De Maizières Angriff auf Whatsapp

Whatsapp ist das möglicherweise größte Netzwerk verschlüsselter Kommunikation für Bürger. (Foto: dpa)
Der Innenminister schließt sich Frankreichs Kampagne gegen verschlüsselte Kommunikation an. Fachleute warnen: Wer so an die Daten von Terroristen will, schwächt die Privatsphäre aller Nutzer.

Von Jannis Brühl | Süddeutsche.de

Verschlüsselung privater Kommunikation setzt sich weiter durch. Doch im Zuge der Verschärfung von Sicherheitsgesetzen gerät sie mehr und mehr ins Visier von Sicherheitspolitikern. Im Kampf gegen mutmaßliche Terroristen wollen Deutschland und Frankreich nun die Datenverschlüsselung von Messaging-Apps wie Whatsapp, Telegram oder Signal begrenzen.

Das erklärten Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Dienstag in Paris. Es müsse „rechtsstaatlich eng begrenzte Möglichkeiten geben, verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln“, sagte de Maizière. Beim nächsten EU-Gipfel im September wollten sie sich für eine europäische Regelung einsetzen: Unternehmen sollten gezwungen werden können, Behörden auf Anfrage auch Inhalte verschlüsselter Nachrichten zu übergeben. Das soll auch für Anbieter gelten, die ihren Sitz nicht in der EU haben. Zwar nannte Cazeneuve explizit nur die App Telegram, die bei Dschihadisten beliebt ist, doch die neuen Regeln würden zum Beispiel Whatsapp genauso betreffen.

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Christen-Moralisten warnen vor „Abtreibungsautomatismus“

Ist das Baby behindert? Mit Ultraschall-Untersuchungen allein lässt sich das nicht herausfinden.Foto: picture alliance / dpa
Müssen Krankenkassen neue Schwangerschaftstests bezahlen, die gezielt nach Behinderungen suchen? Die Zuständigen wollen das nicht alleine entscheiden.

Von Rainer Woratschka | DER TAGESSPIEGEL

Gewöhnlich lassen sich gesetzliche Krankenversicherer, Ärzte und Kliniken nur ungern in ihre Entscheidungen hineinreden, was als Kassenleistung bezahlt wird und was nicht. Doch bei der Frage, ob ein neuer Schwangerschaftstest zum Leistungskatalog gehören soll, rufen sie im Gemeinsamen Bundesausschuss nun nach dem Gesetzgeber.

Die Angelegenheit berühre „fundamentale ethische Grundfragen unserer Werteordnung“, die man nicht allein mit wissenschaftlich-technischen Prüfkompetenzen beantworten dürfe, lautet die Begründung. Das Parlament sei „gefordert, hier Grenzen und Bedingungen zu definieren“.

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NPD verteilt Knüppel, damit sich Bürger gegen Asylanten wehren können

Die NPD verteilt Holzknüppel | Screenshot: Facebook
Als Urmensch war ein Knüppel verdammt sinnvoll, um die eigene Höhle gegen Fremde zu verteidigen. So konnte man Säbelzahntiger in die Flucht schlagen oder aufdringliche Mammuts. Heute aber sind Höhlen etwas aus der Mode gekommen. Schließlich gibt es immer Probleme mit der Heizung und der Handyempfang ist auch miserabel.
 

VICE Staff

Die NPD allerdings fühlt sich dort trotzdem ganz wohl, passend zur eigenen Gesinnung, die vor einigen Jahrzehnten hängengeblieben ist, wollen sie auch ihre braune Höhle, das deutsche Vaterland, mit Knüppeln verteidigen. Die Bedrohung hat aus ihrer Sicht aber keine Säbelzähne, sondern einen Asylantrag in der Hand.

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Religion und Sicherheit: Weg damit

Meera Jamal, 1982 in Karatschi geboren, arbeitete als Journalistin. Sie floh 2008 vor religiösen Extremisten. Heute lebt sie in Kassel. Deutsch von Sofia Glasl. (Foto: Heiko Meyer)

In meiner Heimat Pakistan trugen nur afghanische Einwanderinnen und Frauen aus den Slums Burka. Plötzlich aber ist sie auf der ganzen Welt zu sehen.

Von Meera Jamal | Süddeutsche.de

Als ich Anfang der Achtzigerjahre durch die Straßen von Karatschi lief, mit Freunden Fangen spielte und Fahrrad fuhr, da staunte ich beim Anblick von Frauen in Burka, denn man sah sie nicht oft. Zu den wenigen Frauen, die sie trugen, gehörten afghanische Einwandererinnen, die in dieser typischen blauen Burka gingen, von Kopf bis Fuß verhüllt, nur mit Aussparungen für Augen und Nase. Die andere Gruppe waren Frauen in den Slums. Sie steckten unter einem schwarzen Gewand mit einer Art Schleier, hinter dem sie ihr Gesicht verbargen. Weder meine Mutter noch andere Frauen in meiner Familie trugen jemals Burka, sondern einen Schalwar Kamis, die traditionelle Kleidung aus langem Gewand und Hose, mit einem Schal, der um den Hals geschlungen wurde.

Ein Großteil des Bundesstaats Punjab lebte von der Landwirtschaft. Männer und Frauen arbeiteten zusammen, um über die Runden zu kommen. Wenn die Männer auf den Feldern säten, kümmerten sich die Frauen um Haus und Vieh und brachten ihren Ehemännern Essen. Zur Erntezeit halfen die Frauen beim Schneiden und Verpacken der Ernte. In den Städten war die Burka noch nicht zum Symbol für die Moral der Frauen geworden. Sie bedeckten den Kopf, um den Älteren Respekt zu erweisen und den Traditionen zu folgen. Das war alles.

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Wie es um den Islam hierzulande bestellt ist

Hans Markus Heimann zeigt in seinem Buch, warum das Grundgesetz dem Kirchturm nicht näher steht als dem Minarett. (picture alliance / dpa / Ronald Wittek)
Deutschland diskutiert über Burka und Kopftuch, über Integration und Religion – doch wie es um den Islam hierzulande bestellt ist, darüber gibt es nur spärliche Informationen. Diese Lücke versuchen die Bücher der Journalistin Karen Krüger und des Rechtswissenschaftlers Hans Markus Heimann zu füllen.

Von Christiane Florin | Deutschlandfunk

Um es gleich vorwegzusagen: Beide Bücher kommen ohne steile Thesen aus. Und das verdient Lob. Denn auf dem Themenquadrat mit den Eckpunkten Religion, Staat, Recht und Politik tummeln sich schon viele Thesenritter. Die rufen: „Mohammed ist ein Verbrecher, die Kirchen sind Räuber, die Scharia verdrängt das Grundgesetz, Religion gehört ganz abgeschafft.“ Für Behauptungen dieser Art gibt es einen gut sortierten Markt der Kampf-, Streit und Schrei-Schriften.

Ein Buch wie „Deutschland als multireligiöser Staat“ von Hans Markus Heimann aber gibt es noch nicht. Heimann erklärt das deutsche Religionsrecht kompakt, nüchtern, bisweilen dröge, jedenfalls provozierend unaufgeregt. Und auch die „Reise durch das islamische Deutschland“ von Karen Krüger riskiert etwas Neues. Die Redakteurin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ nimmt die Leser mit auf eine echte Erkundungstour und speist sie nicht mit einer Butterfahrt zum Salafisten-Erlebnisbauernhof ab.

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Ist der Ruf erst ruiniert, regiert sich’s völlig ungeniert

Im Gespräch: CDU-Landeschef Thomas Strobl (l.) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne).Foto: dpa
Geheime Nebenabsprachen von Grün-Schwarz in Baden-Württemberg: Man könnte das einen Skandal nennen – früher zumindest hätten die Grünen das getan.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Mauschelei, die Zweite. Grün-Schwarz in Baden-Württemberg und die Nebenabreden zum Koalitionsvertrag, diesmal: Einsparungen. In den kommenden Jahren sollen tausende Stellen abgebaut werden, für hunderte Millionen Euro im Jahr. Dazu ist an Einschnitte für Beamte und Kommunen gedacht. Und die Grunderwerbssteuer könnte außerdem angehoben werden.

Das alles ist bisher geheim gehalten worden. Jetzt ist die Empörung groß. Man kann das einen Skandal nennen. Hätten die Grünen auch früher so genannt. Heute ist es anders. Wer Böses dabei denkt – den ereilt ein langer Verteidigungsbrief. Der kann auch gar nicht lang genug sein, um den Ruf der beiden Koalitionäre zu retten. Allerdings: Ist der Ruf erst ruiniert, regiert sich’s völlig ungeniert.

Bullshistic: Bischofskonferenz warnt vor Tests auf Down-Syndrom

Die Deutsche Bischofskonferenz warnt laut einem Zeitungsbericht vor der routinemäßigen Einführung neuer Bluttests zur Früherkennung eines Down-Syndroms.

evangelisch.de

Alle empirischen Forschungen zeigten, dass der Test „als reines Selektionsinstrument wirkt, das einen Abtreibungsautomatismus in Gang setzt“, erklärte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, in einem Brief an den Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen, über den die Zeitung „Die Welt“ (Dienstagsausgabe) berichtete. Der Bundesausschuss hatte in der vergangenen Woche ein Prüfverfahren zur Übernahme der Bluttests in den Leistungskatalog der Krankenkassen eingeleitet.

Demnach sollen die Tests auf Trisomie 21, 18 und 13 bei Risikoschwangerschaften eingesetzt werden. Auf Antrag wird der Bluttest bereits heute von den Kassen finanziert, wenn eine Risikoschwangerschaft gegeben ist. Laut Fürst verstößt die Selektion menschlichen Lebens nach genetischen Kriterien gegen die „unbedingte Pflicht, die Würde des Menschen zu achten.“

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Geräte, die gefälschte Pässe erkennen, gibt es in den meisten Berliner Bürgerämtern nicht

Foto: pa/dpa Geräte, die gefälschte Pässe erkennen, gibt es in den meisten Berliner Bürgerämtern nicht
Pass gefälscht? In Berlin fehlen dafür die Prüfgeräte. Ein Bericht zeigte auf, dass sich ein Islamist legal anmelden konnte. Behördenmitarbeiter seien zudem machtlos gegen aggressive Antragsteller.
 

DIE WELT

In Berliner Behörden fehlen Geräte, mit denen gefälschte Pässe und Führerscheine erkannt werden können.

Bislang habe nur der Bezirk Neukölln die entsprechende Technik, in den anderen elf Bezirken werde die Einführung vorbereitet, teilte die Innenverwaltung mit. Die Bezirke seien aber selbst verantwortlich. Sie seien seit 2012 bereits zweimal zur Einführung aufgefordert worden.

In diesem sowie im kommenden Jahr sind im Landeshaushalt demnach jeweils 400.000 Euro für die Anschaffung der Dokumenten-Prüfgeräte vorgesehen. Im September solle dazu eine europaweite Ausschreibung starten.

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Verschwörungstheorie um den türkischen Jack Bauer

Ein türkischer Polizist steht Wache. (Foto: AFP)
Die Macher der erfolgreichen türkischen Serie „Tal der Wölfe“ planen einen Spielfilm, der von einem Putsch handelt. Alles Zufall – oder wissen die Filmemacher mehr, als sie wissen sollten?

Von Gökalp Babayigit | Süddeutsche.de

Nach dem Putschversuch in der Türkei haben Verschwörungstheorien Konjunktur. Unterstützer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan beschuldigen das Ausland, die Aufrührer unterstützt zu haben, während Kritiker der AKP-Regierung den Präsidenten selbst als Regisseur eines inszenierten Putschversuchs sehen. Bei Vergeltungsaktionen des Staates werden nicht nur Soldaten und Journalisten, sondern auch Autorinnen wie Asli Erdoğan und Ex-Fußballer wie Hakan Şükür verhaftet.

Jetzt haben die Verschwörungstheoretiker das Showbusiness entdeckt: Die Macher der erfolgreichen TV-Sendung „Tal der Wölfe“ nämlich, so wurde nun bekannt, wollten für die dritte Spielfilmauskopplung der Geheimdienst-Serie den Namen „Kurtlar Vadisi – Darbe“ (Tal der Wölfe – Putsch) beim türkischen Patent-Institut rechtlich schützen lassen.

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Streit zwischen Österreich und Türkei eskaliert

Außenminister Çavuşoğlu (Foto: AFP)
Der türkische Botschafter wird aus Wien abgezogen. Österreich würde die PKK unterstützen, sagt Außenminister Çavuşoğlu.
 

Süddeutsche.de

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Österreich sind seit Wochen angespannt. Nachdem der österreichische Bundeskanzler Christian Kern einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche gefordert hatte, hagelte es Kritik aus der Türkei. Europaminister Ömer Celik konstatierte zunächst eine „Ähnlichkeit mit dem Ansatz der Rechtsextremisten in Europa“, später bezeichnete Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu Österreich als „Zentrum des radikalen Rassismus“.

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Gewerkschaft gegen Verbot der Vollverschleierung

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnt den Ausschluss vollverschleierter Mädchen und Frauen vom Schulunterricht ab.

evangelisch.de

„Ein Verbot der Vollverschleierung ist der vollkommen falsche Weg“, sagte GEW-Hauptvorstand Ilka Hoffmann der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Frauen dürften nicht nur deswegen von Bildung ausgeschlossen werden, weil sie Burka oder Niqab tragen.

GEW: Einzige Möglichkeit für Kontakte

Laut Hoffmann ist Schule für vollverschleierte Mädchen aus strengkonservativen islamischen Haushalten oft die einzige Möglichkeit, Kontakt zu Gleichaltrigen aufzunehmen. „Im Unterricht kann sich das Selbstbewusstsein herausbilden, das nötig ist, um entgegen der Familientradition den Schleier abzunehmen“, sagte sie. Dieser Prozess müsse gefördert und nicht behindert werden.

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RDF Talk – Interview mit Uwe Lehnert

Warum ich kein Christ sein willProf. Uwe Lehnert ist emeritierter Universitätsprofessor, hat ein naturwissenschaftliches, technisches und erziehungswissenschaftliches Studium absolviert und war bis 2002 an der Freien Universität Berlin Lehrstuhlinhaber für Bildungsinformatik und Bildungsorganisation im Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie.

Von Richard Dawkins-Foundation

Uwe Lehnert ist Autor auf dem Gebiet der Bildungsinformatik und befasste sich nachberuflich mit Religionskritik. Sein religions- und kirchenkritisches  Buch »Warum ich kein Christ sein will« – Mein Weg vom christlichen Glauben zu einer naturalistisch-humanistischen Weltanschauung erschien 2015 in 6. Auflage.

RDF: Herr Lehnert, wurden Sie in ihrer Kindheit von einem stark religiösen Umfeld oder eher von einer orientiert indoktrinierten »Lightfassung« beeinflusst?

Uwe Lehert: Mein Vater war zeitlebens ein sehr kirchenkritisch eingestellter Mensch, meine Mutter war Katholikin, aber eher liberal in ihren Auffassungen, wenn der Begriff »liberal« im Zusammenhang mit »katholisch« überhaupt sinnvoll erscheint. Ich habe während der Schulzeit immer am Religionsunterricht teilgenommen, man konnte sich im Nachkriegsdeutschland dem ja kaum entziehen. Aber den sonntäglichen Kirchgang gab es in unserer Familie nicht. Allerdings wurde ich auf heftiges Drängen einer der Großmütter mit 14 Jahren zusammen mit meinen drei anderen Geschwistern evangelisch getauft. Meine Konfirmation folgte dann drei Jahre später.

Gab es ein Schlüsselerlebnis oder war es ein längerer Prozess, der Sie von einer religiösen hin zur naturalistischen Weltsicht führte?

Ein Schlüsselerlebnis, das schlagartig alles geändert hätte, hatte ich nicht. Aber eine skeptische Grundhaltung lag schon recht früh vor. Sie wurde im Konfirmandenunterricht verstärkt, als ich dem Pfarrer widersprach. Er meinte, dass Jesus ein unendlich großes Opfer für uns gebracht hat, weil er sich für uns am Kreuz töten ließ. Als ich daraufhin meinte, dass das Opfer so groß auch nicht wäre, weil er doch wusste, bald wieder aufzuerstehen, wurde ich so niedergeschrien, dass ich lange Zeit nicht mehr wagte, irgendetwas zu fragen, geschweige denn zu widersprechen. Ein zweiter Vorfall löste noch größere Vorbehalte gegen die christliche Lehre und Kirche aus, als ich einem Pfarrer im Religionsunterricht der Oberstufe vorhielt, dass er nur behaupten könne, dass es Gott gäbe und dass Jesus Gottes Sohn sei. Daran könnte ich jedenfalls nicht glauben. Daraufhin bekam ich eine solche Ohrfeige, dass ich in die Schulbank flog. Später allerdings entschuldigte er sich dafür und »belohnte« mich mit einer Eins in Religion wegen meines Mutes, wie er meinte.

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Klaus Bouillon: „Ich erwarte grünes Licht für die Übungen“(Bundeswehr)

Themenbild. Bild: regensburg-digital.de
Themenbild. Bild: regensburg-digital.de
Bundeswehr soll im November für Terrorlage im Inland üben, die Aufrüstung des Staates im Inneren nimmt Gestalt an

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Das Vorhaben nimmt gestallt an: Noch in diesem Jahr soll die Bundeswehr ihren ersten Übungseinsatz im Innland absolvieren (Vorbereitungen: Bundeswehreinsatz im Innern). Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon, geht davon aus, dass im November die Bundeswehr im Inneren Übungen durchführen wird, um sich auf eine mögliche Terrorlage vorzubereiten.

Gegenüber der Rheinischen Post sagte Bouillon: „Ich erwarte, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Bundesinnenminister Thomas de Maizière am 31. August grünes Licht für die Übungen geben. Dann können bereits im November Stabsübungen zum Einsatz der Bundeswehr im Innern stattfinden.“ Damit rückt näher, was im neuen Weißbuch der Bundeswehr niedergeschrieben wurde: Die Bundeswehr soll auch bei schweren Terroanschlägen im Landes Innern zum Einsatz kommen.

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Schule des Lebens

Die wahre und kluge Samstagskolumne von Heinrich Schmitz über den schäbigen Unsinn des „gesunden Menschenverstandes“, an den zu glauben genauso fatal ist, wie an das „gesunde Volksempfinden“, hat bei mir eine Erinnerung geweckt.

Von Wolfgang Brosche | DIE KOLUMNISTEN

Eigentlich wollte ich etwas schreiben über die neuerliche Internetniedertracht der Beatrix Storch (Adel als politische Macht ist in Deutschland abgeschafft und deshalb kriegt diese AfD-Dame kein „von“ zugestanden – und von menschlichem Adel kann bei ihr schon gar nicht die Rede sein) – jene blutige Häme über ein kleines verstörtes Kind aus Aleppo.

Meine Erinnerung erklärt vielleicht deutlicher als jede Analyse, woher diese grausame Kaltschnäuzigkeit, geistige Unbeweglichkeit, dieser grüne Neid und diese sättigungslose emotionale Gier stammen, die nicht nur Beatrix Storch auszeichnen, sondern vor allem die Massen, die ihr ungeniert zujubeln und behaupten, sie hätte verteidigungswerte, unangreifbare „Meinungen“, die auf gesundem Menschenverstand und ebensolchem Empfinden beruhten.

Zwergschule in Sennelager

Ich habe zwei Jahre meiner Grundschulzeit in einer Zwergschule in Sennelager verbracht, jenem künstlichen Kaff am ehemals größten deutschen Truppenübungsplatz, der schon in der Kaiserzeit dazu diente, aus Menschen Soldaten zu machen. In bloß zwei Klassenräumen waren sämtliche Jahrgangsstufen untergebracht über die zwei Lehrer herrschten, die wohl von einem allliterarisch begeisterte Schulrat hierher abgeschoben worden waren: Herr Pippert war der Jüngere und hatte wohl das Ende des Krieges als Werwolf erleben müssen. Herr Pagel erschien uns Siebenjährigen uralt; ein Erich von Stroheim mit Unteroffiziersstiernacken, dessen Sprache an das Bellen und Kläffen eines mittelgroßen Hundes denken ließ, der – so sehe ich es heute – sich weder den Dackeln, noch den Bulldoggen zurechnen konnte.

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Schwäbische Politiker bremsen Salafisten aus

Dank der Raffinesse schwäbischer Kommunalpolitiker dürfen sich Salafisten in Fellbach nicht niederlassen. Der Gemeinderat änderte den Bebauungsplan und schob der Missionierung einen Riegel vor.

DIE WELT

Salafisten sind in Fellbach bei Stuttgart daran gehindert worden, ein Missionierungszentrum aufzubauen. Nach einer Warnung des Landeskriminalamts (LKA) blockierte die Stadt die Ansiedlung des Zentrums im Fellbacher Ortsteil Oeffingen vor eineinhalb Jahren mit der Änderung des Bebauungsplans. Das sagte ein Sprecher der Stadt. Das Landeskriminalamt wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.

„Der Gemeinderat ist eingeschritten und hat durch eine Änderung des Bebauungsplans religiöse Versammlungen in dem betroffenen Teil des Gewerbegebiets untersagt und so die Ansiedlung verhindert“, sagte Sprecher Arnold Marhoffer. Der „Spiegel“ hatte am Wochenende zuerst über den Fall berichtet.

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Dummenfang mit christlichen Fußball-Profis

jesus_schaukel

Regisseur Kadel gegenüber dem Kölner „Express“: Er sei von „katholisch.de“ gefragt worden, „wer von den sieben Spielern des Films denn katholisch wäre“. Als er keine Katholiken nannte, kam „die trockene Absage“ – „katholisch.de“ vermutet PR-Aktion

kath.net

„Und vorne hilft der liebe Gott“. So heißt der neueste Film David Kadels über christliche Fußballpromis in Deutschland. Der Christ ist TV-Moderator, Kabarettist, Autor („Fußball-Bibel“), Journalist und – last not least – Motivationscoach u.a. für Fußball-Profis und die Deutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft. Kadel erhielt von Internetportal „katholisch.de“ erst eine Anfrage und dann eine Ablehnung, er machte dies gegenüber der Kölner Tageszeitung „Express“ öffentlich. „Ich habe mich gefreut, als ich per email die Anfrage erhielt, über meinen Film zu berichten“, sagte Kadel, „doch sofort kam die Frage, wer von den sieben Spielern des Films denn katholisch wäre. Als ich antwortete, dass es allesamt Christen seien, aber keiner katholisch ist, kam die Frage zu meiner Person. Ich bin evangelisch und erhielt schließlich die trockene Absage, dass es dadurch leider unmöglich sei über diesen christlichen Film zu berichten!“
Mit einem letzten Vorstoß, so berichtete der „Express“ weiter, habe Kadel „die Macher des Portals zu überzeugen“ versucht, „dass viele katholische Fußball-Fans sicher Freude an den Bekenntnissen von Kloppo und Co. hätten“ doch er habe als Antwort nur erhalten: „Kein Interesse“.

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Scientists Made Mice That Are See-Through, Shrunken, and Glow in the Dark

A lab mouse that has made transparent and shrunk with the uDISCO technique. Image: Ali Ertürk/Ludwig Maximilians University of Munich
Imagine being able to peer deep inside of a creature, without needing to dissect it first. If you were studying a specific organ or tumour, that would be incredibly useful—not to mention quite a sight to behold, seeing the inner machinery of the body. Scientists have found a way to make whole animals (like lab mice and rats) transparent, and their bits and pieces fluoresce. Down the road, it could be a useful technique to map and study the human brain.

By Bryson Masse | MOTHERBOARD

The technique is called “ultimate 3D imaging of solvent-cleared organs,” or uDISCO. It basically works around the fact that mammals are filled with water and lipids—fats that block the light from filtering through an organism. Right now, scientists have to use comparatively low resolution imaging techniques, like MRI or ultrasound, to actually see inside lab animals (unless they are willing to slice the sample up into thin slivers, and put them under a microscope).

“People take a very small piece of the tissue, let’s say a mouse’s visual cortex, and make very thin slices, image [them] with an electron microscope, and then put [the images] together,” Ali Ertürk of Ludwig Maximilians University of Munich, lead author of the new study, which is published this week in Nature Methods, explained to Motherboard over the phone. “It has very high resolution, but the issue is that it’s very laborious.” Mapping out an entire mouse brain in this way would be so time-consuming that it just isn’t really feasible.

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Diözesen schaffen neue Aufsicht für Zusatzversorgungskasse

Bild: tilly
Bild: tilly
Neu beschlossene Organe sollen künftig die Katholische Zusatzversorgungskasse (KZVK) mit Sitz in Köln kontrollieren.
 

evangelisch.de

Die Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands (VDD) habe am Montag eine umfassende Neuordnung der Organ- und Aufsichtsstruktur der KZVK beschlossen, teilte der Dachverband in Bonn mit. Kern der Reform ist das Einsetzen eines neunköpfigen Aufsichtrates und einer Vertreterversammlung.

Der Aufsichtsrat übernehme unter anderem die Überwachung und Begleitung der Geschäftsführung, hieß es. Die Vertreterversammlung wird besetzt mit Delegierten der Träger, Beteiligten und Versicherten und soll etwa über Satzungsänderungen entscheiden. Auch die Höhe der Beiträge werde hier geregelt. Außerdem wurde ein externes Aufsichtsgremium durch den Dachverband geschaffen, womit die Aufsicht über die Kasse durch den VDD erweitert wird.

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„Sie müssen sich eingestehen, mit der falschen Person verheiratet zu sein“

„Ein bisschen mehr Skeptizismus gegenüber Gefühlen wäre hilfreich“, sagt Alain de Botton. (Foto: Mathias Marx)
Warum trennen sich Paare heute so schnell? Und was ist das Geheimnis wahrer Liebe? Der Philosoph Alain de Botton hat verstörende Antworten.

Von Thorsten Schmitz | Süddeutsche.de

Sie haben noch nie von Alain de Botton gehört? Dann versuchen Sie mal, einen Termin zu bekommen! Drei Monate hat es gedauert, bis der Bestseller-Autor („Wie Proust Ihr Leben verändern kann“) und Philosoph für die SZ zu sprechen war. Er kommt gerade von einer Lesereise in den Vereinigten Staaten an Ost- und Westküste und in Australien. Sein neuestes Buch heißt „Der Lauf der Liebe“ – und alle Welt möchte jetzt vom Alltagsexperten de Botton wissen: Wie schafft man das, eine glückliche Beziehung zu führen?

De Botton lebt in London, im feinen Stadtteil Belsize Park. Er leitet in sein karges Arbeitszimmer, es gibt keinen Tee, sondern eine Flasche Sprudelwasser, die muss reichen. Die vor drei Monaten gebuchte Zeit fürs Gespräch nimmt er sich wach und konzentriert, aber nach der vereinbarten Stunde beginnt er auf die Uhr zu schauen. Morgen muss er nach Italien fliegen, Google-Chef Eric Schmidt hat ihn gebeten, auf einem Managertreffen über Liebe zu reden.

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Tattoué the Robot Could Be Your Next Tattoo Artist

Ever fear that your tattoo won’t come out exactly as you planned? This tattooing robot could eliminate the risk of human error—but the process is still just as painful.

By Madison Margolin | MOTHERBOARD

Pierre-Emmanuel Meunier and Johan da Silveira from Autodesk’s Pier 9, a creative workshop for artists in residence, created tattoué, a robot that draws tattoos onto human skin, using techniques from 3D printing.

First, the team reconfigured a 3D printer and enabled it to use a needle. The industrial size robot, a machine so big it could be working behind massive barricades, concentrates all its energy into the tiny point on the tip of the needle as it interacts directly with a human.

Before starting the tattoo, the person’s body part must be scanned in order to translate and feed the information to the robot. The body part scan is then input into a graphical parametric designing program in order to apply the graphics of the tattoo onto the surface of the skin.

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