Bangladesch: Islamistenführer gehängt

Mir Quasem Ali wurden Kriegsverbrechen vorgeworfen, begangen während des Unabhängigkeitskampfes 1971. Foto: AFP
Mir Quasem Ali war Medienzar und Unternehmer. Jetzt wurde er gehängt. In Bangladesch wird Oppositionspolitikern auf fragwürdige Weise der Prozess gemacht.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Mir Quasem Ali starb als letzter der sechs Führer von Bangladeschs islamistischer Partei Jamaat-e-Islami. Doch der Medienzar und schwerreiche Unternehmer war dank seines Wohlstands vielleicht der wichtigste Mann der Partei. Am Samstagabend wurde er in einem Gefängnis 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka gehängt. Er wurde ebenso wie fünf seiner Parteikollegen, die seit dem Jahr 2013 am Galgen starben, von einem fragwürdigen, von Bangladeschs Regierung eingesetzten „Internationalen Gericht“ wegen Kriegsverbrechen im Jahr 1971 verurteilt. Es war ein Prozess, dem die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) jede Rechtsstaatlichkeit absprach.

Mir Quasem hatte es wie seine Parteikollegen zuvor abgelehnt, ein Gnadengesuch an den Präsidenten zu stellen, nachdem der Oberste Gerichtshof des Landes die letzte Berufung verworfen hatte. Für einen Gnadenerlass hätte er ein Schuldgeständnis ablegen müssen.

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Türkei: Österreichische Archäologen mussten Grabungen beenden

Türkisches Außenministerium verbietet Forschung – Abbruch zwei Monate vor geplantem Ende

derStandard.at

Ein Archäologenteam aus Österreich hat seine Arbeit in der antiken Westküstenstadt Ephesus einstellen müssen. Auf Anordnung des türkischen Außenministeriums mussten die Wissenschafter ihre Grabungen beenden, wie die türkische Nachrichtenagentur Dogan am Sonntag meldete. Grund für diese Anweisung seien die Spannungen zwischen Wien und Ankara.

Die Ausgrabungsarbeiten seien am 31. August beendet worden, und damit zwei Monate vor dem regulären Ablauf des Projektes. Zwischen Ankara und Wien gibt es seit Wochen Spannungen. Nachdem der österreichische Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche gefordert hatte, gab es heftige Kritik aus Ankara. Im August wurde der türkische Botschafter aus Wien zurückgerufen.

Unser geheimer Planet

Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Planet IX, Bild: Credit California Institute of Techonology
Armer Pluto! Der frühere neunte Planet wurde vor nunmehr zehn Jahren offiziell zum Zwergplaneten degradiert. Schuld daran war die Entdeckung von Eris (ebenfalls ein Zwergplanet) im Jahr 2005. Eris kreiste damals weiter draußen um die Sonne als sein Nachbar und wurde als größerer der beiden Himmelskörper eingestuft. Dies führte zu einer lebhaften Diskussion darüber, was eigentlich einen Planeten ausmacht: War Pluto einer, dann musste das auch für Eris gelten. Daher wurde Pluto im August 2006 zum ersten Vertreter der neuen Zwergplaneten-Kategorie erklärt.

TELEPOLIS

Dass der Club der Planeten nun doch neun Mitglieder haben dürfte, macht die Sache für Pluto schlimmer. Eine seltsame Korrelation zwischen weit entfernten Welten weist nämlich auf einen noch geheimen Planeten im Sonnensystem hin – den wahren Planeten Neun. Die ersten Anhaltspunkte tauchten 2012 auf, als der Astronom Scott Sheppard von der Carnegie Institution for Science in Washington D. C. ein neues Objekt im äußeren Sonnensystem entdeckte, viel weiter draußen als Pluto. Sheppard gab dem Himmelskörper mit der offiziellen Bezeichnung 2012 VP113 den Spitznamen Biden, nach dem US-Vizepräsidenten (VP). 2014 hatte Sheppard seine Umlaufbahn ermittelt und eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der von Sedna – einem anderen weit entfernten Himmelskörper – festgestellt: Die Winkel, mit denen Biden und Sedna ihren jeweils sonnennächsten Punkt erreichten, schienen übereinzustimmen. Da man den Zwergplaneten ursprünglich beliebige Orbits unterstellt hatte, war das verdächtig und musste einen Grund haben.

Außerdem musste diese Ursache nach wie vor existieren, „ansonsten wären die Orbits mit der Zeit wieder voneinander abgewichen“, sagt Sheppard. „Die einzig plausible Erklärung dafür ist ein weiterer Planet.“ Dessen Anziehungskraft würde nämlich die Umlaufbahnen der beiden Himmelskörper beeinflussen. Dazu müsste der noch unsichtbare Planet 10- bis 15-fache Erdmasse haben, was ihn zu einem „Mini-Neptun“ machen würde.

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„Die schlimme Fratze der Religion“

Weihbischof Hans-Jochen Jaschke und FDP-Politiker Wolfgang Kubicki diskutieren die Grenzen der Ausübung religiöser Riten. Ein Streitgespräch über Burka, Beschneidung und Brauchtum

Von Jana Werner | WELT am SONNTAG

Die Debatte um ein Burka-Verbot in Deutschland reißt nicht ab. In Hamburg verweigert ein muslimischer Abiturient seiner Lehrerin den Handschlag. Und im Landkreis Regensburg erwürgt ein Iraker seine Frau und versteht nicht, warum er dafür ins Gefängnis kommt. Es sei sein Recht, seine Frau zu töten. Wie weit darf Religion heute mitten in Europa gehen? Darüber diskutieren der Weihbischof im römisch-katholischen Erzbistum Hamburg, Hans-Jochen Jaschke, und der protestantische FDP-Politiker Wolfgang Kubicki im neuromanischen St.Marien-Dom im Hamburger Schmelztiegel St.Georg.

Welt am Sonntag:

Herr Jaschke, was dürfen Menschen alles mit der Religion begründen?

Hans-Jochen Jaschke:

Religion und Glaube sind die private Entscheidung eines Menschen. Wenn Religion die öffentliche Ordnung betrifft, ist sie in diese eingebunden. Religion hält sich an die Gesetze. Es gibt keinen rechtsfreien Raum für die Religion. Wir haben gerade im Christentum die Unterscheidung von Kirche und Staat. Es gibt keine göttliche Ordnung, die in den Staat hineinwirkt. Das unterscheidet das Christentum vom Islam. Das Christentum ist keine politische Ordnung.

Wolfgang Kubicki:

Das behauptet das Christentum. Religionen versuchen aber immer wieder, Einfluss auszuüben.

Jaschke:

Natürlich wirkt Religion in die Gesellschaft hinein. Der Islam indes ist auch eine politische und gesamtmenschliche Ordnung, die etwa über die Scharia Kriterien für die Rechtsprechung vorgibt. Das ist im Christentum anders.

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Kramp-Karrenbauer will Priestern die Ehe erlauben

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Verheiratete Priester? In der katholischen Kirche war das lange undenkbar. Doch mittlerweile ist der Zölibat umstritten. Die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer würde ihn am liebsten lockern.

SpON

Die saarländische Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für eine Lockerung des Zölibats bei katholischen Priestern ausgesprochen. „Es gibt Menschen, die einerseits bereit und qualifiziert für das Amt des Priesters sind, die aber trotzdem offen in einer Partnerschaft in einer Familie leben wollen“, sagte die CDU-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa. „Deshalb bin ich dafür, das Zölibat zu lockern. Ich kann mir das sehr gut vorstellen.“

In der katholischen Weltkirche sei die Option, die Ehelosigkeit als Bedingung für das Priesteramt abzuschaffen, voraussichtlich schwer umzusetzen. Dennoch halte sie den jüngsten Vorstoß des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) für eine neue Debatte darüber für „absolut richtig“.

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Salafisten-Prediger Pierre Vogel sprach in Bremen

Themenbild
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Der umstrittene Salafistenprediger Pierre Vogel ist am Sonnabend in Bremen aufgetreten. Vogel hatte in Sozialen Medien eine „Kundgebung gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat“ angekündigt. Auf den ersten Blick ist der Vorgang kurios: Ein salafistischer Prediger will gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ demonstrieren? Pierre Vogel gegen den IS?

Ein Hintergrundbericht von Jochen Grabler | radio bremen

Sein Vorhaben erklärt Vogel in einem Youtube-Video: Er wolle auf der Veranstaltung in Bremen „mit Beweisen aus dem Koran“ darüber aufklären, warum er diese Terrorgruppe ablehne. Gegen Störer der Kundgebung sei man gewappnet. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Vogel.

„Islamistischer Demagoge“

Ein „geistiger Brandstifter“ sei dieser Vogel, sagt Bremens Verfassungsschutzchef Schittkowski. Vogel sein ein „islamistischer Demagoge“, warnt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Ausgerechnet dieser Vogel legt sich nun mit dem IS an. Wie passt das zusammen? Das passt sehr gut zusammen!

Blutige Machtkämpfe

Die Salafisten sind zwar allesamt islamische Fundamentalisten, die für sich in Anspruch nehmen, den „wahren Islam“ zu kennen und die die Mehrheit der Muslime als „Ungläubige“ abstempeln. Doch diese radikale Strömung ist alles andere als ein einheitlicher Block, der stramm hinter der Terrororganisation „Islamischer Staat“ steht. So wie sich in den umkämpften Gebieten in Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Libyen auf der Seite der radikalen Islamisten bis auf’s Blut verfeindete Organisationen gegenüberstehen, so ist auch die Szene in Deutschland tief gespalten.

Vordergründig geht es in dem Streit stets um die Frage, wer den wahreren, noch wahreren oder gar einzig wahren Islam vertritt. Hintergründig geht es dabei aber schlicht um Macht. Die Frage: Welche Gruppe setzt sich durch, kann die meisten Menschen hinter sich vereinigen, hat für die Hardcore-Fundamentalisten die Deutungshoheit über die Welt?

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Dröges aus Berlin: „Man darf Muslime nicht ständig unter Druck setzen“

Klare Haltung. Markus Dröge ist seit 2009 Bischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.Foto: Thilo Rückeis
Toleranz und Stoppsignale: Ein Gespräch mit dem evangelischen Bischof Markus Dröge über sein Verhältnis zum Islam, das Verbot der Vollverschleierung und das Reformationsjubiläum.

Von Claudia Keller, Hans Monath | DER TAGESSPIEGEL

Herr Bischof, wann haben Sie zuletzt einen Imam getroffen?
Das war bei der Gedenkfeier für die Opfer der Anschläge von Paris im vergangenen Jahr. Ich bin nicht nur mit Imamen im Kontakt, sondern auch mit anderen Muslimen, etwa mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, und mit verschiedenen Berliner Moscheen.

Verändern die Gewalttaten mit teils islamistischem Hintergrund die Sicht der Deutschen auf den Islam?
Natürlich. Viele fühlen sich bedroht und überlegen, ob der Islam Gewalttaten und Extremismus fördert. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir mit unseren muslimischen Gesprächspartnern in Kontakt bleiben und zeigen, dass wir gemeinsam gegen jede Form von Gewalt sind. Muslime und Christen glauben an einen barmherzigen Gott, Juden gleichfalls. Wir stehen zusammen für eine Kultur der Barmherzigkeit.

Ist die Forderung an muslimische Organisationen legitim, sich vom Terror zu distanzieren? Oder fördert sie das Misstrauen gegen Muslime?
Die Forderung ist legitim. Man darf aber die Muslime nicht ständig unter Druck setzen. Diejenigen, die sich vom Terror distanzieren, müssen auch die Unterstützung der Mehrheitsgesellschaft spüren.

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Élisabeth Badinter: „Burkini am Nizza-Strand ist Gipfel der Unhöflichkeit“

Foto: pa/Effigie/Leema/Leemage Die französische Philosophin Élisabeth Badinter ist eine glühende Verfechterin der Laizität
Die Philosophin Élisabeth Badinter empfindet den Burkini als Provokation. Man müsse ertragen, als Muslimfeind beschimpft zu werden. Im Kampf gegen Islamismus sieht sie eine Gruppe in der Pflicht.
 

Von Martina Meister | DIE WELT

Die Welt: Die Fotos der verschleierten Frau mit den Polizisten am Strand von Nizza sind um die Welt gegangen und haben für Empörung gesorgt. Waren Sie auch schockiert, Madame Badinter?

Élisabeth Badinter: In gewisser Weise ja. Ich bin eine Verfechterin der Freiheit. Jeder soll tragen können, was er will. Insofern lässt mich der Burkini komplett kalt, obwohl er eine radikal religiöse und damit politische Bedeutung hat. Denn diese Frauen tragen den Burkini nicht, weil sie unsichtbar sein, sondern, weil sie auffallen wollen. Aber es ist ein Nebenschauplatz.

In Frankreich ist die Religionsfreiheit des Einzelnen sehr genau definiert. Das Verbot bestimmter Kleidung betrifft nur die Verwaltung, die Schulen und die Universitäten. Ansonsten gilt, dass man nicht nackt rumlaufen und sein Gesicht nicht vermummen darf.

Eine derartige Verbotswut befördert deshalb nur die schlimmsten Spaltungen. Mich schockierten diese Fotos. Allerdings schockiert mich noch mehr, dass sich jemand in diesem Aufzug an den Strand von Nizza wagt, wo wenige Meter weiter 86 Menschen ermordet wurden.

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Von Vergewaltigungen und Fortpflanzungsmissbrauch

Wann wird aus einvernehmlichem Sex eine Vergewaltigung? – Eine Frage, die auch beim Fortpflanzungsmissbrauch eine zentrale Rolle spielt

Von Alexander und Bettina Hammer | TELEPOLIS

Sex und Handyvideos

Im Fall Gina Lisa L. war eine der vielen Fragen: Worauf bezieht sich ihr Nein? Auf dem in der ersten Anzeige als einvernehmlich bezeichneten Geschlechtsverkehr? Auf das Handyvideo, das ggf. ganz oder teilweise gegen ihren Willen angefertigt wurde? Oder wird, wenn gegen ihren Willen der Geschlechtsverkehr gefilmt wird, ab diesem Moment der Geschlechtsverkehr automatisch zur Vergewaltigung weil die Zustimmung zum Geschlechtsverkehr nur unter der Prämisse stattfand, dass nicht weitergefilmt bzw. der Film gelöscht werden würde?

Fragen, die bei der Definition, wann eine Vergewaltigung vorliegt, nicht trivial sind. Gerade die letzte der Fragen scheint für viele einfach zu beantworten: Sex ohne Filmen ist erlaubt, Sex mit Filmen nicht, somit liegt eine Vergewaltigung vor. Doch so simpel wie es scheint ist es nicht. Dies wird deutlich, wenn die Bedingung „kein Filmen“ durch eine andere ersetzt wird. Hierbei ist wichtig, dass eine solche Bedingung auch eine Eigenschaft einer der beiden Sexualpartner oder eine bestimmte Praktik sowie die Art und Weise, wie der Geschlechtsverkehr vollzogen wird, sein könnte. Wenn sich zwei Menschen treffen, um miteinander Analsex zu praktizieren, dies nicht funktioniert und stattdessen Vaginalsex praktiziert wird – ist dies ggf. Vergewaltigung weil hierzu keine Absprache bestand? Was ist, wenn der gemeinsame Akt unter der Prämisse stattfindet, dass der Partner z.B. kein Vorbestrafter ist und sich später herausstellt, dass er vorbestraft ist?

Der letzte Fall, die Frage ob eine vorausgesetzte Eigenschaft des Partners dazu führen kann, dass einvernehmlicher Geschlechtsverkehr im Nachhinein Vergewaltigung sein kann, auch im rechtlichen Sinne, war vor einiger Zeit in den Medien präsent.

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Sunnitische Angst vor der Schattenarmee des Irak

foto: afp photo / safin hamed Ein Mitglied der irakischen Sicherheitskräfte nahe der vom IS befreiten Stadt al-Qarayyah.
Seit 2014 haben sich im Irak schiitische Milizen gebildet, um sich gegen den Vormarsch des IS zu wehren. Jetzt wollen sie bei der Befreiung Mossuls an vorderster Front dabei sein

Von Stefan Binder | derStandard.at

Eine dunkle, zähe Masse nimmt ihren Weg durch die Stadt al-Qarraya im nördlichen Irak. Es ist das letzte dunkle Vermächtnis, das die Kämpfer des „Islamischen Staats“ dort hinterlassen haben. Ende August wurden die sunnitischen Extremisten aus der Stadt 60 Kilometer südlich ihrer Hochburg Mossul vertrieben. Als Rache haben sie die Straßen mit Öl geflutet.

Die Befreier aus den Reihen der irakischen Streitkräfte haben das nächste Kapitel bereits vor Augen: Mossul – die inoffizielle Hauptstadt des IS im Nordirak, analog zu Raqqa in Syrien. Doch die Uhr tickt. Bis Ende des Jahres wolle man die Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt vom IS befreien, kündigte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi im August an. Dabei sein bei der Befreiung wollen auch die Kämpfer der Hashd al-Shaabi, der schiitisch dominierten Bewegung der „Volksmobilmachung“.

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US-gestützte Rebellen als Kidnapper in Syrien

Ein britischer Journalist, der 2014 in Syrien verschleppt und gefoltert worden war, erkannte nun einen seiner Peiniger als Mitglied einer von den USA unterstützten Rebellengruppe.

Die Presse.com

Ein 2014 in Syrien gekidnappter und gefolterter britischer Journalist hat seinen mutmaßlichen Peiniger auf einem Video wiedererkannt, das jenen nun als einen von den USA unterstützten Rebellenkämpfer zeigt. Anthony Loyd schrieb am Samstag in der britischen „Times“, er sei „einigermaßen überrascht“ gewesen, das „Gesicht des jüngsten Verbündeten Amerikas“ im Kampf gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien zu sehen.

Loyd war 2014 gemeinsam mit dem Fotografen Jack Hill von Rebellen verschleppt worden, als beide nach einem Reportereinsatz in Syrien zurück in die Türkei wollten. Während der Gefangenschaft wurde Loyd zwei Mal ins Bein geschossen, beide Männer wurden nach gescheiterten Fluchtversuchen zudem brutal geschlagen. Die beiden Journalisten kamen schließlich auf Anordnung eines örtlichen Rebellenkommandos frei.

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Das Böse in der Welt

Peter Strasser Ontologie des Teufels Verlag: Wilhelm Fink, Paderborn 2016 ISBN: 9783770561087
Peter Strasser
Ontologie des Teufels
Verlag: Wilhelm Fink, Paderborn 2016
ISBN: 9783770561087

Man reibt sich als moderner Mensch die Augen. Hat nicht der Teufels- und Hexenglaube unsägliches Leid über hunderttausende Menschen in Europa gebracht, vor allem über Frauen: Denunziation, Folter und in vielen Fällen den Tod durch Verbrennen, zelebriert als schauriges öffentliches Spektakel?

Von Wolfgang Achtner | Spektrum.de

Kein Wort verliert der Autor des vorliegenden Buchs über diese dunkle Epoche der europäischen Geschichte. Vielmehr will er dem Leser die Existenz des Leibhaftigen wieder schmackhaft machen.

Haben nicht der lutherische Theologe Johann Matthäus Meyfart (1590-1649) und der Jesuit Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635) unter Lebensgefahr gegen den Hexenwahn angeschrieben, bis schließlich später dem Juristen der frühen Aufklärung Christian Thomasius (1655-1728) der Durchbruch gelang und die Hexenprozesse nach und nach aufhörten? Kein Wort darüber vom Autor! Und hat uns nicht gerade die Aufklärung, die Stärkung der Vernunft, vom Wahn des Teufelsglaubens befreit? Aber hier hakt der Autor ein. Denn selbst die Ikone der Aufklärung, Immanuel Kant, sprach noch vom „radikal Bösen“.

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Die dunkle Seite der Mutter Teresa

Bild: theaustralian.com.au
Bild: theaustralian.com.au
Sie wird gefeiert, verehrt und nahezu vergöttert: Mutter Teresa. Die als „Engel der Armen“ bekannte Nonne soll am 4. September in Rom heiliggesprochen werden. Doch mit der bevorstehenden Zeremonie offenbart sich ihre dunkle Seite.

Von Ulrike Drevenstedt | stern.de

Millionen Menschen kennen und verehren sie: Die zierliche Nonne im weißblauen Gewand. Mutter Teresa gilt als der Inbegriff von Nächstenliebe, Frieden und Hilfsbereitschaft.

Am 4. September will Papst Franziskus den „Engel der Armen“ heilig sprechen.

Den Friedensnobelpreis erhielt die als Agnes Gonxha Bojaxhiu geborene Nonne schon 1979. Doch nicht jeder sieht in ihr eine Heilige.

Der Filmemacher Tariq Ali findet die Auszeichnung sogar „lächerlich“.

Denn: Die 1997 verstorbene Mutter Teresa hatte auch eine dunkle Seite. So soll die albanisch-indische Nonne stark mit ihrem katholischen Glauben gehadert haben.

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Menschen töten, nicht Götter

Bild: wikimedia.org/PD
Gottesglaube und Gewalt werden häufig reflexhaft miteinander assoziiert. Das ist nicht erkenntnisfördernd.

Von Uwe Justus Wenzel | Neue Zürcher Zeitung

Er halte es für falsch, von «islamischer Gewalt» zu sprechen, gab unlängst Papst Franziskus während einer Pressekonferenz zu Protokoll. Die brutale Ermordung eines katholischen Priesters in einer Kirche in der Normandie lag nur erst wenige Tage zurück – die beiden Täter hatten sich zur Terrormiliz Islamischer Staat bekannt. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Weltkirche wollte offensichtlich vor pauschalen Verdammungsurteilen warnen: In jeder Religion gebe es «kleine fundamentalistische Gruppen», die mit der betreffenden Religionsgemeinschaft im Ganzen zu identifizieren, ungerecht sei. Wer gleichwohl von «islamischer Gewalt» rede, müsse konsequenterweise auch eine «katholische Gewalt» am Werke sehen, wenn getaufte Katholiken Gewaltverbrechen begingen.

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Düsseldorf: Salafisten-Prediger Lau durch Zeugen schwer belastet

Bild: SAT1.NRW
Bild: SAT1.NRW
Für eine der prägenden Figuren der deutschen Islamistenszene wird es eng: Die Bundesanwaltschaft will nach Informationen des SPIEGEL beweisen, dass Sven Lau als eine Art Terrorpate agierte.

SpON

Der unter Terrorverdacht stehende islamistische Prediger Sven Lau alias „Abu Adam“ ist von einem ehemaligen Mitstreiter nach Informationen des SPIEGEL erneut schwer belastet worden. Lau soll demnach Glaubensbrüder massiv bedrängt haben, damit sie sich am bewaffneten Kampf in Syrien beteiligen. Zudem soll er im Sommer 2013 Einfluss auf die Zusammensetzung einer dschihadistischen Kampftruppe genommen haben, die sich später in Teilen dem „Islamischen Staat“ anschloss.

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Googles Quantencomputer in Sichtweite

Superconducting qubits are tops. New Scientist. UCSB
Forscher des Unternehmens könnten bereits Ende 2017 einen Quantenchip enthüllen. Davon sind Experten auf dem Gebiet überzeugt. Das würde einen Durchbruch markieren.

Von Jamie Condliffe | Technology Review

Dass Forscher von Google an einem Quantencomputer arbeiten ist kein Geheimnis. Doch nun rückt die Enthüllung eines solchen leistungsfähigen Quantenchips in greifbare Nähe: Ende des nächsten Jahres soll es soweit sein. Das Unternehmen selbst hält sich mit konkreten Angaben zur Veröffentlichung bedeckt. Doch das Magazin New Scientist berichtet, dass viele Experten auf dem Gebiet schätzen, dass Google nicht weit davon entfernt ist, einen der wohl leistungsfähigsten Quantencomputer der Welt fertig zu stellen. „Wenn es nicht die Forscher-Gruppe von Google ist, dann ist etwas falsch gelaufen“, sagte Simon Devitt vom „RIKEN Center for Emergent Matter Science“ in Japan dem Magazin.

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Le Pen verspricht Referendum über EU-Austritt

Die Vorsitzende der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, will bei einem Wahlsieg 2017 eine Volksabstimmung über den Austritt aus der EU organisieren. Das ist in Frankreich nur mit Zustimmung des Präsidenten möglich. Quelle: Die Welt
Front-National-Chefin Marine Le Pen will die Franzosen über den Austritt aus der EU abstimmen lassen, sollte sie zur Staatspräsidentin gewählt werden. Frankreich müsse „wieder ein freies Volk werden“.
 

DIE WELT

Die rechtsextreme französische Politikerin Marine Le Pen hat ihren Landsleuten ein Referendum über den Austritt Frankreichs aus der Europäischen Union in Aussicht gestellt, sollte sie im kommenden Frühjahr zur Präsidentin gewählt werden.

Le Pen bezog sich in einer Rede vor Parteifreunden im ostfranzösischen Brachay am Samstag auf das Votum der Briten für den EU-Austritt am 23. Juni: Die Briten hätten sich „für ihr Schicksal entschieden“ und „für die Unabhängigkeit gestimmt“.

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Nasa-Sonde Juno schickt spektakuläre Bilder vom Jupiter

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat erstmals Fotos vom Nordpol des Jupiters veröffentlicht. (Foto: AP)
Stürme am Nordpol und Polarlichter im Süden: Die Aufnahmen von der Mission zum größten Planeten unseres Sonnensystems sind völlig anders, als sie sich die Forscher vorgestellt haben.

Süddeutsche.de

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat erstmals Fotos vom Nordpol des Jupiters veröffentlicht. Die von der Raumsonde Juno gelieferten Bilder seien völlig anders als alles, was die Forscher bislang gesehen oder sich vorgestellt hätten, kommentierte Nasa-Forscher Scott Bolton. Infrarotaufnahmen von den beiden Polen des Planeten zeigten warme und heiße Punkte, erklärte Alberto Adriani vom Astrophysischen Institut in Rom.

Erstmals wurden auch Polarlichter am Südpol des Jupiters fotografiert. Zudem nahm die Forschungssonde Schallwellen auf, die der Jupiter aussendet. Wissenschaftlern sind diese Wellen seit den 50er Jahren bekannt, sie konnten jedoch noch nie aus so geringer Entfernung analysiert werden.

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Die pränatalen Fruchtwasserträume der Lebensschützer

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
Ein umfassendes Verbot von vorgeburtlichen Gentests und von jeglicher Mitwirkung an Selbsttötungen etwa von schwerstkranken Menschen fordert der Bundesverband Lebensrecht. Nötig sei zudem eine «neue Willkommenskultur» für jedes ungeborene Kind, um Abtreibungen zu vermeiden.

kath.net

Mit Blick auf den für den 17. September in Berlin geplanten «Marsch für das Leben» erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Martin Lohmann, auch in «schwierigsten Situationen» sei eine Absage an Abtreibung und Euthanasie «der richtige und gute Weg».

Dem Bundesverband Lebensrecht gehören 13 Organisationen an. Er organisiert den «Marsch für das Leben», der in diesem Jahr unter dem Motto «Kein Kind ist unzumutbar» stattfindet. In den vergangenen Jahren nahmen an der Kundgebung jeweils mehrere tausend Menschen teil.

Scientists Recreated One of Our Deadliest Plagues to Understand Its Evolution

The Yersinia pestis bacterium. Image: National Institute of Health
The bacterium behind the infamous Black Death plague recently resurfaced: Last year, a small outbreak killed several people in Colorado, and a larger pandemic on the island nation of Madagascar claimed the lives of at least 40 people in 2014. Since then, virologists have been trying to understand how Yersinia pestis, the organism responsible for the infectious disease, can mutate into new strains.

By Sarah Emerson | MOTHERBOARD

Thankfully, the remains of centuries-old victims have allowed scientists to investigate the disease, as if it were frozen in time. Now, new research published to Molecular Biology and Evolution sheds new light on how the lethal pathogen evolved over five-thousand years.

History’s first recorded pandemic, an outbreak called Justinian’s Plague, swept across the Byzantine Empire in 541 CE. It took the lives of 25 million people over the course of 225 years. Nearly five centuries later, the same pathogen would kill 60 percent of Europe’s population, only this time, we’d know it as the Black Death.

Two years ago, scientists unmasked the bacterium behind Justinian’s Plague as the same one that caused the Medieval pandemic.

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