‘Wir dürfen diese Gräuel nicht einfach so hinnehmen’


Bild: nationalreview.com
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Entführungen, Enthauptungen, Selbstmordattentate, Zwangsislamisierungen und vieles mehr: Die Liste der Gräueltaten ist lang, für die die Terrormiliz «Islamischer Staat» (IS) die Verantwortung übernimmt. Das darf nicht so weitergehen, fordern die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und andere Menschenrechtsgruppen.

Von Gottfried Bohl | Kath.net

Mit einer Online-Petition rufen sie jetzt die Vereinten Nationen dazu auf, ein eigenes Tribunal für die IS-Verbrechen einzurichten. Martin Lessenthin, Sprecher des Vorstands der IGFM, erläutert das Vorhaben im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

KNA: Herr Lessenthin, Sie fordern ein UN-Tribunal gegen die Terrormiliz «Islamischer Staat». Was muss man sich darunter vorstellen?

Lessenthin: Es geht um ein Ad-hoc-Tribunal der Vereinten Nationen, das die Täter vor Gericht stellen soll und das nur dem Thema IS gewidmet ist. Denn wir dürfen diese Gräuel nicht einfach so hinnehmen und müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

KNA: Könnte da nicht der Internationale Strafgerichtshof tätig werden?

Lessenthin: Der kann ja nur aktiv werden bei Verbrechen von Tätern aus einem der Mitgliedsstaaten. Aber das kann man beim IS nicht anwenden, da er seine Untaten auf dem Territorium von Ländern wie Syrien und dem Irak verübt, die keine Vertragsstaaten des Internationalen Strafgerichtshofes sind.

KNA: Was versprechen sie sich von so einem Tribunal?

Lessenthin: Zum einen geht es um ein Signal der Abschreckung an potenzielle Täter, die wissen sollten, welche Art von Strafverfolgung sie erwarten kann. Zweitens geht es um Gerechtigkeit für die Opfer und ihre Angehörigen – dass klar wird, sie sind tatsächlich Opfer und werden auch von der Weltöffentlichkeit beachtet. Und drittens geht es auch um die Dokumentation dieser Straftaten durch eine unabhängige Instanz. Damit es nicht so geht wie etwa bei den Armeniern vor gut 100 Jahren, die bis heute darum kämpfen, dass die Verbrechen an ihnen auch so benannt und offiziell anerkannt werden. Wir sind das den Opfern von heute einfach schuldig.

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