Angst vor dem 11. September

New Yorks Inferno. Am 11. September 2001 steuerten Islamisten Passagierflugzeuge ins World Trade Center.Foto: imago/Levine-Roberts
New Yorks Inferno. Am 11. September 2001 steuerten Islamisten Passagierflugzeuge ins World Trade Center.Foto: imago/Levine-Roberts
Das muslimische Opferfest und das Gedenken an die Terroranschläge fallen in diesem Jahr zusammen. Amerikas Muslime befürchten nicht nur deshalb Gewalttätigkeiten.

Von Thomas Seibert | DER TAGESSPIEGEL

Für Muslime in der ganzen Welt steht eines der höchsten Feste im Jahr bevor: Eid al Adha, das Opferfest, mit dem an den Propheten Abraham erinnert wird. Bei den rund drei Millionen Muslimen in den USA mischen sich jedoch Sorgen in die Freude. Denn der Vorabend und damit der Auftakt des mehrtägigen Festes, dessen Datum nach dem Mondkalender berechnet wird und sich deshalb jedes Jahr ändert, fällt diesmal ausgerechnet auf den 15. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 am Sonntag. Ein potenziell gefährlicher Zufall.

weiterlesen

Advertisements

Was Hillary Clinton über den Islam und den „Krieg gegen den Terror“ sagen sollte

Bild. RDF
Bild. RDF
Der US-amerikanische Philisoph und Buchautor Sam Harris formuliert eine fiktive Rede, die Hillary Clinton halten sollte, um die Bürger von einer Wahl Donald Trumps abzuhalten.

Von Sam Harris | Richard Dawkins-Foundation

Es folgt ein Teil einer Rede, die Hillary Clinton irgendwann zwischen heute und November halten sollte. Sie dient dazu, jene Wähler, die Clintons politische Korrektheit in Sachen Islam und Dschihadismus insbesondere nach einem zukünftigen Terrorangriff in den USA oder Europa besorgniserregend finden, von einer Wahl Trumps abzuhalten. – Sam Harris

Heute möchte ich über eines der wichtigsten und umstrittensten Themen unserer Zeit sprechen – den Zusammenhang zwischen der islamischen Religion und dem Terrorismus. Ich möchte, dass Sie wissen, wie ich darüber denke und wie ich die Sache als Präsidentin betrachten werde. Ich möchte auch die Herangehensweise an dieses Thema durch meinen Gegner in diesem Präsidentschaftswahlkampf und meinen eigenen Ansatz entgegenstellen.

Das bedeutendste Anliegen – und tatsächlich das wichtigste Thema dieser oder irgendeiner Zeit – ist die menschliche Kooperation. Was verhindert sie, wodurch wird sie ermöglicht? Im November werden Sie einen Präsidenten wählen und keinen Weltherrscher. Die Aufgabe des Präsidenten der Vereinigten Staaten ist selbst bei all der Macht, über der er oder sie verfügt, die Menschen Zuhause und im Ausland zur Zusammenarbeit zu bewegen, um ein großes Spektrum an schwierigen Problemen zu lösen. Ihre Aufgabe besteht darin, sich die Person auszusuchen, die am ehesten dieser Aufgabe gewachsen scheint.

In der Vergangenheit habe ich gesagt, dass Gruppen wie der Islamische Staat und al-Qaida nichts mit dem Islam zu tun hätten. Präsident Obama sagte dasselbe. Wir haben uns auf diese Weise geäußert, weil wir der Auffassung waren, dass wir nichts sagen dürften, was man auf irgendeine Art so auslegen könnte, dass es die Darstellung von Gruppen wie dem IS bestätigt – und nahelegt, dass der Westen der islamischen Religion feindlich gegenübersteht, wenn auch nur ihren radikalsten Ausprägungen – was mehr Muslime in die Arme der Dschihadisten und Theokraten treiben und genau die Kooperation verhindern würde, die wir benötigen, um einen Ideenkampf gegen den radikalen Islam zu gewinnen. Ich sehe die Lage nun anders. Ich denke nun, dass wir die meisten Muslime unterschätzt haben. Und ich denke, dass wir alle einen zu hohen Preis dafür bezahlen, dass wir uns nicht eindeutig über die Verbindung zwischen bestimmten religiösen Ideen und dem sektiererischen Hass äußern, der die muslimische Welt trennt.

weiterlesen

Vorsicht vor der CAfD, Herr Seehofer!

Weiß Horst Seehofer schon, wohin der Weg der CSU führt?Foto: Peter Kneffel/dpa
Weiß Horst Seehofer schon, wohin der Weg der CSU führt?Foto: Peter Kneffel/dpa
CDU und CSU entfremden sich immer weiter. Seehofer sollte sich mit seiner Kritik vorsehen. Wer AfD-Positionen übernimmt, erweist der Demokratie keinen Dienst. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Was da zurzeit läuft, ist doch ziemlich klar: Szenen einer Entfremdung. Zur Scheidung kommt es zwischen CDU und CSU nicht, also noch nicht. Noch gibt es einen Rest an Rücksichtnahme. Denn dass CSU-Chef Horst Seehofer nicht einmal Unrecht hat, Angela Merkel den Tort eines Auftritts auf dem CSU-Parteitag nicht antun zu wollen, hat durchaus etwas Tröstliches für die CDU-Chefin. Es zeigt: Seehofer ist nicht nur erratisch.

weiterlesen

Iran: Das Leben auf der Kippe – Drogensucht

1,25 Millionen Iraner sind nach offiziellen Angaben abhängig, zu 90 Prozent Männer. Foto: imago stock&people (Symbolfoto)
1,25 Millionen Iraner sind nach offiziellen Angaben abhängig, zu 90 Prozent Männer. Foto: imago stock&people (Symbolfoto)
Iran ist eines der Länder mit den meisten Drogenabhängigen weltweit – die Süchtigen sind überwiegend Männer.
 

Von Martin Gehlen | Frankfurter Rundschau

Der Optimismus von Mohammad Eshaghi wirkt unerschütterlich. Wie eine Säule steht der Doktor mit seinem weißen Kittel und schwarzen Schnäuzer in dem kleinen Versammlungsraum, lächelt, gestikuliert und redet. Die acht Männer an den Wänden hängen an seinen Lippen, einige krank und ausgemergelt, andere kräftig und robust. Alle verbindet das gleiche Lebensthema, sie ringen mit ihrer Drogensucht und brauchen Hilfe. „Dass ich noch am Leben bin, verdanke ich Allah und Doktor Eshaghi“, sagt einer, während die anderen nicken.

Für sie ist der freundliche 47-Jährige ihre wichtigste Stütze auf Erden. Jede Woche übt er mit ihnen die besondere Lebenskunst, mit der eigenen Krankheit besser umzugehen, das Suchtmilieu zu meiden und sich bei Rückfällen nicht selbst zu verteufeln. 90 Minuten dauert an diesem Montag das Abendprogramm in der Suchtambulanz an der Avenue Golbarg im Osten Teherans. Das Therapiekonzept ist angelehnt an amerikanische, australische und britische Selbsthilfeleitfäden, die „wir an die iranische Mentalität und Kultur angepasst haben“, erläutert der Arzt.

weiterlesen

Krankenkassen zahlen Millionen für Schischi

Symbolbild, Bild: brightsblog
Symbolbild, Bild:Frank Rumpenhorst-pa/dpa bearb. brightsblog
Wer eine gesetzliche Krankenversicherung abschließt, zahlt für „freiwillige Zusatzleistungen“ wie Homöpathie und Osteopathie mit, selbst wenn er sie nicht will. Warum eigentlich? Ein Selbstversuch.
 

Von Anette Dowideit | DIE WELT

Ich bin 38 Jahre alt, kerngesund und hatte noch nie das Bedürfnis, mir Akupunkturnadeln in den Leib stechen zu lassen, Bachblütentropfen zu schlucken oder mich von einem Osteopathen sanft einrenken zu lassen. Aus ökonomischer Sicht erscheint es demnach logisch, dass ich mir für meine Krankenversicherung den günstigsten Tarif aussuche, den es gibt – und dafür auf solche Extraleistungen der Kasse verzichte.

Also gehe ich ins Internet und werfe die Suchfunktion bei gesetzlichekrankenkassen.de an. Der günstigste Tarif, den mir die Suche auswirft, ist der einer Kasse mit Sitz in Bremen, der hkk. Zusätzlich zu den 14,6 Prozent meines Bruttoeinkommens, die jede Kasse als Pflichtbeitrag von mir kassieren müsste – und mit der all jene Leistungen finanziert werden, deren Wirksamkeit medizinisch gesichert sind und die daher im verpflichtenden, bundesweit einheitlichen Leistungskatalog stehen – verlangt die hkk nur 0,59 Prozent Zusatzbeitrag. Auch auf ihrer Internetseite beschreibt sie großflächig, der günstigste „bundesweit wählbare Anbieter“ zu sein.

weiterlesen

Wie verstehen Kinder die Evolutionsgeschichte?

Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter
Die Evolutionstheorie besagt nicht, dass wir vom Affen abstammen; es ist etwas komplizierter

Dissertation der Uni Bremen untersucht Zugänge von Grundschulkindern zu Darwins Abstammungslehre

Angelika Rockel | Pressestelle Universität Bremen

Nach Charles Darwin bleibt die absolute Zahl der Tiere und Pflanzen einer Art stabil, weil nicht alle Nachkommen überleben. Zwischen den einzelnen Individuen entbrennt vielmehr ein Kampf ums Dasein – die Selektionstheorie. Sie bildet die Grundlage für das Verständnis vieler biologischer Themen. Entwicklungspsychologische Studien legen nahe, dass bereits junge Kinder mit naturwissenschaftlichen Erklärungen vertraut sind. Dennoch werden wichtige Aspekte der Evolutionsbiologie meist erst am Ende des Mittleren Bildungsabschlusses gelehrt. Mit diesem Thema beschäftigte sich an der Universität Bremen die Sozialwissenschaftlerin Dr. Judith Werther in ihrer Dissertation „Evolutionstheorie und naturwissenschaftliche Grundbildung. Präkonzepte von Kindern zur Anpassung von Lebewesen unter Berücksichtigung des Naturzugangs“. Die Arbeit wurde von den beiden Uni-Professorinnen Brunhilde Marquardt-Mau und Doris Elster betreut.

In ihrer Studie untersucht Judith Werther, welche Konzepte Kinder in der Primarstufe zur Theorie der Anpassung haben. Dabei spielt insbesondere die Frage eine Rolle, inwieweit der Naturzugang der Kinder, Naturerfahrungen, soziale Kontakte, naturwissenschaftlich orientierte Medien und Lernorte einen Einfluss auf das evolutionsbiologische Verständnis hat. Dafür befragte die Wissenschaftlerin 112 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren an zwei Bremer Grundschulen. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits Primarschulkinder evolutionsbiologisch argumentieren können. Eine Unterscheidung zwischen Populations- und Individualebene, die zeitliche Einschätzung von Anpassung sowie die Vorstellung zufälliger Prozesse liegen nicht im alltäglichen Erfahrungsbereich der Kinder, so dass diese Prozesse nur bedingt nachvollzogen werden konnten. Grundsätzlich stellt die Autorin fest, dass die Kinder bei erlebbaren Aspekten von Anpassung eine höhere wissenschaftliche Verständnisstufe erreichen als bei nicht erlebbaren Aspekten.

Das Ausmaß des evolutionsbiologischen Verständnisses variiert mit der jeweiligen sozialen Lage der Kinder. Demnach sind Kinder in benachteiligter sozialer Lage stärker medienorientiert, ziehen häufiger schulische und außerschulische Lernorte als Naturzugänge heran und haben ein geringeres evolutionsbiologisches Verständnis. Dagegen beziehen sich die Kinder in begünstigten sozialen Lagen häufiger auf soziale Interaktionen und Printmedien, können auf ein ausgeprägteres Ausmaß an Naturerfahrungen zurückgreifen und verfügen über ein höheres evolutionsbiologisches Verständnis. Dennoch stellt Judith Werther in ihrer Arbeit fest, dass Naturerfahrungen das evolutionsbiologische Verständnis unabhängig von der sozialen Lage am stärksten prägen. Erst als zweithöchste Nennung tragen Medien zum Evolutionsverständnis bei. Die Aspekte soziale Kontakte, schulische sowie außerschulische Lernorte spielen nur eine marginale Rolle.

Aus den Ergebnissen entwickelt die Wissenschaftlerin Empfehlungen für den schulischen Unterricht: Naturerfahrungen im Rahmen des Forschenden Lernens ermöglichen, bereits in der Primarstufe die Kinder an das Thema heranführen, an bestehende Ideen der Kinder anknüpfen, die soziale Lage der Kinder berücksichtigen, das evolutionsbiologische Konzept der Anpassung im Unterricht veranschaulichen, unwissenschaftliche Denkfiguren bewusst machen und mit wissenschaftlichen Ansätzen vergleichen, auf Naturzugänge der Kinder aufbauen. Weitere Informationen zur Dissertation sind online einsehbar http://www.klinkhardt.de/verlagsprogramm/2103.html

Achtung Redaktionen: In der Uni-Pressestelle können Sie unter der E-Mail presse@uni-bremen.de ein Foto von Dr. Judith Werther anfordern.

Weitere Informationen

Universität Bremen
Dr. Judith Werther
Tel.: 0176/ 721 90 808
E-Mail: werther@uni-bremen.de

Strobl und die Atheisten

Bild: Screenshot Youtube
Bild: Screenshot Youtube
Gestern Abend gab es im Fernsehen einen dieser Momente, in denen man sich als Atheist schäbig und bloßgestellt vorkommt, in eine Ecke mit der AfD gestellt. Der christliche Regierungssender ZDF lud bei Maybrit Illner zu illustrer Runde zum Thema „Kanzlerin der Flüchtlinge“. Ohne Widerspruch blieb dabei eine verbale Entgleisung des Gastes Thomas Strobl

Von Bernd Kammermeier | Richard Dawkins-Foundation

Als Landesvorsitzender der CDU Baden-Württembergs und einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Bundes-CDU gehört Thomas Strobl eher zu den ruhigeren Politikern. Zwar fragt man sich, warum ein Demokrat Mitglied einer pflichtschlagenden Studentenverbindung sein muss, da gerade diese die Mensur als wichtige Hilfe zur Persönlichkeitsbildung ansieht, aber die Geschmäcker sind verschieden. Auffälliger ist da schon eher Strobls diesjährige Äußerung bei der Bundestagsdebatte zum sogenannten „Asylpaket“ von CDU/CSU. Er sprach sich für Gesetzesänderungen im Asylrecht aus: „Die Gesetze macht bei uns in Deutschland nicht der Prophet, die macht bei uns in Deutschland das Parlament.“ Der Journalist Peter Zudeick nannte diese Weisheit satirisch überspitzt „den dämlichsten Satz der Woche“.

Der kretschmannsche Innenminister befürwortet natürlich Stuttgart 21. Als Landespolitiker, der die Verantwortung dafür mitträgt, muss er das wohl. Aber musste er dem prominentesten Gegner des Projekts, dem Schauspieler Walter Sittler, „mangelndes Demokratieverständnis“ unterstellen und ihn als jemand bezeichnen, „der in Wahrheit mit unserer Demokratie nichts am Hut hat“? Strobls Begründung: Sittlers Vater war einst Mitglied der NSDAP. Das nennt man Sippenhaft, wie die Südwestpresse vom 30. Oktober 2010 feststellte. Ein Ausrutscher in der Hitze des Gefechts? Nein. In einem Newsletter veröffentlichte Strobl ein Bild des Schauspielers mit der Behauptung: „Sein Vater war Nazi-Funktionär und arbeitete für Reichspropagandaminister Joseph Goebbels: Walter Sittler, Propagandist der S21-Bewegung.“ Der Beleidigte erwiderte, sein Vater sei kein Funktionär, sondern NSDAP-Mitglied gewesen und habe nicht für Goebbels, sondern für das Auswärtige Amt gearbeitet. Immerhin entschuldigte sich Strobl hinterher – nach einer Aufforderung.

weiterlesen

Jan Böhmermann: Böhmermann bekommt Preis für Schmähgedicht

Screenshot: youtube
Screenshot: youtube
Der neu geschaffenen Preis für Pop-Kultur will eine Alternative zum Echo sein. Bei der Premiere überrascht die Jury mit einer mutigen Wahl
 

Frankfurter Rundschau

Jan Böhmermann (34) ist beim neu geschaffenen Preis für Pop-Kultur in der Kategorie «Schönste Geschichte» für sein umstrittenes Gedicht «Schmähkritik» ausgezeichnet worden. Der ZDF-Moderator meldete sich per Videobotschaft und sagte: „Aus terminlichen Gründen, wegen Magen-Darm-Problemen und weil ich gerade zwei juristische Verfahren am Laufen habe, kann ich mich nicht so einfach öffentlich äußern zu dem Thema, zu dem ich heute Abend ausgezeichnet wurde.“

Gegen Böhmermann läuft unter anderem ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Es geht um ein Gedicht des TV-Moderators über den Staatschef, das Ende März für Wirbel gesorgt hatte.

weiterlesen

HDP: Vize-Parteichef in Ankara bei nächtlicher Razzia festgenommen

erdogan-sultan

Der Vizevorsitzende der pro-kurdischen HDP, Alp Altinörs, ist nach Parteiangaben von der türkischen Polizei festgenommen worden. Altinörs‘ Haus in Ankara sei in der Nacht zu Freitag durchsucht geworden, teilte die HDP mit.

derStandard.at

„Wir protestieren und verurteilen diesen deutlichen Akt der Aggression als ein weiteres Beispiel der Unterdrückungskampagne gegen die HDP und die Kräfte der demokratischen Opposition.“ Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wirft der zweitgrößten Oppositionspartei im Parlament vor, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu unterstützen.

weiterlesen

Wieder wurde an Hendricks’ Klimaplan gekürzt – was ist davon noch übrig?

Von den ursprünglich ambitionierten Plänen der Umweltministerin bleibt nach diversen Streichungen nur noch ein schwammiges Dokument ohne konkrete Verbindlichkeiten.

Von Maria-Elisa Schrade | greenpeace magazine

Gerade noch gab es gute Nachrichten: Vor dem Gipfeltreffen der G20 im chinesischen Hangzhou haben ausgerechnet die Hauptumweltverschmutzer USA und China das Klimaabkommen von Paris ratifiziert und damit guten Willen signalisiert. Nur wollen nicht alle Industriestaaten diesem Beispiel folgen. Nicht nur Länder wie Indien stellen sich quer und wollen bei der Reduktion der CO2-Emission ihren Anteil nicht beitragen. Auch Deutschland – bisheriger Musterschüler beim Ausbau erneuerbarer Energien – wird mit seinem aktuellen Klimaschutzplan wohl kaum eine emissionsfreie Zukunft erreichen.

weiterlesen

Der IS auf dem Weg nach Gaza

Die Sinai-Miliz Ansar Bayt al-Maqdis, zuvor Ansar Jerusalem (stets mit guten Beziehungen zu al-Qaida). Propagandamaterial, 2013.
Die Sinai-Miliz Ansar Bayt al-Maqdis, zuvor Ansar Jerusalem (stets mit guten Beziehungen zu al-Qaida). Propagandamaterial, 2013.
Salafistische Dschihadisten werden zum Problem für die Hamas. Dabei hat die Organisation lange Zeit von ihnen profitiert

Von Oliver Eberhardt | TELEPOLIS

Die Gesichter der Männer sind müde, die Oberkörper trotz der extremen Sommerhitze unter schmutzigen Pullovern verborgen, als Sie an einem Nachmittag Anfang September von Polizisten der Hamas einer Gruppe von örtlichen Journalisten vorgeführt werden. Dies seien die Männer, die vorgehabt hätten, einen örtlichen Ableger des „Islamischen Staats“ zu gründen, sagt Ijad al Bozum , Sprecher des Innenministeriums der Hamas; auf frischer Tat habe man sie dabei ertappt, kurz hinter der ägyptischen Grenze.

Einer habe Geld, „mehrere Tausend Dollar“, dabei gehabt, „um damit Leute zu bestechen“; ein anderer sei mit Waffen erwischt worden. Und alle hätten sie gestanden. Dann mussten die Männer einer nach dem anderem bestätigen, dass sie das Vorgeworfene getan haben, und dass sie es bereuen.

„Gaza ist sicher“, sagt al Bozum wenig später am Telefon: „Wenn uns die Israelis in Ruhe lassen, dann können sie als Ausländer ohne Gefahr mitten in der Nacht auf die Straße gehen, ohne dass Sie jemand anrührt.“ Es ist ein Satz, den er in diesen Monaten immer wieder sagt, wenn er von ausländischen Journalisten gefragt wird: „Ist der Islamische Staat da?“

weiterlesen

Polen: Goldzug vergoldet Stadt

Panzertriebwagen 16, ein Nazi-Panzerzug. Bild: Piotrus/CC-BY-SA-3.0
Panzertriebwagen 16, ein Nazi-Panzerzug. Bild: Piotrus/CC-BY-SA-3.0
Irgendwann im September oder vielleicht auch etwas später, Aufschiebungen gehören schließlich zum Geschäft, wird nahe der Stadt Walbrzych tief gebohrt und ein neues Kapitel geschrieben in der großen Story um den „Nazigoldzug“, die Piotr Koper und Andreas Richter seit über einem Jahr so meisterhaft und so ertragreich erzählen.

Von Jens Mattern | TELEPOLIS

Die Vorgeschichte: Im Frühjahr 1945 fuhr ein NS-Panzerzug bei Kilometer 65 auf der Strecke Breslau-Waldenburg in einen Tunnel, der darauf von der SS gesprengt wurde. Der Bergmann Tadeusz Slowikowski, heute 86 Jahre alt, hat in den 50er Jahren von einem deutschen Bergarbeiter davon in Walbrzych erfahren. So heißt die Stadt, die seit Kriegsende zu Polen gehört.

Die Story und etwas Wodka waren der Dank des Deutschen. Slowikowski hatte ihn vor Schlägen eines polnischen Kumpels bewahrt. Slowikowski fing an zu graben, doch sein Hund wurde vergiftet, es gab einen Einbruch. Darauf beschäftigte er sich vorsichtiger, aber weiterhin ausdauernd mit der Panzerzug-Geschichte. Irgendwann zeigt er anderen Walbrzychern die Stelle an den Gleisen, in der der Zug gefahren ist, auf einer Karte. Mit dabei war Piotr Kopek, ein Bauunternehmer, der die Gerätschaften hatte, die Geschichte plakativer weiter voran zu bringen.

weiterlesen

Europäer sind die größten Impf-Skeptiker

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Eine neue Studie zeigt, dass die Ansichten bezüglich Impfungen weltweit variieren.

Von Lisa Retzl | kurier.at

Mit Sicherheit nahmen Sie schon einmal das kurze Pieken einer Nadel für eine Schutzimpfung in Kauf. Schenkten Sie aber der Impfsicherheit auch tatsächlich Ihr Vertrauen oder war es lediglich die hohe Bedeutung der Schutzimpfung, die Sie einen Arztbesuch wahrnehmen ließ?

Dieser Frage gingen jetzt auch die Forscher der London School of Hygiene & Tropicial auf den Grund. Mit der bisher größten Umfrage zum Vertrauen in Impfstoffe konnte gezeigt werden, dass Europäer der Impfsicherheit am meisten Skepsis entgegenbringen.

weiterlesen

Octobot: Durchbruch bei den Weichrobotern

Ein Wissenschaftler-Team der Universitäten Havard und Cornell hat in Nature den ersten autonomen und dabei durch und durch weichen Roboter vorgestellt. Auf Batterien und elektronische Schaltkreise wurde komplett verzichtet, ebenso auf Verbindungen zur Außenwelt. Verbaut wurden ausschließlich weiche Materialien. Hinsichtlich seiner Fähigkeiten befindet er sich noch in einem Embryonalstadium, doch die Schöpfer sehen durchaus sein revolutionäres Potential.

Von Bernd Schröder | TELEPOLIS

Das relativ junge Betätigungsfeld der „soft robotics“ versucht, mittels weicher und deformierbarer Materialien sowie dem Ersatz sperriger Komponenten wie Batterien und elektronischer Bauteile durch weiche Systeme mit gleicher Funktionalität zu komplexen Designs vorzustoßen, herkömmlichen rigiden Robotern ebenbürtig. Die verwendeten Materialien sind dabei meist preisgünstiger als die Bauelemente klassischer Roboter.

Auf weiche Roboter warten Einsatzfelder, die ihren starren Kollegen verwehrt bleiben könnten. Doch auf dem Weg dahin gilt es, einige technische Probleme in den Griff zu bekommen. So lassen sich weiche und verformbare Strukturen steuerungstechnisch nur schwer beherrschen. Bisherige Entwicklungsstadien weicher Roboter waren außerdem stets mit externen Kontrollsystemen und Energiequellen verkabelt und deshalb noch nicht vollständig weich. Mit Octobot wurde diese Grenze überwunden.

weiterlesen

Wo Seehofers Flüchtlings-Obergrenze rechtlich scheitert

 Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze im November 2015. Später beschloss die Regierung in Wien eine Obergrenze von 37 500 Flüchtlingen pro Jahr. (Foto: dpa)
Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze im November 2015. Später beschloss die Regierung in Wien eine Obergrenze von 37 500 Flüchtlingen pro Jahr. (Foto: dpa)
  • Die CSU fordert eine Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen pro Jahr.
  • Eine Obergrenze verstößt nach Einschätzung des österreichischen Rechtsexperten Franz Leidenmühler klar gegen EU-Recht.
  • Die Regierung in Wien argumentiert, dass durch die Mehrkosten die innere Sicherheit des Landes gefährdet sei.

Von Deniz Aykanat | Süddeutsche.de

Da ist sie wieder, die alte Tante Obergrenze. Die CSU zieht die Forderung nach einer Deckelung der Flüchtlingszahl erneut aus dem Hut, obwohl es in der Regierungskoalition, an der sie beteiligt ist, Konsens in der Ablehnung dieser gibt.

CSU-Chef Horst Seehofer hat nun sogar gedroht, auf den traditionellen Auftritt beim Parteitag der Schwesterpartei CDU zu verzichten. „Ohne einen Konsens wäre mein Auftritt nur ein Medienspektakel“, sagte er dem Spiegel. Und mit Konsens meint er in erster Linie das Thema Flüchtlinge.

weiterlesen

Kein Unterricht in Hinterhofmoscheen

„Wir wollen, dass Kinder nicht mehr in Hinterhofmoscheen unterrichtet werden, sondern in deutschen Schulen und in deutscher Sprache.“

evangelisch.de

Das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen und der Ditib beim „Wegweiser“-Präventionsprojekt hat nach Worten von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) keine Auswirkungen auf den islamischen Religionsunterricht. Anfang der Woche war bekanntgeworden, dass die Ditib nicht mehr länger Träger des Präventionsprojekts gegen islamistischen Extremismus in Köln ist. Hintergrund war eine Kontroverse um einen Comic der türkischen Religionsbehörde Diyanet, mit der Ditib eng verbunden ist.

Is the Higgs Boson Acting Weird Again at the LHC?

Bild: LHC Genf
Bild: LHC Genf
Though no one could really say what it was specifically, the Large Hadron Collider’s 750 GeV diphoton bump registered at least one unambiguous conclusion for physicists: they’d found something new. In the showers of proton collision byproducts that occurred during the 2015 run of CERN’s ATLAS and CMS experiments, it seemed there was a new particle.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

2016 data, however, failed to replicate the bump, indicating that the earlier observations were just statistical fluctuations. This has resulted in a generally grim attitude shared by many researchers in high-energy physics: The LHC managed to bag the Higgs boson, yes. But bagging New Physics, the presence of a particle or interaction so-far unknown? Not so much.

Yet, just as the diphoton bump was being kicked to the curb, a potential new strangeness emerged at the LHC, albeit one that’s less plainly seen. This has to do with a process known as tth (top-top-Higgs), which is an alternative mode of Higgs boson production that results in the creation of Higgs particles alongside pairs of top quarks, the heaviest known fundamental particles.

read more