Mythos Jungfräulichkeit: Heilige oder Hure

 Viele Frauen muslimischen Glaubens wollen rein, also als Jungfrau, in die Ehe gehen. (Foto: imago)
Viele Frauen muslimischen Glaubens wollen rein, also als Jungfrau, in die Ehe gehen. (Foto: imago)
Viele junge Musliminnen leben ein modernes Leben – und wollen dann doch als Jungfrau in die Ehe gehen. Was, wenn sie keine mehr sind?
 

Von Harald Hordych | Süddeutsche.de

Es gibt Traditionen und Denkweisen, die unwiederbringlich der Vergangenheit anzugehören scheinen. Die strenge Pflicht, als Jungfrau in die Ehe zu gehen, gehört in den Augen der meisten Menschen dazu. Doch für viele muslimische Frauen und ihre Familien stellt ein verletztes Jungfernhäutchen eine Schande dar. Egal, wie aufgeklärt und westlich orientiert diese junge Frau auch sein mag. Egal auch, wie tolerant ihre Familie sich sonst geben mag.

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Erzapostel Schick: Erderwärmung stoppen statt Weltall erobern

FB-Seite des Bamberger Bishcofs Schick. Screenshot: BB
FB-Seite des Bamberger Bishcofs Schick. Screenshot: BB
Dafür würde viel Geld benötigt und Intelligenz und Energie sinnlos verbraucht. Wenn keine weitere Erderwärmung mehr zugelassen werde, könnten Überschwemmungen, Tsunamis, Sturmfluten oder Wirbelstürme eingedämmt werden, so der Erzbischof.
 

evangelisch.de

Mehr Investitionen in den Klimaschutz hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick gefordert. Die Menschen sollten ihren Verstand einsetzen, um die Erderwärmung zu stoppen und nicht um das Weltall erobern, sagte Schick am Sonntag in Bayreuth laut vorab verbreiteter Pressemitteilung. Dafür würde viel Geld benötigt und Intelligenz und Energie sinnlos verbraucht. Wenn keine weitere Erderwärmung mehr zugelassen werde, könnten Überschwemmungen, Tsunamis, Sturmfluten oder Wirbelstürme eingedämmt werden, so der Erzbischof.

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Ist meine Intoleranz Deiner Intoleranz intolerant?

Bild: RDF
Bild: RDF
Die Präsidentin der Richard Dawkins Foundation analysiert die Vorgehensweise islamischer Staaten wie Saudi-Arabien, die internationale Kritiker zum Schweigen bringen wollen, und die damit einhergehende Denkweise der regressiven Linken.

Von Robyn E. Blumner | Richard Dawkins-Foundation

Stellen Sie sich die folgende Szene vor: Eine kleine Gruppe Kommentatoren von großen US-amerikanischen Zeitungen sitzt in Riad mit Roben und Kufiya tragenden Beamten des saudi-arabischen Bildungsministeriums zusammen in einem Sitzungsraum. Es geht um das Thema Intoleranz. Als Kolumnist, der für mehrere Zeitungen schreibt und als Autor von Leitartikeln bin ich unter diesen Journalisten. Unsere Fragen konzentrieren sich auf Lehrbücher, die für die Bildung von Millionen saudischen Kindern in öffentlichen Schulen verwendet werden.

Warum, fragen wir, steckt so viel Intoleranz gegenüber Andersgläubigen in diesen Büchern? Sie laufen über mit herabwürdigenden und beleidigenden Beschreibungen von Christen, Juden und allen anderen, die der strengen Islamvariante der Saudis nicht zustimmen. Die Schulbücher akzeptieren – nein, ermutigen – Gewalt gegen Andersgläubige und behaupten, sie sei nötig, um die Integrität des Wahhabismus zu bewahren. Wir fragen: Säen Sie nicht die Saat des Hasses und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen einfacher von Terrorgruppen rekrutiert werden können?

Relevante Fragen. Das war im Jahr 2002.

Wir hatten während dieses Ausflugs zum Königreich des Hauses Saud bereits eine Menge orwell’sches Denken zu hören bekommen. Der Mossad steckte hinter den Ereignissen vom 11. September 2001. Der Islam ist eine Religion des Friedens. Aber was wir im Bildungsministerium vorgesetzt bekamen, brachte das Fass des Wahns zum Überlaufen.

Wir seien die Intoleranten, meinten sie. Unsere unverschämten Fragen wären der Beweis dafür. Was uns einfalle, ihre kulturellen und religiösen Traditionen zu hinterfragen? Jede Andeutung, dass ihre Schulbücher den Beigeschmack des religiösen Eifers hätten, sei ein Angriff auf ihre Souveränität und eine Form von religiöser Intoleranz.

Wir waren ihrer Intoleranz gegenüber intolerant.

Man kann sich vorstellen, wie sich eine so verdrehte Auffassung in einer theokratischen Monarchie wie Saudi-Arabien entwickeln kann. Für die Saudis hängt viel davon ab, den Westen davon zu überzeugen, dass er die abstoßenden Haltungen und rückständigen Regeln, die ihr Land bestimmen, schweigend hinnimmt. Ihr System beruht auf religiösen Verlautbarungen, denen zufolge Frauen rechtlich, in der Wirtschaft und im häuslichen Bereich weniger wert sind als Männer und denen zufolge jeder Nicht-Muslim verfolgt und oftmals getötet werden sollte.

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Die ersten Weihnachtsengel wurden über den Redaktionen gesichtet

Weihnachtsschmuck

Das Fest der Liebe naht, das Weihnachtsgebäck stapelt sich wieder in den Supermärkten, obwohl draußen die Blätter an den Bäumen noch nicht welken. Die Tage werden gleichwohl kürzer. Doch die süße Knusperei will irgendwie nicht recht zu den lauen Badestrandtemperaturen dieses Spätsommers passen. Derweil verbreiten, nach den harten Debatten des Sommers (Burkaverbot ja oder nein, jihadistische Attentate in Bayern und Frankreich, Staatsverträge mit DITIB & Co.), die ersten medialen Räuchermännchen in unseren Wohnstuben eine traulichte, geruhsame Stimmung. Genug von Unterdrückung, Terror und Verwirrung durch den Islam.

Von Paul Nellen | Achgut.com

Hier sind zwei Artikel, die man seinen Kindern noch vor dem Einschlafen vorlesen kann. Der erste handelt vom Brückenbauen zwischen den Religionen, vor allem  zu jener, die uns als „die wahre, tolerante Lehre des Islam“ beschrieben wird. Darin spielen der Pontifex Maximus im Vatikan in weißer Soutane und ein arabischer Prinz aus Abu-Dhabi, der den Papst besucht hat, anrührende Rollen. Sie erzählen uns, dass sozioökonomische Ungleichheiten Extremismus begünstigen. Die Armut und Hoffnungslosigkeit in der Welt wollen Papst und Ölprinz jetzt gemeinsam bekämpfen. Gut, dass der Milliardär Osama bin-Laden, die wohlhabend beelterten Entführer der 9/11-Maschinen und der oberste iranische Terrorinspirator Khomeini davon nichts mehr mitbekommen können, sie könnten in Selbstanklagen verfallen: Der Kronprinz von Abu Dhabi besuchte erstmals den Papst. Kann der interreligiöse Diskurs in Zeiten der Krise helfen?

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Flensburger Theologie-Professor: „Terror hat nichts mit dem Islam zu tun“

Plädiert für mehr Empathie gegenüber dem Islam: Ralf K. Wüstenberg. Foto: Staudt
Plädiert für mehr Empathie gegenüber dem Islam: Ralf K. Wüstenberg. Foto: Staudt
Der Flensburger Theologie-Professor Ralf K. Wüstenberg schreibt in seinem neuen Buch, was das Christentum vom Islam lernen kann.
 

Von Tobias Fligge | shz.de

Ralf K. Wüstenberg ist Professor für Evangelische Theologie an der Europa-Universität Flensburg und mitverantwortlich für die Ausbildung von über 400 angehenden Religionslehrern. 2013 bis 2014 war er als Gast-Dozent am Muslim College in Cambridge und lernte dort einen Islam kennen, der nach seiner Darstellung so gar nicht in das Bild von einer dunklen Religion passen will. Seine Erfahrungen hat er in seinem neuen Buch „Islam ist Hingabe“ (Gütersloher Verlagshaus) beschrieben.

Herr Wüstenberg, der Dialog mit dem Islam scheint in diesen Tagen mehr als schwierig zu sein. Warum schaffen wir es nicht, Verständnis füreinander zu entwickeln?

Der Islam wird im hohen Maße instrumentalisiert. Das kennt man auch aus der christlichen Religion. Wenn ich mir ein Bild vom Christentum anhand des Nordirland-Konflikts mache, werde ich auf ähnliche Schwierigkeiten stoßen und mich fragen: Wie kann eine solche Religion fähig sein, einen Dialog zu führen. Deshalb müssen wir uns als Christenmenschen ernsthaft mit den Inhalten der Religion beschäftigen und hinter die Fassade gucken.

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Der Vatikan und der Pakt mit dem Faschismus

Pius XI. und Mussolini: ein schwieriges Verhältnis für beide. AP; AFP/picturedesk.com (Montage)
Pius XI. und Mussolini: ein schwieriges Verhältnis für beide. AP; AFP/picturedesk.com (Montage)
Mit der Deutung, der Vatikan sei dem Faschismus in erster Linie kritisch gegenübergetreten, räumt „Der erste Stellvertreter. Pius XI. und der geheime Pakt mit dem Faschismus“ des amerikanischen Historikers David I. Kertzer gründlich auf.
 

Von Johanna Grillmayer | religion.ORF.at

Papst Pius XI. (1922-1939) ist den meisten wohl durch seine Enzyklika „Mit brennender Sorge“ bekannt. Dass er darin gegen die Diskriminierung von Juden heftig protestiert habe, bezeichnet Kertzer als „tröstliche Erzählung“. Im Gegenteil: „Der Vatikan spielte eine zentrale Rolle dabei, das faschistische Regime möglich zu machen und es an der Macht zu halten“, schreibt der Historiker.

Voraussetzung für sein Buch war die Öffnung der vatikanischen Archive im Jahr 2006 betreffend die Periode unter Pius XI. Mehr als sieben Jahre forschte Kertzer dort und in anderen Archiven. Für sein Buch, das bei seiner Veröffentlichung hohe Wellen schlug, wurde er im Vorjahr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

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Bundesregierung will militärisches EU-Hauptquartier in Brüssel

Für ein eigenes EU-Hauptquartier für militärische Einsätze setzen sich Deutschland und Frankreich ein. Nun legt sich die Bundesregierung auf einen Ort fest.

Frankfurter Allgemeine

Deutschland und Frankreich setzen sich dafür ein, dass die EU ein eigenes Hauptquartier für zivile und militärische Einsätze erhellt. Die Bundesregierung legt sich nun auch hinsichtlich dessen Ortes fest. „Ein permanentes strategisches EU-Hauptquartier sollte in Brüssel aufgebaut werden“, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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Belgien: Vatikan kritisiert Sterbehilfe für Minderjährige

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
In Belgien ist erstmals ein minderjähriger Patient mit Sterbehilfe gestorben. Der Vatikan verurteilte den Vorgang scharf.
 

SpON

Der erste Fall von Sterbehilfe für Minderjährige in Belgien hat heftigen Protest aus dem Vatikan hervorgerufen. Das belgische Sterbehilfe-Gesetz nehme Kindern das Recht auf Leben, kritisierte Kardinal Elio Sgreccia laut Radio Vatikan. Am Samstag war bekanntgeworden, dass ein Minderjähriger oder eine Minderjährige in Belgien mit medizinischer Hilfe gestorben war.

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Kanada: Atheistische Pfarrerin muss gehen

Gretta Vosper, Bild: grettavosper.ca
Gretta Vosper, Bild: grettavosper.ca

Eine Pastorin der Vereinigten Kirche Kanadas, die sich selbst als Atheistin bezeichnet, darf nicht länger als Geistliche arbeiten. Bereits 2001 bekannte Gretta Vosper (Toronto), dass sie nicht an einen „Gott namens Gott“ glaube. Sie predigte stattdessen über Liebe, Güte und zwischenmenschliche Beziehungen.

kath.net

Gott ist für sie nach eigenen Angaben ein Symbol für verschiedene Werte. Nun beschloss ein Überprüfungskomitee des Kirchenbezirks Toronto, dass Vosper nicht tragbar für die Kirche sei. „Wir sind der Ansicht, sie kann nicht länger ordinierte Geistliche sein, weil sie nicht an Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist glaubt“, heißt es in einem 39-seitigen Bericht. Heute würde man sie nicht wieder ordinieren. Der Bericht wurde von dem 23-köpfigen Gremien mit 19 Stimmen bei vier Gegenstimmen verabschiedet.

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Linken-Minister räumt Christen-Diskriminierung in der DDR ein

Benjamin-Immanuel Hoff, 2015, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-4.0. /©Vincent Eisfeld
Benjamin-Immanuel Hoff, 2015, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-4.0. /©Vincent Eisfeld

Die Nichtbeachtung der Christen-Diskriminierung in dem Landesbericht sowie missverständliche Äußerungen der für die Aufarbeitung zuständigen Staatssekretärin Babette Winter (SPD) hatten zuletzt zu Verstimmung zwischen Regierung und Kirchen in Thüringen geführt.

evangelisch.de

Thüringens Kulturminister Benjamin Immanuel Hoff (Linke) hat eine Diskriminierung der Christen in der DDR eingeräumt. Die Ungleichbehandlung wirke bis heute nach, sagt der Chef der Thüringer Staatskanzlei am Samstag beim Tag der Thüringischen Landesgeschichte in Jena. Die beim Amtsantritt von Rot-Rot-Grün versprochene Aufarbeitung der Geschichte würdige dieses Thema noch nicht ausreichend: „Die Kritik von Christen am Bericht der Landesregierung zum Stand der Aufarbeitung der SED-Diktatur ist berechtigt“, sagte Hoff.

Die Nichtbeachtung der Christen-Diskriminierung in dem Landesbericht sowie missverständliche Äußerungen der für die Aufarbeitung zuständigen Staatssekretärin Babette Winter (SPD) hatten zuletzt zu Verstimmung zwischen Regierung und Kirchen in Thüringen geführt. Bei einem ökumenischen Gesprächsforum vor einem Monat hatte sich die Kritik vor allem an der Feststellung entzündet, Christen stellten keine herausgehobene Opfergruppe dar.

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Rund 4.500 Abtreibungsgegner demonstrieren in Berlin

Bild: Twitter @AxelStein8
Bild: Twitter @AxelStein8
An der Gegenveranstaltungen nahmen insgesamt rund 1.500 Menschen teil. Sie warfen den Abtreibungsgegnern und „selbst ernannten Lebensschützern“ religiösen Fundamentalismus vor.

evangelisch.de

Rund 4.500 christliche Abtreibungsgegner und sogenannte Lebensschützer haben am Samstag in Berlin gegen Abtreibung, pränatale Diagnostik und Sterbehilfe demonstriert. Im Laufe des Demonstrationszuges habe die Teilnehmerzahlen zugenommen, erklärte ein Polizeisprecher auf epd-Anfrage. Unter dem Motto „Kein Kind ist unzumutbar“ forderten die Demonstranten ein bedingungsloses Lebensrecht. Der umstrittene Marsch wurde vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) organisiert. Vom Veranstalter waren zuvor rund 7.000 Teilnehmer erwartet worden.

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Abtreibungsgegner marschieren durch Berlin

1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
1000 Kreuze in Berlin 2008/Quelle: Brights Berlin
Am Sonnabend wurde viel demonstriert. Vor allem die sogenannten Lebensschützer, die gegen Abtreibung protestieren, polarisieren – sogar die Kirchen.

Von Sandra Dassler | DER TAGESSPIEGEL

Es ist der Sonnabend der Demonstrationen in Berlin und mancher Tourist findet sich nicht mehr zurecht. „Wofür demonstrieren diese Menschen?“, will ein junger Japaner vor dem Reichstag wissen. „Für das Leben“, antwortet ein kunterbunt gekleideter Mann. Es klingt zynisch.

„Schönen Gruß ins Mittelalter“

Der Japaner versteht gar nichts. „Die hinter der Polizeiabsperrung stehen, sind gegen Abtreibung“, erklärt der bunt Gekleidete. „Und die davor sind dafür?“, fragt der Japaner: „Zumindest sind wir alle hier dafür, dass Frauen selbst bestimmen können, ob sie ein Kind bekommen oder nicht“, sagt der Mann. Und ruft den Demonstranten hinter der Absperrung zu: „Schönen Gruß ins Mittelalter“. Eine junge Frau versteckt sich unter ihrem Regenschirm. „Mein Körper gehört nicht Deutschland“ steht darauf.

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Peter Sloterdijk: „Das Begehren selbst steht heute vor dem Richter“

 Auch auf persönliche Fragen ließ Peter Sloterdijk im SZ-Gespräch ein. (Foto: dpa)
Auch auf persönliche Fragen ließ Peter Sloterdijk im SZ-Gespräch ein. (Foto: dpa)
Der Philosoph Peter Sloterdijk hat ein Buch über weibliche Sexualität geschrieben. Nun erklärt er, warum ihn feministische Debatten so wenig interessieren.

Von Vera Schröder, David Pfeifer, Sven Michaelsen | Süddeutsche.de

Einige Freunde, sagt Peter Sloterdijk, 69 Jahre alt, Philosoph, Gegenstimme, Schriftsteller, hätten ihn von diesem Projekt abgeraten. Die Gefahr, dass man das Buch unter der Rubrik „Altersgeilheit“ abhandeln würde, wäre einfach zu groß. Peter Sloterdijk hat es trotzdem geschrieben. „Das Schelling-Projekt“ ist in dieser Woche bei Suhrkamp erschienen. Es ist ein Brief- oder besser gesagt E-Mailroman zur Evolution weiblicher Sexualität geworden.

Der Süddeutschen Zeitung hat Peters Sloterdijk sein einziges Interview zum Buch gegeben. In seinem Urlaub auf Korsika empfing er die Journalisten, sprach mit ihnen intensive drei Stunden lang und bekochte sie anschließend mit einem Crevetten-Reis-Gericht.

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Das Recht auf Konsum

Bild: heise.de
Bild: heise.de
Menschen haben heute nicht nur das Recht, an Wahlen meist ziemlich ähnlicher Parteien teilzunehmen, sie haben ebenso das Recht, am Konsum teilzuhaben. Also sich mit Gütern auszustatten, die Komfort, Abwechslung und Bequemlichkeit bieten. Dumm nur, dass es dazu Geld braucht und es kein Recht auf Einkommen gibt – man muss sich dem Arbeitsmarkt unterwerfen, um sein Konsumrecht ausüben zu können.

Von Karl Kollmann | TELEPOLIS

Seit den 1950er Jahren gab es in den USA verstärkt Kritik an der dort beginnenden Konsumgesellschaft. Durch Werbung, mediale Berichterstattung und Gruppendruck werde den Menschen eingeredet, sie müssten, um glücklich zu sein, immer mehr und vor allem das Neueste haben, besitzen, konsumieren.

Allerdings könne dieser kulturell bzw. gesellschaftlich vermittelte Konsumzwang durch persönliche Besinnung und Reflexion aufgelöst werden. Ein materiell einfacheres, dennoch geglücktes Leben wäre möglich, und eine gewisse Konsumentsagung entferne ebenso den Leistungs- und Geldverdienen-Druck. Natürlich, jeder benötigt Wohnung, Kleidung, Essen, also einen notwendigen Grundkonsum – aber Überfluss und Luxus wären kein authentischer Lebenszweck. Mitgemeint ist, eine Konsumzurückhaltung könne ebenso die Arbeitswelt auf ein menschliches Maß entspannen.

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Florida: Niemand weiß, wo dieses verseuchte Wasser hinfließt

Der Krater hat einen Durchmesser von rund 14 Metern Quelle: AP/Tampa Bay Times
Der Krater hat einen Durchmesser von rund 14 Metern Quelle: AP/Tampa Bay Times
Der Krater hat einen Durchmesser von fast 14 Metern: Auf dem Gelände einer Düngemittel-Fabrik in den USA hat sich plötzlich die Erde geöffnet. Es versickerten Millionen Liter radioaktives Abwasser.

DIE WELT

Ein gigantisches Senkloch hat sich auf dem Gelände einer Phosphatdünger-Fabrik des Herstellers Mosaic in Mulberry im US-Bundesstaat Florida aufgetan. Dabei sind rund 800 Millionen Liter „leicht radioaktives“ Abwasser ausgetreten, wie ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Mit der Menge könnten mehr als 300 olympische Schwimmbecken gefüllt werden.

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Erste minderjährige Person erhält Sterbehilfe in Belgien

todesspritze

Seit 2014 dürfen in dem EU-Staat unheilbar kranke Kinder und Jugendliche sterben, wenn die Eltern zustimmen.
 

Süddeutsche.de

Erstmals ist in Belgien eine todkranke minderjährige Person mit ärztlicher Hilfestellung gestorben. Das bestätigte Wim Distelmans, der Vorsitzende der staatlichen Sterbehilfe-Kommission. Angaben zu Alter, Geschlecht oder medizinischem Befund des jungen Menschen machte er nicht.

„Glücklicherweise gibt es nur wenige Kinder, auf die das zutrifft, aber das bedeutet nicht, dass wir ihnen das Recht auf einen würdevollen Tod verwehren sollten“, sagte Distelmans der Zeitung Het Nieuwsblad, die als erste über den Fall berichtet hatte.

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Religion und Frieden“Eine Auseinandersetzung um die Frage, wozu es sich zu leben lohnt“

Papst Franziskus gehe in der Debatte um Frieden in der Welt mit Beispiel voran und stelle sich mutig und beherzt gegen den Mainstream, betonte der Friedensethiker Heinz-Gerhard Justenhoven im Deutschlandfunk. (picture alliance / dpa / L'Osservatore Romano )
Papst Franziskus gehe in der Debatte um Frieden in der Welt mit Beispiel voran und stelle sich mutig und beherzt gegen den Mainstream, betonte der Friedensethiker Heinz-Gerhard Justenhoven im Deutschlandfunk. (picture alliance/dpa / L’Osservatore Romano )
Friedensgebete von Religionsführern seien nicht naiv, sondern „sehr realistisch“, sagte der Friedensethiker Heinz-Gerhard Justenhoven im DLF. Auch die wiederholte Kritik des Papstes am Waffenhandel hält er für richtig. Das Engagement für den Frieden sei jedoch nicht leicht, sondern „ein politischer und gesellschaftlicher Kampf um das Richtige.“

Heinz-Gerhard Justenhoven im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: „Durst nach Frieden“ ist das diesjährige Weltgebetstreffen in Assisi überschrieben. Dass dieser Durst gestillt wird, wird wohl niemand ernsthaft behaupten. Aber fraglich ist auch, ob wirklich jeder diesen Durst verspürt, weil wir eben nicht in einer idealen Welt leben. Heinz-Gerhard Justenhoven denkt hauptberuflich über Krieg und Frieden nach. Er leitet das Institut für Theologie und Frieden in Hamburg. Guten Morgen Herr Justenhoven.

Heinz-Gerhard Justenhoven: Guten Morgen, Frau Florin.

Florin: Ein Friedensgebet verschiedener Religionen – ist das naive Träumerei angesichts der Weltlage?

Justenhoven: Nein, ich glaube das ist sehr realistisch. Zuerst einmal würden wir als Christen uns daran erinnern, dass Jesus selbst ja gesagt hat: „Bittet, so wird euch gegeben.“ Das heißt, Beten heißt, ein Grundvertrauen gegenüber Gott zu haben, dass er uns mit den Problemen der Welt nicht alleine lässt, sondern dass er zwar die Welt den Menschen zur Verantwortung gegeben hat, aber einer ist, der immer auch präsent bleibt.

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Lange Nacht der Religionen in Berlin: Was glaubst du denn?!

Berliner Dom, Bild: bb
Berliner Dom, Bild: bb
“Was glaubst du denn?“ – Unter diesem Motto kann man heute in Berlin mit Buddhisten, Heiden, Hindus, Alewiten, Muslime, Juden und Christen ins Gespräch kommen. Zur Langen Nacht der Religionen präsentieren sich fast 90 Glaubensgemeinschaften. Der Eintritt ist überall frei.

Märkische Allgemeine

Fast 90 Glaubensgemeinschaften präsentieren sich heute zur Langen Nacht der Religionen in Berlin. Bis in die Nacht sind dafür Dutzende Gottesdienste, Andachten und Meditationen sowie Vorträge und Führungen geplant. Der Eintritt ist überall frei.

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