Religion und Sicherheit: Weg damit


Meera Jamal, 1982 in Karatschi geboren, arbeitete als Journalistin. Sie floh 2008 vor religiösen Extremisten. Heute lebt sie in Kassel. Deutsch von Sofia Glasl. (Foto: Heiko Meyer)

In meiner Heimat Pakistan trugen nur afghanische Einwanderinnen und Frauen aus den Slums Burka. Plötzlich aber ist sie auf der ganzen Welt zu sehen.

Von Meera Jamal | Süddeutsche.de

Als ich Anfang der Achtzigerjahre durch die Straßen von Karatschi lief, mit Freunden Fangen spielte und Fahrrad fuhr, da staunte ich beim Anblick von Frauen in Burka, denn man sah sie nicht oft. Zu den wenigen Frauen, die sie trugen, gehörten afghanische Einwandererinnen, die in dieser typischen blauen Burka gingen, von Kopf bis Fuß verhüllt, nur mit Aussparungen für Augen und Nase. Die andere Gruppe waren Frauen in den Slums. Sie steckten unter einem schwarzen Gewand mit einer Art Schleier, hinter dem sie ihr Gesicht verbargen. Weder meine Mutter noch andere Frauen in meiner Familie trugen jemals Burka, sondern einen Schalwar Kamis, die traditionelle Kleidung aus langem Gewand und Hose, mit einem Schal, der um den Hals geschlungen wurde.

Ein Großteil des Bundesstaats Punjab lebte von der Landwirtschaft. Männer und Frauen arbeiteten zusammen, um über die Runden zu kommen. Wenn die Männer auf den Feldern säten, kümmerten sich die Frauen um Haus und Vieh und brachten ihren Ehemännern Essen. Zur Erntezeit halfen die Frauen beim Schneiden und Verpacken der Ernte. In den Städten war die Burka noch nicht zum Symbol für die Moral der Frauen geworden. Sie bedeckten den Kopf, um den Älteren Respekt zu erweisen und den Traditionen zu folgen. Das war alles.

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