Peter Sloterdijk: „Das Schelling-Projekt: „Philosophischer Unfug zur weiblichen Sexualität

„Zum Problem der Entfaltung luxurierender Sexualität auf dem Weg von den Hominiden-Weibchen…“, so der Titel eines Forschungsantrags in Sloterdijks Buch – ob darin auch Erdbeeren vorkommen? (picture alliance / dpa / David Ebener)
Haben Frauen um Dimensionen besseren Sex als Männer? Diese Frage wollen die Protagonisten im Roman „Das Schelling-Projekt“ des Philosophen Peter Sloterdijk mittels eines Forschungsprojekts klären. Eine drastische Farce – teils pornografisch-trashig und mit Rückgriff auf die Philosophie Schellings.

Von Arno Orzessek | Deutschlandradio Kultur

Es gibt ja Leute, die nehmen Peter Sloterdijk philosophisch-intellektuell bis heute nicht für voll. Ob sie nun Jürgen Habermas heißen oder nicht – für sie ist Sloterdijk ein aufgeblasener Blasenblubberer. Und gar keine Frage, diese Leute werden „Das Schelling-Projekt“ als mentalen Offenbarungseid lesen, als ein schmutziges Schwelgen in ungepflegter Altherren-Geilheit und schwitzigen Zoten. Alle anderen, die das Buch als das nehmen, was es ist: eine drastische, hochtrabend verklügelte Farce aus dem selbstironischen Geist der Postmoderne, dürfen sich auf eine lustig-lukrative Lektüre freuen, deren Kitzel neben dem Gehirn auch auf andere Organe zielt.

Sie sind ihrer fünf, diese guten alten Bekannten mit teils libidinös verwickelten Vorgeschichten, und Keuschheit ist immer noch nicht ihr Hobby: Guido Mösenlechzner, Beatrice von Freygel, Desiree zur Lippe, Kurt Silbe und Peer Sloterdijk. In zunehmend erregtem E-Mail-Verkehr bewegt sie der Verdacht, dass der weibliche Orgasmus das geheime Endziel der Evolution sei, woran sich die bekannte These anschließt, Frauen hätten besseren Sex, womöglich um Dimensionen, wie die akustischen Umstände beim Höhepunkt zeigten.

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Dress to impress Allah? Wer steckt hinter den Shops für verschleierte Frauen?

Wie REPORT MAINZ zeigt, bieten mehrere Geschäfte in Deutschland Vollverschleierungen für Frauen und selbst Khimar-Verschleierung für Mädchen ab zwei Jahren an und werben offen dafür.

REPORT MAINZ

Hinter sogenannten Niqab-Shops in Deutschland stehen zum Teil islamistische beziehungsweise salafistische Strukturen. Zu dieser Bewertung kommen Islamexperten. Verdeckte Aufnahmen, die REPORT MAINZ zugespielt wurden, zeigen, wie eine Verkäuferin versucht Druck auf eine Kundin auszuüben, sich zu verschleiern. REPORT MAINZ hat bundesweit diverse Shops gefunden, bei denen eine Nähe zur islamistischen Szene anzunehmen ist.

Laut Prof. Dr. Susanne Schröter, Leiterin des Zentrums Globaler Islam an der Uni Frankfurt sind diese Läden „nicht nur Modeläden, sondern Teile einer salafistischen Infrastruktur in der auch Informationen weitergegeben werden und die auch als Treffpunkte für Salafistinnen und Salafisten fungieren. Wir haben mittlerweile eine ganz solide salafistische Infrastruktur in Deutschland. Die Szene ist klar extremistisch, sie ist beunruhigend und es erfordert Handlungsbedarf.“

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„Die Hälfte der Arztbesuche sind überflüssig“

© dpa Eine Ärztin untersucht einen Patienten.
© dpa Eine Ärztin untersucht einen Patienten.
Der Chef der Kaufmännischen Krankenkasse sagt, die Hälfte der Arztbesuche sei überflüssig. Die Schuld sieht er aber nicht bei den Patienten.
 

Frankfurter Allgemeine

Der Vorstandsvorsitzende der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Ingo Kailuweit, hat kritisiert, Patienten in Deutschland gingen doppelt so häufig zum Arzt wie nötig. „Die Hälfte dieser Arztbesuche ist überflüssig. Wir haben nicht zu wenig Ärzte, sondern zu viele Arztkontakte“, sagte er der Bild-Zeitung. Nicht Vermittlungs- sondern Verteilungsprobleme seien der wahre Grund für fehlende Facharzttermine. Schuld seien also die Ärzte: Patienten würden häufig falsch behandelt und müssten dann abermals Ärzte aufsuchen.

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Griechenland: Die Probleme werden immer mehr

Am Wochenende kamen insgesamt 269 Neuankömmlinge als Flüchtlinge aus der Türkei auf die griechischen Inseln. Die amtliche Statistik der Koordinationsstelle für Flüchtlinge der griechischen Regierung weist am Dienstagmorgen um 7:30 h für die Inseln 183 Neuankömmlinge des Montags aus. Auf den Inseln befinden sich somit 13.171 Flüchtlinge und Immigranten.

Von Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Foto: Wassilis Aswestopoulos/heise.de

Bei Beginn der Gültigkeit des EU-Türkei-Flüchtlingsdeals im März waren es gerade mal knapp 5.000. Insgesamt wurde die als „psychologische Grenze“ benannte Zahl von 60.000 Flüchtlingen im Land bereits überschritten. Es könnten mehr werden, wenn Deutschland die Option des Dublin-II-Abkommens wie angekündigt zieht und Flüchtlinge aus Deutschland zurück nach Griechenland schickt.

Menschen, gefangen in einem hoffnungslosen Bürokratieapparat

Die Zahl der Neuankömmlinge liegt bei weitem nicht in der Größenordnung des vergangenen Jahres. Doch ergeben sich wegen der langen Aufenthaltsdauer der Menschen in den Lagern zahlreiche Probleme. Die Kapazität der ohnehin kargen Lager auf den Inseln beträgt nur 7.450. Außer der Enge belastet die Aussichtslosigkeit ihrer Lage die Menschen.

Sie dürfen weder die Insel und eigentlich auch das Lage nicht verlassen, bis ihr Asylantrag bearbeitet ist. Das dauert in Griechenland eine gefühlte Ewigkeit. Zudem steht eine gesetzlich vorgeschriebene Berufungskommission für erstinstanzlich abgelehnte Anträge immer noch nicht zur Verfügung.

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Türkei: Presse sieht in Gülen „Trojanisches Pferd des Vatikans“

Fetullah Gülen - insgeheim Kardinal der katholischen Kirche? - REUTERS
Fetullah Gülen – insgeheim Kardinal der katholischen Kirche? – REUTERS
Der islamische Prediger Fethullah Gülen ist ein „trojanisches Pferd des Vatikans“ – das behaupten türkische Medien, die der Regierung Erdogan nahe stehen. In der Medienkampagne wird Gülen, der in den USA im Exil lebt, vorgeworfen, den Putschversuch vom 15. Juli initiiert zu haben.

Radio Vatikan

Er und die von ihm geführte Hizmet-Bewegung seien aber schlussendlich als „Trojanisches Pferd des Vatikans“ zu bezeichnen, so resümiert der vatikanische Pressedienst Fides die entsprechende Berichterstattung in der Türkei.

In der vergangenen Woche gaben nationalistische Zeitungen wie „Sabah“ die These des aserbaidschanischen Journalisten Agil Alesenger wieder, der behauptet, Gülens Hizmet-Bewegung sei Teil eines „Infiltrationsplans“, den der Vatikan durch den Päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog vorantreibe. Als angeblichen Beweis für seine Theorie zitiert der Journalist lobende Worte Gülens für den Papst sowie Auszüge aus einer Ansprache von Johannes Paul II.

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NRW: Grüne gegen Ditib-Anerkennung aber für Islamunterricht

Islamischer Religionsunterricht © karindalziel auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Islamischer Religionsunterricht © karindalziel auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
NRW-Grünen sind gegen eine Anerkennung des türkischen Islamverbandes Ditib. An der Zusammenarbeit beim islamischen Religionsunterricht wolle man aber festhalten. Da müsse man differenzieren. Die Ditib habe ohnehin keinen Einfluss auf den Islamunterricht.

MiGAZIN

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen haben sich dafür ausgesprochen, beim islamischen Religionsunterricht an der Zusammenarbeit mit dem türkischen Islamverband Ditib festzuhalten. „Der Sache ist nicht geholfen, wenn wir ausgrenzen statt integrieren“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Mehrdad Mostofizadeh am Dienstag in Düsseldorf. Das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Land NRW und der Ditib beim „Wegweiser“-Präventionsprojekt in Köln bezeichnete er hingegen als richtig. Auch einer möglichen Anerkennung des Verbands als Religionsgemeinschaft stünden die Grünen skeptisch gegenüber.

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Google steigt in den Krieg gegen den Terror ein

Google zeigt IS-Sympathisanten in den Suchergebnissen auch Links zu Anti-Terror-Videos Quelle: Screenshot Die Welt
Google zeigt IS-Sympathisanten in den Suchergebnissen auch Links zu Anti-Terror-Videos Quelle: Screenshot Die Welt
Auch Rekruten des IS suchen im Internet. Google nutzt nun seinen Werbealgorithmus, um sie von der Reise nach Syrien abbringen: Wer nach Propaganda sucht, bekommt auch Anti-Terror-Videos angezeigt.
 

Von Benedikt Fuest | DIE WELT

Auch Terroristen und jene, die es werden wollen, nutzen Google: Sie suchen im Internet nach Ausbildungscamps des IS in Syrien, nach Terror-Internetforen, nach Propagandavideos.

Das weiß der Suchmaschinenkonzern natürlich, schließlich ist er darauf spezialisiert, das Verhalten seiner Nutzer im Netz zu analysieren. Um zielgerichtet Werbung anzeigen zu können, versucht Google anhand der eingegebenen Suchbegriffe, die aktuellen Interessen und Bedürfnisse der Nutzer zu erkennen. Dieses Wissen will Google nun gegen die Islamisten nutzen: Der Google-Algorithmus AdWords, der zu jedem Suchbegriff die Links mit Werbeanzeigen generiert, lässt sich auch für den Anti-Terror-Kampf nutzen.

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Krise der Liberalen – Im Wohlfahrtsstaat sind alle wie auf Droge

Wohlstand macht den Menschen bequemer, nicht freier / picture alliance
Wohlstand macht den Menschen bequemer, nicht freier / picture alliance
Weil die sozialdemokratische Allparteienkoalition dem Staat immer mehr Befugnisse verschafft, wäre eigentlich genug Platz für eine liberale Bürgerbewegung. Doch die Deutschen haben sich dem Komfort des Sozialsstaates hingegeben, schreibt Alexander Grau

Von Alexander Grau | Cicero

Es war kein gutes Wahlergebnis für die ehemals großen Parteien vergangene Woche im Nordosten. Und dass es nächste Woche in Berlin wesentlich besser werden wird, glauben selbst eingefleischte Optimisten nicht.

Keiner redet über die FDP

Also reden alle vom Niedergang der CDU, der Selbsthypnose der SPD, die ihre Niederlage als Sieg verkauft, vom Abstieg der Linken, den verzagten Grünen – und natürlich von der AfD. Nur von den Freien Demokraten spricht niemand.

Gut, könnte man sagen, weder Mecklenburg-Vorpommern noch Berlin gelten wirklich als Stammländer der Liberalen. Allerdings: Waren die Wahlergebnisse vom März, im Südwesten der Republik, aus liberaler Sicht so viel berauschender? Zwar sitzt die FDP in Stuttgart und in Mainz im Landtag. Doch darüber hinaus? Aufbruchsstimmung? Eine liberaler Sturm, der durch das Land fegt? Eine Bürgerbewegung, die sich dem übergriffigen Gestaltungswahn des Staates entgegenstellt? Nicht wirklich, im Gegenteil.

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A Teen Proposed a Hijab Emoji Because She Just Wanted One that Looked Like Her

Image: Aphelandra Messer/Alhumedhi's proposal
Image: Aphelandra Messer/Alhumedhi’s proposal
When 15-year-old Rayouf Alhumedhi was making a new WhatsApp group chat with her friends last year, they decided to make the title of the group a series of emojis: one to represent each girl. But Alhumedhi had a problem, none of the emojis really looked like her, because she’s Muslim, and wears a hijab.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

“I just opted for a regular ‘girl with hair’ emoji but I didn’t understand why there wasn’t a headscarf one,” Alhumedhi told me over the phone from Berlin, where she lives. “There was no reason not to have it.”

So she started a mission to change that. Alhumedhi told me she sent off a hastily-written email to Apple that day, but never heard back. It wasn’t until earlier this year, when she watched a Mashable Snapchat story that detailed how to write a formal emoji proposal to Unicode—the consortium that decides on text character standards, including emojis—that she decided to try again.

This time, Alhumedhi caught the attention of Jennifer 8. Lee, a former journalist and start-up founder who sits on Unicode’s emoji subcommittee. Lee told Alhumedhi she had already been mulling over the idea of a headscarf emoji.

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Bayerns Kultusminister empfängt homophobe Bibel-Fundis

V.l.n.r.: Manfred Spieker, Birgit Kelle, Sabine Weigert, Hedwig von Beverfoerde und Minister Ludwig Spaenle bei dem Treffen am Montag (Bild: Demo für alle / CC BY-SA 3.0)
V.l.n.r.: Manfred Spieker, Birgit Kelle, Sabine Weigert, Hedwig von Beverfoerde und Minister Ludwig Spaenle bei dem Treffen am Montag (Bild: Demo für alle / CC BY-SA 3.0)
Hedwig von Beverfoerde und Birgit Kelle übergaben dem CSU-Politiker Ludwig Spaenle ein Forderungspapier, das an Volksverhetzung grenzt.
 

Von Norbert Blech | QUEER.DE

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle hat am Montag Gegner einer Schulaufklärung über Homo- und Transsexualität in seinem Ministerium empfangen. Wie das homophobe Protestbündnis „Demo für alle“ in einer Pressemitteilung bekanntgab, habe der CSU-Politiker dabei unter anderem der Demo-Organisatorin Hedwig von Beverfoerde und der rechtspopulistischen Publizistin Birgit Kelle zugesichert, „den aktuellen Richtlinienentwurf vorerst nicht in Kraft zu setzen“, und versprochen, sich mit einem überreichten Forderungskatalog zu befassen.

Von Beverfoerde und ihre Mitstreiter hatten seit Monaten Front gemacht gegen Pläne, auch an Bayerns Schulen den Unterricht zumindest etwas zu modernisieren und LGBT-Themen behutsam anzusprechen – der Unterricht im Freistaat soll Jugendlichen laut dem Richtlinienentwurf künftig helfen, „ihre geschlechtliche Identität sowie sexuelle Orientierung zu finden und anzunehmen“ (queer.de berichtete).

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Club of Rome: Forscher fordern Belohnung für kinderlose Frauen

Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Seit Jahrzehnten warnt der Club of Rome vor ungebremstem Wachstum. Ein neuer Bericht versammelt nun Forderungen zum politischen Umsteuern. Eine davon: Kinderlose Frauen sollen mit 50 eine Prämie von 80.000 Dollar erhalten.

SpON

Wachstum hat Grenzen: Mit dieser Botschaft sorgte der sogenannte Club of Rome bereits vor mehr als vier Jahrzehnten für Aufsehen. Nun haben zwei Wissenschaftler einen neuen Bericht an den Club vorgelegt, der einen radikalen Umbau der Volkswirtschaften vorsieht

Die Studie, die der norwegische Zukunftsforscher Jørgen Randers und der britische Ökonom Graeme Maxton in Berlin vorstellten, trägt den Titel: „Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen“. Zu den Vorschlägen gehören:

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Nachrichten aus dem Paralleluniversum Türkei

Für immer Sommerzeit: Die Türkei ist eine Stunde vom Westen abgerückt. ©DPA
Für immer Sommerzeit: Die Türkei ist eine Stunde vom Westen abgerückt. ©DPA
Erdogans Ausnahmezustand stiftet Chaos. Es herrscht Willkür, und die Wahrheit verschwindet. Doch es gibt Wörter, die diesen Vorgang verdecken, zum Beispiel: „parallel“. Warum?

Von Bülent Mumay | Frankfurter Allgemeine

In jeder Sprache gibt es stille Wörter. Wörter, die wir jahrhundertelang verwendet haben, die aber still wurden, als sie in einem schmalen Spalt der Geschichte eine andere Konnotation erhielten. Mitunter büßen solche Wörter auch nach einer persönlichen oder gesellschaftlichen Schande, einer Narretei, einer Scham oder nach großer Trauer ihre Stimme ein.

Es ist, als führe man plötzlich über eine andere Route heim. Man weiß, dass diese Wörter da sind, man vermisst sie. Sie sind kürzer, leichter, praktischer. Doch man tut so, als existierten sie gar nicht, wenn man sie nicht sieht, ausspricht oder hört. Wie in einer türkischen Redewendung: „Sieht das Auge nicht, findet sich das Herz ab“ – mit ihrer Abwesenheit.

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Partenstein: Ist der Christengott evangelisch oder katholisch?

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Martin Luther war nie im unterfränkischen Partenstein, die evangelische Kirchengemeinde wollte den Dorfplatz aber trotzdem nach dem Reformator benennen. Das hat nicht allen Partensteinern gefallen. Der Gemeinderat hat das Ansinnen nun abgelehnt.
 

Von Daniel Staffen-Quandt | evangelisch.de

Der Dorfplatz in der Spessart-Gemeinde Partenstein bleibt auch künftig namenlos. Am Montagabend lehnte der Gemeinderat mit neun zu sechs Stimmen einen Antrag der evangelischen Kirchengemeinde ab, den Platz anlässlich des Reformationsjubiläums nach Martin Luther zu benennen. Die monatelange, ziemlich emotional und teils persönlich geführte Debatte dürfte damit zwar vorbei sein – doch ob das für die aufgerissenen konfessionellen Gräben und persönlichen Verletzungen gilt, darf am Tag nach der Abstimmung bezweifelt werden. Auch, wenn sich Bürgermeister Stephan Amend das nun wünscht.

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Stille Tage in Antalya – wenn der Muezzin ruft

Angela Merkel und Recep Tayyip Erdogan.Foto: dpa
Angela Merkel und Recep Tayyip Erdogan.Foto: dpa
Was die Türken über Erdogan flüstern.

Von Moritz Rinke | DER TAGESSPIEGEL

Ich bin schon wieder in der Türkei. Bei der letzten Ausreise übermittelte ich dem Auswärtigen Amt noch alle Passnummern meiner Familie, Abflugort, Flugnummer etc., denn nach all den Berichten, die über die Maßnahmen nach dem Gegenputsch in der Türkei erschienen waren, dachte ich, ich würde sofort von den Grenzpolizisten verhaftet und in eines dieser überfüllten Gefängnisse geworfen werden – die Journalistin Tugba Tekerek berichtete, sie habe mit 27 Gefangenen in einer einzigen Zelle gesessen, darunter auch eine Schwangere, die in der Hocke schlafen musste, tagelang, ohne Wasser.

In Berlin sagte mein Sohn, der eigentlich noch gar nicht sprechen kann: „Annanenne“, jeden Tag: „Annanenne“. Damit meinte er immer wieder seine türkische Großmutter. Meinem Sohn sind der Gegenputsch, der Präsident und seine Säuberungen egal, er will „Annanenne“. Diesmal bin ich einfach so mit meinem Sohn ins Land von Annanenne gereist.

Ich kann in der Türkei sowieso besser an meinem Theaterstück über Luther schreiben als in Berlin. Es ist absurd: Mitten im Auge des wütenden Autokraten finde ich meine Ruhe.

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Seehofer und die CSU bringen die Kirche gegen sich auf

Momentan nicht die besten Freunde: Horst Seehofer mit Bischof Woelki beim Neujahrskonzert der bayerischen Landesvertretung im Konzerthaus Berlin im Jahr 2012. Foto: DAVIDS
Momentan nicht die besten Freunde: Horst Seehofer mit Bischof Woelki beim Neujahrskonzert der bayerischen Landesvertretung im Konzerthaus Berlin im Jahr 2012. Foto: DAVIDS
Mit seiner Flüchtlingspolitik verärgert Horst Seehofer die christlichen Kirchen. Bischof Woelki rückt die CSU gar in die Nähe der AfD.

Von Karsten Kammholz, Miguel Sanches | WAZ

Pater Stefan Kiechle wohnt in Bayern und „ein bisschen“ bedauert er in diesen Tagen, „dass ich Frau Merkel nicht wählen kann.“ Kiechle ist einer der führenden Jesuiten in Deutschland und nicht der einzige Kirchenvertreter, der in der Flüchtlingspolitik gegen die Haltung der CSU Position bezieht – und sich damit hinter die Bundeskanzlerin stellt.

Über das Wochenende hatten mit dem Kölner Kardinal Rainer Woelki und dem Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, gleich zwei namhafte Kirchenvertreter die CSU kritisiert. Das hatte Folgen.

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Mäuse ohne Befruchtung erzeugt

Bild: (c) BilderBox
Bild: (c) BilderBox
„Unsere Arbeit stellt das Dogma in Frage, dass nur eine mit einer Spermienzelle befruchtete Eizelle in einer Lebendgeburt eines Säugetiers münden kann.“ So vollmundig bewirbt Tony Perry, Molekularbiologe an der University of Bath, eine Arbeit, die am Dienstag überraschend via Nature Communications veröffentlicht worden ist.

Die Presse.com

Perry und Kollegen von der Universität Regensburg haben mit Mäusen gearbeitet, und zwar offenbar mit Parthenogenoten: Das sind, wie der Name sagt, sozusagen jungfräulich entstandene Tiere. Sie werden aus einer unbefruchteten Eizelle erzeugt, indem diese quasi ausgetrickst und dazu gebracht wird, sich zu teilen und in einen Embryo zu entwickeln. Solche Pathenogenoten starben allerdings bisher immer nach ein paar Tagen, weil Entwicklungsprozesse, die normalerweise von Spermien ausgelöst werden, nicht passieren können.

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Silt Built This Town – And Melting Ice Will Eventually Destroy It

Alexandra Falls. GIF by Zoe Miller
Alexandra Falls. GIF by Zoe Miller
FORT SIMPSON, NWT—By the end, the Mackenzie is a dirty river. But it doesn’t start that way. It starts clear, green in depth, clean enough to draw drinking water and cook and bathe.

By Brian Castner | MOTHERBOARD

In late June, after my first week of paddling, I was greased with dust and sweat but not yet accustomed to it; I still had a New York standard for maximum grime allowed. So I found an island with a sandy head, and rinsed and did laundry and emerged just as pink and scrubbed as I might from any spa.

Such a bath would not be possible only a few days later.

Two-hundred crisp miles below Great Slave Lake, the Liard River comes in from the west, flush with silt from the melting glaciers of northern British Columbia. When the two great rivers meet, at the small town of Fort Simpson, the Mackenzie becomes bipolar: clean and green on the eastern shore, brown and dirty on the western. Not toxic, not contaminated, not diseased, but dirty. Literally full of dirt. Stick your hand in the river up to the wrist, and you lose sight of your fingers.

For hundreds of miles, the waters of the Liard and Mackenzie remain remarkably separate. The left bank is piled high with the detritus of the Rockies, driftwood hulks of massive pine trees and dark silt that suctioned my feet with each step. The right bank stays comparatively clean, with packed and pale dried mud, but it’s a losing battle. After the Liard, another dozen major mountain rivers will soon join up.

The Mackenzie’s dual personality persists over weeks of paddling, but eventually the silt wins. By the end, where the delta meets the Arctic Ocean, the water is not a shocking polar blue, like you imagine from the movies. It’s dull, the color of a worn-out coffee mug, all the way to the northern horizon.

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