Gott hilft nicht


Jude Law als Papst in der kommenden HBO-Serie „The Young Pope“ von Paolo Sorrentino.Foto: Filmfestspiele Venedig
Religion ist zum Dauerthema der großen Filmfestivals geworden. Das ist auch bei den Filmfestspielen in Venedig nicht anders. Drei Geschichten über den Glaube.
 

Von Christiane Peitz | DER TAGESSPIEGEL

An jedem ersten Septembersonntag stoppt der Vaporetto-Verkehr zwischen dem Lido und der Lagunenstadt für die Regatta Storica. Während die alten Boote mit bunt kostümierter Besatzung an die große Tradition der venezianischen Seefahrt erinnern, veranstaltet die Mostra del Cinema ihren eigenen Gottesdienst. Paolo Sorrentino verkündet am Lido, dass er seitens des Vatikans nicht mit Widerstand gegen seine TV-Serie „The Young Pope“ rechnet; nicht provozieren wolle er, sondern die Widersprüche des Klerus aufzeigen. Jude Law als kettenrauchender Papst? Ratzinger rauchte auch.

Der ultrakonservative Katholik Mel Gibson lädt derweil zum Feldgottesdienst, außer Konkurrenz. In „Hacksaw Ridge“ feiert er den amerikanischen Soldaten Desmond Doss (Andrew Garfield), der ohne Waffe, aber mit der Bibel in der Hand in Okinawa kämpft. Seine Kameraden töten, er hält sich an das fünfte Gebot und rettet die Verwundeten. Eine wahre Geschichte, ein Kriegsfilm in Ballerspiele-Manier, dessen spekulative Lust am Schlachtengetümmel den Pazifismus seines Heilsbringer-Helden Lügen straft – und einen vorzeitig aus dem Kino treibt.

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