Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zum Thema Religion

Joachim_GauckKinder und Jugendliche unter 21 Jahren sind aufgerufen, sich von September bis Februar am 25. Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten zu beteiligen. Das Thema lautet: „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“.

evangelisch. de

„Das Thema zielt mitten hinein in das, was viele Menschen aktuell bewegt“, sagte Bundespräsident Joachim Gauck. „Es trifft auf eine lebhafte Debatte über den Umgang der Religionen miteinander, über ihre Bedeutung und ihren Einfluss auf unser Zusammenleben.“

Es gelte ein breites Themenspektrum zu erforschen: Ablasshandel im Mittelalter, buddhistische Vereine im Kaiserreich, interreligiöse Gottesdienste der heutigen Zeit. Glaube und Religion hätten manchmal friedensstiftende Wirkung, oft komme es aber auch zu Konflikten und Gewalt.

weiterlesen

Advertisements

CRISPR/Cas9 könnte 80 Prozent der Krebs-relevanten Mutationen „wegschneiden“

Bild: merakname.com
Bild: merakname.com
Die sogenannte CRISPR/Cas9-Technologie, mit der man punktgenau die DNA verändern kann, macht seit einigen Jahren in der Molekularbiologie Furore. Jetzt haben deutsche Wissenschafter ihren potenziellen Wert für die Krebsforschung bzw. Krebstherapie einzuschätzen versucht. Das Ergebnis: 80 Prozent der Krebs-relevanten Mutationen ließen sich damit gezielt „wegschneiden“.

derStandard.at

Die Experten vom deutschen nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen, dem deutschen Konsortium für translationale Krebsforschung und von der medizinischen Fakultät der TU Dresden analysierten rund 500.000 bereits bekannte Mutationen im menschlichen Genom, die auch an der Entstehung von bösartigen Erkrankungen beteiligt sind. Es ging dabei um die Abschätzung, ob sie mit der CRISPR/Cas9-Technik gezielt beseitigt, verändert oder repariert werden könnten. Das war bei mehr als 80 Prozent der Fall.

weiterlesen

Kirche sagt esoterischen Angeboten Kampf an

In St. Fidelis (Mi.) soll ein neues spirituelles Zentrum entstehen. Es soll die Sehnsucht von Menschen stillen, die mitunter in fernöstlichen oder esoterischen Angeboten eine Heimat finden Foto: Stuttgarter Zeitung.de
Die katholische Kirche in Stuttgart investiert 750 000 Euro in ein neues spirituelles Zentrum. Stadtdekan Christian Hermes nennt den Grund: „Wir können nicht hinnehmen, dass die katholische Kirche mit all ihrer geistlichen Weisheit und Erfahrung nicht mehr als spirituell kompetent wahrgenommen wird.“

Von Martin Haar | Stuttgarter-Zeitung.de

Wie lässt sich im „Smog die Gegenwart Gottes erkennen?“, fragte Papst Franziskus im September 2015 im New Yorker Madison Square Garden und formulierte damit eine der größten Herausforderungen von Kirchen in dieser Zeit. Wo finden Menschen heute noch einen Anker? Wo und wie wird die geistliche Sehnsucht und oft auch Not heutiger Stadtbewohner gestillt? Ob in New York oder Stuttgart. Überall ist die Kirche und das Christentum nicht mehr erste Wahl. „Viele Menschen kennen die tradierten Kirchen und volks- oder gemeindekirchlichen Frömmigkeits- und Spiritualitätsformen nicht mehr“, weiß der katholische Stadtdekan Christian Hermes, „sie verstehen darin kein hilfreiches Angebot für ihr Leben.“

weiterlesen

Religionspädagogin kritisiert Biografien Mutter Teresas

Bild: theaustralian.com.au
Bild: theaustralian.com.au
Die Religionspädagogin Ulrike Witten hat die Darstellung Mutter Teresas in den gängigen Biografien kritisiert.

Von Phillip Saul | evangelisch.de

„Es fehlen die Grautöne. Bei Mutter Teresa zeigt sich eine deutliche Schwarz-Weiß-Malerei. Da gibt es entweder harte Kritik oder ganz große Heiligsprechung“, sagte die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Halle dem Evangelischen Pressedienst (epd). Oft würden die Motive für Mutter Teresas Handeln falsch wiedergegeben. Bei der „sprichwörtlich gewordenen Ikone der Nächstenliebe“ werde der theologische Aspekt kaum beachtet.

„Biografien sind sehr häufig von Stereotypen überlagert“, bemängelte Witten, die für ihre Dissertation zum diakonischen Lernen an Biografien den Hanna-Jursch-Preis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erhält. Die Brüchigkeit der Biografien werde zu wenig gezeigt, obwohl sie ein viel größeres Lernpotential mitbringe: „Man sieht, dass selbst große Helden eigentlich nicht so perfekt sind, wie sie auf den ersten Blick wirken.“ Daher dürfe man nicht verschweigen, dass „es legendarische Überformungen gibt, die wenige oder keine realen Anhaltspunkte haben. Sonst werden die Lernenden entmündigt.“

weiterlesen

Der Papst ist gar nicht schwul – Zeitgeist vs Heiliger Geist

Meisner entlässt David Berger, was zu erwarten warDeutscher Theologe David Berger entschuldigt sich öffentlich bei Papst Benedikt für Papst-Beleidigungen aus dem Jahre 2012 und kritisiert Papst Franziskus scharf

kath.net

Der deutsche Publizist David Berger hat sich vor einigen Tagen im Internet auf seiner Homepage für seine im Jahr 2012 geäußerte Kritik am damaligen Papst Benedikt XVI. entschuldigt. Berger hatte damals angedeutet, dass Benedikt XVI. homosexuelle Tendenzen habe. Der Theologe schreibt jetzt dazu wörtlich: „Zum einen war das, was ich damals sagte, kein echtes ‚Outing‘. Ich hatte immer wieder betont, dass ich nicht weiß, was in den Schlafzimmern von Ratzinger bzw. Papst Benedikt XVI vorgehe, sogar in einem Nebensatz angemerkt, dass ich davon ausgehe, dass der Papst gar keinen Sex hatte bzw. das Zölibat streng eingehalten hat.“
Er habe aber damals fatalerweise auch über Gerüchte gesprochen, die im Vatikan kursierten und sich daneben auf zweifelhafte Studien gestützt, nach denen Männer, die sich kritisch zur Gay-Szene äußern, angeblich häufig ungeoutet schwul sind und damit große psychische Probleme haben. Verschiedene Zeitungen aus Italien haben damals daraus Schlagzeilen gemacht. Er wisse jetzt, dass Benedikt diese Aussagen erreicht und ihm Schmerz zugefügt haben.

weiterlesen

Hautkrebs-Spezialisten loben den Burkini

burkiniDer politisch höchst umstrittene Burkini ist aus Sicht von Ärzten eine wirksame Methode zur Vorbeugung von Hautkrebs.

n-tv

Da die Wirkung von Sonnenschutzmitteln einer Studie zufolge begrenzt sei, wäre entsprechende Kleidung der beste Schutz, sagte der Präsident der Europäischen Vereinigung der Dermato-Onkologen, Claus Garbe. Eine denkbare Variante sei der Burkini. Dieser sei ursprünglich von einer Australierin entwickelt worden. In Australien ist die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, besonders hoch. 50 Prozent der Burkinis würden von Nicht-Musliminnen gekauft, meint Garbe.

Die vergessene Whistleblowerin Chelsea Manning

So würde Chelsea Manning angeblich gerne aussehen. Bild: Save Manning
Ihr Selbstmordversuch und ihre verschärften Haftbedingungen wurden in Deutschland kaum wahrgenommen
 

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

In der letzten Woche wurde in manchen Medien kurz vermeldet, dass die Fraktionen der Linken und der Grünen einen neuen Anlauf nehmen, um den US-Whistleblower Snowden doch noch die Möglichkeit zu geben, in Deutschland vor dem NSA-Untersuchungsausschuss aussagen zu können.

In einem Brief an den Bundesgerichtshof fordern beide Fraktionen, dass die Blockade der Bundesregierung gegen eine Vernehmung von Snowden in Deutschland beendet werden soll. Allerdings dürfte das Ansinnen, Snowden nach Deutschland zu bringen, genau so wenig Chancen auf Verwirklichung haben wie bisher. Die mit antiamerikanischem Furor geführte Debatte über die NSA hat in Deutschland merklich an Bedeutung verloren. Im Zuge der internationalen Terrorgefahr betonen Politiker und Geheimdienstexperten wieder die Gemeinsamkeit der unterschiedlichen Dienste.

Zudem dürfte es sich Snowden zweimal überlegen, ob er nach Deutschland reist, wo nicht ausgeschlossen werden kann, dass er in die USA ausgeliefert wird. Zudem haben Medien und Politiker in Deutschland Snowden mehrmals beschuldigt, mit dem russischen Geheimdienst zu kooperieren. Das könnte sogar in Deutschland juristische Folgerungen haben. Das Schicksal der Whistleblowerin Chelsea Manning deutet die Gefahr an, die Snowden droht, sollte er an die USA ausgeliefert werden.

weiterlesen

Luther, die Juden und die beschämenden Folgen einer Hassschrift

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Ein Jahr vor dem Reformationsjubiläum widmete sich der Theologische Sommerkurs der Gustav Siewerth-Akademie, einer kleinen aber feinen katholischen Hochschule, dem „Gottes- und Menschenbild Martin Luthers“.

Von Yuliya Tkachova | kath.net

Eine ganze Woche lang präsentierten Theologen, Historiker und Vertreter anderer Wissenschaften in Bierbronnen/Schwarzwald ihre Erkenntnisse zur Biographie und Theologie des Urhebers der Thesen von Wittenberg. So widmete sich Mons. Dr. Winfried König aus Rom „Der göttlichen Barmherzigkeit im Streit zwischen Erasmus und Luther“ und Prof. Dr. Arturo Ruiz Freites, ebenfalls aus Rom, dem Thema „Erlösung und Vermittlung im Denken Martin Luthers“, während sich Dr. Josef Wieneke aus Berlin „Luthers Frauenbild“, Prof. Dr. Roland Süßmuth „Luthers Menschenbild im Licht der Humantheologie und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse“ und Prof. Dr. Berthold Wald dem „Personbegriff und Handlungssinn bei Martin Luther“ auf den Grund ging. Prof. Dr. Jaques Cabaud untersuchte die psychologischen Ursachen von Luthers Gottes- und Menschenbild, während die Akademiegründerin, die bekannte Philosophin Prof. Dr. Alma von Stockhausen, es auf den Punkt brachte: „Luthers Theologie – Eine Autobiographie“ lautete der Titel ihres Vortrages, in dem sie nachwies, wie untrennbar Luthers Neudefinition des Christentums und Absage an den freien Willen von seiner tragischen Lebensgeschichte geprägt sind. Der Rektor der Gustav Siewerth-Akademie, Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin schließlich stellte eindrucksvoll die Auswirkungen Luthers auf die deutsche Philosophie dar.

Doch kein Vortrag löste so viel Betroffenheit aus wie der des Düsseldorfer Historikers Michael Hesemann, der sich Luthers Verhältnis zu den Juden widmete. Während der Reformator anfänglich auf die Juden setzte und hoffte, durch ihre Bekehrung die Wahrheit seiner Theologie beweisen zu können, führte die Skepsis gelehrter Rabbiner, die ihm zahlreiche Fehler bei seiner Bibelübersetzung nachwiesen, bald zu einer extremen Gegenreaktion, die Hesemann auf eine „narzisstische Kränkung“ zurückführt. Plötzlich sah Luther in den Juden seine persönlichen Feinde, die er auf ähnlich heftige Weise in seinen Schriften verteufelte wie vor ihnen „Papisten“, Türken und aufständische Bauern. Doch es blieb nicht bei dem berüchtigten „Lutherzorn“ und deftigen Schimpfkanonaden. In seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ forderte Luther auch offen von den Fürsten des Reiches Maßnahmen , „dass ihr und wir alle der unleidlichen, teuflischen Last der Juden entladen werden“ – darunter Niederbrennung aller Synagogen und Zerstörung ihrer Schriften, Enteignung, Zerstörung ihrer Häuser, Schikanen wie Bewerfung mit „Saudreck“, Internierung in Baracken und Zwangsarbeit sowie die Hinrichtung aller Rabbiner und öffentlich betenden Juden – eine Liste, die Karl Jaspers zu der Feststellung bewegte: „Was Hitler getan, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung durch Gaskammern.“

weiterlesen

Was Kant zum Burkaverbot zu sagen hätte

foto: picturedesk / tass / vladimir smirnov Eine Figur in der Wallenrodt-Bibliothek im Königsberger Dom erinnert an den deutschen Philosophen Immanuel Kant – er ist einer der wichtigsten Denker der Aufklärung.
Braucht es angesichts einer radikalisierten Gesellschaft eine „neue Aufklärung“? Wissenschafter geben Antworten, die ambivalenter nicht sein könnten

Von Tanja Traxler, Peter Illetschko | derStandard.at

Ob Burkaverbot, Türkei-Beitritt oder islamischer Terrorismus: Werte der Aufklärung wie Toleranz, Handlungsfreiheit, Bürgerrechte oder Bildung sind bei aktuellen Debatten schnell zur Hand. Im tagespolitischen Diskurs fällt auf, dass es immer die eigenen Argumente sind, die der Aufklärung dienlich sind – nie sind die Gegenargumente die vernünftigen. Und dennoch befindet sich die Aufklärung aktuell in einer Krise. Manchen geht sie nicht weit genug, denkerisch wie geografisch; für andere reicht sie nicht aus, um Herausforderungen der Gegenwart zu meistern. Doch wie kann eine neue Aufklärung aussehen und was die Wissenschaft dazu beitragen? Diesen Fragen widmete sich das Europäische Forum Alpbach.

„Neue Aufklärung“ bedeutete dabei keine Wiederbelebung von Immanuel Kant, John Locke oder Voltaire. Im Rahmen der Technologiegespräche ging es zum Beispiel darum, die aufklärerische Kraft und die Gefahren der Digitalisierung und technologischer Umbrüche zu thematisieren. Denn einerseits besteht durch den freieren Zugang zu Wissen, den Digitalisierung und Internet ermöglichen kann, die Hoffnung, Menschen vor Radikalisierung zu schützen. Andererseits hat sich gezeigt, dass globale Kommunikation der kulturübergreifenden Verständigung nicht unbedingt zuträglich ist – und extreme Positionen schnell verbreitet und von den Empfängern der Nachrichten allzu gern geglaubt werden.

weiterlesen

Vor 75 Jahren: Nazis verpflichten Juden zum Tragen des gelben „Judensterns“

Der Judenstern im „Jewish Historical Museum“ transitpeople @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Mit den Nürnberger Rassegesetzen verschärfte sich die Ausgrenzung der Juden in Deutschland massiv. Noch aber fehlte eine formelle Anordnung zu ihrer Kennzeichnung im Alltag. Das änderte sich mit der Einführung des „Judensterns“ im September 1941.
 

Von Dirk Baas | MiGAZIN

„Gestern, als Eva den Judenstern annähte, tobsüchtiger Verzweiflungsanfall bei mir. Auch Evas Nerven zu Ende.“ So schrieb Victor Klemperer am 20. September 1941 über sich und seine Frau in sein Tagebuch. Einen Tag zuvor hatten die Nationalsozialisten die „Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden“ in Kraft gesetzt. Erlassen worden war sie am 1. September, vor 75 Jahren. Alle jüdischen Bürger über sechs Jahre hatten den gelben Davidstern, in der NS-Propaganda „Judenstern“ genannt, gut sichtbar an ihrer Kleidung zu tragen. Ein weiterer Schritt der Diskriminierung – der letzte vor Beginn der Deportationen in die Vernichtungslager.

Hunderttausende nähten das Symbol widerwillig auf. Sie wussten nur zu gut, dass der Stern allgegenwärtige Stigmatisierung bedeutete: Für Klemperer (1881-1960), 1935 entlassener Professor der Technischen Hochschule Dresden, brach eine Welt zusammen. „Ich selber fühle mich zerschlagen, finde keine Fassung. (…) Das bedeutet für uns Umwälzung und Katastrophe“, schrieb der Romanist, der aus einer jüdischen Familie stammte und 1912 Protestant geworden war. „Ich will das Haus nur bei Dunkelheit auf ein paar Minuten verlassen.“

weiterlesen

AfD-Politiker entgleist vollkommen und sorgt für Eklat

Wie lange lässt das „Habe ich anders gemeint“ wohl auf sich warten: Sebastian Wippel (AfD) am Rednerpult des Dresdner Landtags © Sebastian Kahnert/DPA
Bei einer Landtagsdebatte über die innere Sicherheit ist ein sächsischer AfD-Politiker verbal Amok gelaufen: Er hätte lieber Politiker als Opfer der Anschläge in Bayern und Baden-Württemberg gesehen, sagte Sebastian Wippel.
 

stern.de

Die Gewaltakte von München, Würzburg und Ansbach haben nicht nur in Süddeutschland die Debatte um die innere Sicherheit befeuert. Daher diskutiert auch der sächsische Landtag das Thema – und ein AfD-Abgeordneter sorgt für einen handfesten Eklat: Er wünscht sich, dass für die Sicherheitspolitik verantwortlichen Politiker Opfer von Terror werden.

„Unsere Bundeskanzlerin hat uns hier eine Suppe eingebrockt. Eine Suppe, die niemand bestellt hat, nach dem Rezept ‚Wir schaffen das‘. Das ist ein bisschen einfach. Und nun haben wir die Quittung bekommen, jetzt auch in Deutschland erstmalig mit den Anschlägen in Bayern und Baden-Württemberg“, sagt Sebastian Wippel (AfD). Und dann: „Leider hat es nicht die Verantwortlichen dieser Politik getroffen.“ Zu sehen und zu hören ist der Ausspruch in einem Bericht des MDR (Video, etwa ab 0:55 Minuten).

weiterlesen

Heilpraktikergesetz aus der Nazizeit soll reformiert werden

Globuli. Foto: Hofapotheke St. Afra, Apotheker Tobias Müller. Lizenz: Public Domain.
Vor zwei Wochen errechnete der Medizinmanagement-Professor Jürgen Wasem, dass dem deutschen Durchschnittsverdiener eine Erhöhung des alleine vom Arbeitnehmer getragenen Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung auf 55 Euro droht.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Wohlgemerkt: Dabei handelt es sich nicht um den monatlichen Krankenkassenbeitrag, der schon für sich alleine bis zu 618,66 Euro betragen kann (und hälftig von Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer bezahlt wird), sondern um einen Zusatz, der aufs Jahr gerechnet eine Mehrbelastung von 660 Euro ergibt (vgl. Krankenkassen-Zusatzbeitrag: 55 Euro mehr im Monat?).

Angesichts dieser Mehrbelastung wird nun darüber gesprochen, wie sich die Kosten im deutschen Gesundheitssystem in Grenzen halten lassen und welche Leistungen unsinnig oder vielleicht sogar kontraproduktiv sind. Ein sehr offensichtlicher Kandidat dafür ist die Homöopathie, die etwa zwei Drittel der gesetzlichen Krankenkassen in ihren Leistungsumfang aufnahmen, als es ihnen finanziell gut ging und zu deren Kosten sie schweigen.

Nun fordern Josef Hecken, der Vorsitzende der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, und Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass solche Therapien ohne nachgewiesenen Nutzen nach britischem Vorbild aus den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen werden. Hecken meinte dazu, es sei ihm „unverständlich, warum ein Patient ein Nasenspray selbst bezahlen müsse, dessen therapeutischer Nutzen empirisch belegt sei, seine Kasse aber Arzneimittel bezahle, deren Wirksamkeit völlig unklar sei.“

weiterlesen

Darmstadt: Streit ums Glockengeläut – akustische Umweltverschmutzung

Foto: Peter Bongard/Echo
Kirchenglocken rufen zur Eintracht auf: Versöhnung mit Gott, Friede unter den Menschen. In letzter Zeit aber löst das Geläut oft genug Zwietracht aus, Anwohner fühlen sich gestört. Jüngst reagierte darauf die Darmstädter Pauluskirche; sie stellt ab September den nächtlichen Stundenschlag ein – nach 99 Jahren. Wir befragten dazu den Glockensachverständigen der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, Thomas Wilhelm.

Echo-online.de

Herr Wilhelm, wie oft haben Sie mit Beschwerden über das Glockengeläut zu tun?

Das ist verschieden. In manchen Jahren vielleicht fünfmal, in anderen Jahren gar nicht. Zuletzt eher häufiger.

Wie erklären Sie sich das?

Das hängt sicher auch mit den Medien und dem Internet zusammen. Etwa, wenn über ein Gerichtsurteil zu diesem Thema berichtet wird, dann sagen sich auf einmal Leute, „stimmt, das hat mich schon immer gestört.“

Und dann kommt es zum Konflikt mit der Gemeinde?

Nicht zwangsläufig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es fast immer Zugezogene sind, die sich über das Geläut beschweren. In der Regel sind Kirche und Turmuhren-Anlage älter als die Menschen, die dort heute leben. Wer mit dem Stundenschlag aufgewachsen ist, der schätzt ihn als Vertrautheit, als Heimat. Wenn sich Leute darüber beschweren, kann das zu heftigem Streit in den Gemeinden führen; das habe ich erlebt.

weiterlesen

Esther Bejarano – »Manchmal kommen mir die Tränen …«

Ende der 1990er-Jahre: Esther in der Band Coincidence mit ihren Kindern Joram und Edna, die das Projekt gegründet hat. Von links: Edna (Gesang), Wilfried Hesse (Cello), Joram (Bass), Esther (Gesang), Clemens Völker (Gitarre) Fotos: Laika Verlag / »Esther Bejarano: Erinnerungen«
Die deutsch-jüdische Musikerin war Mitglied im Mädchenorchester von Auschwitz. Seit Anfang der 1980er-Jahre kämpft die aktive Antifaschistin, zunächst mit ihrer Formation Coincidence, seit 2009 mit der Rap-Band Microphone Mafia, gegen das Vergessen. M&R besuchte sie in Hamburg.

Interview: Susann Witt-Stahl | MELODIE&RYTHMUS

Das bekannteste Werk des Schriftstellers Stefan Zweig erzählt von der untergegangenen diaspora-jüdischen »Welt von Gestern«. Sie haben diese Welt noch kennengelernt.

Wir haben früher ein wirklich schönes Leben gehabt in den jüdischen Gemeinden. Mein Vater war Kantor. Wir haben einen koscheren Haushalt geführt, obwohl meine Familie sehr liberal war. Mit der Religion habe ich nichts zu tun. Aber kulturell hat mir das Aufwachsen in einem jüdischen Elternhaus viel gebracht. Die Liebe zur Musik; ich bin nicht zufällig Sängerin geworden.

Der Philosoph Max Horkheimer bescheinigte dem Diaspora-Judentum eine »Weigerung, Gewalt als Argument der Wahrheit anzuerkennen«, die aus der jüdischen Geschichte von Verfolgung und Ausgrenzung rührt.

Diese Haltung ist mir vertraut. Ich bin gegen jede Gewalt. Kriege können niemals Frieden bringen. Ich glaube, dass ich die Einstellung, die ich zum Leben habe, aus meinem Elternhaus mitbekommen habe. Ich wusste natürlich seit meiner Kindheit, dass wir irgendwie anders waren als die anderen. Aber nicht in dem Sinne, dass ich stolz darauf war, etwa weil es so viele jüdische Musiker und andere Künstler gab. Ich bin Jüdin, weil ich als Jüdin geboren bin, und ich lebe es.

weiterlesen

Nizza: Nonnen dürfen Habit nicht am Strand tragen

Bild: FB/IzzedinElzir Themenbild
Bild: FB/IzzedinElzir
Themenbild
Religion und Staat seien strikt getrennt. Der Glaube sei Sache jedes einzelnen, aber zu Hause und in der Kirche, nicht auf der Straße, begründet der Vizebürgermeister von Nizza das Verbot.
 

kath.net

Nonnen die ihren Habit am Strand von Nizza tragen wollen sind dort genau so wenig willkommen wie Frauen, die einen Burkini tragen. Das sagte Rudy Salles, der Vizebürgermeister der südfranzösischen Stadt in einem Interview mit BBC Radio 4.
Ein Burkini am Strand sei eine Provokation, fuhr Salles fort. „Religion und Staat sind völlig getrennt. Religion ist die Angelegenheit eines jeden einzelnen, aber zu Hause und in der Kirche, nicht auf der Straße“, sagte er wörtlich. Auf Nachfrage des BBC-Reporters bestätigte er, dass es einer katholischen Ordensschwester ebenfalls verboten sei ihren Habit am Strand zu tragen.

Das Burkini-Verbot sei nach dem Terroranschlag in Nizza am 14. Juli 2016 eine „Notwendigkeit“, argumentierte der Vizebürgermeister. Der islamistische Attentäter fuhr mit einem LKW durch eine Menschenmenge und tötete dabei mindestens 86 Menschen.

Wer den Islam kritisiert, ist noch lange nicht islamophob

Bild: RDF
Viele nichtmuslimische Akademiker aus dem Westen verteidigen den Islam – im Gegensatz zu anderen Religionen – gegen jede Kritik. So stärken sie die islamischen Extremisten, meint Kacem El Ghazzali
 

Von Kacem El Ghazzali | Richard Dawkins-Foundation

Unmittelbar nach den Attentaten in Paris letzten November rief mich meine Mutter an, die in einem kleinen Dorf in Marokko lebt. Sie ist eine tiefgläubige Muslimin, betet fünfmal am Tag. Sie rief mich aber nicht an, um den Terror zu rechtfertigen, sondern sagte, wie leid es ihr tue, was in Paris geschehen ist, und drückte ihre Anteilnahme für meine französischen Freunde aus.

Am Ende unseres Gesprächs erzählte sie mir von einem Imam aus ihrem Dorf, der junge Leute anstiftet, in Syrien für den IS zu kämpfen. Ich fragte sie, was sie von diesem Imam halte. Sie antwortete: „Ich habe die Polizei angerufen, damit sie eine Untersuchung gegen ihn einleiten.“ Das, sagte sie, sei ihr Weg, den Terror zu bekämpfen.

Der Anruf meiner Mutter ist für mich ein Schlüsselerlebnis; weil es auf den Punkt bringt, was ich hier in der Schweiz als Paradox feststelle: Nach jedem Attentat militanter Islamisten werden Muslime aufgefordert, sich vom Terror zu distanzieren. Mittlerweile tun dies die muslimischen Verbände bereits reflexartig, wiederholen gebetsmühlenartig, der Terror habe nichts mit dem Islam zu tun. Deshalb ergibt es wenig Sinn, Muslime aufzurufen, sich vom Terror zu distanzieren.

weiterlesen

CDU/CSU-Fraktion fordert «offene Debatte» über Zukunft des Zölibats

CDU-Plakat, 1975
CDU-Plakat, 1975
Kirchenbeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Von «dieser wichtigen Frage» könne die Zukunft der Institution abhängen – Auch die SPD hatte bereits den Vorschlag von ZdK-Präsident Sternberg begrüßt

kath.net

Die Unionsfraktion hat sich für eine offene Debatte über die Zukunft des Zölibats ausgesprochen. Nach einem Vorstoß des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zugunsten verheirateter Priester und weiblicher Diakone erklärte der Kirchenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung, die katholische Kirche solle sich «dieser wichtigen Frage» zuwenden. Von ihr könne die Zukunft der Institution abhängen, so der CDU-Politiker in der «Rheinischen Post» (Mittwoch).
So wie Papst Franziskus zur Frauenordination eine ergebnisoffene Abwägung angeregt habe, könne sich die Kirche auch beim Zölibat der Diskussion stellen, sagte Jung weiter. Er empfinde es indes als falsch, den Zölibat allein deswegen als hinfällig darzustellen, weil er manchen nicht nahe genug am Zeitgeist sei.

weiterlesen

Kurzweiliger Blick in die Naturgeschichte

Schön und komplex: Die Feder ist ein Wunderwerk (picture alliance / dpa / Hinrich Bäsemann)
Der amerikanische Biologe Thor Hanson hat ein wunderbares Buch über Federn geschrieben. Es besticht nicht nur durch Inhalt und Kenntnisreichtum, sondern auch durch seine Aufmachung.

Von Susanne Billig | Deutschlandradio Kultur

„Wann immer ich der Schwanzfeder eines Pfaus ansichtig werde“, gestand der Übervater der Evolutionsforschung Charles Darwin, „macht mich das ganz krank!“ In seinem Buch „Federn“ listet der amerikanische Biologe Thor Hanson die Fragen auf, die Darwin schier verzweifeln ließen: Auf welche Weise haben sich Federn im Laufe der Naturgeschichte entwickelt? Gab es etwas Ähnliches schon bei den Dinosauriern? Und wenn Federn zum Fliegen gut sind – warum um alles in der Welt statten sich so viele männliche Vögel dann mit Schmuckfedern aus, die schon einen normalen Fußgang erheblich erschweren?

Ausflüge in die Kulturgeschichte

Alles das beantwortet Thor Hanson in seinem Buch – und noch viel mehr. Er unternimmt Ausflüge in die Kulturgeschichte, erzählt vom Handel mit Daunenfedern und dem Gebrauch des Vogelkleids als Zahnstocher, Staubwedel, Schreibfeder, Puderquaste oder Hut- und Körperschmuck.

weiterlesen

Wahl Dodo des Monats August 2016

Dodo des Monats August 2016 ©HFR
Dodo des Monats August 2016
©HFR

Burkini, Burka, Niqab waren die scheinbar wichtigsten Themen des Monats August. Scheinbar deshalb, weil eine Fülle von politischen und religiösen Obskurantismus sich etwas leiser durch die Medien schleimten. Der Bundesinnenminister weiß nicht mehr wer er ist, der bayrische Finanzminister droht einen Urlaub in ausgewählten Regionen Afghanistans an, die er für sicher erklärt hat, Ramelow kommt in ein fremdes Dorf und erklärt den Ureinwohnern, dass ihr Leben Scheiße war, die Herz-Jesu-Fans Opfer einer staatsatheistichen Gesellschaft, im Potsdamer Landtag streitet man um ein Stück Holz und fromm, des Lesens und Schreiben unkundig, lieb macht. Es geht immer etwas blöder.
Hie sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07. September 2016, 18:00 Uhr befristet, am folgenden Tag gibts einen kleinen Beitrag für den Gewinner.
Viel Spaß!

  1.  Thomas de Maiziére, „Minister mit Wahrnehmungsstörungen.“
  2.  Winfried Kretschmann, „kann ohne seinen römischen Übervater keine Politik machen.“
  3.  Jörg Meuthen, „Pseudo-Demokrat mit braun gefärbter Unterwolle.“
  4.  Annegret Kramp-Karrenbauer, „mit der Bibel gegen das Kopftuch, erinnert an George W. Bush.“
  5.  Markus Söder, „bayrische Stammtisch-Großmäuligkeit ohne Substanz.“
  6. Papst Franz, „mag Suppenküchen, tritt für den Erhalt derselben ein.“
  7.  Bodo Ramelow, „sozialdemokratischer Gotteswahn, links angetäuscht.“
  8.  Christian Schad, „träumt den Traum der Volkskirche, nur missionarisch soll es sein.“
  9.  Rudolf Voderholzer, „mit Hunger Flüchtlinge vertreiben.“
  10.  CDU-Fraktion Brandenburg, „Kruzifix braucht Physik, Gott klebt sonst nicht.“
  11.  Sawsan Chebli, „Analphabeten, fromm, können besten integriert sein.“
  12.  Heinrich Bedford-Strohm, „will mit seiner Christen-Moral die Ethik versauen.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats August 2016“

Anti-GMO Protesters Threw Cow Dung at Scientists Trying to Solve Food Insecurity

Monday morning at the annual conference European Society for Plant Breeding Research in Switzerland started as planned. Researchers presented a talk on genomics and bioinformatics to the hundreds of scientists attending. But then things took a dramatic turn.
 

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

“It’s around 11 o’clock when a group of activists enters the conference room of the ETH Zürich, throwing urine on the audience while painting ‘Shit on technology’ on the wall,” said Beat Boller, the president of the society, in a released statement. “When they were gone they left considerable damage, a mess of rotten eggs and poo, and an audience full of incomprehension behind.”

Police strongly suspect the activists were protesting against genetically-modified crops, according to the New Journal of Zurich, and said the masked individuals threw cow dung, urine, and rotten eggs. Some conference participants did get feces thrown on them, but no one was injured, according to the report.

But if the activists really were anti-GMO, this conference probably wasn’t the place to stage their protest. It’s true, the event was sponsored by some big names in the GM crop world, like Syngenta, Monsanto’s Swiss rival. But it was attended by scientists and researchers with all kinds of backgrounds, who were coming together to look at new technology and share ideas with a specific goal in mind: finding a solution to food insecurity.

read more