Burkini-Streit: „Unser Glaube bestimmt die Mode“

Bild: (c) Michal Siv
Den umstrittenen muslimischen Ganzkörperbadeanzug für Frauen gibt es ähnlich auch im Judentum. Ein Gespräch mit einer Designerin „keuscher“ Bademode in Israel.

Von Susanne Knaul | Die Presse

In Europa, speziell in Frankreich, sorgt das muslimische Ganzkörperbadegewand für Frauen, der Burkini, derzeit für Debatten. In Frankreich hatten viele Orte das Tragen von Burkinis verboten, worauf das Oberste Verwaltungsgericht das Verbot jüngst aufhob, wenn auch nur mit Wirkung auf eine bestimmte Stadt an der Côte d’Azur. Die übrigen Orte wollen die Verbote vorerst aufrechterhalten, überhaupt scheint die Stimmung im Land angesichts islamistischer Tendenzen eher dafür zu sein.

Unter gläubigen Juden sind ähnliche Gewänder verbreitet. In Israel geht der Trend derzeit sogar wieder in Richtung eines züchtigen Auftritts von Frauen am Strand, mehrere Firmen stellen „keusche“, wie es heißt, Bademode her. So auch Michal Siv (48): Die ehemalige Kostümbildnerin und ihr Mann, einst Regisseur, verließen vor gut 20 Jahren das Theater und zogen in eine ultraorthodoxe Gemeinde. Sie ist fünffache Mutter, trägt Perücke und Kleider, die sie bis zu den Hand- und Fußgelenken bedecken. Sie näht keusche Badeanzüge und Freizeitgewand und vermarktet sie auch per Internet. (www.csuta.com)

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„Wer Bildung will, muss Klugscheißer ertragen“

Der Kabarettist HG. Butzko (picture alliance / Uwe Zucchi)
Investigatives Kabarett, so hat die Jury des Deutschen Kleinkunstpreises die Arbeit des politischen Kabarettisten HG Butzko charakterisiert. Sein neues Programm „Menschliche Intelligenz oder Wie blöd kann man sein?“ ist eine gelungene Anleitung dazu, alles noch einmal zu durchdenken.

Von Peter Backof | Deutschlandfunk

„Der Höhepunkt war zu lesen auf der Facebook-Seite von Pegida Nürnberg. Da schrieb jemand: ‚Die Islamisierung ist bereits fortgeschritten. An deutschen Schulen werden arabische Zahlen gelehrt!‘ – Ich will inständig hoffen, dass zumindest hier drin jetzt jeder den Witz verstanden hat.“

Das Publikum im Aachener Franz hat das von HG Butzko Aufgespießte in den sozialen Medien – natürlich – verstanden. „Menschliche Intelligenz oder Wie blöd kann man sein?“ ist die programmatische Frage. Auch über den Kabarettisten selber haben sich bereits heftige Shitstorms entladen, im Netz. Über Blödheit – und Unverschämtheit – anderer zu lachen, sie bloßzustellen, reicht das? Um: „Etwas zu tun?“

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Der Angriff auf Afghanistan war kein Verteidigungsakt

Taliban-Kämpfer, die wieder mehr Gebiete kontrollieren können. Bild: Islamic Emirate of Afghanistan
Auch nach 15 Jahren Krieg kehrt kein Frieden ein und entwickeln Afghanen wieder Sympathien für die Taliban als „Befreier“

Von Emran Feroz | TELEPOLIS

Seit rund fünfzehn Jahren führt die NATO Krieg in Afghanistan. Dieser Krieg scheint nicht zu enden. Stattdessen wird das Ende der „Demokratisierungsmission“ stets aufgeschoben. Doch auch nach all den Jahren der Zerstörung lassen sich am Hindukusch weder Freiheit noch Demokratie finden. Stattdessen werden immer mehr Tote beklagt und immer mehr Flüchtlinge produziert.

Im vergangenen Monat, während des NATO-Gipfels in Warschau, verkündete NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg eine Verlängerung der Mission „Resolute Support“ in Afghanistan. „Über 2016 hinaus“, hieß es dieses Mal. Damit wurde der vollständige Abzug der Truppen bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre aufgeschoben.

Die 12.000 verbleibenden Soldaten werden demnach weiterhin im Land bleiben. Einen neuen, konkreten Abzugstermin hat die NATO noch nicht festgelegt. Generalsekretär Stoltenberg wollte, wie er es selbst ausdrückte, „nicht spekulieren“. Demnach kann der Krieg am Hindukusch noch jahrelang weitergehen.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit der als separat erscheinenden amerikanischen Mission „Freedom’s Sentinel“ (hier kommt auch ein weiteres Truppenkontingent hinzu), deren Ende ebenfalls nicht in Sicht zu sein scheint. Tatsächlich ist nicht einmal klar, inwiefern die NATO-Mission und die US-amerikanische Mission voneinander getrennt sind. In Anbetracht der Entwicklungen der letzten Jahre lässt sich allerdings nur das bestätigen, was Beobachter und Kritiker immer wieder betonten: Die NATO ist geprägt von US-amerikanischer Dominanz. Demnach bewegt Washington sämtliche Figuren wie ihre eigenen und greift beliebig und nach jeweiligem Interesse in die Spielkiste.

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Franz nimmt Rücktritt eines umstrittenen Bischofs an

missbrauch

Bischof Oliveri soll unter anderem einen Priester nachdrücklich verteidigt haben, der wegen sexuellen Missbrauchs einer Messdienerin zu sieben Jahren und acht Monaten Haft verurteilt wurde.

kath.net

Papst Franziskus hat den Rücktritt des Bischofs von Albenga-Imperia in Norditalien angenommen. Nachfolger von Mario Oliveri (72) wird Guglielmo Borghetti (62), wie der Vatikan am Donnerstag ohne weitere Details mitteilte. Borghetti hatte das Bistum nach mehreren dortigen Skandalen bereits seit März 2015 als Verwalter geleitet. – Bischof Oliveri soll unter anderem einen Priester nachdrücklich verteidigt haben, der wegen sexuellen Missbrauchs einer Messdienerin zu sieben Jahren und acht Monaten Haft verurteilt wurde.
Medienberichten zufolge gab es in Oliveris Diözese weitere skandalträchtige Vorfälle. Ein Priester, der mit einer Frau zusammenlebte und vom Dienst suspendiert wurde, soll als Barkeeper in einem Nachtlokal gearbeitet haben. Ein weiterer Priester habe die Kasse seiner Pfarrei geplündert. Oliveri leitete das Bistum seit 1990.

Türkei: Vorwürfe der Putsch-Verwicklung des Patriarchats

Türkische Soldaten halten eine riesige Flagge zum Tag des Sieges – AFP
Erstmals wirft eine türkische Zeitung dem ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. explizit vor, in den Putschversuch vom vergangenen 15. Juli verwickelt zu sein. Das berichtet der vatikanische Fidesdienst an diesem Donnerstag. Die türkische Regierung hatte bisher offiziell den in den USA im Exil lebenden muslimischen Prediger Fethulaah Gülen und dessen Hizmet-Bewegung verantwortlich gemacht.
 

Radio Vatikan

Am Dienstag veröffentlichte die Tageszeitung „Aksam“ auf der Titelseite einen Artikel, in dem der angeblich von Gülen inspirierte Putsch als ein Werk des CIA und des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Istanbul bezeichnet wird. In diesem Zusammenhang stellt „Aksam“ den Putschversuch auch in Verbindung mit der Annäherung zwischen Putin und Erdogan nach den jüngsten Feindseligkeiten und zitiert angeblich eine Aussage des ehemaligen US-Botschafters im Jemen, Arthur Hughes, über die Beziehungen zwischen Gülen und Bartholomaios, die Mitte August auf dem Internetportal orientalreview.org erschienen war. Dabei soll der US-Diplomat auch ein angebliches Interesse des Ökumenischen Patriarchats an einem Sturz der Regierung Erdogan in Betracht gezogen haben.

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Die Makellosigkeit der Heiligen

Bild: theaustralian.com.au
Bild: theaustralian.com.au
Mutter Teresa hat für ihren Dienst an den Ärmsten viel Respekt erhalten. Die Überhöhung ihrer Person ruft aber bis heute Widerspruch hervor.
 

Von Volker Pabst | Neue Zürcher Zeitung

Auf der Eingangstreppe zum Hospiz liegt eine zitternde Gestalt. Der abgemagerte Mann antwortet nicht, wenn das Wort an ihn gerichtet wird, sondern zieht nur die raue Wolldecke noch etwas höher über den Kopf. Unbeeindruckt vom Elend steht direkt daneben eine Hochzeitsgesellschaft. Die reich mit Gold geschmückte Braut wartet mit Freundinnen auf die Ankunft ihres Zukünftigen, der bald vom nahen Tempel der Göttin Kali zurückkehren wird. Drinnen im Hospiz, hinter der schweren Holztüre, liegen Kranke und Sterbende auf einfachen Feldbetten. Nonnen im grauen Gewand und einige westlich gekleidete Freiwillige kümmern sich um die vielleicht 50 ärmlichen Gestalten. Es herrscht eine nüchterne Atmosphäre, die Einrichtung ist spartanisch einfach. Falls Jahrzehnte einen Geruch haben, dann riecht es nach den fünfziger Jahren.

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Islamisten prägen „Hass-Kinder“

Salafisten bei einer Kundgebung in Offenbach. (Symbolbild) Foto: Renate Hoyer
Wolfgang Trusheim, Leiter des Staatsschutzes der Frankfurter Polizei warnt vor salafistisch geprägten Kindern. Diese müssten ihren Eltern entzogen werden.

Frankfurter Rundschau

Der Leiter des Staatsschutzes der Frankfurter Polizei, Wolfgang Trusheim, warnt vor dem Phänomen salafistischer „Hass-Kinder“. Er rechne mit einer neuen Generation gewaltbereiter Salafisten, die von ihren Eltern bereits in jungen Jahren zum Hass auf Andersgläubige erzogen würden, sagte Trusheim dem Sender hr-iNFO.

In der Schule fielen diese Kinder dadurch auf, dass sie islamistische Terrorkämpfer malten oder als Berufswunsch „Dschihadist“ angäben. Zwar handele sich noch um Einzelfälle, so Trusheim. Doch weil salafistische Paare gemäß ihrer Ideologie viele Kinder wünschten, werde das Problem künftig zunehmen.

Jugendämter und Familiengerichte sollten von den vorhandenen Möglichkeiten Gebrauch machen, solche Kinder aus ihren Familien herauszunehmen, forderte der Staatsschützer. Menschen, die versuchten, in den Dschihad zu ziehen, dürften ihre Kinder nicht in Obhut behalten. Sollten die bestehenden Gesetze nicht ausreichen, müsse die Politik nachbessern, so Trusheim.

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Muslimisches Jammern – and your whiney assed opinion would be

Das Grundgesetz vor dem Bundeskanzleramt © Mehr Demokratie @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Cem Özdemir und Ahmad Mansour beschreiben in der FAZ die Bedingungen einer „zumutbaren Integration“. Darin offenbaren sie, auf welchem gefährlichen verfassungsrechtlichen Holzweg sie unterwegs sind. Eine Replik

von Murat Kayman | MiGAZIN

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreiben Cem Özdemir und Ahmad Mansour in einem gemeinsamen Gastbeitrag vom 28.08.2016 die Bedingungen einer „zumutbaren Integration“. Sie offenbaren damit auf exemplarische Weise die immer unzumutbareren gedanklichen Verirrungen des gegenwärtigen „islamkritischen Diskurses“. Die Nachhaltigkeit dieser Aberrationen und ihre kontinuierliche Verbreitung durch populäre Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung zwingt jeden Verfassungspatrioten, jeden Bürger mit Herzblut für unser Grundgesetz zum deutlichen und lauten Widerspruch.

Denn am Beispiel dieses Gastbeitrages wird immer drastischer sichtbar, auf welchem gefährlichen verfassungsrechtlichen Holzweg führende Politiker unseres Landes unterwegs sind und wie offen mittlerweile auch in den sogenannten Leitmedien die Aufforderung zum Verfassungsbruch und die Relativierung unseres Grundgesetzes artikuliert werden können – ohne dass es jemandem auffällt.

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Dodo Singhammer: ‚Wenn Reinhold Messner Gipfelkreuze nicht erträgt…‘

SinghammerBergsteiger Reinhold Messner hat seine Behauptung erneuert, dass Kreuze nicht unbedingt auf Berggipfel gehörten. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages kontert.

kath.net

Der bekannte Extrembergsteiger Reinhold Messner vertritt bereits seit Jahren, dass seines Erachtens Kreuze nicht unbedingt auf Berggipfel gehörten. Dies bestätigte er erneut im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch), wo er erläuterte, dass dies zwar ein Teil unserer Kulturgeschichte sei und dass Berggipfel „auch davor schon lange als Sitz von Göttern und Dämonen“ gegolten haben. Doch sollte man trotzdem „die Berge meiner Meinung nach nicht mit religiösen, politischen und sonstigen weltanschaulichen Symbolen besetzen. Dahinter stecken meist Machtdemonstrationen“.
Der CSU-Politiker Johannes Singhammer, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, reagierte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf die Statements Messners. Singhammer schrieb am Donnerstag wörtlich: „Wenn Reinhold Messner Gipfelkreuze nicht erträgt, empfiehlt es sich im Tal zu bleiben.“

Das Phantom Werner Mauss kommt vor Gericht

Werner Mauss nennt sich selbst „erster deutscher Undercoveragent“. (Foto: Ulrich Baumgarten/Getty Images)
  • Der Geheimagent Werner Mauss soll 15 247 981 Euro Steuern hinterzogen haben.
  • Die Steuerbehörden sind überzeugt, dass Mauss zur Täuschung ein „großes Lügengebäude aufgebaut“ hat.
  • Seine Verteidiger behaupten, der Vatikan sei in den Fall involviert und Mauss nur Treuhänder.

Von Hans Leyendecker, Frederik Obermaier | Süddeutsche.de

Die Anklageschrift mit dem Aktenzeichen 365 Js 335/12 ist 103 Seiten stark und ein ziemlich ungewöhnliches Dokument. Allein das Deckblatt ist schon bizarr: Angeklagt wird Werner Mauss, geboren Februar 1940, alias Dieter Koch, geboren April 1940, alias Claus Möllner, geboren Februar 1942, alias Richard Nelson, geboren Februar 1939. Drei der vier angeblichen Geburtsorte sind unterschiedlich. Fest steht nur eines: Der Mann mit den vielen Namen soll nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR 15 247 981 Euro Steuern hinterzogen haben. Das ist auch dann eine Menge Geld, wenn jemand, wie das Stuttgarter Landgericht einmal feststellte, „der deutsche Geheimagent“ ist.

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Datenschutzbeauftragte wirft BND schwere Rechtsbrüche vor

BND-Außenstelle in Bad AiblingFoto: dpa/Andreas Gebert
Harte Vorwürfe auf 60 Seiten: Der BND hat laut einem Gutachten der Datenschutzbeauftragten Andrea Voßhoff etwa Daten unbescholtener Bürger gespeichert. Sie fordert scharfe Konsequenzen.

DER TAGESSPIEGEL

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Andrea Voßhoff, hat dem Bundesnachrichtendienst (BND) einem Medienbericht zufolge systematische Gesetzesverstöße vorgeworfen. In einem geheimen Gutachten, das NDR und WDR einsehen konnten, heißt es demnach, der BND habe „ohne Rechtsgrundlage personenbezogene Daten erhoben und systematisch weiter verwendet“. Das 60-Seiten-Gutachten sei auf den März 2016 datiert.

Allein 30 Mal falle der Begriff „rechtswidrig“ im Zusammenhang mit den Abhöraktionen des BND. Aus den Details des Berichts gehe hervor, dass der BND personenbezogene Daten erhebe, „die für seine Aufgabenerfüllung nicht erforderlich sind“. So seien beispielsweise zu einer Zielperson „personenbezogene Daten von fünfzehn unbescholtenen Personen erfasst und gespeichert“ worden .

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„Ein Deutscher muss sagen: Gauck ist mein Präsident“

Gauck_Ratzinger„Wer gehört zu Deutschland?“ und „Ab wann ist man eigentlich deutsch?“: Der TV-Talk „Maybrit Illner“ bot ordentlich Zündstoff für Diskussionen. Ein CDU-Mann fiel mit markigen Worten besonders auf.

Von Felix Simon | DIE WELT

Wenn wir uns Angela Merkels „Wir schaffen das!“ als theoretische Nullmarke denken, befinden wir uns jetzt ganz offiziell in Stunde eins nach der Flüchtlingskrise. Und ein Jahr „Wir schaffen das!“ will natürlich gefeiert werden. Die Zeitungen schreiben seit Tagen darüber, und natürlich wollen auch Talkshows am Rummel teilhaben. So wie „Maybrit Illner“ im ZDF am Donnerstagabend.

Und womit ginge das besser als mit einer netten, kleinen Diskussion zum Lieblingsthema der Deutschen: Wer sind wir, und wenn ja, wie viele? Oder anders ausgedrückt: Ab wann ist man deutsch und wer gehört jetzt eigentlich dazu, also zu uns, den Deutschen, die schon hier sind? Über uns selbst nachdenken, darin macht uns jedenfalls keiner was vor.

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Kein Frieden ohne Abdullah Öcalan

50 kurdische Politiker drohen, in den Hungerstreik zu treten. Bild: HDP
Hochrangige kurdische Politikerinnen und Politiker kündigen Hungerstreik an, um das Ende der Kontaktsperre zu dem PKK-Gründer zu erzwingen

Von Birgit Gärtner | TELEPOLIS

Ohne ihn wird es keinen Frieden in der Region geben. Das stellte Hatip Dicle, Co-Vorsitzender der Organisation „Demokratischer Gesellschafts Kongress“ (DTK), am vergangenen Mittwoch in einer im kurdischen Diyarbakir öffentlich verlesenen Erklärung unmissverständlich klar. Gemeint ist der seit dem 15. Februar 1999 auf der Gefängnisinsel Imralı inhaftierte PKK-Gründer Abdullah Öcalan.

Nur „Serok Apo“ (Serok = Führer; Apo Onkel) könne die kämpfenden Einheiten zu einer Waffenruhe bewegen. Und zwar nicht nur im türkischen Teil, sondern auch im syrischen Rojava, im Irak und im Iran, ergänzte der HDP-Parlamentsabgeordnete Mehmet Ali Aslan: „Millionen Menschen sind bereit, ihm zuzuhören, und jedes Wort zu befolgen, das er sagt.“ Wenn bis zum kommenden Montag kein Lebenszeichen von Öcalan zu hören sei, drohen 50 hochrangige kurdische Politikerinnen und Politiker in den Hungerstreik zu treten. So lange, bis Angehörigen und Anwälten erlaubt wird, ihn auf Imralı zu besuchen.

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Erbärmlich: Merkel geht auf Erdogans Forderung ein

Bild: FB
Bild: FB
Die Regierung will sich nach SPIEGEL-Informationen von der Armenien-Resolution des Bundestags distanzieren. Dafür wird wohl das Besuchsverbot bei den in der Türkei stationierten Bundeswehrsoldaten aufgehoben.

Von Ralf Neukirch, Christoph Schult | SpON

Die Bundesregierung plant eine politische Geste an die türkische Regierung, damit deutsche Abgeordnete die in Incirlik stationierten Bundeswehr-Soldaten wieder besuchen dürfen. Nach SPIEGEL-Informationen haben sich das Auswärtige Amt und das Kanzleramt darauf geeinigt, dass Regierungssprecher Steffen Seibert vor die Presse treten und sich im Namen der Regierung von der Armenien-Resolution des Bundestages distanzieren soll.

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Integrationspolitik:“Es ist nicht klar, welche Werte wir vertreten wollen“

Ahmad Mansour, Psychologe und Programmdirektor der European Foundation for Democracy, fordert einen Dialog über Werte in unserer Gesellschaft. (Imago / Jens Jeske)
Der Islamismus-Experte Ahmad Mansour hat sich für einen Dialog über Werte in unserer Gesellschaft ausgesprochen. Erst dann könne Deutschland Zuwanderern klar machen, „was diese Gesellschaft tolerieren kann und was nicht“, sagte der Programmdirektor der European Foundation for Democracy im DLF.
 

Ahmad Mansour im Gespräch mit Jasper Barenberg | Deutschlandfunk

Solange der Mehrheitsgesellschaft nicht klar sei, welche Werte sie vertreten wolle, könne sie das auch nicht nach außen kommunizieren, betonte Mansour. Dazu müsse man vor allem in Schulen Dialogplattformen schaffen, in denen das Grundgesetz des Landes transportiert werde. Das fände noch zu wenig statt. „Die meisten Lehrer sind davon überfordert“, sagte der Psychologe. Zudem brauche man bessere Integrationskurse, die nicht nur Sprache, sondern auch Werte vermitteln.

„Es gibt Schnittstellen zwischen Integration und Radikalisierung“

Mansour bezeichnete die Integration der Zuwanderer als „Herausforderung unserer Gesellschaft“. Dabei gebe es zwar Schnittstellen zwischen Integration und Radikalisierung; Islamismus sei jedoch kein Thema, das nur mit Flüchtlingen zu tun habe, betonte er.

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AfD-Politiker verweigert Rundfunkbeitrag

Themenbild
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Der rheinland-pfälzische AfD-Landtagsabgeordnete Jens Ahnemüller wollte gegen das „GEZ-Zwangssystem“ protestieren und zahlte keinen Rundfunkbeitrag. Da ließ der Beitragsservice pfänden.

Von Joachim Huber | DER TAGESSPIEGEL

Der Beitragsservice des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat eine Lohnpfändung gegen den rheinland-pfälzischen AfD-Landtagsabgeordneten Jens Ahnemüller erwirkt. Der Parlamentarier hatte sich eigenen Angaben zufolge geweigert, den monatlichen Rundfunkbeitrag zu zahlen. Als Grund gab er an, er wolle auf diese Weise für eine Reform des „GEZ-Zwangssystems“ kämpfen. Von seinen Abgeordnetenbezügen sei nun ein Betrag in Höhe von 432 Euro gepfändet worden, sagte Ahnemüller in Mainz dem Evangelischen Pressedienst.

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Bringt Planet Neun unser Sonnensystem durcheinander

Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Noch ist nicht einmal erwiesen, ob Planet Neun überhaupt existiert. Dennoch existieren schon fundierte Spekulationen, was er alles verursachen könnte.

Von Daniel Lingenhöhl | Spektrum.de

Wenn es mit der Sonne zu Ende geht, vergeht auch die Erde: Unser Zentralgestirn bläht sich zum Roten Riesen auf und verschluckt dabei sehr wahrscheinlich auch unseren Planeten. Gleichzeitig bläst die Sonne ungefähr die Hälfte ihrer gesamten Masse ins All, bevor sie zum Weißen Zwerg wird, und löst damit eine Kettenreaktion im Sonnensystem aus: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun werden durch diesen Gasauswurf nach „außen“ gedrückt und rücken damit auf eine als sicher angesehene Umlaufbahn. Doch Planet Neun könnte hier ein kosmisches „Billardspiel“ auslösen und das Schicksal der anderen Planeten mitbestimmen, folgern Astronomen um Dimitri Veras von der University of Warwick aus Computersimulationen. Im Gegensatz zu den vier Gasriesen wird Planet Neun – der noch nicht sicher nachgewiesen ist – nicht nach außen verschoben, sondern könnte in den Einflussbereich der Giganten geraten.

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Moscheen als Teil des Problems können nicht Teil der Lösung sein

Aiman_MazyekDer Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, beklagt einen Generalverdacht und „Misstrauensdiskurs“ gegen den Islam.

evangelisch.de

Die Moscheen seien keine Wegbereiter für eine Radikalisierung, sagte Mazyek am Donnerstag im Deutschlandfunk: „Die Moscheen sind weiter Teil der Lösung, nicht Teil des Problems.“ Der Kampf gegen Extremismus sei Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

Mazyek forderte mehr Gleichberichtigung im Dialog: „Wir leisten eine ganze Menge, ohne dass wir auf der gleichen Augenhöhe sind wie Kirchen.“ Für eine gelungene Integration dürften Muslime ihre Religion nicht verleugnen, fügte er hinzu. Ein richtig verstandener Islam beziehe Demokratie mit ein und lehne diese nicht ab. In der Präventionsarbeit würden die Moscheen schon viel tun. Mazyek räumte aber ein, dass sie noch mehr leisten könnten.

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Papst: Klimawandel mitschuld an ‚entsetzlicher Migrationskrise‘

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus in Appell zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung: Christen, Andersgläubige und alle Menschen müssen „ihrem gemeinsamen Haus, der Erde, Barmherzigkeit erweisen“

kath.net

Papst Franziskus hat einen ökologischen Kurswechsel verlangt. Wirtschaft und Politik dürften im Umgang mit der Umwelt nicht von kurzfristigem Streben nach Gewinn und Wahlerfolgen bestimmt sein, schreibt er in einer Botschaft zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung (1. September). Die Botschaft wurde Donnerstagmittag vom Präfekten der am Tag zuvor errichteten neuen Kurien-Großbehörde „Amt für ganzheitliche Entwicklung des Menschen“, Kardinal Peter Turkson, präsentiert. Franziskus macht in dem Schreiben die Erderwärmung aufgrund des Klimawandels, mit immer mehr Dürren und Überschwemmungen, für einen Teil der „entsetzlichen Migrationskrise“ verantwortlich.
Die „unverantwortliche Ausbeutung der Erde“ und Schädigung der Schöpfung nennt Franziskus eine „Sünde“. Umweltzerstörung stellt er in Zusammenhang mit der weltweiten Armut. Für die armen Länder der Südhalbkugel verlangt Franziskus mehr Geld und technische Unterstützung zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels.

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As Elephant Populations Drop, We Learn Even Their Footsteps Serve a Purpose

Elefant, Kruger Nationalpark, Südafrika
Elephant, Kruger Nationalpark, Südafrika, Bild: bb
A slate of new studies this week reveal two realities about elephants: they’re great at protecting tiny critters in their environment, and humans are terrible at protecting elephants.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

On Wednesday, data from two major surveys of African elephant populations uncovered rapidly declining numbers. One, a massive census of 18 African countries that was conducted by 90 scientists and dubbed the “Great Elephant Census,” found that there are only 352,271 savannah elephants left on 93 percent of the elephant habitat. Researchers found that, after rebounding a bit in the 90s, African elephant populations are now declining at a rate of 8 percent every year, mostly due to poaching.

“If populations continue to decline at the 8 percent rate we estimated for 2010–2014, Great Elephant Census survey areas will lose half of their savannah elephants every nine years, and [local extinction] of some populations is possible,” the researchers wrote in a paper on their findings, published in PeerJ.

This survey did not include forest-dwelling African elephants (which many experts believe are a distinct species), but another study published this week did. Unfortunately, the news was not any better.

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