Darmstadt: Streit ums Glockengeläut – akustische Umweltverschmutzung


Foto: Peter Bongard/Echo
Kirchenglocken rufen zur Eintracht auf: Versöhnung mit Gott, Friede unter den Menschen. In letzter Zeit aber löst das Geläut oft genug Zwietracht aus, Anwohner fühlen sich gestört. Jüngst reagierte darauf die Darmstädter Pauluskirche; sie stellt ab September den nächtlichen Stundenschlag ein – nach 99 Jahren. Wir befragten dazu den Glockensachverständigen der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, Thomas Wilhelm.

Echo-online.de

Herr Wilhelm, wie oft haben Sie mit Beschwerden über das Glockengeläut zu tun?

Das ist verschieden. In manchen Jahren vielleicht fünfmal, in anderen Jahren gar nicht. Zuletzt eher häufiger.

Wie erklären Sie sich das?

Das hängt sicher auch mit den Medien und dem Internet zusammen. Etwa, wenn über ein Gerichtsurteil zu diesem Thema berichtet wird, dann sagen sich auf einmal Leute, „stimmt, das hat mich schon immer gestört.“

Und dann kommt es zum Konflikt mit der Gemeinde?

Nicht zwangsläufig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es fast immer Zugezogene sind, die sich über das Geläut beschweren. In der Regel sind Kirche und Turmuhren-Anlage älter als die Menschen, die dort heute leben. Wer mit dem Stundenschlag aufgewachsen ist, der schätzt ihn als Vertrautheit, als Heimat. Wenn sich Leute darüber beschweren, kann das zu heftigem Streit in den Gemeinden führen; das habe ich erlebt.

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