Gülen-Bewegung: „Es geht um Macht, es geht um Einfluss“


Fetullah Gülen (links) und Recep Tayyip Erdogan in friedlicher Koexistenz – zumindest auf Teppichen. Foto: AFP
Der Theologe Timo Güzelmansur spricht im Interview mit der FR über das unterschiedliche Auftreten der Gülen-Unterstützer in der Türkei und in Deutschland.

Von Joachim Frank | Frankfurter Rundschau

Herr Güzelmansur, die Einschätzungen der Gülen-Bewegung schwanken zwischen Terrortruppe und beflissenen Bildungsbürgern. Was ist Ihr Bild?
In der Lesart des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist die Gülen-Bewegung so gefährlich wie die kurdische PKK oder der IS. Das halte ich für völlig übertrieben. Sie ist andererseits gewiss keine Vorkämpferin für eine plurale, säkulare Gesellschaft. Zumindest nicht in der Türkei. Hier in Deutschland treten die Anhänger friedlich und dialogbereit auf. Ich könnte aus eigener Erfahrung nichts Negatives über sie sagen.

Aber was will die Bewegung? Welche Ziele verfolgt sie?
Sie will aus dem Glauben einen Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft leisten.

Das wollen Katholiken oder Protestanten auch.
Ja, deswegen stehen wir bei Cibedo den Gülen-Leuten auch nicht von vornherein negativ gegenüber.

Aber es kommt doch darauf an, um was für einen Beitrag es geht und was für eine Gesellschaft diese Leute wollen.
Wir haben gemeinsam eine Tagung zum Thema „Spiritualität und Bildung“ veranstaltet. Dieses Begriffspaar trifft die Absichten der Gülen-Bewegung ganz gut. Im Zuge dessen haben wir auch die Schulen des Jesuiten-Ordens mit denen der Gülen-Bewegung verglichen. Da gibt es viele Parallelen.

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