Türkischer Europaminister: Wir könnten anderen Lektionen in Demokratie erteilen

„Solange es keine Visaliberalisierung gibt, können wir keine weiteren Schritte unternehmen“, warnt der türkische Europaminister Çelik am Samstag in Bratislava. (Foto: dpa)
  • Beim einem Treffen mit den EU-Außenministern in Bratislava warf der türkische Europaminister Ömer Çelik der EU vor, sie habe den Putschversuch in der Türkei nur halbherzig verurteilt.
  • Der Europaminister stellte außerdem klar, dass die Türkei nun endlich die im Flüchtlingsdeal zugesagte beschleunigte Visaliberalisierung erwartet.
  • Elmar Brok, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, sagte, beide Seiten – die Türkei und die EU – müssten „rhetorisch abrüsten“.

Von Daniel Brössler | Süddeutsche.de

Zwei Dinge hat Ömer Çelik mitgebracht nach Bratislava. Zeit und Wut. Seine Ausführungen dauern deutlich länger als vereinbart und fallen dabei so emotional aus wie erwartet. Die EU-Außenminister haben den türkischen Europaminister eingeladen zu ihrem Treffen in der slowakischen Hauptstadt. Zum ersten Mal seit dem Putschversuch soll es ein Gespräch geben zwischen einem türkischen Regierungsmitglied und Vertretern aller EU-Staaten.

Ein „sehr, sehr offenes Gespräch“

Çelik nutzt die Gelegenheit für eine nicht enden wollende Standpauke. Eine Stunde wollte man sich zum Frühstück treffen. Tatsächlich beansprucht die Begegnung fast den ganzen Vormittag. Ein „sehr, sehr offenes Gespräch“ sei es gewesen, sagt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier im Anschluss. „Ich habe sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass wir enttäuscht waren“, formuliert es Çelik selbst während einer improvisierten Pressekonferenz.

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Dröges aus Berlin: AfD-Politiker nicht prinzipiell ausgrenzen

Der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge hat erneut zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit der rechtspopulistischen AfD aufgerufen. „Man darf AfD-Politiker nicht prinzipiell ausgrenzen“, sagte Dröge dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntagsausgabe): „Wir müssen uns sachlich auseinandersetzen, auch wenn das schwer fällt mit Politikern, die stark auf Emotionen setzen.“

evangelisch.de

Er setze weiter auf die Kraft der Aufklärung und darauf, „dass man mit kritischen Rückfragen und besseren Argumenten Menschen überzeugen kann“, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Zwei Wochen vor der Wahl zu einem neuen Berliner Landesparlament betonte Dröge, er hoffe auf eine arbeitsfähige Koalition, „die sich für eine offene Gesellschaft einsetzt“.

Wählerinnen und Wählern sollten „sehr genau hinschauen“, ob die von ihnen gewählte Partei auch Konzepte für das habe, „was sie mit Parolen propagiert“, sagte Dröge. Geprüft werden sollte auch, ob die Partei „von Persönlichkeiten vertreten wird, denen man aufgrund der bisherigen Erfahrung und Bilanz ihres politischen Tuns zutraut, Konzepte tatsächlich umzusetzen“. Zugleich betonte er, dass er als Bischof keine Wahlempfehlung abgeben könne.

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Rätsel um geheimnisvolles Voynich-Manuskript bald gelöst?

Textprobe aus dem Voynich-Manuskript. Bild: wikimedia.org/PD
Ein spanischer Verlag hat angekündigt, ein Faksimile des Voynich-Manuskripts zu veröffentlichen, eines vermutlich 500 Jahre alten Dokuments in einer unbekannten Schrift. Klaus Schmeh ist Experte für Kryptographie und hat sich ausgiebig mit dem Werk beschäftigt. Wir haben ihm aus aktuellem Anlass dazu ein paar Fragen gestellt.

Das Gespräch führte Holger von Rybinski | GWUP

GWUP: Herr Schmeh, was veranlasst einen Verlag, ein jahrhundertealtes Manuskript, das kein Mensch lesen kann, als Buch zu veröffentlichen? Hofft man vielleicht durch die Verbreitung in einer Auflage von 898 Exemplaren jemanden zu finden, der den Text entschlüsselt?

Klaus Schmeh: Die Beinecke Library, die das Voynich-Manuskript besitzt, kann sich vor Anfragen kaum retten. Voynich-Fans wollen das Buch sehen, Museen wollen es für Ausstellungen ausleihen. Die Beinecke Library hofft wohl, dass gute Faksimiles das enorme Interesse am Original eindämmen können. Dass man dabei noch etwas Geld einnehmen kann, ist sicherlich ein weiterer Grund. Dass die Chancen auf eine Entschlüsselung durch solche Faksimiles wesentlich steigen, glaube ich dagegen nicht. Schließlich gibt es sehr gute Scans im Internet, die sich jeder anschauen kann.

GWUP: Anleitung für Alchemisten, Gebrauchsanweisung für Apotheker – um die Darstellungen im Buch ranken sich zahllose Vermutungen. Welche Thesen gibt es noch, was im Voynich-Manuskript beschrieben sein könnte?

KS: Von einer Abhandlung über Abtreibung über ein ketzerisches Traktat bis zu einem Kräuterkunde-Buch gibt es nahezu nichts, was nicht schon vorgeschlagen wurde. Selbst Außerirdische wurden schon als Autoren ins Spiel gebracht. Experten halten sich bisher auffällig mit solchen Spekulationen zurück – es gibt einfach zu wenige konkrete Anhaltspunkte.

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Kunsthistorikerin: In Bayern gehören Kreuze zur Kulturlandschaft

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Kulturchefin des Deutschen Alpenverein reagiert auf die inzwischen dritte Zerstörung eines Gipfelkreuzes im Tölzer Land.

kath.net

In Bayern gehören Gipfelkreuze nach den Worten der Kulturchefin des Deutschen Alpenverein, Friederike Kaiser, zur Kulturlandschaft. Auch wenn nicht zwingend ein Kreuz auf einem Gipfel sein müsse, so hätten Berggipfel von jeher als der Punkt gegolten, «an dem sich der Himmel als Sitz des Übernatürlichen, des Göttlichen und die Erde berühren», sagte Kaiser der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag). Deshalb sei es vielleicht naheliegend, dass man auf ihnen religiöse Symbole aufstelle. Das gelte auch für andere Kulturen. So fänden sich etwas im Himalaya an markanten Stellen buddhistische Gebetsfahnen.
Seit Pfingsten sind im Tölzer Land drei Gipfelkreuze beschädigt worden. Die Täter hackten diese mit Äxten um oder sägten sie ab. Zuletzt hatte ein Unbekannter am Samstag zwischen 22 Uhr und Mitternacht den fünf Meter langen Längsbalken des Eichenkreuzes am 2.102 Meter hohen Schafreiter malträtiert. Anders als in den vorausgegangen Fällen vollendete er sein Werk aber nicht. Dennoch sei das Kreuz so stark beschädigt worden, dass es umgelegt werden musste, wie es hieß.

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AKP-Islamist wirft Deutschland „Doppelmoral“ bei Kurden-Demo vor

Kurden tanzen am 31. Juli am Hauptbahnhof in Köln mit einer Öcalan-Fahne. Am heutigen Samstag ist eine Demonstration mit etwa 30 000 Teilnehmern geplant. (Foto: dpa)
  • Der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroğlu wirft deutschen Medien und Politikern „Doppelmoral“ im Umgang mit Kurden und Türken vor.
  • Er kritisiert die heftige Debatte um eine AKP-nahe Kundgebung vor einigen Wochen in Köln. Diese Stimmen seien vor der heute stattfindenden Kurden-Demo verstummt.
  • Mitorganisator der heutigen Demo ist die kurdische Vereinigung Nav-Dem, die der Verfassungsschutz als Dachorganisation PKK-naher Gruppen einstuft.

Süddeutsche.de

Vor der großen kurdischen Demonstration in Köln hat der türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroğlu deutschen Medienmachern und Politikern „Doppelmoral“ vorgeworfen. Diejenigen, die die AKP-nahe Kundgebung in Köln Ende Juli gegen den Putschversuch in der Türkei kritisierten, seien „vor der Demo einer Terrororganisation in derselben Stadt plötzlich verstummt“.

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„Das Risiko für rechten Terror steigt“

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger MünchFoto: picture alliance / dpa
BKA-Chef Holger Münch spricht im Interview über Strategien des IS, die Gefahr rechter Terror-Gruppen und neue Netzwerkbildung bei den Linksextremisten.

Von Frank Jansen, Christian Tretbar | DER TAGESSPEIEGEL

Deutschland wurde im Juli von gleich zwei islamistischen Anschlägen getroffen, in Würzburg und Ansbach. Erleben wir jetzt eine Atempause?
Nein. Die Anschläge haben uns vor Augen geführt, dass Deutschland im Fokus des islamistischen Terrors steht. Und dass die Propaganda des IS wirkt. Sie spricht eine Vielzahl von radikalisierten Personen an. Wir gehen nach wie vor von einer ernst zu nehmenden Bedrohungslage aus. Wir sind sehr wachsam und gehen jedem Gefahrenhinweis nach.

Welche Terrorstrategie verfolgt der IS gegen Deutschland?
Der IS agiert gegen alle Staaten der so genannten Ungläubigen, die sich am Kampf gegen die Terrormiliz beteiligen. Und damit auch gegen Deutschland. Dabei ist eine Doppelstrategie zu erkennen: Der IS setzt auf Personen, die nicht nur radikalisiert, sondern auch besonders ausgebildet sind, die sich in größeren Netzwerken bewegen und komplexe, geplante Anschläge verüben, wie in Paris und Brüssel. Wir sehen aber auch, dass der sogenannte IS mit seiner Propaganda Personen anspricht, die nicht in Ausbildungslagern waren und auch nicht Teil eines Netzwerkes sind. Ihre Radikalisierung verläuft über die Propaganda im Verborgenen und sie folgen dann den Aufrufen zu einfachen, schnell durchzuführenden Anschlägen. Einige, wie die Täter in Würzburg und Ansbach, werden von IS-Angehörigen offenbar mit Rat und Zuspruch bis zur Tatausführung, etwa über Soziale Medien, begleitet. Das BKA geht derzeit nicht davon aus, dass der IS die Angreifer von Würzburg und Ansbach gezielt nach Europa geschickt hat.

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Studie: Ziele von Paris ohne Kohleausstieg der G20 unerreichbar

Solarkraftwerk in der Wüste: Ausgerechnet China wird von den Klimaschutzexperten gelobt. Foto: Ian Teh/Greenpeace Magazin
Vor dem G20-Gipfel in China bescheinigen Experten den Industriestaaten dringenden Handlungsbedarf: Der Klimaschutz müsse gestärkt und die Kohleverstromung gestoppt werden – ansonsten sei es „praktisch unmöglich“, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Von Maria-Elisa Schrade | greenpeace magazine

Wenige Tage, bevor sich im chinesischen Hangzhou die Staats- und Regierungschefs der großen Industrienationen treffen, legte das Konsortium „Climate Transparency“ in Peking den Bericht „G20 – Brown to Green“ vor. Zentrales Ergebnis: „Die Treibhausgasemissionen sinken noch nicht“. Laut Niklas Höhne vom „NewClimate Institute“, das an der Studie beteiligt war, haben die G20 zwar grüne Investitionen als wichtiges Thema erkannt. Für den Einstieg in eine treibhausgasneutrale Welt, wie sie das Pariser Klimaabkommen anstrebt, reiche das allerdings noch nicht aus.

Die G20-Staaten sind für drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich: Von 1990 bis 2013 wurde ein Anstieg allein von energiebedingter Emissionen um 56 Prozent verzeichnet. Zwar gebe es vermehrt Anzeichen, dass der Anstieg der energiebedingten CO2-Emission zum Stillstand gekommen sei. Doch der Umbau von der fossilen zur grünen Wirtschaft entfalte sich viel zu langsam, sagte Jan Burck von „Germanwatch“, einer der Autoren der Studie.

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Erster Bischof outet sich als schwul

84 Bischöfe der Church of England treffen sich in York (Archivbild) ©REUTERS
Nicholas Chamberlain ist Bischof von Grantham in England. Nun hat er in einem Interview gesagt, dass er eine Beziehung zu einem Mann hat. Ganz freiwillig kommt diese Mitteilung allerdings nicht.

Frankfurter Allgemeine

Zum ersten Mal hat sich ein Bischof der englischen Kirche als schwul geoutet. Nicholas Chamberlain, Bischof von Grantham der Kirche von England, sagte in einem Interview mit dem „Guardian“, dass er homosexuell sei und in einer Beziehung lebe, allerdings im Zölibat wie es die Church of England vorschreibt. „Die Leute wissen, dass ich schwul bin“, erzählt er, „aber die Ausführung meines Amtes steht im Fokus.“ Er seit seit vielen Jahren mit seinem Partner zusammen. „Wir genießen unsere Gemeinschaft.“

Der 52 Jahre alte Engländer ging nicht freiwillig mit seiner in der seiner Kirche umstrittenen Sexualität an die Öffentlichkeit. Eine englische Zeitung drohte dem „Guardian“ zufolge mit einer Veröffentlichung – Chamberlain wollte dem zuvorkommen. „Ich hoffe, mit meiner Offenheit einer Stigmatisierung entgegenzuwirken.“, erklärt der Bischof.

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Fünf Gründe dafür, dass wir im „Anthropozän“ leben

Der Mensch hinterlässt unumkehrbare Spuren – auch in Bilbao: Wo früher Fels war, lagern jetzt Container. Foto: Henrik Spohler
Der Eingriff des Menschen in die Natur ist so groß, dass er sich dauerhaft in der Erdgeschichte widerspiegeln wird. Geologen sind sich jetzt weitgehend einig, dass Mitte des 20. Jahrhunderts das „Anthropozän“ begonnen hat.

Von Anica Beuerbach | greenpeace magazine

Erstmals hatten im Jahr 2000 der Chemiker Paul Crutzen und der Biologe Eugene Stoermer die Diskussion angestoßen, ob der Mensch seine Umwelt so stark beeinflusst, dass es von erdgeschichtlicher Bedeutung sei. „Viele dieser Veränderungen sind geologisch dauerhaft und manche sind praktisch unumkehrbar“, schreibt die Arbeitsgruppe „Anthropozän“ der Internationalen Kommission für Stratigraphie nun. Die Geologen stimmten am Montagnachmittag in Kapstadt mehrheitlich dafür, das aktuelle Erdzeitalter Holozän für beendet zu erklären und das „Anthropozän“ – das vom Menschen gemachte Neue – einzuführen. Diese fünf Gründe sprechen dafür, dass sie Recht haben:

Der Klimawandel

Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdöl und Erdgas hat der Mensch seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Atmosphäre verstärkt mit CO2 und anderen Treibhausgasen angereichert. Dies führt zu erhöhten globalen Temperaturen und beeinflusst den Meeresspiegel sowie die Tiere und Pflanzen über und unter Wasser. Veränderungen, die Archäologen kommender Erdzeitalter als menschengemacht werden nachweisen können, meinen die Wissenschaftler.

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Afghanistan: Von Königen und Banditen

König Amanullah Khan zusammen mit Reichspräsident Hindenburg in Berlin 1928. Bild: Deutsches Bundesarchiv, Bild: 102-05493. Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Das Porträt von König Amanullah ziert in diesen Tagen weiterhin die Straßen Kabul. Vor fast einem Jahrhundert kämpfte Amanullah gegen die Briten. Nur wenige Monate dauerte der Dritte Anglo-Afghanische Krieg. Nachdem die britische Krone ihre Kolonialisierungspläne am Hindukusch endgültig als gescheitert sah, wurde Afghanistan letztendlich als souveräner und unabhängiger Staat betrachtet.

Von Emran Feroz | TELEPOLIS

Vor einigen Tagen, am 19. August, wurde diese Unabhängigkeit ein weiteres Mal gefeiert. König Amanullah gilt seit jeher als Volksheld. Unumstritten ist er allerdings keineswegs. Amanullah ermordete seinen Onkel und – so mutmaßen zumindest manche Historiker – auch seinen eigenen Vater, um den Thron zu erlangen. Politisch wollte er sich streng am Westen orientieren. Mustafa Kemal Atatürk war nicht nur sein Vorbild, sondern auch sein Freund. Ähnlich autoritär wie Atatürk regierte auch Amanullah. Auf strikte Art und Weise wollte er deutlich machen, dass er von den religiösen und traditionellen Werten der meisten Afghanen nicht viel hielt.

Dies führte letztendlich dazu, dass diese ihn vom Thron stürzten. Angezettelt wurde der Aufstand von einem Mann namens Habibullah Kalakani, einem puritanischen Rebellenführer, der in Afghanistan hauptsächlich als „Bach-e Saqqao“ („Sohn eines Wasserträgers“) bekannt ist.

Kalakani und seine Gefährten, die hauptsächlich aus den nördlichen Bergen stammten, stellten den absoluten Kontrast zu Amanullahs Herrschaftselite dar. Während Erstere die unterste Schicht der Gesellschaft darstellten und streng an teils extrem konservative Werte – etwa der Vollverschleierung der Frau – festhielten, waren Letztere Abkömmlinge einer elitären Gesellschaft, die vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer mehr westlich-moderne Züge annahm.

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Hassbrief an Jennifer Weist – „Wegen Schlampen wie dir wähle ich AfD“

Jennifer Weist, Sängerin der Band Jennifer Rostock, hat einen hasserfüllten Brief eines AfD-Anhängers bekommen © Peter Klaunzer/Keystone/DPA
Mit ihrem Song über das Programm der AfD wollte die Band Jennifer Rostock unentschiedene Wähler in Mecklenburg-Vorpommern zum Nachdenken anregen. Bei AfD-Anhängern kam das Lied – Überraschung – gar nicht gut an. Das bekommt die Sängerin nun zu spüren.

stern.de

Sie hatten sich so bemüht. Im Interview zu ihrem Song über die „Alternative für Deutschland“ sagten Jennifer Rostock dem stern: „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, kein plattes AfD-Bashing zu betreiben, sondern sachlich zu bleiben.“ Doch das scheint nicht bei allen angekommen zu sein. Der Band schlägt nicht nur in Facebook-Kommentaren der Hass von AfD-Anhängern entgegen.

Das hat Sängerin Jennifer Weist besonders zu spüren bekommen. Auf Facebook postete Weist ein Foto eines Briefes, der nach ihren Angaben an ihre Privatadresse geschickt wurde: „Genau wegen solcher Schlampen wie dir wähle ich AfD!“, steht darin. „Von Politik keine Ahnung, aber mitreden wollen. Hör auf, uns AfD-Wähler zu beleidigen. Die verfickte Hure Merkel und das ganze CDU-Pack muss weg.“

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Die Botschaft, die Berlin tatsächlich nach Ankara senden wollte

Kanzlerin Merkel bei ihrem jüngsten Türkeibesuch im Mai 2016 mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: dpa)
  • Ein Spiegel-Bericht über eine angebliche Distanzierung der Bundesregierung von der Armenien-Resolution des Bundestags hat Irritationen ausgelöst.
  • Regierungssprecher Seibert dementiert – und betont erneut, dass die Entscheidung des Parlaments rechtlich nicht bindend ist.
  • Das Lavieren zeigt, wie mühsam und heikel das Berliner Verhältnis zu Ankara geworden ist.

Von Stefan Braun | Süddeutsche.de

Die deutsch-türkischen Beziehungen, seit Monaten besonders konfliktbeladen und für beide Seiten zugleich enorm wichtig, sind am Freitag um ein abstruses Kapitel reicher geworden. Die Episode um eine angebliche Distanzierung von der Armenien-Resolution, das nachfolgende Dementi der Bundesregierung und die tatsächlich wichtige Botschaft im Anhang des Ganzen zeigen eindrücklich, wie mühsam und heikel für Berlin das Verhältnis zu Ankara geworden ist. Selten musste eine Bundesregierung derart ziseliert ihre Worte wählen, um das komplexe Verhältnis zu Ankara in der Spur zu halten.

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Soros-Stiftungen gegen Abtreibungsverbote – zuviel Vernunft für Katholen

Ein Strategiepapier der ‚Open Society’ Organisationen beschreibt die Ziele für die nächsten drei Jahre. Katholisch geprägte Länder wie Irland oder Polen spielen eine besondere Rolle.

kath.net

Die „Open Society“ Stiftungen des Milliardärs George Soros verfolgen offenbar die Strategie Abtreibungsverbote weltweit zu bekämpfen. Dies geht aus Dokumenten hervor, die auf der Internetseite DCLeaks.com veröffentlicht worden sind. DCLeaks.com behauptet, die Strategiepapiere würden von den Stiftungen stammen, die George Soros weltweit für die Verbreitung einer „offenen Gesellschaft“ eingerichtet hat.
Die Überwindung des Abtreibungsverbotes in der Republik Irland spielt in der Strategie anscheinend eine wichtige Rolle. Ein Erfolg der von Soros unterstützen Abtreibungsbefürworter in Irland „könnte Auswirkungen auf andere katholische Länder Europas wie etwa Polen haben, und den notwendigen Beweis liefern, dass Veränderungen auch in sehr konservativen Ländern möglich sind“, heißt es wörtlich in einem Dokument.

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Heiko Maas hat sich die Finger schmutzig gemacht

Heiko Maas hat sich eingemischt. Er durfte das. Aber dazu stehen, möchte er lieber nicht.Foto: REUTERS/Stefanie Loos
Es gab keine Weisung an den Generalbundesanwalt, sagt die Regierung. Das ist widerlegt. Ein Minister sollte bei der Wahrheit bleiben. Ein Kommentar.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Vor einem Jahr war Heiko Maas der Minister der Herzen, als er Ermittlungen gegen Blogger wegen Landesverrats stoppen ließ. Einen Sieg der Pressefreiheit feierten viele Journalisten. Dabei war es eine törichte Aktion, sich in ein laufendes Verfahren einzumischen. Deshalb bezeichnete Maas sie auch nie als das, was sie war – eine ministerielle Weisung, die Untergebene befolgen müssen. Denn so etwas schickt sich nicht für einen Minister der Herzen, der von Amts wegen Loblieder auf die Unabhängigkeit der Justiz zu singen hat.

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Auf Mel Gibsons „Die Passion Christi“ folgt „The Ressurection“ – Bullshistic

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Das Leben des Brian, Monty Python. Screenshot: bb
Dass Hollywood-Regisseur Mel Gibson an einer Fortsetzung von „The Passion of Christ“ arbeitet, war bekannt. Jetzt verriet er, dass der Titel „The Ressurection“ („Die Auferstehung“) lauten soll.

evangelisch.de

Gibson äußerte sich beim christlichen „SoCal Harvest“-Event in Anaheim, Californien, zu seinen Plänen. Bei dem neuen Film handle es sich nicht um eine Fortsetzung, sondern um einen eigenständigen Film, der thematisch an das Ende von „The Passion of Christ“ anknüpfen solle, sagte Gibson dem Portal filmstarts.de zufolge. Unklar sei bisher, ob Mel Gibson selbst Regie führt oder Drehbuchautor Randall Wallace.

„The Ressurection“ sei ein „riesiges Vorhaben“, wird Gibson auf filmstarts.de zitiert. „Natürlich ist es ein sehr großes Thema und es muss anschaulich gemacht werden, da wir es nicht einfach bloß wiedergeben wollen – wir können alle nachlesen, was passiert ist. Aber um es wirklich erfahrbar zu machen und mögliche tiefere Bedeutungen zu erforschen, braucht es einige Arbeit.“

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87-jährige Holocaust-Leugnerin muss ins Gefängnis

Das Amtsgericht Detmold verurteilt Ursula Haverbeck zu einer Haftstrafe ohne Bewährung. In einem Brief hatte sie das KZ Auschwitz verharmlost.

Süddeutsche.de

Das Amtsgericht Detmold hat Ursula Haverbeck wegen Volksverhetzung zu acht Monaten Haft verurteilt. Die 87-Jährige aus Vlotho musste sich verantworten, weil sie im Februar in einem Schreiben an den Detmolder Bürgermeister Rainer Heller und eine Zeitung die Zustände im Konzentrationslager Auschwitz verharmlost hatte.

Die Ehefrau eines verstorbenen Nazi-Funktionärs hatte in dem Schreiben behauptet, Auschwitz sei ein Arbeitslager gewesen. Ebenso seien die beim Detmolder Auschwitz-Prozess aussagenden Holocaust-Überlebenden nur „angebliche Zeugen“, mit denen die Existenz eines Vernichtungslagers nachgewiesen werden solle. (AZ: 2 Ds 716/16)

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This AI Sees Things in Art That Humans Don’t

The Recognition programme matches a photo of Notting Hill Carnival (Image: Reuters/Peter Nicholls) with a painting by Sir Godfrey Kneller, The Harvey Family, 1721 (Image: Tate)
What’s the same about a photo of the most recent Notting Hill Carnival parade and an 18th century portrait of an upper class family? It might not be obvious to a human, but an artificial intelligence programme sees distinct similarities in, say, the composition of the subjects, or colour of their outfits.

By Victoria Turk | MOTHERBOARD

A new AI project unveiled at the Tate Britain art gallery in London on Friday

draws links between current news photos and archival artworks in a bid to help humans think differently about the images they see.

Called Recognition, the AI programme compares current photojournalism provided by Reuters with works from the Tate’s collection to find its best match. It pairs the images based on image recognition techniques that analyse objects, faces, composition, and context gleaned from metadata.

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