NSU-Ausschuss betreibt Geheimnishuberei


Bild: heise.de/TP
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Das Bundestagsgremium anonymisiert Zeugen – im Interesse des Verfassungsschutzes

Von Thomas Moser | TELEPOLIS

Am 8. September setzt der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages nach zweimonatiger Sommerpause seine Arbeit fort. Doch irgendetwas muss in dieser Zeit passiert sein. Bisher war die Öffentlichkeit informiert worden, was für Zeugen vernommen werden sollten. Doch diesmal werden nur die Initialen von fünf Zeugen mitgeteilt: Dr. C.P., A.S., R.K., R.G., G.B..

Um wen es sich handelt und wozu die Zeugen befragt werden wollen, bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen. Transparenz sieht anders aus. Von der Pressestelle des Bundestages erfährt man zwar fünf vollständige Namen, – Carsten Proff, Aline Schnalke, Richard Kaldrack, Rüdiger Grasser, Günter Borstner – aber ebenfalls nicht ihren Verantwortungsbereich oder ihre berufliche Herkunft.

Tatsächlich handelt es sich um Beamte des Verfassungsschutzes, verantwortlich unter anderem für die drei V-Männer Thomas Richter alias „Corelli“, Ralf Marschner alias „Primus“ und Michael See alias „Tarif“. Diese drei bewegten sich im Umfeld der Terrorgruppe NSU („Nationalsozialistischer Untergrund“), der zehn Morde zur Last gelegt werden. Wenn sie nicht sogar selbst, vor allem Richter und Marschner, Mitglied des NSU waren. Einer der anonymisierten Beschaffer des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) soll zweitweise sogar alle drei Quellen geführt haben. Der Geheimdienst wäre damit so etwas wie der Kitt zwischen den Personen dieser rechtsradikalen Terrorszene gewesen.

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