehrung ein weißes Stirnband über, auf dem vorne in dunkler Schrift deutlich zu lesen war: „100% Jesus“. Anschließend lief Neymar mit dem Band auf dem Kopf eine Ehrenrunde und posierte mit einem Kind für Fotos.

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Erdogans Agenten bedrohen Türken in Deutschland

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Ankara hat in Deutschland 6000 Informanten – ein größeres Agentenheer als einst die Stasi und setzt damit Deutschtürken unter Druck. Abgeordnete fordern eine Überprüfung der Geheimdienst-Kooperation.

Von Thorsten Jungholt, Martin Lutz, Uwe Müller, Daniel Friedrich Sturm | DIE WELT

Die Praktiken des türkischen Geheimdienstes MIT in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigen die deutsche Politik. Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags fordert von der Regierung Auskunft darüber. Er werde das Thema unmittelbar nach Ende der Sommerpause auf die Tagesordnung setzen, sagte der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele der „Welt am Sonntag“.

Es gebe „unglaubliche geheime Aktivitäten“ des MIT. Verfassungsschutz, BND und Polizei müssten dringend ihre Kooperation mit der Türkei überprüfen. „Sonst laufen sie Gefahr, bei strafbaren Handlungen mitschuldig zu werden“, sagte Ströbele.

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Finding Habitable Planets Is Even Harder Than We Thought

Artist's render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M. Kornmesser
Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M. Kornmesser
It doesn’t take a Carl Sagan-style tear-jerker to realize how unique and awesome our planet is (although it never hurts), but as astronomers ramp up the search for exoplanets orbiting other stars it’s becoming clear that places as chill as Earth are even more rare than anyone thought

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

To find other exoplanets that might be like Earth, astronomers tune their telescopes to the ‘Goldilocks region’ around a star. This is the habitable zone that is far enough away from the star so the planet’s surface isn’t scorched like Venus, but close enough that it isn’t freezing like Mars. Astronomers have found over 40 exoplanets in Goldilocks regions to date (a small fraction of the thousands of exoplanets that have been discovered), but according to new research coming out of Yale, this doesn’t necessarily tell us anything about their ability to support life.

As detailed in a paper published Friday in Science Advances, there is a second Goldilocks factor that needs to be taken into consideration when attempting to determine a planet’s habitability: its internal temperature during formation.

Prior to the new study, it was thought that planets had the ability to self-regulate their internal temperatures via a process called mantle convection, or the slow movement of Earth’s solid mantle as a result of the heat from the core of the planet. Regardless of the planet’s internal temperature during formation, the shifting of underground rock as it was heated or cooled would regulate the planet’s temperature until it was just right.

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Gesunder Menschenverstand – Ach was

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Er ist ein mächtiger Helfer in der Diskussionsnot. Selbst wenn man keine Argumente hat und auf verlorenem Posten steht, wenn die hässliche Frage nach dem Warum gestellt wird, wenn einem nichts mehr einfällt. Dann ist er stets zur Stelle. Bei jedem Thema. Ohne Ausnahme. Wie ein Notheiliger. Der Joker. Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Der gesunde Menschenverstand.

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Ich hatte dem vor ein paar Jahren bei The European schon mal eine gehörige Breitseite verpasst, aber der Kerl ist nicht tot zu bekommen, dabei ist er nur ein elender Blender und Betrüger. Ein talentierter Mr. Ripley der Diskussionskultur.

Immer wieder wird behauptet, der gesunde Menschenverstand sage irgendetwas. Das ist eine plumpe Lüge. In Wirklichkeit sagt nur derjenige etwas, der behauptet, der gesunde Menschenverstand habe ihm etwas geflüstert. Das soll seiner Aussage mehr Gewicht verleihen, als sie in Wirklichkeit hat. Früher konnte man noch erzählen, man habe seine absoluten Weisheiten im unmittelbaren Gespräch mit Gott erhalten und sie in Stein gemeißelt vom Berg geschleppt, aber das ist heute zu gefährlich. Da landet man sehr schnell in der Psychiatrie, selbst wenn es denn wahr wäre. Göttliche Nachrichten gelten heute als suspekt. Also nennt man stattdessen den gesunden Menschenverstand als Quelle seiner Erkenntnis und macht ein wichtiges, bedeutsames Gesicht dazu. Oder das, was man dafür hält.

Der gesunde Menschenverstand und ein bisschen finanzielle Bildung reichen völlig aus.

meint z.B. Christian W. Röhr, Gründer der Internetplattform Dividenden-Adel. Komischer Name, denn in manchen Regionen Deutschlands bedeute Adel auch Gülle. Aber egal, dann versuchen Sie mal damit Ihr Geld zu vermehren. Wenn’s nicht klappt, war Ihr Menschenverstand vermutlich ein wenig kränklich. Aber Sie hätten dann immerhin eine wichtige Erfahrung gemacht: Ihr Geld ist futsch.

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Die Religion wird nicht aus Deutschland verschwinden

Hat die Religion in Deutschland noch Zukunft? (Foto: dpa)
Zwölf Millionen Mitglieder haben die Kirchen in Deutschland innerhalb einer Generation verloren. An der christlichen Prägung des Landes wird das nichts ändern.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Es müsste den christlichen Kirchen eigentlich gutgehen in Deutschland, in ganz Westeuropa. Die Katholiken können sich über einen Papst Franziskus freuen, dem die Herzen zufliegen, weit über seine Kirche hinaus, bescheiden, väterlich und kapitalismuskritisch, wie er ist. Die Protestanten stehen vorm großen Reformationsjubiläum, das am 31. Oktober losgeht; es wird viel öffentliche Aufmerksamkeit bringen und die Erkenntnis, dass es insgesamt doch sehr gut war, dass es die Reformation gab und nun die evangelische Kirche gibt. In der Flüchtlingskrise haben sich beide Kirchen als Anwälte der Heimatlosen und Schwachen profiliert, ihre Sozialarbeit wird geschätzt. Und jetzt, wo so heftig über den Islam und seine künftige Rolle im Land debattiert wird, müsste doch eigentlich die Besinnung auf ihre christlichen Wurzeln viele dazu bringen, dass sie mal wieder in die Kirche gehen und sich sagen: Hier ist es gut, hier mache ich mit.

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Der Weg zur synthetischen Supermikrobe

US-Biologen machten nicht weniger als 62.000 DNA-Veränderungen bei einem Bakterium, mit dem sie Großes vorhaben

derStandard.at
Ob es den Österreichern gefällt oder nicht: Die Industrie setzt immer mehr genetisch modifizierte Mikroben ein, um so verschiedenste Substanzen herzustellen. Begonnen hat das in den 1970er-Jahren, als man dem Genom des Bakteriums Escherichia coli ein menschliches Gen hinzufügte, um für Diabetiker Insulin zu produzieren.

Mittlerweile werden den Mikroben Dutzende von Genen eingebaut, die für die Herstellung von Opioiden, Wirkstoffen gegen Malaria oder Vanillearoma sorgen. Das bringt aber auch Sicherheitsprobleme mit sich: Was, wenn ein solches modifiziertes Bakterium, das Opiate produziert, aus dem Labor entkommt und sich in den Därmen von Menschen ausbreitet?

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Tessin bestraft Vollverschleierung mit bis zu 10.000 Franken

Das Verbot betrifft Trägerinnen von Burka (links) oder Nikab (rechts), aber auch vermummte Hooligans.Foto: dpa
Egal ob Burka-Trägerin oder vermummter Hooligan – wer im Tessin sein Gesicht verhüllt, wird zur Kasse gebeten. Arabische Touristinnen kommen trotzdem – und befolgen meist die Regeln.

DER TAGESSPIEGEL

Nur einige Meter weiter südlich wäre ihr nichts passiert. Doch die Frau in der Nikab, die kürzlich in Chiasso unweit der Grenze zu Italien vor einem Restaurant von Polizisten angehalten wurde, befand sich noch auf dem Boden des Schweizer Kantons Tessin. Dort sind Burkas wie alle anderen Formen der Gesichtsverschleierung in der Öffentlichkeit seit dem 1. Juli verboten. Anstandslos zahlte die Frau 100 Franken (92 Euro) Strafe – und legte danach ihren Schleier ab.

Die Touristin aus Kuwait war die erste Frau, die für einen Verstoß gegen das Tessiner Burka-Verbot zur Kasse gebeten wurde. Weil sie mutmaßlich keine Kenntnis davon hatte, keinen Widerstand leistete und nicht als „Wiederholungstäterin“ einzustufen war, kam die Araberin mit der Mindestbuße davon. Die Höchststrafe für Vollverschleierung im freien Raum beträgt im Tessin 10.000 Franken (9220 Euro). Sie gilt für Burka- oder Nikab-Trägerinnen genauso wie für vermummte Hooligans oder Demonstranten.

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Keine Tiere essen – stattdessen Bohnen, Erbsen, Linsen

Foto: Susanne Aigner
Hülsenfrüchte in der Ernährung: Leguminosen erweisen sich als bedeutende Eiweißquellen für Mensch und Tier

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Zunehmend werden einheimische Hülsenfrüchte angebaut – als Ersatz zum umstrittenen Import-Soja. Nicht nur für Nutztiere, sondern auch für Menschen sind Leguminosen ein wertvolles Nahrungsmittel.

Laut Angaben der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) sind seit 1900 drei Viertel aller Kulturpflanzensorten verschwunden, in Deutschland zum Beispiel Linsen, Dinkel und Einkorn. Statt viele regionale Sorten gibt es nur wenige genetisch einheitliche und ertragreiche Züchtungen. Weltweit decken nur noch rund 30 Pflanzenarten fast den gesamten Kalorienbedarf der Weltbevölkerung, mehr als Hälfte davon mit Weizen, Reis und Mais.

Doch je einheitlicher die Genetik, desto höher die Krankheitsanfälligkeit. Auch weil sie Schädlingsbefall mindern, betrieben unsere Vorfahren Ackerbau mit weiten, mehrgliedrigen Fruchtfolgen. Außerdem hält ein breite genetische Vielfalt Pilz- und Viruskrankheiten in Schach und sorgt für gesunde, reichhaltige Ernten. Heute braucht es zusätzlich neue Sorten, die mit immer längeren Dürreperioden zurechtkommen und auf salzigen Böden gedeihen.

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Internet-Portale gehen gegen illegalen Wildtierhandel vor

Schildkröten gehören zu den am meist verkauften gefährdeten Tieren im Internet – hier wurde eine geschmuggelte Schildkrötenlieferung in Thailand von Zöllnern entdeckt. Geschätzter Wert der Lieferung: 75.700 US-Dollar. Foto: picture alliance / Photoshot
Große Handelsplattformen wie Ebay und Etsy sind ein lukrativer Umschlagplatz für Wildtierhändler. Ab jetzt verstößt der Handel mit gefährdeten Tieren gegen deren Nutzungsrichtlinien – Verkäufern von exotischen Schlangen, Schildkröten und Elfenbein soll das Geschäft so erschwert werden.

Von Anica Beuerbach | greenpeace magazine

Das Internet ist in Zeiten der zunehmenden Vernetzung auch eine relevante Plattform für den illegalen Handel mit Produkten von gefährdeten Tieren geworden. Anfang 2014 hatte der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) sechs Wochen lang Produkte oder Teile von gefährdeten Wildtieren in 280 Online-Marktplätzen ausfindig gemacht. Das Ergebnis: Insgesamt wurden rund 33.000 solcher Angebote gefunden, mit einem geschätzten Umsatzwert von über zehn Millionen US-Dollar. Darunter waren in Deutschland vor allem Geschäfte mit lebenden Schildkröten, exotischen Vögeln und Schlangen, aber auch mit Elfenbein.

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Inventor of The Internet’s Most Terrifying Search Engine Shows Us How To Use It

Image: MOTHERBOARD
The internet isn’t just made of Facebook, Motherboard, 4chan and all your other favorite websites. There are thousands of devices, such as webcams, smart light bulbs, printers, and even smart homes, connected to it and there’s a special search engine that allows you to find them.

By Lorenzo Franceschi-Bicchierai | MOTHERBOARD

It’s called Shodan and it’s a great tool to find insecure devices, so that people can fix them and make the internet safer. Shodan crawls the internet and collects all kind of stuff connected to the internet, from mundane smart fridges to industrial control systems. It’s a powerful tool, and you don’t really appreciate it until you use it yourself, or, better yet, until its inventor shows you what it can do.

We met with Shodan’s creator John Matherly, who gave us a glimpse of all the crazy things you can find with Shodan.

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