Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime: „Aus meiner Sicht sind alle Religionen frauenfeindlich“

Foto: brightsblog
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Der Zentralrat der Ex-Muslime setzt sich für die Rechte derer ein, die nicht mehr glauben. Die Vorsitzende des Zentralrats, Mina Ahadi, wurde im Iran wegen Apostasie, also Abfall vom Islam, zum Tode verurteilt. Auch in Deutschland, so sagt sie, müsse mittlerweile das moderne, säkulare Leben verteidigt werden.

Von Lisa Dorn | Deutschlandfunk

„Wir Menschen, die aus sogenannten islamischen Ländern nach Deutschland gekommen sind, waren vorher Ausländer und im Laufe der Zeit wurden wir Muslime. Wir haben gesagt, wir haben abgeschworen, wir sind nicht mehr Muslime, wir sind Ex-Muslime und wir haben auch eine Organisation gegründet: „Zentralrat der Ex-Muslime“, sagt Mina Ahadi.

Es gibt keine Möglichkeit, formal aus der muslimischen Glaubensgemeinschaft auszutreten. Mina Ahadi hat einen anderen Weg gefunden, um nicht mehr dazu gezählt zu werden. 2007 hat sie zusammen mit anderen den Zentralrat der Ex-Muslime gegründet, heute ist sie die Vorsitzende. Sie stammt aus dem Iran, studierte dort Medizin. 1996 kam sie nach Deutschland.

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Schülerin darf nicht mit Niqab in den Unterricht

Bild: Reuters
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  • Die Schülerin eines Abendgymnasiums in Osnabrück hatte geklagt, weil ihr der Zugang zum Unterricht mit Niqab verwehrt wurde.
  • Die Schule begründete, dass sie ihrem Bildungsauftrag bei der Frau nicht nachkommen und ihre Anwesenheit im Unterricht nicht zweifelsfrei kontrollieren könne.
  • Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen und der Schule Recht gegeben.

Süddeutsche.de

Wie weit reicht die Religionsfreiheit in Deutschland? Darf der Staat religiöse Zeichen an bestimmten Orten verbieten? Und wenn ja, welche? Alles Fragen, die tagtäglich verhandelt werden müssen – auch im Bildungswesen. Dort hat nun erneut ein Gericht entschieden, dass die Religionsfreiheit Grenzen hat.

Eine muslimische Schülerin, die wegen ihrer Vollverschleierung vom Unterricht an einem Abendgymnasium ausgeschlossen wurde, war gegen die Schule vor Gericht gezogen. Ein nicht-öffentlicher Prozesstermin musste zwar kurzfristig abgesagt werden, da die Frau wegen des großen Medieninteresses nicht erscheinen wollte. Trotzdem entschied das Verwaltungsgericht Osnabrück, dass ihr der Besuch des Abendgymnasiums mit Niqab weiterhin untersagt wird.

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Rio Reiser und die Religion

Rio Reiser, der eigentlich Ralph Christian Möbius hieß, auf einem Bild aus den späten 80er-Jahren. (Imago Stock & People)
So wenig der vor 20 Jahren verstorbene Rio Reiser auch mit der Amtskirche anfangen konnte, so stark sei sein Interesse für Religion gewesen, sagt sein Biograph Hannes Eyber. Der Sänger habe jeden Tag in der Badewanne die Bibel gelesen.
 

Hannes Eyber im Gespräch mit Philipp Gessler | Deutschlandradio Kultur

Philipp Gessler: Gestern vor 20 Jahren starb auf einem Hof in Schleswig-Holstein, im nordfriesischen Fresenhagen, Rio Reiser mit gerade einmal 46 Jahren. Reiser, mit bürgerlichem Namen Ralph Christian Möbius, war einer der bedeutendsten Liedermacher deutscher Sprache in den 70er- bis 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, eine Ikone der linken Szene, gerade in Berlin, vor allem im alternativen Kreuzberg. Nicht besonders bekannt ist Rio Reisers religiöse oder spirituelle Seite, obwohl sie einen in seinen Liedtexten manchmal geradezu anspringt. Über diesen Aspekt habe ich mit Hannes Eyber gesprochen. Eyber war ein Freund Rio Reisers und hat mit ihm seine Autobiographie „König von Deutschland“ geschrieben. Meine erste Frage an Eyber war, ob er noch häufig an seinen alten Freund Rio denke.

Hannes Eyber: Ja, also, ich meine, das war schon eine sehr intensive Zeit, und als ich da die Nachricht bekam, dass er gestorben ist, das hat mich nicht nur beeindruckt, sondern sehr traurig gemacht. Eigentlich war er so eine Art Lebensgefährte, was mein eigenes Leben betraf.

Ein sexueller Leidensweg

Gessler: Darf ich Sie direkt fragen – Lebensgefährte auch im Sinne von …

Eyber: Nicht in erotischer Art. Also da waren wir grundverschieden, aber ich hatte dadurch, dass wir eine sehr intensive Nähe hatten, so habe ich seinen sexuellen Leidensweg doch wahrgenommen und mitbekommen.

Gessler: Aber es war ja nicht nur ein Leidensweg. Er hatte ja Freunde.

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Palästinenser würden lieber Fatah als Hamas wählen

Im Falle einer Parlamentswahl in den Palästinensergebieten würden aktuell mehr Menschen für die gemässigtere Fatah-Partei stimmen als für die radikalislamische Hamas. Dies ist das Ergebnis einer Befragung, die das Israelische Institut für Demokratie und das Palästinensische Zentrum für Politik- und Meinungsforschung am Montag in Jerusalem vorgestellt haben.

Neue Zürcher Zeitung

Für Anfang Oktober sind Kommunalwahlen im Westjordanland und dem Gazastreifen angesetzt. Sie gelten als Stimmungstest für den umstrittenen Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas (Fatah).

Es wären die ersten Kommunalwahlen im Gazastreifen seit mehr als zehn Jahren. Seit 2006 hat es in den Palästinensergebieten keine Parlamentswahlen mehr gegeben. Nach der Umfrage bekäme die Fatah sowohl im Westjordanland mehr Stimmen als auch im von der Hamas regierten Gazastreifen. Insgesamt käme die Fatah auf 34,4 Prozent und die Hamas auf 30,5 Prozent.

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Wäre Facebook ein Staat, wäre es eine Diktatur

Illustration: Stefan Dimitrov (Foto: )
Wo beginnt Hass? Ständig löscht Facebook Inhalte und sperrt Nutzer – aber niemand weiß, warum. Beim Durchsetzen seines Privatrechts erhält der Konzern Hilfe von zweifelhaften Partnern wie der Amadeu Antonio Stiftung.

Von Johannes Boie | Süddeutsche.de

Es ist derzeit nicht ganz einfach mit Stefanie Sprengnagel in Kontakt zu treten. Man kann der österreicherischen Schriftstellerin zwar eine Nachricht über Facebook schreiben, aber Sprengnagel schreibt nicht zurück. Weil sie es nicht kann, denn sie ist auf Facebook gesperrt. Sprengnagel, besser bekannt unter ihrem Pseudonym Stefanie Sargnagel, ist eine ironische Person, ihre Texte sind oft Satire, ihre Haltung ist politisch in aller Regel links.

Würde sie das, was sie auf Facebook veröffentlicht, in einer Zeitung schreiben, entstünde gewiss ab und an eine Debatte über die Freiheit der Kunst. Auf Facebook aber drückt stattdessen ein Mitarbeiter die Taste Löschen – und die Sache ist erledigt. Natürlich nur für Facebook. Anderen Menschen fehlt ja etwas, nämlich der Text von Sprengnagel.

Perfide daran ist, dass die meisten Nutzer meist gar nicht wissen, dass etwas fehlt. Anders als in einem Gerichtsverfahren, ist die Öffentlichkeit nicht zugelassen, wenn Facebook seine Urteile fällt.

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Termiten: Männer-WGs jagen heterosexuelle Paare

Termiten. Bild: wikimedia.org/PD

Manchmal bauen zwei Termitenmännchen zusammen ein Nest. Doch die gemeinsame Wohnung ist eine auf Zeit – und die WG endet brutal.

Von Lars Fischer | Spektrum.de

Warum Termiten-Männchen manchmal mit anderen Männchen zusammen wohnen, statt mit einem Weibchen ein Nest zu bauen, haben jetzt drei japanische Forscher um Nobuaki Mizumoto von der Universität Tokyo erforscht. Ihr bemerkenswerter Befund: Wenn zwei männliche Termiten zusammen ein Nest bauen, ist das keineswegs eine Verwechslung, sondern ein perfider Plan. Die beiden leben nämlich keineswegs glücklich bis ans Ende ihrer Tage als Männer-WG, sondern warten ab, bis sie in ihrer Nähe die Grabgeräusche der neu entstehenden Kolonie eines heterosexuellen Paares spüren. Dann dringen die beiden Junggesellen in die Kolonie ein und versuchen das Männchen zu ersetzen.

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Epigenetik: Angriff auf Darwin

DNA-Stränge enthalten den Bauplan der Organismen. Über die Epigenetik kann die Umwelt Einfluss darauf nehmen, wie er gelesen wird. (Foto: Imperial College London)
Was Eltern erleben, kann an ihre Kinder vererbt werden, behaupten Verfechter der Epigenetik. Beobachten wir eine Revolution in der Biologie – und eine Abkehr von der Evolutionstheorie?
 

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Seit einigen Jahren geistert ein Begriff durch die Medien und Fachpresse, der für bahnbrechende Erkenntnisse von Biologen und Medizinern stehen soll: Epigenetik. Häufig wird von einer „Revolution“ oder einem „Paradigmenwechsel“ gesprochen, oder davon, dass Lehrbücher umgeschrieben werden müssten. An Universitäten taucht die Epigenetik als Fach immer häufiger auf, Lehrstühle tragen ihn inzwischen im Namen. Aber es gibt auch Zweifel daran, dass die neuen Erkenntnisse tatsächlich so bahnbrechend sind. Haben wir es vielleicht nur mit einem Hype zu tun?

Tatsächlich wirken die Ergebnisse mancher epigenetischer Untersuchungen spektakulär: So sollen Erfahrungen, die Tiere oder Menschen im Laufe ihres Lebens gemacht haben, sich auf deren Nachwuchs auswirken können – und zwar manchmal sogar dann, wenn sie stattfanden, bevor der Nachwuchs gezeugt und ausgetragen wurde.

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„Die AKP ist eine islamistische Partei“

Der Islamwissenschaftler Bassam Tibi (picture-alliance / dpa / Karlheinz Schindler)
Die Türkei sei früher ein von allen liberalen Muslimen bewundertes Modell gewesen, sagt der Politikwissenschaftler Bassam Tibi. Dieses Modell einer Trennung von Religion und Politik sei jetzt zu Ende. Die AKP wolle – wie alle Islamisten – einen Scharia-Staat errichten.
 

Moderation Axel Flemming | Deutschlandradio Kultur

Der Islamwissenschaftler Bassam Tibi beurteilt die derzeitigen politischen Entwicklungen in der Türkei als großes Hindernis für den gewünschten EU-Beitrag des Landes:

„Die Türkei war noch nie so entfernt von der EU wie sie heute ist.“

Seiner Einschätzung nach reihe sich die in der Türkei herrschende AKP in eine Geschichte von islamistischen Parteien seit 1970 ein, sagte der Politikwissenschaftler im Deutschlandradio Kultur:

„Die AKP hat sich verkauft als eine türkische Parallele zur CDU, also als islamisch-konservativ. Aber aus meinen inneren Kenntnissen der AKP und der Türkei weiß ich: Die AKP ist nicht islamisch-konservativ, sondern islamistisch. Und seit ihrer Gründung 2001 hat diese Partei enge Verbindungen zu den Moslem-Brüdern in Ägypten, Syrien; zur Hamas und zu allen andere Organisationen. Und die AKP ist auch anti-kurdisch.“

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Immer mehr rechte Musikveranstaltungen bundesweit

Disko © Sean H @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Das Bundesamt für Verfassungsschutz zählte im vergangenen Jahr fast 200 Musikveranstaltungen Rechtsextremer. Das ist die höchste Zahl seit vier Jahren. Thüringen scheint einer der bevorzugten Anlaufpunkte zu sein.

MiGAZIN

Die Zahl rechtsextremer Musikveranstaltungen nimmt einem Bericht der Welt zufolge weiter zu. Im ersten Halbjahr 2016 gab es bundesweit bereits 98 Rechtsrock-Konzerte, Liederabende und Parteiveranstaltungen mit Auftritten von Musikern der rechtsextremen Szene, berichtet die Zeitung. Insbesondere in Thüringen häuften sich derartige Veranstaltungen. Das gehe aus Antworten des Bundesinnenministeriums auf Anfragen der Linken-Fraktion im Bundestag hervor.

Nach den vorläufigen Zahlen registrierten die Sicherheitsbehörden im ersten Halbjahr bundesweit 40 Rechtsrock-Konzerte sowie 49 sogenannte Liederabende in kleinerem Rahmen. Dazu kämen neun Auftritte bei Versammlungen und Festen der NPD und anderer rechtsextremer Parteien. Im vergangenem Jahr zählte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) insgesamt 199 Musikveranstaltungen Rechtsextremer und damit die höchste Zahl seit vier Jahren.

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NRW-Grüne wollen Zahlungen an Kirchen zum Wahlkampfthema machen

Bild: tilly
Bild: tilly
Die nordrhein-westfälischen Grünen haben ihre Forderung nach einer Beendigung der sogenannten Staatsleistungen erneuert, die der Staat den Kirchen als Entschädigung für frühere Enteignungen jährlich zahlt.
 

evangelisch.de

Dieser Punkt solle in die Wahlprogramme für die Bundes- und die Landtagswahl im kommenden Jahr aufgenommen werden, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Sven Lehmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montagsausgabe). Zur Begründung erklärte er: „Jedes Jahr zahlen die Steuerzahler in Deutschland über 500 Millionen Euro an die beiden großen Kirchen, ohne dass diese dafür eine Leistung erbringen müssen.“

Die Haushalte der Kirchen seien auf das Geld nicht angewiesen, und die zahlungspflichtigen Bundesländer könnten es für soziale Zwecke gut gebrauchen, sagte Lehmann. Im März hatte sich bereits eine Kommission der Grünen für eine zügige Ablösung der Staatsleistungen ausgesprochen. Sie fordert die Einsetzung einer Expertenkommission durch die Bundesregierung, die Gesetzesvorschläge erarbeiten soll.

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Über die Burka zu sprechen, hat nichts mit Islamfeindlichkeit zu tun

Bild: Reuters
Bild: Reuters
Für mich bleibt die Vollverschleierung und insbesondere die Idee dahinter menschenunwürdig.
 

Von Cem Özdemir | The European

Ich kann das Unbehagen, das eine vollverschleierte Person im öffentlichem Raum auslöst, gut verstehen, denn es ist auch mein Unbehagen. Ich bin nicht in der Lage meinen fragenden Kindern zu erklären, warum diese Frau sich so kleidet. Wegen der Religion? Wegen des Mannes?

Nichts überzeugt mich oder meine Kinder. In der Ablehnung der Burka und vergleichbarer Vollverschleierungen von Frauen sind sich die große Mehrheit der Muslime bei uns mit den Christen und Atheisten einig. Über dieses Unbehagen zu sprechen, hat nicht automatisch mit Islamfeindlichkeit zu tun, sondern mit einer Einstellung gegenüber Frauenrechten. Es hat aber gar nichts mit der inneren Sicherheit zu tun, so wie die Innenminister der Union tun.

Die scheinheilige Moral der CDU

Ich kann nicht erkennen, dass es denen, die von Seiten der Berliner CDU das Thema gerade im dortigen Landtagswahlkampf pushen, vor allem um die Frauen geht. Die Moral bei manchen in der Union ist ohnehin scheinheilig bei dem Thema. Man würde sich wünschen, dass sie die Energie, die sie in dieses Thema stecken auch in die Unterstützung von Lehrern und Erziehern stecken würden, um die ideellen Wurzeln des Islamismus zu bekämpfen und dabei auch ein klares Wort an Saudi-Arabien richten, der Heimat des besonders fundamentalistischen Wahabismus. Wer zu Waffen nach Saudi-Arabien und zu Menschenrechtsverletzungen dort schweigt, ist hier nicht glaubwürdig, wenn er hier große Reden über Frauenrechte schwingt.

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Der Ablass war eine gute Idee

© Getty Lucas Cranach hat mit seinen Holzschnitten wie diesem aus dem Jahr 1527 entscheidend zur Popularität Luthers beigetragen.
2017 wird die Reformation 500 Jahre alt. Ist die Bundesrepublik heute protestantisch? Hätte Luther getwittert? Und war er selbst je Protestant? Fragen an den Luther-Biografen Willi Winkler.

 

Interview Tobias Rüther | Frankfurter Allgemeine

Ein Buch über Martin Luther. Fünfhundert Jahre Reformationsgeschichte, ein Berg von Material. Wie und wo fängt man da nur an?

Mit Größenwahn. Eigentlich wollte ich eine Geschichte der Renaissance schreiben, aber dann wurde ein Luther-Buch daraus. Die kleindeutsche Lösung sozusagen.

Das Panorama Ihres Buchs wird trotzdem immer größer. Oft verschwindet Luther seitenweise daraus.

Ich fand es interessant, die Zeit zu rekonstruieren, in die wie in einem Wandteppich plötzlich Luther hineingewebt wird. Als ich fertig war, dachte ich: Ich habe noch viel zu wenig gemacht. Wie geht es zum Beispiel zum Dreißigjährigen Krieg weiter? Der ja eine mittelbare Folge der Reformation ist. Bei Luther geht die Geschichte friedlich aus, er wird nicht geköpft und nicht verbrannt – aber dann kommt das Massensterben, das Schlachten. Der Dreißigjährige Krieg war ja kein Religionskrieg, es ging um die Vorherrschaft in Europa.

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Sarrazin will Asylbewerbern das Klagerecht nehmen

Foto: REUTERS Thilo Sarrazin äußert sich erneut über seine Vorstellungen einer erfolgreichen Einwanderungspolitik
Ex-Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin fordert rigorose Maßnahmen gegen eine „ungeregelte Einwanderung“. Illegale und abgelehnte Asylsuchende sollen abgeschoben werden – zur Not mit militärischer Hilfe.

DIE WELT

Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin fordert, die rechtliche Stellung von Flüchtlingen grundlegend zu verändern. Die deutsche Gesetzgebung sei de facto zu einem „Einfallstor für ungeregelte Einwanderung“ geworden, schrieb der 71-Jährige in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“, Montagausgabe).

Migranten sollten erst dann in Deutschland Leistungsansprüche geltend machen dürfen, wenn ein legaler Aufenthaltsstatus bestätigt ist. Auch die Möglichkeit einer Klage vor Gericht sollte nach Meinung des ehemaligen Vorstandsmitglieds der Bundesbank vorher nicht gegeben werden.

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Kill. Eat. Kill. Eat. Murder – Gewissen? Ich weiß von nichts

©Illustration: A. Passia
Unser täglich Fleisch gib uns heute und vergib uns unsere Gier. Rein und jungfräulich muss es sein, das tote Tier, das ritengetreu auf den Tisch kommt. Beim Stichwort Halal und Menschen, die das Lebewesen vom Endprodukt trennen, überkommt unserer Kolumnistin ein Brechreiz. Den gibt es hier in verbaler Form zu lesen:

Von Alissia Passia | DIE KOLUMNISTEN

Seit Merkel wissen wir: Der Islam gehört zu uns. Und damit auch all seine Riten. So wie der Koran auch den Verzehr des „reinen Fleisches“ gebietet. Nicht doch, dass der Mensch Schaden durch den Genuss eines Tieres nehme, das während der Herstellung bereits tot war. Gott, pardon, Allah bewahre, geschächtet muss es werden, da nützt auch ein Verbot nichts. Alleserlauberland zieht auch in puncto Tierrechte den Schwanz ein und lässt durch so genannte Ausnahmeregelungen die Schächtung zu, „… sofern das Fleisch des getöteten Tieres von Personen verzehrt wird, denen zwingende religiöse Vorschriften den Verzehr des Fleisches nicht geschächteter Tiere ausnahmslos verbieten.“ Auch was unter koscher auf den Tisch kommt, hat eine ebenso qualvolle Geschichte hinter sich. Befürworter stützen sich auf die Behauptung, dass ein schnelles Ausbluten gewährleistet sei, nur dass ein Tier mehrere Sekunden auf qualvollste Art und Weise um sein Leben ringt, interessiert niemanden.

Wie wäre es mit einer Probe aufs Exempel? Viele der Jasager jammern doch bereits bei einem Schnitt in den Finger, warum führen wir nicht mal bei ihnen den traditionellen Schächtungsschnitt durch.

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40 Prozent mehr Flüchtlinge kommen über Schweiz

Die Schweiz droht nach Einschätzung der „Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag“ zum neuen Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland zu werden. Die Zahl von Migranten sei dort stark gestiegen. Quelle: Die Welt
Nach der Schließung der Balkanroute kommen viele Migranten über das Mittelmeer. Über die Schweiz versuchen sie nach Deutschland einzureisen. Eine Praxis der Schweizer hat die „Sogwirkung“ ausgelöst.

DIE WELT

Die Schweiz droht nach Einschätzung der „Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag“ zum neuen Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Deutschland zu werden. Die Zahl von Migranten, die versuchten, auf diesem Wege illegal in die Bundesrepublik einzureisen, sei stark gestiegen, berichtete die Zeitung. Sie verweist auf Angaben der Bundespolizei, wonach seit Jahresbeginn 3385 Personen illegal aus der Schweiz nach Deutschland gelangt seien – dies seien 40 Prozent mehr als 2015.

Deutschland habe deshalb seine Kontrollen an der Grenze zur Schweiz verstärkt und „in den letzten Wochen rund 90 Grenzwächter und 40 Bundespolizisten zusätzlich an diesen Grenzabschnitt delegiert“, sagte Finanzminister Ueli Maurer, der auch für das Schweizer Grenzwachtkorps zuständig ist, nach Angaben der Zeitung.

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Islamgegner täuschten in Prag Terroranschlag vor

„Absurdes Theater“ in der Prager Altstadt? / Bild: Facebook (Richard Perman)
Tschechische Rechtspopulisten haben mit Waffen-Imitaten und „Allahu Akbar“-Rufen die Prager Altstadt in Angst und Schrecken versetzt.

Die Presse.com

Tschechische Islamgegner haben im Prager Stadtzentrum einen Anschlag vorgetäuscht und damit unter Touristen für Angst und Schrecken gesorgt. Sie hätten mit Waffen-Imitaten in die Luft gezielt und „Allahu Akbar“ – arabisch für Gott ist groß – gerufen, berichtete die Agentur CTK am Sonntag. „Aus Angst, dass es sich um einen realen Anschlag handelt, haben einige Menschen die Flucht ergriffen“, sagte ein Polizeisprecher. Beamte hätten die Aktion gestoppt, weil auf dem Altstädter Ring eine Massenpanik gedroht habe.

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„Veganismus ist keine Lösung“

Bild: DER TAGESSPIEGEL
Jeanette Koepsel ist Tierärztin und Berlins einzige Stadtjägerin. Beim Italiener in Spandau erzählt sie, was ihr im Sommer vor die Flinte kommt.

Von Stefanie Golla | DER TAGESSPIEGEL

Auf Trophäen legt sie keinen Wert. Aber bei Bedarf holt Jeanette Koepsel das Fell eines Keilers hervor, den sie am Wasserwerk in Tegel erlegt hat. Das Tier lief mehrmals über die Straße und provozierte Unfälle. Mit einem Tellerschuss hinters Ohr hat sie ihn zur Strecke gebracht. Der Tod tritt so am schnellsten ein, weil die Kugel direkt ins Gehirn geht. Der Keiler lag sofort, was wichtig ist, wenn man in der Stadt jagt, denn ein angeschossenes Tier kann viel Schaden anrichten. Den zu vermeiden, ist Aufgabe der 30 Stadtjäger in Berlin. Jeanette Koepsel ist die einzige Frau.

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EU: Umverteilung der Flüchtlinge kommt nicht voran

Piräus, 2015. Foto: Wassilis Aswestopoulos
Flüchtlinge und Migranten kommen mittlerweile nicht nur an griechischen Grenzinseln an. Auch um die zentral gelegene Peloponnes herum, bei Kalamata, gab es die Ankunft eines Holzkahns mit 67 Flüchtlingen und Immigranten. Sogar auf der nur für begüterte Touristen erreichbaren Kykladeninsel Mykonos kam ein Dutzend von ihnen an.

Von Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Die gegenüber der Türkei liegenden Inseln haben derweil täglich die Ankunft von knapp 150 Personen zu vermelden. Das ist immer noch weniger als die Tausenden des Vorjahres, jedoch scheint sich im gesamten Land eine Hysterie rund um die Flüchtlingsfrage zu entwickeln.

Bischof angezeigt

Ein Novum im griechischen politischen Leben ist, dass der Bischof von Chios, Markos, sich wegen einer Anzeige des Verstoßes gegen den Antirassismusparagraphen verantworten muss. Der Bischof hatte von der Kanzel aus gegen Flüchtlinge, Immigranten aber auch gegen die standesamtliche Trauung gehetzt. „Unsere Politiker haben die Hosen herunter gelassen und machen Bücklinge“, zeterte er, „es gibt keine Flüchtlinge, nur illegale Einwanderer“, verkündete er von der Kanzel.

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Verwerfungen vor der Schlacht um Mossul

foto: reuters Ein aus Mossul geflüchteter Mann zeigt Soldaten der irakischen Armee Stellungen des IS im Süden der umkämpften Großstadt.
Die irakische Regierung in Bagdad will nicht, dass die zweitgrößte irakische Stadt von Kurden befreit wird.

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Im Gefängnis von Nasiriya im Südirak wurden am Sonntag 36 Männer für ihre Beteiligung am „Massaker von Camp Speicher“ gehängt: Im Juni 2014 verschleppte der „Islamische Staat“ (IS) auf seinem Vormarsch bei Tikrit von einer Militärbasis (der die USA nach 2003 den Namen Camp Speicher gegeben hatten) bis zu 1700 unbewaffnete schiitische Rekruten, die allesamt ermordet wurden. Allerdings ist das Vertrauen in die irakische Justiz nicht sehr groß: Mit Todesurteilen ist das System schnell an der Hand, was auch international oft kritisiert wird.

Aus Tikrit wurde der IS bereits 2015 vertrieben, Mossul hingegen, die zweitgrößte Stadt des Irak mit einstmals zwei Millionen Einwohnern, ist noch immer besetzt. Laut General Sean MacFarland, derzeit noch US-Kommandeur der „Operation Inherent Resolve“ gegen den IS, wird die Schlacht um Mossul jedoch eher früher als später anlaufen. Auch der irakische Premier Haidar al-Abadi kündigt eine Rückeroberung noch dieses Jahr an. Im Osten der Stadt haben zuletzt kurdische Peschmerga ein Dutzend Dörfer erobert und stehen teilweise nur sieben Kilometer vor der Stadt; im Süden haben die irakischen Sicherheitskräfte im Gebiet um Qayyara Erfolge aufzuweisen.

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‚Deus Ex: Mankind Divided‘ Neglects Humans in Its Bid for Transhumanism

Image: Square Enix.
There were black and white portraits hanging in the vestibule of the Human by Design conference. Within each baroque, gold leaf frame was a model sporting a futuristic, photoshopped prosthetic.

By Nick Cappozoli | MOTHERBOARD

They seemed well-suited to an event that was itself a sort of hybrid—part intellectual forum, part sales pitch. Courageous, CNN’s “branded content” shop, had assembled the day of panels, guest speakers, and documentary-lite fare alongside Square Enix, to buoy promotion of the latter’s upcoming game, Deus Ex: Mankind Divided. Academics weighed the implications of transhumanism. Futurist artists sketched out the idea of “cyborg” as a self-identifier. Most strikingly, presenters showed off the bleeding-edge prosthetics and body modifications that enable them to grip, walk, see, and hear—in some cases even beyond normal human ranges.

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