Pseudowissenschaft: Ein bisschen Jungfrau bleibt


 Marienstatue auf einer Fronleichnamsprozession in München. (Foto: Alessandra Schellnegger)
Marienstatue auf einer Fronleichnamsprozession in München. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Fünf Dutzend Wissenschaftler haben zehn Jahre lang für die katholische Kirche an einer neuen Übersetzung der Bibel gearbeitet.
  • In der neuen Textversion sind Frauen stärker repräsentiert – trotzdem ist sie näher an der Urfassung der Heiligen Schrift der Christen.
  • Die zentralen Positionen der Auslegung bleiben davon aber unberührt: Maria ist auch nach der Empfängnis Jesu eine Jungfrau.

Von Matthias Drobinski | Süddeutsche.de

Um gleich jene Katholiken zu beruhigen, denen die Tradition viel bedeutet: Ein bisschen Jungfrau bleibt. Ein bisschen Verunsicherung allerdings hält die neue Einheitsübersetzung der Bibel schon bereit, jenes 1500-Seiten-Werk, das vom Nikolaustag an die offizielle Übertragung von Gottes Wort im deutschsprachigen katholischen Raum sein wird. Denn in der alten Version heißt es beim Propheten Jesaia: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen“.

Künftig aber wird dort stehen: „Seht, die Jungfrau hat empfangen“. Ist die Frau also erst Jungfrau und wird dann schwanger – auf welchem Weg auch immer? Im hebräischen Original steht ohnehin „junge Frau“, merken die Übersetzer an. Herrje – was wird aus dem katholischen Dogma, dass Maria, die Mutter Jesu, immer Jungfrau blieb?

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