Gipfelkreuz in Gefahr

Bild: BR24
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Drei Gipfelkreuze sind in den vergangenen Monaten im Tölzer Land zerstört worden. Der oder die Täter sind unbekannt – genauso wie das Motiv. Auch bayerische Kirchen sind immer wieder Ziel von Zerstörungswut, Vandalismus und ausländerfeindlichen Attacken. Was steckt dahinter?

Von Stefanie Heiß, Anne Hinder | BR24

Immer im Morgengrauen schlägt er zu. Drei Gipfelkreuze sind in den vergangenen Monaten mit einer Axt zerstört worden. Zuletzt hier auf dem Schafreuter Gipfel bei Bad Tölz. Wanderer sind entsetzt.

„Respektlos, wenn man da vor einem Kreuz keine Achtung hat, das ist ja ein Wahnsinn. – Kann man bloß sagen, dass das eine Sauerei ist, sowas.“

Wanderer am Schafreuter

Wer macht so was? Und warum? Die Polizei schließt ein religiöses Motiv nicht aus. Schließlich ist das Kreuz eines der wichtigsten Symbole im Christentum.

„Der liebe Gott hat ja quasi diese Bergwelt erschaffen, dass man halt quasi das so symbolisiert mit dem Kreuz.“

Eine Wanderin am Schafreuter

Aber ist Hass auf Christen tatsächlich der Grund für die Taten des unbekannten Gipfelkreuz-Hackers? Angriffe auf Kirchen und christliche Symbole gibt es immer wieder – mit ganz unterschiedlichen Motiven.

Ein besonders heftiger Fall erschüttert aktuell die Kirchengemeinde St. Anton in Passau. Es war am vergangenen Donnerstag, als Manuel Schlögl in die Kirche gerufen wurde. Dort fand er eine regelrechte Spur der Verwüstung.

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Brief an ein christliches Land: Eine Abrechnung mit dem religiösen Fundamentalismus

Entlarvende Analyse des Missbrauchs von Religion am Beispiel des christlichen Fundamentalismus

Von Sam Harris | Richard Dawkins-Foundation

Religion steht wieder hoch im Kurs, aber der Glaube und die spirituellen Bedürfnisse der Menschen werden missbraucht: Weltweit sind die Fundamentalisten auf dem Vormarsch. Ausgehend von der christlich-fundamentalistischen Renaissance in den USA beschreibt Sam Harris die Religionen als tickende Zeitbomben. Mit ihrem Freund-Feind-Denken gefährden sie den inneren Konsens einer Gesellschaft und bedrohen den Weltfrieden. Harris entlarvt Unfriedlichkeit und Vernunftferne des Christentums, die aber jeder organisierten Religion immanent sind. Seine Streitschrift ist von funkelnder sprachlicher Eleganz und bestechend scharfer Argumentation.

Carolin Kebekus: „Ich befolge die Regeln der Kirche nicht“

Bild:kebekus.youtube
Bild:kebekus.youtube
Die Kölner Kabarettistin Carolin Kebekus spricht im Interview mit unserer Redaktion über ihre Kindheit, Katholiken und ihre schlimmsten Kritiker.

Von Leslie Brook | RP ONLINE

Carolin Kebekus schlendert in einem Kölner Vorort am Rhein entlang. Sie besucht ab und an eine der Kneipen dort mit Freunden oder ihrer Familie. Und wie wahrscheinlich immer, wenn die Kölnerin in ihrer Heimatstadt unterwegs ist, wird sie auf der Straße erkannt. Fahrradfahrer drehen sich nach der 1,64 Meter großen Comedienne um, es wird getuschelt.

Erst kürzlich sei sie mit ihrem Vater in eine Gaststätte eingekehrt. „Wir hatten kaum die Kneipe betreten, da beratschlagten die Gäste lautstark, ob das die Kebekus sei. Und dann erzählte einer, dass die Kebekus ganz viele Häuser gekauft habe, die ganze Straße, quasi das halbe Viertel“, erzählt die 36-Jährige und grinst. Das sei alles Schwachsinn. Aber typisch für Köln, dort rede man gerne mit, gebe vor, etwas zu wissen, und neige dabei zu Übertreibungen. „Dass ich alles hören konnte, hat die null interessiert“, sagt sie. In diesen Momenten hört die Kölnerin aufmerksam zu – und schweigt, ausnahmsweise.

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Staatlich subventioniertes Beten – viel Geld für Nutzloses

Evangelischer Rundfunkgottesdienst in multireligiöser Gemeinschaft am 15. Jahrestag des Anschlags auf das World Trade Center Sonntag, 11. September, aus der St. Marienkirche in Berlin live im Deutschlandfunk um 10.05 Uhr

Deutschlandfunk

Unter dem Eindruck von Kriegen und Gewaltaufbrüchen, die in unterschiedlicher Weise religiös konnotiert werden, entsteht in Teilen der Gesellschaft der Eindruck, Religionen seien per se gefährlich. Während einige gesellschaftliche Gruppen deshalb über die Verdrängung der Religionen aus der Öffentlichkeit bis hin zu ihrer Abschaffung nachdenken, hat die Gemeinde der Berliner Citykirche St. Marien den entgegengesetzten Weg eingeschlagen.

„Vor 15 Jahren sind zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York geflogen. Über 3000 Menschen starben. Die Täter beriefen sich auf Ihren Glauben – den Islam. Aber wir wollen auch als Juden und Christen nicht von uns weg auf die Muslime zeigen. Denn wir wissen: Fundamentalisten, die ihren Glauben in todbringender Weise auslegen, gibt es in allen Religionen und ebenso unter Religionslosen. Wir leugnen nicht, dass Religionen gefährlich werden können. Wir wissen aber zugleich, dass Religionen ein hohes Friedenspotential besitzen und dass es sich lohnt diese Seite zu stärken und einzubringen – für ein friedliches Miteinander aller Menschen“ sagt Gregor Hohberg, Pfarrer an der Berliner St. Marienkirche am Alexanderplatz. In multireligiöser Gastfreundschaft feiern er und die Gemeinde der Berliner Citykirche den Gottesdienst am 15. Jahrestag des Anschlags auf das World Trade Center zusammen mit Rabbiner Dr. Andreas Nachama und Imam Kadir Sanci.

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Neues von der syrischen Opposition

In sechs Monaten soll Baschar al-Assad abgelöst werden. Frauenquote und eine Heimat für alle rückkehrenden Flüchtlinge sind im Angebot des Hohen Verhandlungskomitees

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

In die großen deutschen Medien schaffte es der neue Plan der syrischen Opposition am Mittwoch nicht. Einzig der Deutschlandfunk brachte eine kurze Meldung dazu. Reduziert auf das Wesentliche: Das sogenannte Hohe Verhandlungskomitee will, dass Baschar al-Assad geht. Er ist nicht Teil der Lösung, die das High Negotiation Committee (HNC), wie die syrische Oppositionsvertretung in den englisch-sprachigen Medien genannt wird, der Öffentlichkeit in London präsentierte.

Der Plan ist, um es vorwegzunehmen, völlig abgehoben von der syrischen Wirklichkeit, vom Kriegsgeschehen, von den realen Machtverhältnissen und den wirklichen Interessen der Staaten, die beim Syrien-Konflikt eine wichtige Rolle spielen.

So führt das HNC in Punkt 21 seiner Vorschläge für die Übergangsregierung eine Frauenquote auf: „Die Interimsregierung (i.O. Transitional Governing Body, TGB) soll sich dazu verpflichten, dass Frauen in allen reformierten staatlichen Körperschaften und Institutionen in einer Quote von 30 Prozent repräsentiert sind.“

Gute Arbeit der Marketingagenturen

Die Marketingagenturen haben gut gearbeitet, um das HNC-Paper nach dem Geschmack der westlichen Öffentlichkeit zu bürsten. An Geld fehlt es nicht. Westliche Regierungen bezahlen für die PR der syrischen Opposition, z.B. mit britischen Steuergeldern. Außerdem gibt es reichlich Finanzmittel aus saudi-arabischen Kassen.

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B16 erklärt sich

Bild: brightsblog
Bild: brightsblog
  • In einem neuen Buch über den emeritierten Papst Benedikt XVI. versucht Joseph Ratzinger, sich selbst und sein Pontifikat der Welt zu erklären.
  • Darin räumt Benedikt ein, er habe die politische Bedeutung seiner Regensburger Rede unterschätzt.
  • Mit der katholischen Kirche in Deutschland geht er hart ins Gericht.

Von Stefan Ulrich | Süddeutsche.de

Um 20 Uhr schlossen die Schweizergardisten die Tore des päpstlichen Sommerpalastes in Castel Gandolfo. Dann verließen sie ihren Posten. So demonstrierten sie am 28. Februar 2013, dass Benedikt XVI. nun Summus Pontifex emeritus war, ein Papst im Ruhestand. Benedikt zog sich in ein Kloster im Vatikan zurück und gelobte, künftig wie ein Mönch zu leben und das Feld dem Nachfolger zu überlassen.

An diesem Freitag aber werden sich die Tore zu Benedikt wieder ein Stück öffnen. Dann erscheint in Deutschland und vielen anderen Ländern ein Buch mit Gesprächen, die der Journalist Peter Seewald mit dem Papst geführt hat. Heraus kam eine Mischung aus Autobiografie, Testament und Verteidigungsschrift. Darin versucht Joseph Ratzinger, sich selbst und sein Pontifikat der Welt zu erklären.

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Garnisonkirche: Gegner planen Proteste bei ZDF-Gottesdienst

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Der Streit über den geplanten Wiederaufbau des Potsdamer Garnisonkirchturms reißt nicht ab. Unter dem Motto „Mal wieder Zeit für ’ne ordentliche Reformation“ wollen die Gegner des Bauvorhabens den ZDF-Fernsehgottesdienst am 11. September am historischen Standort der Kirche für Proteste nutzen, teilte die Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ mit.

evangelisch.de

In dem Schreiben zur Ankündigung der Proteste, das auch drei „Thesen“ gegen die Garnisonkirche enthält, rufen die Gegner „zur erneuten Reformation“ auf und fordern die Teilnehmer auf, „als Bauernmob in Arbeitskluft passend zu den Revolten während der Reformation“ zu erscheinen. Zentraler Auslöser der kirchlichen Erneuerungsbewegung vor rund 500 Jahren seien „die Finanzschwierigkeiten eines großen Kirchenbauprojekts“, des Petersdoms in Rom, gewesen, heißt es weiter in dem Aufruf. Der Ablasshandel zur Finanzierung des Petersdoms habe damals dazu geführt, dass das „Fass der Feudalgesellschaft zum Überlaufen voll“ gewesen sei, und damit auch zu den Bauernaufständen der Zeit beigetragen.

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Kunstdiebe und Junkies brechen in Kirchen ein – Deus lo vult!

Foto: pa/dpa/dpa-ZB 2008 konnten Besucher das Borghorster Stiftskreuz noch in einer Ausstellung in Magdeburg bewundern, fünf Jahre später wurde es gestohlen
Foto: pa/dpa/dpa-ZB 2008 konnten Besucher das Borghorster Stiftskreuz noch in einer Ausstellung in Magdeburg bewundern, fünf Jahre später wurde es gestohlen
Den Kirchen machen spezielle Einbrecher zu schaffen: Diebe, die im Auftrag von Kunstsammlern zuschlagen. Der ideelle Schaden solcher Taten ist oft irreparabel. Die Gemeinden rüsten sich.
 

Von Tobias Heimbach | DIE WELT

Jahr für Jahr steigt die Zahl der Einbrüche in Deutschland: 167.000 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2015 – und damit zehn Prozent mehr als im Jahr davor. Auch Kirchen sind von dem Kriminalitätsanstieg inzwischen betroffen.

Und ihnen machen besondere Täter zu schaffen: „Am besten organisiert sind die Diebe, die im Auftrag von Sammlern stehlen“, sagt Lutz Dettmer vom Ecclesia Versicherungsdienst. Die Auftraggeber haben es auf Kunstschätze oder sakrale Gegenstände abgesehen.

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Can Dündar – der Journalist als Staatsfeind

Can Dündar 2015. Bild: wikimedia.org/cc-by-sa-3.0/Claude Truong-Ngoc
Can Dündar 2015. Bild: wikimedia.org/cc-by-sa-3.0/Claude Truong-Ngoc
Can Dündar ist ein kritischer Kopf. Weil der Journalist über Waffenlieferungen der türkischen Regierung an Extremisten in Syrien schrieb, wurde er verurteilt. Während der U-Haft hat er ein Buch verfasst, das den Zustand der Türkei beschreibt.

Von Hasnain Kazim | SpON

Freiheit und Sicherheit sind ein hohes Gut. Can Dündar, 55 Jahre alt, schulterlanges, graues Haar, grauer Bart, Brille, weiß das zu gut. Er ist aus der Türkei geflohen, nach Europa, dort, wo er Freiheit und Sicherheit findet. Wo genau er lebt, sagt er lieber nicht. Auf jeden Fall wird er auf absehbare Zeit nicht wieder in sein Heimatland zurückkehren. Deshalb gebe er seinen Posten als Chefredakteur der oppositionsnahen Zeitung „Cumhuriyet“ auf, wie er in seiner Kolumne schreibt.

Der Weg in die Heimat versperrt, der Job weg – Dündar zahlt einen hohen Preis dafür, dass er einfach nur seine Arbeit als Journalist getan hat. In seinem am Donnerstag auf Deutsch erscheinenden Buch „Lebenslang für die Wahrheit“ beschreibt er, was ihm widerfahren ist in den vergangenen Monaten und Jahren.

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Boualem Sansal: „Der Islamismus ist ein globalisiertes System“

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat am Vorabend der heutigen Eröffnung des Internationalen Literaturfestivals Berlin ein Gespräch mit Norbert Lammert geführt (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat am Vorabend der heutigen Eröffnung des Internationalen Literaturfestivals Berlin ein Gespräch mit Norbert Lammert geführt #Islam(picture alliance / dpa / Arne Dedert)
Der algerische Autor Boualem Sansal gilt als vehementer Islam-Kritiker. Doch im Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigte er sich „extrem zahm“, berichtet Arno Orzessek.
 

Arno Orzessek im Gespräch mit Liane von Billerbeck | Deutschlandradio Kultur

Der algerische Autor Boualem Sansal gilt als vehementer Islam-Kritiker. Doch im Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert zeigte er sich „extrem zahm“, berichtet Arno Orzessek.

Heute Abend beginnt das Internationale Literaturfestival Berlin. Gestern fand bereits eine erste Veranstaltung statt: Ein Gespräch zwischen dem algerischen Schriftsteller Boualem Sansal und Norbert Lammert, dem Präsidenten des Deutschen Bundestags.

Der als vehementer Islam-Kritiker geltende Sansal habe an diesem Abend allerdings auf Islam-Attacken fast völlig verzichtet, berichtet Arno Orzessek:

„Tatsächlich nahm das Gespräch sofort eine ziemlich abstrakte Wendung. Sansal und Lammert redeten ganz generell über die Funktionsweisen totalitärer Systeme. Dabei war zum Beispiel Hannah Arendt eine große Stichwortgeberin. Aber der Islamische Staat und dergleichen wurde mit keinem Wort erwähnt.“

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Staatskasse trotz Flüchtlingsausgaben so voll wie nie

Euro © Images Money @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Euro © Images Money @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Viele Menschen befürchten leer gefegte Sozialkassen durch die Flüchtlinge. Ein Blick in dei Kassenlage des Staates zeigt ein anderes Bild. Erneut gibt es einen deutlichen Überschuss. Ökonomen fordern, das Geld in Chancengleichheit der Bürger zu investieren.

MiGAZIN

Für kaum einen Satz wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) härter angegangen als für ihr „Wir schaffen das“ vor einem Jahr. Die Kritik wird auch begründet mit der Angst vor explodierenden Staatskosten und leer gefegten Sozialkassen durch die Asylbewerber: Die Sorge, dass der einheimischen Bevölkerung Leistungen weggenommen werden, ist weit verbreitet.

Die gerade veröffentlichte Kassenlage des deutschen Staates zeigt ein anderes Bild. Es gibt den dritten Überschuss in Folge. 18,5 Milliarden Euro Plus erzielte der Staat im ersten Halbjahr: 9,7 Milliarden Euro davon der Bund, 5,9 Milliarden die Sozialversicherungen, 0,4 Milliarden die Länder. Auch die Kommunen nahmen zusammengerechnet 2,5 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben – trotz Flüchtlingskrise.

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Halbmond auf Berggipfel verärgert Wanderer

  • Für eine Kunstaktion hat der Schweizer Künstler Christian Meier auf dem 2140 Meter hohen Gipfel der Freiheit im Alpstein einen leuchtenden Halbmond installiert.
  • Die Polizei befürchtet, dass das Licht Bergretter irritieren und einen Fehlalarm auslösen könnte. Auch bei Wanderern stößt der Halbmond auf Unverständnis.

Süddeutsche.de

Der Schweizer Künstler Christian Meier hat auf dem 2140 Meter hohen Gipfel der Freiheit im Alpstein, in den Appenzeller Alpen, einen zweieinhalb Meter hohen leuchtenden Halbmond installiert. Meier sagt, die Idee zur Aktion hatte er auf einer Wanderung. „Mir fielen die vielen Gipfelkreuze auf“, sagte er dem Online-Portal watson.ch. Als Atheist empfinde er diese als absurd.

Den Gipfel des Berges Freiheit habe er sich gezielt ausgesucht, erzählte er dem Radiosender FM1 Today, um die Einheimischen zu ärgern. „Auf der Freiheit thront jetzt ein Halbmond“, sagte Meier.

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Arabischer Geistlicher erklärt Schiiten zu Ungläubigen

© AP Bezeichnete die Iraner kurzerhand als Ungläubige: Der saudische Grofmufti Abd Al Aziz Al Scheich.
© AP Bezeichnete die Iraner kurzerhand als Ungläubige: Der saudische Grofmufti Abd Al Aziz Al Scheich.
Der Iran kritisierte Saudi-Arabiens schlechte Organisation der jährlichen muslimischen Pilgerreise Hadsch. Darauf reagierte ein führender saudischer Geistlicher ungehalten und sprach einen schon lange schwelenden Konflikt an.

Frankfurter Allgemeine

Im Streit zwischen Iran und Saudi-Arabien über die in wenigen Tagen beginnende Pilgersaison Hadsch hat ein führender saudi-arabische Geistlicher den iranischen Würdenträgern vorgeworfen, sie seien keine Muslime. Der Krieg der Worte ist ein Ausdruck der tiefen Rivalität zwischen dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien und seinem schiitischen Nachbarn Iran. Beide Staaten vertreten nicht nur unterschiedliche Strömungen des Islam, sondern ringen auch um die politische Vorherrschaft in der Region. In mehreren Staaten wie Syrien unterstützen sie sich jeweils bekämpfende Gruppierungen.

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CSU will Vorrang für Zuwanderer aus „christlich-abendländischem Kulturkreis“

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  • Am Freitag und Samstag will die CSU bei der Vorstandsklausur ihre politischen Forderungen festlegen.
  • Die CSU verlangt in deutlichen Worten eine teils drastische Verschärfung der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik.
  • Weitere Forderungen sind ein Kinderbonus für Eltern bei den Beiträgen zur Rentenversicherung, ein Nein zu jeglichen Steuererhöhungen und eine Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung.

Süddeutsche.de

In einer Beschlussvorlage für die Parteivorstandsklausur an diesem Freitag und Samstag ist ein ganzer Katalog teils neuer, teils schon bekannter Forderungen enthalten: nach einer gesetzlich festgelegten Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen pro Jahr, nach Transitzonen an der Grenze und der konsequenten Zurückweisung von Ausländern ohne Bleiberecht. Nach einer Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft, einem Burka-Verbot und nach einem  „Einwanderungsbegrenzungsgesetz“.

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Katholische Autoren werben für Dialog mit Atheisten

Die Bestseller-Autoren Tomas Halik und Benediktinerpater Anselm Grün haben Glaubende und Nichtglaubende zu stärkerem Gedankenaustausch aufgerufen. Manchmal sei Atheismus nur die Kritik an einer bestimmten Art des Glaubens an Gott.

domradio.de

Das sagte der Prager Religionssoziologe Halik am Montagabend in Berlin. Grün betonte, das Gespräch mit Atheisten könne dazu beitragen, den Glauben zu vertiefen. Beide Autoren äußerten sich bei der Vorstellung des Buches „Gott los werden? Wenn Glaube und Unglaube sich umarmen“.

Erfahrungen der „Gottesverlassenheit“

Halik unterstrich, Erfahrungen der „Gottesverlassenheit“ gehörten zum Kern des christlichen Glaubens. Solche Phasen seien eine gemeinsame Basis für den Dialog mit Atheisten. Wer eigenen Unglauben verdränge, neige dazu, ihn auf andere zu projizieren und diese als Ungläubige zu bekämpfen. Grün sagte mit Blick auf den Untertitel des gemeinsamen Werkes, den Unglauben zu „umarmen“ dürfe nicht bedeuten, ihn als nur noch nicht entwickelten Teil des Glaubens zu vereinnahmen. „Unglaube bleibt immer Unglaube und damit ein ständiger Impuls, dem Geheimnis Gottes nachzuspüren“, so der Benediktiner. Andernfalls stehe der Glaube in der Gefahr, zum billigen Optimismus zu werden.

Geheimdienste bekommen mehr Millionen fürs Mitlesen

 Das neue BND-Gebäude in Berlin. (Foto: Tobias Schwarz/AFP)
Das neue BND-Gebäude in Berlin. (Foto: Tobias Schwarz/AFP)
  • Der Bundesverfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst planen für das kommende Jahr mit einem Etatplus von 18 beziehungsweise zwölf Prozent.
  • Das geht aus Unterlagen hervor, die der SZ, dem NDR und dem WDR vorliegen.
  • Ziel ist dabei vor allem, die verschlüsselte Kommunikation im Internet besser überwachen zu können.

Von Antonius Kempmann, Reiko Pinkert, Jan Strozyk | Süddeutsche.de

Der Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wollen für das kommende Jahr einen deutlich höheren Etat. Laut geheimen Haushaltsunterlagen, die der Süddeutschen Zeitung, dem NDR und dem WDR vorliegen, plant das BfV mit einem Budget von 307 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr. Der BND will etwa zwölf Prozent mehr, insgesamt 808 Millionen Euro. Über die Bewilligung der Mittel entscheidet nun das Vertrauensgremium des Bundestages.

Der BND plant deutliche Mehrausgaben bei der Entschlüsselung von sogenannter „nicht-standardisierter“ Telekommunikation. Dazu gehören die zahlreichen Messenger-Dienste wie etwa Whatsapp, die in der Vergangenheit auch bei islamistischen Anschlagsplanungen eine Rolle gespielt haben sollen. Viele dieser Dienste operieren bisher noch im toten Winkel der Sicherheitsbehörden: „Die Verschlüsselung hat zur Folge, dass der BND von aktuell weit über 70 verfügbaren Kommunikationsdiensten mit entsprechender Verbreitung nur weniger als 10 erfassen und inhaltlich erschließen kann“, heißt es in dem Haushaltsentwurf.

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Fachmagazin publiziert 9/11-Verschwörungstheorie

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Sind die Türme des World-Trade-Centers gesprengt worden? Ein Physiker hat es mit seiner Theorie in das Magazin der European Physical Society geschafft. Obwohl die Redaktion in dem Artikel „einige Spekulationen“ sieht.

Von Philipp Hummel | DIE WELT

In wenigen Tagen jährt sich erneut der Terroranschlag vom 11. September 2001. Filmaufnahmen, TV-Bilder und Berichte von Augenzeugen scheinen eindeutig zu zeigen, was damals geschehen ist. Die Welt musste vor dem Fernseher hilflos zusehen, wie die beiden Hochhäuser des World Trade Centers in Manhattan von je einem Flugzeug getroffen wurden, nach den Explosionen in Flammen standen und schließlich einstürzten. Knapp 3000 Menschen verloren nach offiziellen Angaben bei dem Terroranschlag in New York ihr Leben.

Doch viele Menschen glauben offiziellen Angaben nicht. Zu „9/11“ gibt es diverse Verschwörungstheorien. Eine davon hat es nun in das Magazin der European Physical Society (EPS) geschafft, dem Dachverband der europäischen Physikgesellschaften. Am 28. August erschien in dem Fachmagazin namens „Europhysics News“ ein Aufsatz von vier Autoren, der nahelegt, der Nord- und Südturm des World Trade Centers sowie der niedrigere Wolkenkratzer mit der Abkürzung WTC 7 seien durch kontrollierte Sprengungen zum Einsturz gebracht worden.

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Winfried Kretschmann: Dodo des Monats August 2016

Dodo des Monats August 2016 ©HFR
Dodo des Monats August 2016 ©HFR

kretschmann150Winfried Kretschmann vollzieht praktisch, in schöner Regelmäßigkeit, seinen Tourismus zum Vizegott nach Rom. So wie früher die Staats-und Regierungschefs nach Moskau in den Kreml tingelten, ist heute Rom die bevorzugte Destination deutscher Politiker. Deutlich wird, Thron und Altar kungelten in der Vergangenheit die Schweinerein für die Untertanen aus. Der Thron wurde abgelöst durch den Habitus des Politikers. Heute versichern sich beide Seiten, der geschäftlichen Interessenlage zum beiderseitigen Vorteil. Der Staat schanzt den Pfaffen Steuergelder zu, insbesondere durch den in der Exekutive vorhandenen Gotteswahn und die Pfaffen bemühen sich die Untertanen, heute „Staatsbürger“ mit gesellschaftlicher Teilhabe mittels moralisierenden Zeigefinger bei der Fahne zu halten. Klappt nicht mehr so richtig. Das Kirchenvolk reduziert sich, die Bedeutung der Kirchen wird künstlich durch Politiker wie Kretschmann aufrechterhalten. Kretschmann selbst sitzt diesen Widerspruch aus, auch wenn er die Perfektion von Helmut Kohl, Probleme aussitzen zu können, weit verfehlt.

Tourismus zur römischen Spukgestalt, um mit dem absolutistischen Kirchenfürsten über „intelligentes“ Wirtschaftswachstum zu reden. Zwei Männer, die an sprechende Schlangen, Jungfraugeburt und Wiederauferstehung glauben kann man nicht als intelligent bezeichnen. Ein Wunder ist, dass solche Zeitgenossen die Errungenschaften moderner Medizin nutzen, statt die Rituale ihres Geisterbuches zu beschwören. Aber gut, Gottes begrenzte Schöpfung, die, nimmt man die Bücher nahöstlicher Mythologie, einst einen Kreis von rund 1.000km umfasste. Alles in der Mythologie beschriebene ereignete sich innerhalb dieses Kreises, Jerusalem wäre ein Punkt der westlichen Tangente dieses Kreises. Dort soll die Wirkmächtigkeit einer göttlichen Entität gegeben gewesen sein. Schönes Märchen.

Die begrenzte Schöpfung mag kein unbegrenztes Wirtschaftswachstum, weil die Ressourcen begrenzt sind, egal wie blöd oder auch intelligent man sein will. Es kommt der Punkt an dem Schluss ist. Der Theologe Traugott Holtz meinte dazu, “ immer dann, wenn die Wunder Gottes am Größten waren, war es die menschliche Dummheit auch.“

Demokratisch legitimierte Politik sollte sich nicht mit undemokratischen Gemeinwesen abgeben. Zumal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen und der EU durch den Papst nicht anerkannt worden sind. Solange die Gleichberechtigung von Frauen verhindert wird, Homosexuelle, Transgender diskriminiert werden, Schwangerschaftsabbrüche mit Exkommunikation bestraft werden, Kondome mit zweifelhaften Begründungen verteufelt wurden und die Missbrauchsskandale, nach Jahren der Vertuschung, des Hinauszögerns immer noch einer umfassenden Auflärung harren, solange ist ein Gespräch auf Augenhöhe, auch mit dem Papst, nicht möglich. Die sogenannte „Umwelt-Enzyklika «Laudato si»“ ist eben mehr als nur Umwelt, es geht auch um Schwangerschaften, Abbrüche. Wissenschaft hat sich hier als Steigbügelhalter reaktionärer Weltsichten vereinnahmen lassen.
Glaubt man den Informationen steht die Anerkennung der Pius-Bruderschaft durch den Papst ins Haus. Theologe Schockenhoff nannte die Bruderschaft einen „rechtsradikalen Sumpf.“ Diese Pfaffenbande lehnt die religiöse Neutralität des Staates ab, die Todesstrafe solle wieder eingeführt werden, das Parteiensystem sei abzuschaffen und durch christliche Männer zu ersetzen. Eigentlich ein Fall für den Verfassungsschutz.
Wer mit dem Papst küngelt kommt mit katholischem Extremismus in Berührung. Den Grünen Kretschmann ficht das nicht an.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

Fazil Say von Blasphemie-Vorwurf freigesprochen

Fazil Say / Bild: APA/AFP/DPA/BERND THISSEN
Fazil Say / Bild: APA/AFP/DPA/BERND THISSEN
Der Musiker, dem vorgeworfen wurde, sich auf Twitter spöttisch über den Islam geäußert zu haben, wurde von einem Gericht für unschuldig erklärt.

Die Presse.com

Nach einem jahrelangen juristischen Tauziehen ist der türkische Komponist Fazil Say endgültig vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen worden. Ein Gericht in Istanbul befand den weltbekannten Musiker, dem kritische und spöttische Äußerungen über den Islam im Kurznachrichtendienst Twitter zur Last gelegt worden waren, am Mittwoch für unschuldig, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.

Der 45-jährige Say stand seit Oktober 2012 vor Gericht. Ihm wurde vorgeworfen, mit mehreren Twitter-Mitteilungen die „religiösen Werte eines Teils der Bevölkerung“ herabgesetzt zu haben. Im April 2013 wurde der Künstler zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil wurde zwar noch im selben Jahr wegen eines Formfehlers aufgehoben, in einem neu aufgerollten Verfahren wurde aber erneut eine zehnmonatige Bewährungsstrafe verhängt.

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This Ancient ‚Mass Death‘ Offers a Glimpse Into Early Tetrapod Life on Land

A diagram showing the tetrapod humerus (left) and the growth rings the synchrotron revealed inside of it, indicated by arrows (right). Image: Sophie Sanchez
A diagram showing the tetrapod humerus (left) and the growth rings the synchrotron revealed inside of it, indicated by arrows (right). Image: Sophie Sanchez
The history of life on Earth is filled with tales of intrepid organisms that broke into new territories and niches to secure an evolutionary edge.

By Becky Ferreira | MOTHERBOARD

One of the most dramatic examples is the colonization of land by aquatic tetrapods, a giant leap that enabled the emergence of countless species, including humans. Given that we owe our very existence to this bold move, scientists have long been fascinated by how our tetrapod ancestors pushed out of the sea to become “part of that world,” to channel The Little Mermaid.

Research published Wednesday in Nature sheds new light on this pivotal transition. A team led by Sophie Sanchez, an evolutionary biologist based at Uppsala University in Sweden, studied the remains of at least 20 individuals from the early Acanthostega tetrapod clan, preserved in what scientists called a “mass-death deposit,” discovered in Greenland.

Dating back 365 million years to the Devonian epoch, this group was likely swept away by a sudden flooding event that left them stranded the in isolated pools. These temporary safe havens eventually dried up, killing the exposed animals en masse.

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