„Die schlimme Fratze der Religion“


Weihbischof Hans-Jochen Jaschke und FDP-Politiker Wolfgang Kubicki diskutieren die Grenzen der Ausübung religiöser Riten. Ein Streitgespräch über Burka, Beschneidung und Brauchtum

Von Jana Werner | WELT am SONNTAG

Die Debatte um ein Burka-Verbot in Deutschland reißt nicht ab. In Hamburg verweigert ein muslimischer Abiturient seiner Lehrerin den Handschlag. Und im Landkreis Regensburg erwürgt ein Iraker seine Frau und versteht nicht, warum er dafür ins Gefängnis kommt. Es sei sein Recht, seine Frau zu töten. Wie weit darf Religion heute mitten in Europa gehen? Darüber diskutieren der Weihbischof im römisch-katholischen Erzbistum Hamburg, Hans-Jochen Jaschke, und der protestantische FDP-Politiker Wolfgang Kubicki im neuromanischen St.Marien-Dom im Hamburger Schmelztiegel St.Georg.

Welt am Sonntag:

Herr Jaschke, was dürfen Menschen alles mit der Religion begründen?

Hans-Jochen Jaschke:

Religion und Glaube sind die private Entscheidung eines Menschen. Wenn Religion die öffentliche Ordnung betrifft, ist sie in diese eingebunden. Religion hält sich an die Gesetze. Es gibt keinen rechtsfreien Raum für die Religion. Wir haben gerade im Christentum die Unterscheidung von Kirche und Staat. Es gibt keine göttliche Ordnung, die in den Staat hineinwirkt. Das unterscheidet das Christentum vom Islam. Das Christentum ist keine politische Ordnung.

Wolfgang Kubicki:

Das behauptet das Christentum. Religionen versuchen aber immer wieder, Einfluss auszuüben.

Jaschke:

Natürlich wirkt Religion in die Gesellschaft hinein. Der Islam indes ist auch eine politische und gesamtmenschliche Ordnung, die etwa über die Scharia Kriterien für die Rechtsprechung vorgibt. Das ist im Christentum anders.

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