Unter Tieren: Heilige Rituale für fühlende Wesen


Bild: Frankfurter Rundschau
In ihrer September-Kolumne „Unter Tieren“ denkt Hilal Sezgin über Vorurteile gegen Veganer nach. Und über die Illusionen, die sich der moderne Mensch über Schlachtmethoden macht.

Von Hilal Sezgin | Frankfurter Rundschau

Das größte Kompliment, das man einem Veganer machen kann, ist bekanntlich, dass er oder sie nicht nervt. Dass er während des Grillabends die gute Laune behält oder dass sie – wie in meinem Falle – beim Texteschreiben nicht allzu moralisierend daherkommt. „Aufrüttelnd, aber ohne erhobenen Zeigefinger“, „ohne Vorwurfshaltung“, bestenfalls sogar „mit Humor“.

Diese Komplimente habe ich bereits mehrmals erhalten und mich auch jedes Mal gefreut. Doch seit einigen Monaten wächst in mir eine gewisse Ungeduld. Denn ehrlich gesagt: Von einem Amnesty-International-Mitglied würde auch niemand verlangen, gutgelaunt und moralfrei zu bleiben, wenn die Kanzlerin beim Händeschütteln mit einem bekannten Folterer und Diktator zu sehen ist. Vielmehr erwartet man, dass AI eine Petition ins Leben ruft und Protestpostkarten losschickt! Wieso also kommt das nicht ähnlich gut an, wenn wir Veganer „moralisieren“?

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