Der Vatikan und der Pakt mit dem Faschismus


Pius XI. und Mussolini: ein schwieriges Verhältnis für beide. AP; AFP/picturedesk.com (Montage)
Pius XI. und Mussolini: ein schwieriges Verhältnis für beide. AP; AFP/picturedesk.com (Montage)
Mit der Deutung, der Vatikan sei dem Faschismus in erster Linie kritisch gegenübergetreten, räumt „Der erste Stellvertreter. Pius XI. und der geheime Pakt mit dem Faschismus“ des amerikanischen Historikers David I. Kertzer gründlich auf.
 

Von Johanna Grillmayer | religion.ORF.at

Papst Pius XI. (1922-1939) ist den meisten wohl durch seine Enzyklika „Mit brennender Sorge“ bekannt. Dass er darin gegen die Diskriminierung von Juden heftig protestiert habe, bezeichnet Kertzer als „tröstliche Erzählung“. Im Gegenteil: „Der Vatikan spielte eine zentrale Rolle dabei, das faschistische Regime möglich zu machen und es an der Macht zu halten“, schreibt der Historiker.

Voraussetzung für sein Buch war die Öffnung der vatikanischen Archive im Jahr 2006 betreffend die Periode unter Pius XI. Mehr als sieben Jahre forschte Kertzer dort und in anderen Archiven. Für sein Buch, das bei seiner Veröffentlichung hohe Wellen schlug, wurde er im Vorjahr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

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