Astronomen entschlüsseln Geheimnis der rasanten Entwicklung des Zentralsterns im Stingray-Nebel


Diese Abbildung des Stingray-Nebels, einem planetarischen Nebel, der 2.700 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, wurde 1998 mit der Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) des Hubble-Weltraumteleskops aufgenommen. Im Zentrum des Nebels befindet sich der Stern SAO 244567, der sich schnell entwickelt. Beobachtungen aus den vergangenen 45 Jahren zeigten, dass die Oberflächentemperatur des Sterns um fast 40.000 Grad Celsius stieg. Nun ergeben neue Beobachtungen, dass der Stern SAO 244567 wieder begonnen hat abzukühlen. Bild: ESA/Hubble & NASA
Diese Abbildung des Stingray-Nebels, einem planetarischen Nebel, der 2.700 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, wurde 1998 mit der Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) des Hubble-Weltraumteleskops aufgenommen. Im Zentrum des Nebels befindet sich der Stern SAO 244567, der sich schnell entwickelt. Beobachtungen aus den vergangenen 45 Jahren zeigten, dass die Oberflächentemperatur des Sterns um fast 40.000 Grad Celsius stieg. Nun ergeben neue Beobachtungen, dass der Stern SAO 244567 wieder begonnen hat abzukühlen. Bild: ESA/Hubble & NASA
Einem internationalen Team von Astronomen ist es mithilfe von Daten des Hubble-Weltraumteleskops gelungen, eine bisher nicht beobachtete Sternentwicklung in Echtzeit zu studieren. Frühere Beobachtungen des Sterns mit dem Namen SAO 244567 ließen einen dramatischen Anstieg seiner Temperatur erkennen.

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Neueste Daten belegen nun, dass sich der Stern in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgekühlt haben muss und damit in eine frühere Lebensphase wiedergeboren wurde. SAO 244567 ist bisher der einzige wiedergeborene Stern, der sowohl während der Aufheizungs- als auch der Abkühlungsphase beobachtet wurde.

Die Studienergebnisse werden nun in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society publiziert. Neben Professor Klaus Werner und Dr. Thomas Rauch gehörte auch die Erstautorin der Studie Dr. Nicole Reindl zum Institut für Astronomie und Astrophysik der Universität Tübingen; sie forscht mittlerweile an der britischen University of Leicester.

Obwohl sich das Universum ständig verändert, laufen die meisten Prozesse viel zu langsam ab, als dass man sie während eines Menschenlebens beobachten könnte. „SAO 244567 bildet eine Ausnahme. Er ist eines der seltenen Beispiele von Sternen, die es uns erlauben, die Sternentwicklung in Echtzeit mitzuerleben“, erklärt Nicole Reindl.

Zwischen 1971 und 1990 hatte sich die Temperatur des Sterns verdoppelt, so Reindl. Der Stern sei dabei sogar so heiß geworden, dass es möglich gewesen sei zuzusehen, wie er seine früher abgestoßene Hülle ionisiert habe.

Dieser leuchtende Nebel ist seitdem aufgrund seiner Form als Stingray-Nebel bekannt – Stingray ist das englische Wort für Stachelrochen. Beobachtungen von SAO 244567 wurden über die vergangenen 45 Jahre aufgenommen. Während ihrer Doktorarbeit in Tübingen, die von der Astronomischen Gesellschaft als die beste 2015 im deutschsprachigen Raum erschienene Doktorarbeit ausgezeichnet wurde, analysierte Reindl sämtliche Beobachtungen von SAO 244567, die über die letzten Jahrzehnte aufgenommen wurden.

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