Marokko: Moschee-Sex, Ehebruch – Gefängnis droht

© Picture-Alliance Blick über die Dächer und Moscheen der Altstadt von Fes.
© Picture-Alliance Blick über die Dächer und Moscheen der Altstadt von Fes.
Schon wieder steht ein islamischer Geistlicher in Marokko im Mittelpunkt eines Sex-Skandals: Der Imam wurde beim Ehebruch in einer Moschee gefilmt. Jetzt droht ihm eine Haftstrafe.

Von Leo Wieland | Frankfurter Allgemeine

Wieder war das Fleisch schwach, dieses Mal in einer Moschee in der alten marokkanischen Königsstadt Fes. Dort wurden der 52 Jahre alte Imam und eine junge Frau in flagranti ertappt und wegen Ehebruchs festgenommen.

Wie örtliche Medien berichteten, hatte der Vorfall eine Vorgeschichte. Ein eifersüchtiger Moscheeangestellter, den seine Braut verlassen hatte, schlich ihr nach und beobachtete verblüfft ein Rendezvous mit seinem Chef. Er mobilisierte eine Gruppe von Freunden, die – Handys in der Hand – erst einmal abwarteten, bis sich die Interaktion des Paares entwickelte. Dann intervenierten sie lautstark und empört, beschimpften die Frau und ausgiebiger noch den Vorbeter.

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Deutsche Welle: Türkei konfisziert Aufnahmen nach Friedman-Interview

Bild: FB
Bild: FB
Die türkischen Behörden haben nach Angaben der Deutschen Welle Videoaufnahmen eines Interviews des Moderators Michel Friedman konfisziert. Intendant Limbourg beklagt einen „eklatanten Verstoß gegen die Pressefreiheit“.

evangelisch.de

Das Material sei unmittelbar nach der Aufzeichnung eines Fernsehinterviews von Michel Friedman mit dem türkischen Jugend- und Sportminister Akif Kilic am Montagabend in Ankara beschlagnahmt worden, teilte der Auslandssender Deutsche Welle am Dienstag in Bonn mit. Intendant Peter Limbourg sprach von Nötigung und forderte die Herausgabe der Aufnahmen, der Deutsche Journalisten-Verband rief Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zum Einschreiten auf.

Sender prüft rechtliche Schritte

Moderator Friedman stellte in dem Interview laut Deutscher Welle Fragen zum Putschversuch im Juli, zu den folgenden Massenentlassungen und Verhaftungen, zur Lage der Presse sowie zur Stellung der Frau. Die Themen des Gesprächs seien dem Ministerium vorab mitgeteilt worden. Friedman präsentiert im englischsprachigen Programm der Deutschen Welle den Polit-Talk „Conflict Zone“, den er im Wechsel mit dem britischen Fernsehjournalisten Tim Sebastian bestreitet.

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Richard Gutjahr kämpft seit dem Münchner Amoklauf gegen Verschwörungstheorien

 Moderator Richard Gutjahr (Archivbild). (Foto: Theresa Högner)
Moderator Richard Gutjahr (Archivbild). (Foto: Theresa Högner)
In Nizza und München erlebte der Journalist zufällig Verbrechen aus nächster Nähe mit. Aber für manche Menschen im Netz gibt es keine Zufälle – sondern nur den Mossad.

Von Hakan Tanriverdi | Süddeutsche.de

Noch ein letztes kurzes Video will Richard Gutjahr am 14. Juli aufnehmen, als er einen weißen Lkw bemerkt. Es ist kurz nach 22:30 Uhr, der Tag in Nizza ist fast vorbei. Das Video ist für Snapchat gedacht, eine App, bei der Menschen Videos hochladen können, die sich im Laufe von 24 Stunden automatisch löschen. Doch da ist dieser Lkw. Gutjahr entscheidet, doch die reguläre Kamera-Funktion seines Smartphones zu aktivieren und den Lkw zu filmen. Die Aufnahme dauert etwas mehr als 40 Sekunden.

Es ist eine Aufnahme, die weltweit bekannt wird. Sie wird in der Tagesschau gezeigt, im japanischen Fernsehen, auf CNN. Der Lkw beschleunigt und rast in eine Menschenmenge. Bei dem islamistisch motivierten Anschlag in Nizza sterben 86 Menschen. Gutjahr arbeitet als Journalist, in den kommenden Stunden und Tagen klingelt sein Telefon nonstop.

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Fracking lässt eigentümliche Bakterien heranwachsen

Schiefergasbohrung in der Pinedale-Antiklinale im US-Bundesstaat Wyoming, im Hintergrund die Rocky Mountains. Bild: wikimedia.org/PD
Schiefergasbohrung in der Pinedale-Antiklinale im US-Bundesstaat Wyoming, im Hintergrund die Rocky Mountains. Bild: wikimedia.org/PD
Einzigartige Lebensgemeinschaften entstehen unter den merkwürdigsten Bedingungen – zum Beispiel unter dem chemischen Dauerbeschuss in Fracking-Bohrlöchern tief unter der Erde.

Von Jan Osterkamp | Spektrum.de

Sämtliche Vorteile, Risiken und Nebenwirkungen des Frackings scheinen nach Jahren des Streits eigentlich erschöpfend ausdiskutiert. Ein paar Überraschungen hält die umstrittene Bohrmethode aber doch noch bereit, berichten nun Forscher der Ohio State University. Die Mikrobiologen entdeckten, dass sich in gefrackten Gesteinsschichten eine bis dato völlig unbekannte, aber sehr einheitliche und typische unterirdische Mikrobenfauna entwickeln kann. Vor Ort tummeln sich etwa 31 unterschiedliche Vertreter der neuen Bakteriengattung Frackibacter, die nirgendwo sonst unter oder über der Erde vorzukommen scheint.

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Südafrika: Aus der Luft ist die Apartheid sichtbar

Vusimuzi/Mooifontein Cemetery, Johannesburg bild: johnny miller
Zwischen 1990 und 1994 hat Südafrika die Apartheid und die Diskriminierung der Farbigen überwunden. Eigentlich.
 

watson.ch

Doch dass in dem Land Schwarze und Weisse nach wie vor in ganz verschiedenen Welten leben, zeigt ein Projekt des Fotografen Johnny Miller: Für seine «Unequal Scenes» hat der Südafrikaner bloss eine Drohne aufsteigen lassen, deren Luftbilder deutlich zeigen, wo die einen und wo die anderen leben.

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Islamistischer Staat: Vom Polizeioberst zum IS-Führer

Kampf gegen den IS nahe Falludscha: Laut den „Alsumaria“-Informanten versucht die Terrormiliz, die Identität ihrer Kommandeure geheim zu halten, um sie vor Luftangriffen zu schützen. Foto: rtr
Gulmurod Chalimow war Chef der tadschikischen Einsatzpolizei. Jetzt beginnt er eine neue Karriere: Er läuft zum IS über und führt nun die Kämpfer der Islamisten-Miliz an.

Von Stefan Scholl | Frankfurter Rundschau

Gulmurod Chalimow ist laut Interpol 1,80 Meter groß, wiegt 80 Kilo, hat dunkle Augen, dunkle Haare, spricht Tadschikisch, Russisch und Englisch. Letzteres aber ziemlich unverständlich. Als er im Sommer 2015 vor einer Videokamera des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) verkündete, er sei außer in Moskau auch in den USA ausgebildet worden, war nur schwer zu verstehen, dass die Stadt in Louisiana, in der er seine ersten beiden Kurse als Antiterrorkämpfer absolvierte, Baton Rouge hieß.

Auch das Russisch, mit dem er seinen früheren tadschikischen Chef, Innenminister Rachimosoda Chamro, beschimpfte, klang etwas kratzig: „Du hast dich beschwert, dass in Duschanbe noch immer Mädchen in Hidschabs zu sehen sind“, wetterte er. „Und Ihr habt beschlossen, Prostituierte in Hidschabs zu stecken und sie beim Wodkatrinken und Huren fürs Staatsfernsehen zu filmen und so den Islam zu verunglimpfen.“

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Reformation: Luther als großer Hasser

Das Denkmal des Reformators Martin Luther vor der Frauenkirche in Dresden. Foto: epd
Der Streit um Martin Luther wird bis heute geführt, um sich seine Vorurteile zu bestätigen. Das zeigt die soeben erschienene Luther-Biografie von Willi Winkler.
 

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Die schrillen Stimmen werden zumeist gehört. Die polternden, polemischen Stimmen. Das kann man von Martin Luther lernen – und von seinen Biographen. Bereits die erste große Luther-Biographie ist ein lautes Buch, Johannes Mathesius’ „Historien von des Ehrwirdigen in Gott Seligen thewren Manns Gottes Doctoris Martini Luthers“, erschienen 1566. Da war Luther gerade zwanzig Jahre tot. Zum protestantischen Heiligen, zum Erlöser und Stifter der deutschen Nation wurde Luther allerdings erst im 19. Jahrhundert. Leopold von Ranke nennt ihn in seiner enorm einflussreichen „Deutschen Geschichte“ (1839-1847) einen „kühnen, großartigen und festen Geist“, der wider die verkommene Papst-Kirche stritt, „ein Unternehmen wie ein Schlag, der Deutschland aufweckte“.

Das Ergebnis solcher Luther-Verherrlichung sieht man noch heute an vielen Denkmälern deutscher Luther-Städte: der Reformator als deutscher Held der Freiheit, des Fortschritts. Und es ist an den Luther-Bildern abzulesen, die tief ins kulturelle Gedächtnis eingesunken sind. Die allgemeine Wahrnehmung glaubt hier den tapferen Luther, dort das Zwangssystem einer spätmittelalterlichen Kirche, hier den Befreier, dort Korruption. Luther, der Befreier, der Rebell: so will es das Klischee. Noch das Logo für das 500. Reformationsjubiläum im kommenden Jahr zeigt in seiner Mitte – Luther. Als ob er allein aus dem Nichts die Reformation erfunden hätte. Als ob sich die Reformation und die Papst-Kirche in bloßen „feindseligen“ Gegensätzen (Ranke) gegenüber gestanden hätten.

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Farbanschlag auf die Geschäftsstelle vom ‚Marsch für das Leben‘

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
Ziel eines Farbanschlags ist die Geschäftsstelle des „Bundesverbandes Lebensrecht“ in Berlin-Mitte geworden. Der Verband organisiert den „Marsch für das Leben“ am 17. September in der Hauptstadt.

kath.net

Unbekannte Täter schmierten zwischen dem 3. und 5. September den Spruch „Eure Propaganda stinkt zum Himmel“ an die Fassade. Der Hauseingang wurde durch mehrere braune Farbkleckse verschmutzt. Die Geschäftsstelle befindet sich im denkmalgeschützten Gebäude der katholischen Herz-Jesu-Kirche.

Wie ein Mitarbeiter des Bundesverbandes, Klaus Steigert, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, könnten die Schmierereien mit einer Demonstration der kapitalismuskritischen Blockupy-Bewegung am 3. September in Berlin zusammenhängen: Dort war auf Transparenten zur Gegendemonstration beim „Marsch für das Leben“ aufgerufen worden. Der Bundesverband Lebensrecht hat wegen des Farbanschlages Strafanzeige gegen unbekannt erstattet.

Nepal: Keine Gnade für Wilderer

Badestunde im Fluss im Chitwan Nationalpark. Maßnahmen wie ständige Patrouillen sollen Wilderer an der Jagd auf Tiere hindern. (Foto: Frank Schultze / ZEITENSPIEGEL)
In Nepal schützen Ranger bedrohte Arten wie das Panzernashorn mit allen Mitteln. Wilderer dürfen einfach erschossen werden.

Von natur-Autorin Veronika Wulf  | Süddeutsche.de

Im Totenschädel des Panzernashorns klafft ein Loch, genau dort, wo einst das Horn saß. „Das war ein Wilderer“, sagt Mahendra Chaudhary, Touristenführer im Nationalpark Chitwan. Er steht im Artenschutzmuseum zwischen Glaskästen, in denen Nashorn- und Tigerföten, Krokodile und Pythons konserviert werden. „Mit einem Schuss in den After hat er das Nashorn getötet. Das machen Wilderer häufig, weil Gewehrkugeln in der fingerdicken Lederhaut steckenbleiben können.“ Einen halben Meter lang ist der Schädel, den Ranger vor vier Jahren gefunden haben, leider erst, nachdem der Wilderer mit dem Horn längst über alle Berge war. Meist schlagen sie nachts zu, und oft lässt sich das Opfer erst aufspüren, wenn Geier über ihm kreisen. Getötete Tiger sind noch schwieriger zu orten, weil die Täter alle Teile des Tieres mitnehmen: Knochen als traditionelle Medizin, Fell als Wandschmuck, Fleisch als Mahlzeit.

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Unter Tieren: Heilige Rituale für fühlende Wesen

Bild: Frankfurter Rundschau
In ihrer September-Kolumne „Unter Tieren“ denkt Hilal Sezgin über Vorurteile gegen Veganer nach. Und über die Illusionen, die sich der moderne Mensch über Schlachtmethoden macht.

Von Hilal Sezgin | Frankfurter Rundschau

Das größte Kompliment, das man einem Veganer machen kann, ist bekanntlich, dass er oder sie nicht nervt. Dass er während des Grillabends die gute Laune behält oder dass sie – wie in meinem Falle – beim Texteschreiben nicht allzu moralisierend daherkommt. „Aufrüttelnd, aber ohne erhobenen Zeigefinger“, „ohne Vorwurfshaltung“, bestenfalls sogar „mit Humor“.

Diese Komplimente habe ich bereits mehrmals erhalten und mich auch jedes Mal gefreut. Doch seit einigen Monaten wächst in mir eine gewisse Ungeduld. Denn ehrlich gesagt: Von einem Amnesty-International-Mitglied würde auch niemand verlangen, gutgelaunt und moralfrei zu bleiben, wenn die Kanzlerin beim Händeschütteln mit einem bekannten Folterer und Diktator zu sehen ist. Vielmehr erwartet man, dass AI eine Petition ins Leben ruft und Protestpostkarten losschickt! Wieso also kommt das nicht ähnlich gut an, wenn wir Veganer „moralisieren“?

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Bundeswehr investiert 58 Millionen Euro in Incirlik

Foto: dpa Bundeswehr im türkischen Incirlik: Fast 60 Millionen Euro sollen hier investiert werden, ein Indiz für die Verlängerung des Anti-IS-Einsatzes
Ein neues Flugfeld, Unterkunftscontainer, ein mobiler Gefechtsstand: Auf dem türkischen Bundeswehr-Stützpunkt in Incirlik wird aufgerüstet – unabhängig vom Streit mit Ankara über das Besuchsverbot.
 

DIE WELT

Nach monatelangen Querelen um das Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete bereitet die Bundeswehr einem Bericht zufolge weitere Investitionen auf der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik vor. Nach Informationen des „Spiegels“ sei das ein Indiz dafür, dass die Bundeswehr den Einsatz zur Unterstützung der Anti-IS-Koalition von dem Stützpunkt aus fortzusetzen plane.

Der Staatssekretär von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Gerd Hoofe, habe ein Investitionsbudget von insgesamt 58 Millionen Euro für den deutschen Einsatz auf dem Stützpunkt Incirlik freigegeben, meldet das Magazin am Dienstag. In der Folge dürfte auch das Mandat für die Bundeswehr-Mission in der Türkei verlängert werden.

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Exzellente Entqualifizierung – das neue akademische Prekariat

Der Herr im Jobcenter – mein „Arbeitsvermittler“ – schüttelt mir freundlich-abwartend die Hand. Möglicherweise ist er etwas nervös angesichts meines Doktortitels, den er auch sofort pflichtschuldig ausspricht (woran mir überhaupt nichts liegt). Er weiß, dass er mir außer Zwangsmaßnahmen, Callcenter und Saisonarbeit (Erdbeeren pflücken) nichts zu bieten hat.

Von Britta Ohm | TELEPOLIS

Wir beide wissen – und wissen, dass der andere es weiß -, dass er von seinen Vorgesetzten darauf angesetzt wurde, die in der „Tagesschau“ verkündete Arbeitsmarktstatistik zu exekutieren, die sich selbst und der Welt vorgaukelt, dass Deutschland Vorreiter in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei. Deutschland Superland, Land der Ideen und der Forschung, engagiert im „Wettbewerb um die besten Köpfe“, Bildungsrepublik, Wirtschaftsmacht, Exportweltmeister, historisch niedrige Arbeitslosenquote (und Fußball-Macht natürlich auch noch).

In der medial geprägten Buzzword-Rhetorik von „Brand Germany“ spiegelt sich die neoliberale Exzellenz-Logik, die alle Relationen aus dem Blick verloren hat, unter anderem die, dass man sich in einer stark gebeutelten europäischen und globalen Umgebung trefflich als Hoffnungs-Leitwolf inszenieren kann, nicht nur in dem, was beharrlich „Flüchtlingskrise“ genannt wird (als wären die Flüchtlinge daran schuld).

Wenn sich aber der (scheinbar nur) Einäugige von den Blinden zum König machen lässt, zeigt sich darin eher ein allgemeiner Realitätsverlust denn eine Erfolgsgeschichte. Doch auch Akademikerinnen wachen erst auf, wenn sie an die Decke stoßen, und selbst die vermögen gerade sie, herangezogen in der unhinterfragten Selbstverständlichkeit ihres Privilegs zu lernen und zu lehren, oft noch lange ungläubig zu ignorieren.

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Richard Dawkins: „Jede Nacht werde ich vorübergehend geisteskrank“

Auch mit 75 Jahren ist Richard Dawkins keineswegs milde geworden. Auf Gegner wissenschaftlichen Fortschritts reagiert er „leidenschaftlich sauer“. © Don Arnold/Getty Images
Richard Dawkins ist der bekannteste Atheist unserer Zeit. Kürzlich erlitt der Evolutionsbiologe einen Schlaganfall. Ein Gespräch über die Launen der Natur, tierische Krawatten und den Sinn des Lebens.

Interview: Malte Herwig | stern.de

Professor Dawkins, Sie hatten vor Wochen einen Schlaganfall. Wie hat der sich auf Ihr Leben ausgewirkt?

Ich weine häufiger als sonst. Musik von Schubert oder Lyrik haben mich schon immer zu Tränen gerührt. Aber seit dem Schlaganfall ist es schlimmer geworden. Ich habe gerade erst eine Einladung zu einem Lyrik-Festival abgesagt, weil ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf der Bühne geweint hätte.

Als die Zeitungen von Ihrem Schlaganfall berichteten, rief die Anglikanische Kirche auf Twitter unter dem Hashtag #prayfordawkins dazu auf, für Sie zu beten. Hat Sie das berührt?

Es war sicher nett gemeint. Ich hoffe nur, sie haben nicht auch noch eine Ziege geopfert, denn das würde mich wirklich aufregen.

Sie verfechten den Atheismus so leidenschaftlich, als wäre er ein Glaube.

Wie kann man sich nicht leidenschaftlich für Vernunft und Logik einsetzen, wenn andere ihre Zeit mit Beten vergeuden oder damit, die Finger zu kreuzen, wenn ihnen eine schwarze Katze über den Weg läuft? Dieser ganze Aberglaube ist sinnlose Zeitverschwendung, er hindert die Menschen daran, die Schönheit der Wirklichkeit anzuerkennen, wie man sie naturwissenschaftlich und rational erfassen kann.*

(*Richard Dawkins: „Die Poesie der Naturwissenschaften“, Ullstein)

Viele Menschen suchen im Glauben Trost, nicht Erkenntnis.

Aber warum dieser Aberglauben gerade jetzt – in einem Jahrhundert, in dem wir schon so viel über das Leben, die Erde und das Universum wissen und auf der Schwelle zu neuen bahnbrechenden Erkenntnissen stehen? Das ist so eine großartige Aussicht, dass mich die Leidenschaft packt und ich leidenschaftlich sauer werde auf diejenigen, die dem Wissensfortschritt systematisch Steine in den Weg legen.

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Wem gebührt das „Goldene Brett“ 2016?

das_goldene_brett

Bereits zum sechsten Mal prämiert die GWUP e.V. in diesem Jahr wieder den herausragendsten antiwissenschaftlichen Unsinn des Jahres. Wer hat sich in diesem Jahr mit besonders wundersamen esoterisch-skurrilen Aussagen hervorgetan? Ab sofort kann jeder hier geeignete Kandidaten nominieren.

GWUP

Der Negativpreis geht an Personen oder Institutionen, die mit wissenschaftlich widerlegten Behauptungen Medienpräsenz anstreben, Angst machen oder Geld verdienen wollen. Die GWUP sammelt bis 22. September 2016 online Nominierungen. Aus den eingereichten Vorschlägen wird eine Fachjury anschließend die diesjährigen Preisträger auswählen.

Die öffentliche Verleihungsfeier für „Das Goldene Brett vorm Kopf“ findet am 11. Oktober 2016 um 20 Uhr in der Urania in Wien (Uraniastraße 1) und zeitgleich bei der Parallelveranstaltung in Hamburg im Uebel&Gefährlich statt.

Gutgläubigkeit und Geschäftemacherei

Vom Wünschelrutengeher bis zur Astrologin, von handauflegenden Wunderheilern bis zu Chemtrail-Gläubigen – wissenschaftlich unhaltbare Behauptungen und Verschwörungstheorien boomen nach wie vor. Skeptiker auf der ganzen Welt überprüfen derartige Theorien mit wissenschaftlichen Methoden. Doch auch wenn eine Theorie längst widerlegt ist, bleiben ihr viele Anhänger immer noch treu und setzen vielleicht Geld und ihre Gesundheit aufs Spiel.

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„Pokemon Go“ in Kirche: Untersuchungshaft für russischen Blogger

Pokemon Go in der Kirche – das könnte religiöse Gefühle verletzen, meint die russische Justiz © Tiziana Fabi/AFP
Die russische Justiz hat zwei Monate Untersuchungshaft gegen einen 22-jährigen Blogger verhängt, der in einer orthodoxen Kirche „Pokemon Go“ gespielt hat und sich dabei filmen ließ.

stern.de

Die Behörden beriefen sich dabei auch auf weitere Clips, in denen Ruslan S. die Glaubensgemeinschaft kritisiert. Sollte ein Gericht den Vorwurf der Volksverhetzung und der Verletzung religiöser Gefühle bestätigen, drohe dem jungen Mann eine mehrjährige Gefängnisstrafe, berichtete die Moskauer Zeitung „Moskowski Komsomolez“ am Montag unter Berufung auf die Ermittler in Jekaterinburg.

Die Opposition kritisierte die Justiz scharf, zumal der Blogger wegen der Haft nicht seine behinderte Mutter betreuen könne. Ein Sprecher der orthodoxen Kirche sagte, er wolle sich für den jungen Mann einsetzen, falls dieser den Clip im Internet lösche. Ein anderer Geistlicher sprach sich dafür aus, den 22-Jährigen auf Kaution freizulassen und gemeinnützige Arbeit verrichten zu lassen. Ruslan S. stimmte einem Dialog zu. „Ich bin doch kein Extremist“, sagte er.

Rechtsextreme errichten neues Gipfelkreuz am Schafreuter

Da stand es noch: Das Schafreuter-Gipfelkreuz wurde von einem Unbekannten mit der Axt beschädigt. (Foto: dpa)
Erst haut ein Unbekannter mit einer Axt das Gipfelkreuz auf dem Schafreuter um – nun provozieren mutmaßliche Anhänger der Identitären Bewegung.

Von Christian Sebald | Süddeutsche.de

Die Geschichte um das Gipfelkreuz auf dem Schafreuter hat eine neue bizarre Wendung genommen. Nachdem ein Unbekannter es am Sonntag vor einer Woche mit wuchtigen Axthieben so massiv beschädigt hatte, dass es umgelegt werden musste, ist an diesem Sonntag eine Gruppe junger Männer mit einem Ersatzkreuz auf den 2102 Meter hohen Berg gestiegen und hat es dort oben aufgerichtet. Offenkundig wusste niemand von der Aktion. Damit aber nicht genug: Bei den Burschen soll es sich angeblich um Mitglieder oder Anhänger der Identitären Bewegung gehandelt haben, die der rechtsextremen Szene zugeordnet und vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

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In honor of Saint Teresa

Bild: theaustralian.com.au
Bild: theaustralian.com.au
Humanity has had a long fascination with blood sacrifice. In fact, it has been by no means uncommon for a child to be born into this world only to be patiently and lovingly reared by religious maniacs who believe that the best way to keep the sun on its course or to ensure a rich harvest is to lead him by tender hand into a field or to a mountaintop and bury, butcher, or burn him alive as offering to an invisible God.
 

By Sam Harris

Countless children have been unlucky enough to be born in so dark an age, when ignorance and fantasy were indistinguishable from knowledge and where the drumbeat of religious fanaticism kept perfect time with every human heart. In fact, almost no culture has been exempt from this evil: the Sumerians, Phoenicians, Egyptians, Hebrews, Canaanites, Maya, Inca, Aztecs, Olmecs, Greeks, Romans, Carthaginians, Teutons, Celts, Druids, Vikings, Gauls, Hindus, Thais, Chinese, Japanese, Scandinavians, Maoris, Melanesians, Tahitians, Hawaiians, Balinese, Australian aborigines, Iroquois, Huron, Cherokee, and innumerable other societies ritually murdered their fellow human beings because they believed that invisible gods and goddesses, having an appetite for human flesh, could be so propitiated. Many of their victims were of the same opinion, in fact, and went willingly to slaughter, fully convinced that their deaths would transform the weather, or cure the king of his venereal disease, or in some other way spare their fellows the wrath of the Unseen.

In many societies, whenever a new building was constructed, it was thought only prudent to pacify the local deities by burying children alive beneath its foundations (this is how faith sometimes operates in a world without structural engineers). Many societies regularly sacrificed virgins to ward off floods. Others killed their first-born children, and even ate them, as a way of ensuring a mother’s ongoing fertility. In India, living infants were ritually fed to sharks at the mouth of the Ganges for the same purpose. Indians also burned widows alive so that they could follow their husbands into the next world. Leaving nothing to chance, Indians also sowed their fields with the flesh of a certain caste of men, raised especially for this purpose and dismembered while alive, to ensure that every crop of turmeric would be appropriately crimson. The British were actually hard pressed to put an end to these pious atrocities.

In some cultures whenever a nobleman died, other men and women allowed themselves to be buried alive so as to serve as his retainers in the next world. In ancient Rome, children were occasionally slaughtered so that the future could be read in their entrails. Some Fijian prodigy devised a powerful sacrament called “Vakatoga” which required that a victim’s limbs be cut off and eaten while he watched. Among the Iroquois, prisoners taken captive in war were often permitted to live among the tribe for many years, and even to marry, all the while being doomed to be flayed alive as an oblation to the God of War; whatever children they produced while in captivity were disposed of in the same ritual. Certain African tribes have a long history of murdering people to send as couriers in a one-way dialogue with their ancestors or to convert their body parts into magical charms. Ritual murders of this sort continue in many African societies to this day.

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Josef Schuster: AfD ist Armutszeugnis und keine Alternative

Spitzenvertreter der Juden in Deutschland sowie der großen christlichen Kirchen äußern sich nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern besorgt ob des starken Abschneidens der AfD.

evangelisch.de

„Die AfD ist keine Alternative für Deutschland, sondern ein Armutszeugnis für Deutschland“, erklärte der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, am Montagmorgen in Berlin. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, sagte, die AfD sei eine „offen rechtsextreme Partei“. Der Landesbischof der evangelischen Nordkirche, Gerhard Ulrich, nannte es besorgniserregend „dass populistische und fremdenfeindliche Parolen in so großem Maße verfangen haben“.

Die AfD hatte bei der Abstimmung am Sonntag aus dem Stand 20,8 Prozent der Stimmen erhalten. Sie wurde damit vor der CDU und hinter der SPD zweitstärkste politische Kraft im Nordosten.

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Irans Führung schimpft über „blasphemisches“ Saudiarabien

Unter den Millionen Pilgern in Mekka wird man kaum Iraner finden. / Bild: REUTERS
Ajatollah Khamenei fordert eine neue Hadsch-Verwaltung. Sein Kommandant der Revolutionsgarden stellt das Königreich auf eine Stufe mit Erzfeind Israel.

Die Presse.com

Der Ton zwischen den rivalisierenden Staaten Iran und Saudiarabien hat sich wieder verschärft. Der iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei rief dazu auf, die Verwaltung der jährlichen Pilgerfahrt Hadsch nach Mekka durch SaudiArabien zu überdenken. Grund dafür sei unter anderem der Tod von Tausenden Pilgern im vergangenen Jahr.

Zugleich beschimpfte Khamenei die Führer SaudiArabiens als Ungläubige. „Die Muslime weltweit sollten die blasphemische und (von Weltmächten) abhängige Natur der Saudis erkennen“, sagte Khamenei in seiner jährlichen Botschaft vor dem Hadsch.

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Forget Nessie, the ‚Storr Lochs Monster‘ Is Scotland’s Real Jurassic Predator

Concept art of the Storr Lochs Monster. Image: Todd Marshall
Watch your back, Loch Ness Monster, because there’s a new Scottish aquatic predator in town, and this one has the crucial advantage of actually having existed.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

On Monday morning, Scotland-based paleontologists unveiled the fossilized remains of the “Storr Lochs Monster,” an extinct ocean hunter named for the region in the Isle of Skye where it was found.

Measuring about four meters (13 feet) long, the Storr Lochs Monster belongs to the ichthyosaur family of marine reptiles that thrived in Earth’s oceans at the same time dinosaurs reigned on land. With its long, pointed snout and large, streamlined body, this animal occupied a similar niche to modern dolphins, and would have preyed on smaller fish and squid to survive.

The Storr Lochs specimen dates back 170 million years to the Middle Jurassic period, and represents the most complete fossilized skeleton of a Mesozoic seafaring reptile ever found in Scotland.

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