Heilpraktikergesetz aus der Nazizeit soll reformiert werden


Globuli. Foto: Hofapotheke St. Afra, Apotheker Tobias Müller. Lizenz: Public Domain.
Vor zwei Wochen errechnete der Medizinmanagement-Professor Jürgen Wasem, dass dem deutschen Durchschnittsverdiener eine Erhöhung des alleine vom Arbeitnehmer getragenen Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung auf 55 Euro droht.

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Wohlgemerkt: Dabei handelt es sich nicht um den monatlichen Krankenkassenbeitrag, der schon für sich alleine bis zu 618,66 Euro betragen kann (und hälftig von Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer bezahlt wird), sondern um einen Zusatz, der aufs Jahr gerechnet eine Mehrbelastung von 660 Euro ergibt (vgl. Krankenkassen-Zusatzbeitrag: 55 Euro mehr im Monat?).

Angesichts dieser Mehrbelastung wird nun darüber gesprochen, wie sich die Kosten im deutschen Gesundheitssystem in Grenzen halten lassen und welche Leistungen unsinnig oder vielleicht sogar kontraproduktiv sind. Ein sehr offensichtlicher Kandidat dafür ist die Homöopathie, die etwa zwei Drittel der gesetzlichen Krankenkassen in ihren Leistungsumfang aufnahmen, als es ihnen finanziell gut ging und zu deren Kosten sie schweigen.

Nun fordern Josef Hecken, der Vorsitzende der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, und Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass solche Therapien ohne nachgewiesenen Nutzen nach britischem Vorbild aus den Leistungskatalogen der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen werden. Hecken meinte dazu, es sei ihm „unverständlich, warum ein Patient ein Nasenspray selbst bezahlen müsse, dessen therapeutischer Nutzen empirisch belegt sei, seine Kasse aber Arzneimittel bezahle, deren Wirksamkeit völlig unklar sei.“

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