Bangladesch: Islamistenführer gehängt


Mir Quasem Ali wurden Kriegsverbrechen vorgeworfen, begangen während des Unabhängigkeitskampfes 1971. Foto: AFP
Mir Quasem Ali war Medienzar und Unternehmer. Jetzt wurde er gehängt. In Bangladesch wird Oppositionspolitikern auf fragwürdige Weise der Prozess gemacht.

Von Willi Germund | Frankfurter Rundschau

Mir Quasem Ali starb als letzter der sechs Führer von Bangladeschs islamistischer Partei Jamaat-e-Islami. Doch der Medienzar und schwerreiche Unternehmer war dank seines Wohlstands vielleicht der wichtigste Mann der Partei. Am Samstagabend wurde er in einem Gefängnis 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka gehängt. Er wurde ebenso wie fünf seiner Parteikollegen, die seit dem Jahr 2013 am Galgen starben, von einem fragwürdigen, von Bangladeschs Regierung eingesetzten „Internationalen Gericht“ wegen Kriegsverbrechen im Jahr 1971 verurteilt. Es war ein Prozess, dem die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) jede Rechtsstaatlichkeit absprach.

Mir Quasem hatte es wie seine Parteikollegen zuvor abgelehnt, ein Gnadengesuch an den Präsidenten zu stellen, nachdem der Oberste Gerichtshof des Landes die letzte Berufung verworfen hatte. Für einen Gnadenerlass hätte er ein Schuldgeständnis ablegen müssen.

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