Tom Wolfe – der gekränkte Nacktaffe

Tom Wolfe (2004). Bild: wikimedia.org/PD
Tom Wolfe (2004). Bild: wikimedia.org/PD
Bestsellerautor Tom Wolfe hat ein Buch über die Sprache geschrieben, in dem er Charles Darwin und Noam Chomsky erledigt

Von Hannes Stein | DIE WELT

Der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe ist für drei Dinge berühmt: seine weißen Anzüge, seinen ausufernden Prosastil, der von vielfachen Ausrufe- und anderen Satzzeichen geschmückt wird wie ein Barockbau von blumigen Säulen, und schließlich seine Neigung, mit Lust pompöse Gestalten anzugreifen, vor allem, wenn diese pompösen Figuren auf der politischen Linken beheimatet sind.

Doch nun hat Tom Wolfe ein neues Thema für sich entdeckt: die Sprache. „Sprache, und nur die Sprache, gibt dem Menschen die Kraft, Fragen über sein eigenes Leben zu stellen – und dieses Leben zu beenden“, schreibt er. „Kein Tier hat jemals Selbstmord begangen. Sprache, und nur die Sprache, erzeugt in uns den Drang, andere in großer Zahl zu töten, sei es im Krieg oder in anderen Feldzügen des Terrors. Sprache, und nur die Sprache, verleiht uns die Gewalt, uns selbst zu vernichten und den Planeten unbewohnbar zu machen, einfach so, in 35 oder 40 nuklearen Minuten. Nur die Sprache gibt dem Menschen die Kraft, Religionen hervorzuträumen – und Götter, die sie beseelen.“ Ohne Sprache kein kulturelles Gedächtnis, keine Zukunftspläne, keine Zivilisation.

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Unter dem Titel: Die Evolution frisst ihre Kinder, erschienen.

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„Es gibt zu viel Selbstbeweihräucherung von Religionen“

Frieder Otto Wolf ist Präsident des Humanistischen Verbands Deutschland (Humanistischer Verband Deutschland / Arik Platzek)
Frieder Otto Wolf ist Präsident des Humanistischen Verbands Deutschland (Humanistischer Verband Deutschland / Arik Platzek)
Religionskritik habe zu wenig Raum in öffentlichen Debatten, sagte Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland, im DLF. Sie müsse jedoch „genau und von Respekt getragen“ sein. Gefährlich werde es dagegen, wenn Religionskritik als „Mittel zur Abschottung“ diene, betonte der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel.

Frieder Otto Wolf und Gert Pickel im Gespräch mit Andreas Main | Deutschlandfunk

Andreas Main: Fast alles ist erlaubt, aber ist jede Islamkritik, jede Kirchenkritik, jede Kritik an Juden sinnvoll? Diese Frage geht an einen Konfessionslosen und an einen Religionssoziologen, auch in der Hoffnung, dass die beiden vielleicht ein wenig bündeln und bilanzieren und ein Antwort auf unsere Frage finden – „wie geht Religionskritik richtig?“

Der eine, Frieder Otto Wolf, ist Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschland, sozusagen ein organisierter Religionskritiker. Gert Pickel ist Professor für Religionssoziologie an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig. Guten Morgen, Herr Pickel.

Gert Pickel: Guten Morgen, Herr Main.

Main: Und guten Morgen, Herr Wolf.

Frieder Otto Wolf: Guten Morgen.

Main: Frieder Otto Wolf, auch ein Religionskritiker ist hoffentlich selbstkritisch. Lassen Sie uns beginnen mit der Kritik an der Religionskritik. Was geht gar nicht?

Wolf: Ja, ich denke, da ist es erst mal wichtig zu unterscheiden. Ich würde nicht sagen, dass ich ein organisierter Religionskritiker bin, sondern ich bin ein organisierter Religionsfreier. Und Religionsfreiheit ist nicht religionskritisch, sondern so, wie jemand, der so mit seinen Neurosen klarkommt, ohne eine Psychoanalyse zu machen, der guckt auch nicht auf die herab, die eine Psychoanalyse brauchen. Das ist ein tollkühnes Bild, aber die Religiösen sind irgendwie mit einer höheren Bindung in ihrem Leben versehen, glauben sich versehen – und wir Religionsfreien sind das nicht. Das werfen wir ihnen nicht vor. Das ist keine Kritik. Religionskritik ist was anderes.

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Katholiban: Polnisches Parlament stimmt für völliges Abtreibungsverbot

foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
foto: afp photo / wojtek radwanski Protest gegen das geplante Abtreibungsverbot in Warschau am Donnerstag.
267 Abgeordnete stimmten in erster Lesung für das umstrittene Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche nur noch bei Lebensgefahr zulässt. Bei Verstößen drohen fünf Jahre Haft

dieStandard.at

Das polnische Parlament hat am Freitag einen umstrittenen Gesetzesentwurf für ein Abtreibungsverbot in erster Lesung angenommen. Das Projekt der Bürgerinitiative „Stop Aborcji“ (Stoppt Abtreibungen) wurde zur Überarbeitung in einen Ausschuss weitergeleitet. Dafür stimmten 267 Abgeordnete, 154 waren dagegen, elf enthielten sich.

Das Gesetz sieht ein komplettes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen sowie Haftstrafen für ÄrztInnen und Frauen vor. Die drohende Rechtsverschärfung führte zu Protesten, Frauen würden dadurch entmündigt, kritisieren GegnerInnen. In sozialen Medien wird unter dem Hashtag #czarnyprotest (schwarzer Protest) gegen die Entrechtung der Frauen protestiert. Als Zeichen der Solidarität tragen AktivistInnen schwarze Kleidung.

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Gülen: Erdogan hat Putschversuch selbst inszeniert

"Es gibt viele Verschwörungs-Theorien um Fethulla Gülen"

Türkischer Prediger: „Er hat nur auf die richtige Gelegenheit gewartet“

derStandard.at

Der türkische Prediger Fethullah Gülen hat Präsident Recep Tayyip Erdogan direkt für den Putschversuch vom 15. Juli in der Türkei verantwortlich gemacht. „In den vergangenen Tagen kamen so viele Beweise ans Licht, dass dies zur Gewissheit wird“, sagte Gülen in einem gemeinsamen Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa), der Wochenzeitung „Die Zeit“ und der spanischen Tageszeitung „El Pais“.

Erdogan habe den Coup Jahre im Voraus geplant. „Er hat nur auf die richtige Gelegenheit gewartet“, sagte Gülen, der seit 1999 im US-Staat Pennsylvania lebt, in seinem Exil in den USA. Die türkische Regierung macht ihrerseits Gülen und seine Hizmet-Bewegung für den Putschversuch verantwortlich und fordert die Auslieferung des Predigers.

Werbefalle Chia-Samen

 Zusammen mit Flüssigkeit quellen Chia-Samen zu einer schleimigen Masse auf. Die schwarzen Körner sind eine beliebte Zutat in Smoothies und Puddings. (Foto: imago/Westend61)
Zusammen mit Flüssigkeit quellen Chia-Samen zu einer schleimigen Masse auf. Die schwarzen Körner sind eine beliebte Zutat in Smoothies und Puddings. (Foto: imago/Westend61)
Angeblich helfen Chia-Samen gegen fast alles: Sodbrennen, Bluthochdruck und den zu dicken Bauch. Bewiesen ist das bisher nicht.
 

Von Bianca Hofmann | Süddeutsche.de

Sie sind inzwischen überall: Chia-Samen gibt es nicht nur in Bioläden und Reformhäusern, sondern auch in Supermärkten, ab etwa zehn Euro pro Kilo. Frauenmagazine sind voll von ausgefallenen Chia-Rezepten und immer neue Kochbücher zu dem Thema kommen auf den Markt.

Die kleinen schwarzen Körner aus Südamerika, die auf den ersten Blick aussehen wie Mohn, sollen außergewöhnlich viele Nährstoffe enthalten und werden daher als „Superfood“ gefeiert. Gesundheitsportale im Internet preisen Chia-Samen als Wundermittel gegen fast alles: Sie sollen den Blutdruck senken, den Blutzuckerspiegel regulieren, gegen Sodbrennen helfen, Gelenkschmerzen lindern und und und.

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Bullshistic: Ist am Ende die Hölle leer?

Bild: Hans Memling, ca. 1470 (Public Domain)
Bild: Hans Memling, ca. 1470 (Public Domain)
Zwei evangelische Theologen im Pro und Kontra (idea) über die Frage, ob es keine ewige Verdammnis mehr gibt, sondern eine Allversöhnung.
 

kath.net

Gottes Liebe ist ewig und grenzenlos, und seine Gnade werde sogar die Hölle „leer lieben“. Diese These vertrat die evangelische Theologin Christina Brudereck bei einer Tagung des „Emergent Forums“ in Eschborn-Niederhöchstadt bei Frankfurt am Main. Doch wie passt das zu den biblischen Aussagen über das Jüngste Gericht? Gibt es danach keine ewige Verdammnis mehr, sondern eine Allversöhnung?

Eher PRO
Über kaum eine Frage wurde und wird in der Christenheit wohl mehr spekuliert. Und dabei waren sich Christen immer schon uneins, ob Gottes Barmherzigkeit das letzte Wort hat oder doch Menschen sich für immer der Liebe Gottes verschließen können.

Biblische Belege gibt es für beide Seiten, und während der Kirchenvater Origenes († 254) davon ausging, dass am Ende Gott das letzte Wort hat und alle Menschen gerettet werden, geht Augustinus († 430) davon aus, dass es eine Scheidung der Menschheit gibt und die einen das ewige Leben und die anderen die ewige Verdammnis sehen werden.

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Kauder vermisst Aspekte von Christenverfolgung in Regierungsbericht

Volker Kauder: Nichts ist wichtiger als Religion (= Christentum)

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, hat den Bericht der Bundesregierung zur Religionsfreiheit kritisiert.

evangelisch.de

Ihm fehlten Aspekte der Christenverfolgung, sagte Volker Kauder (CDU) am Freitag in der Debatte im Bundestag. Er lese beispielsweise kein Wort darüber, dass in Pakistan mit seinem drakonischen Blasphemieverbot Christen verfolgt würden. Das sei inakzeptabel. „Ich würde mir wünschen, dass in einem neuen Bericht darüber mehr zu lesen wäre“, sagte der CDU-Politiker.

Kauder erinnerte an die in Pakistan inhaftierte Katholikin Asia Bibi, die wegen Gotteslästerung zum Tod verurteilt wurde. Er kritisierte auch, dass der Bericht nicht nach Staaten oder Ländergruppen aufgeschlüsselt Verletzungen der Religionsfreiheit dokumentiert. Der Bericht zur weltweiten Lage der Religions- und Weltanschauungsfreiheit macht vielmehr an ausgewählten Länderbeispielen deutlich, in welcher Form das Menschenrecht verletzt wird.

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Volkswagen erhält Anti-Nobelpreis für Abgasaffäre

 Ausgerechnet für den Abgasskandal erhält Volkswagen einen
Ausgerechnet für den Abgasskandal erhält Volkswagen einen „Ig-Nobelpreis“, in der Kategorie „Chemie“. (Foto: dpa)
Forschung zu „pseudo-profundem Bullshit“ und der Persönlichkeit von Steinen: In Harvard werden die „Ig-Nobelpreise“ verliehen. Volkswagen gewinnt in der Kategorie „Chemie“.

Von Christoph Behrens | Süddeutsche.de

Für die meisten Forscher ist die Auszeichnung mit einem „Ig-Nobelpreis“ ein großer Spaß: Bei der schrillen Zeremonie in einer noblen Aula der Harvard University gibt es unter anderem zehn Billionen Dollar zu gewinnen. Zimbabwe-Dollar versteht sich. „Ig-Nobel“ ist ein Wortspiel, das Adjektiv „ignoble“ bedeutet so viel wie „unwürdig“. Der Preis versteht sich als scherzhafte Auszeichnung für Forschung, die es üblicherweise nicht in die Schlagzeilen schafft – überreicht wird er aber von echten Nobelpreisträgern.

Bei Volkswagen dürfte die Freude verhaltener ausfallen – der Autohersteller wurde vergangene Nacht in Boston für die Abgasaffäre in der Kategorie „Chemie“ ausgezeichnet. VW sei es gelungen, so die Jury, „exzessive Automobil-Schadstoffemissionen“ zu senken – wenn ein Auto gerade getestet wird. Als „Referenz“ fügen die Organisatoren die Originalmeldung der US-Umweltbehörde bei, die den Betrug öffentlich machte.

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Klimaschutz: Nachsitzen im Bundestag

Bild: bb
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Das Parlament beriet gestern in aller Eile über die Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens, weil die Bundesregierung eine Blamage fürchtet

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Am gestrigen Donnerstag hat der Bundestag das Gesetz zur Ratifizierung des Pariser Klimaschutzabkommens angenommen Am heutigen Freitag wird aller Voraussicht nach auch der Bundesrat seine Zustimmung geben.

Seit dem Sommer hatte der Gesetzentwurf der Bundesregierung schon in den Schubladen Staub gefangen, aber auf einmal musste es ganz schnell gehen. Vermutlich wollte das Kanzleramt eine Blamage vermeiden. 31 Staaten hat allein am Mittwoch ihre Ratifizierungsurkunden abgegeben. Eine fehlende Ratifizierung aus Deutschland hätte auf der UN-Klimakonferenz im November im marokkanischen Marrakesch doch etwas peinlich ausgesehen.

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Was kommt nach dem IS?

Bild: nationalreview.com
Bild: nationalreview.com
Das Reich Abu Bakr al Bagdadis schmilzt unter den Luftschlägen der Anti-IS-Koalition. Der Dschihadismus verschwindet so aber keineswegs. Auf die Befreiung könnte ein böses Erwachen folgen.

Von Nora Müller | Frankfurter Allgemeine

Manbidsch, Dscharabulus, Qayyarah: Orte im Nirgendwo der syrischen und irakischen Provinz sind über Nacht zu Symbolen der Befreiung von der Terrorherrschaft des „Islamischen Staats“ (IS) geworden. „Wir sind inzwischen bis ins Herz des Kalifats vorgedrungen“, verkündete jüngst General Joseph Votel, Kommandeur des amerikanischen Central Command. Das Reich des selbsternannten Kalifen Abu Bakr al Bagdadi, das nach seiner Ausrufung 2014 eine Fläche von der Größe Großbritanniens umfasste, schmilzt unter den anhaltenden Luftschlägen der Anti-IS-Koalition zusammen – und mit ihm der Nimbus seiner Unbesiegbarkeit. Also „Mission Accomplished“ für die Allianz der IS-Gegner? Keineswegs! Denn auf die alles entscheidende Frage – „Wer oder was kommt nach dem IS?“ – hat bis auf Weiteres niemand eine schlüssige Antwort.

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Sind unsere Visa-Bestimmungen noch zeitgemäß?

Das Dreiaffenprinzip - nichts gehört, nichts gesehen, nichts gesagt © grahamc99 auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Das Dreiaffenprinzip – nichts gehört, nichts gesehen, nichts gesagt © grahamc99 auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Als deutsche Staatsbürgerin kann ich in jedes mir x-beliebige Land reisen. Visa-Vorschriften sind für mich eine reine Formalität, mit einer Ablehnung muss ich in der Regel nicht rechnen. Umgekehrt verhält es sich etwas anders. Zeit, diese Praxis einmal kritisch zu hinterfragen.

Von Laura Beusmann | MiGAZIN

Wer nach Deutschland einreisen darf und wer nicht, unterteilt die Weltbevölkerung in unterschiedliche Gruppen. Ob ein Mensch nach Deutschland einreisen darf oder nicht, richtet sich dabei vorrangig nach einem Merkmal – der Staatsangehörigkeit. Kriminelle Vergangenheit, wirtschaftliche Unabhängigkeit und deutsche Sprachkenntnisse spielen zunächst einmal keine Rolle. Wer fragt schon einen US-amerikanischen, brasilianischen oder japanischen Staatsbürger nach seiner weißen Weste, nach Deutschkenntnissen und Kontostand? Den deutschen Staat interessiert das zunächst einmal nicht.

Die Staatsangehörigkeit ist ein Merkmal, das man sich nicht verdient. Man erhält sie durch seine bloße Existenz, einfach nur dadurch, dass man ist. Diese Art der Privilegierung erinnert an eine Gesellschaftsordnung, die wir in Deutschland schon längst hinter uns gelassen glaubten. An eine Ordnung, die wir heute als rückschrittlich und ungerecht empfinden, auf die wir als aufgeklärte, moderne und fortschrittliche Nation herabblicken. Sie erinnert an die mittelalterliche Ständeordnung, die Untergliederung der Gesellschaft in Klerus, Adel und Bauern.

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Deutsche Bischofskonferenz: Deutschland ist ein Einwanderungsland

Logo Deutsche Bischofskonferenz
Logo Deutsche Bischofskonferenz

Kardinal Marx präsentiert Ergebnisse der Bischofskonferenz-Versammlung: Neues Einwanderungsgesetz gefordert – Mehr Flüchtlingshilfe statt Aussiedler-Seelsorge – Dokument/Ehevorbereitung soll kommen – Religionsunterrichts-Kooperation mit Evangelischen

kath.net

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat sich für ein neues, umfassendes Einwanderungsgesetz ausgesprochen. Eindeutig sei Deutschland ein Einwanderungsland, zumal mittlerweile rund ein Viertel der Bevölkerung Migrationshintergrund habe, sagte der DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx am Donnerstag. Durch ein differenziertes Einwanderungsgesetz könnten die unterschiedlichen Motive und Wege der Migration geklärt werden, zumal derzeit viele Menschen, die eigentlich aus wirtschaftlichen Gründen einwandern wollten, über den Umweg des Asyl- oder Flüchtlingsrechts nach Deutschland kämen. Hier solle mehr Klarheit geschaffen werden.

Marx äußerte sich in einer Pressekonferenz zum Abschluss der viertägigen Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda. Migration und Flucht waren dabei ein bestimmendes Thema: Rückblickend hätten die 27 Diözesen des Landes in den ersten sieben Monaten des Jahres insgesamt mindestens 79,5 Millionen Euro an Flüchtlingshilfe aufgebracht, erklärte Marx. 52,2 Millionen Euro davon seien in Projekte in Deutschland und rund 27,3 Millionen Euro in Krisenregionen geflossen. Nicht eingerechnet seien hier das Engagement der Ordensgemeinschaften und Verbände, sowie nicht-finanzielle Hilfen wie die Unterkünfte für rund 28.000 Flüchtlinge in 1.381 Kirchengebäuden.

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Katzen und Ratten sind am schlimmsten

Gefährliche INvasoren: Verwilderte Katzen sind für mehr als ein Viertel aller in der Neuzeit ausgestorbenen Vögel, Reptilien und Kleinsäuger verantwortlich © VAssiliy Vishnevskiy / 5thinkstock
Gefährliche INvasoren: Verwilderte Katzen sind für mehr als ein Viertel aller in der Neuzeit ausgestorbenen Vögel, Reptilien und Kleinsäuger verantwortlich © VAssiliy Vishnevskiy / 5thinkstock
Von wegen niedlich: Verwilderte Katzen gehören zu den gefährlichsten Feinden vieler bedrohter Tierarten. Die Samtpfoten sind immerhin schuld an einem Viertel aller in der Neuzeit ausgestorbenen Vögel, Reptilien und Säugetiere, wie nun eine Studie enthüllt. Übertroffen wird ihr Bedrohungspotenzial nur noch von Ratten und anderen Nagetieren, auf deren Konto rund 30 Prozent aller Aussterbe-Fälle geht. Erst dahinter folgen Hunde, Füchse und Schweine.

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Eingeschleppte oder gar absichtlich freigesetzte Tierarten sind eine der Hauptbedrohungen für die weltweite Artenvielfalt. Mit dem sich ausweitenden globalen Handel gelangen fremde Arten in neue Gebiete und bringen die etablierten Lebensgemeinschaften durcheinander – mit oft fatalen Folgen für die heimische Tierwelt. Vor allem invasive Säugetiere gelten dabei als besondere Gefahr für die Artenvielfalt.

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Kein Gott, der uns rettet, in Sicht

Da sitzen sie noch friedlich nebeneinander. Foto: JF
Da sitzen sie noch friedlich nebeneinander. Foto: JF
Gott ist Liebe und Verständigung. Sagen die Diskutanten beim Impulsforum des Philosophicums. Und der wird uns retten. Ihr eigenes Verhalten und das des Publikums lässt Zweifel aufkommen.

Von Jörg Friedrich | DIE KOLUMNISTEN

Man könnte über das Impulsforum des Philosophicum in Lech berichten, indem man erzählt, wie es in dieser Runde zu einem Eklat kommen konnte, in der das Publikum am Ende den FAZ-Journalisten Patrick Bahners mit „Aufhören, aufhören!“-Rufen zum Schweigen brachten. Es wäre eine schöne Illustration für das Wirken des moralischen Wutbürgers, über den ich schon einmal geschrieben hatte. Und es hätte auch mit dem eigentlichen Thema des Forums zu tun, das mit einem Heidegger-Zitat überschrieben war: Nur noch ein Gott kann uns retten. Denn der Gott, den die Diskutanten beschworen, war der der Liebe, Toleranz, der Verständigung. Und wie weit der entfernt ist, das konnte man in diesem Moment sehr praktisch erfahren.

Aber die These, ob es ein Gott ist, der uns retten kann, ist eigentlich interessanter als der Eklat, der dies alles fragwürdig machte.

Heidegger als Slogan, mehr bitte nicht

Gleich zu Beginn entschuldigte sich der Moderator Michael Fleischhacker quasi für das Motto, das man ausgerechnet von Martin Heidegger geborgt hatte. Das berühmte Zitat stammt aus dem Spiegel-Interview, das der Philosoph am 24. September 1966 gegeben hatte. Dass der Satz somit fast genau 50 Jahre alt ist, merkte der Moderator an, allerdings hat er vermutlich dennoch nicht genauer in den Text des Interviews geschaut. Denn weder ist richtig, dass Rudolf Augstein das Interview vor allem mit dem Ziel geführt hat, Heidegger zu einer Beurteilung seiner Vergangenheit im Nationalsozialismus zu bewegen, auch wenn das von Prominenten Heidegger-Verächtern gern immer wieder behauptet wird, noch, dass Heidegger dort seine „pessimistische Gesellschaftssicht weitergeschrieben“ hätte.

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Erneute Debatte über Fremdenhass im Osten

Mit ihrer Warnung vor wirtschaftlichen Risiken durch Rechtsextremismus hat die Ostbeauftragte Iris Gleicke (SPD) eine neuerliche Debatte über einen in Ostdeutschland besonders ausgeprägten Fremdenhass ausgelöst. Mehrere ostdeutsche Ministerpräsidenten wandten sich am Donnerstag gegen Verallgemeinerungen, teilten in der Sache aber den Befund gesellschaftlicher Risiken durch Fremdenhass und unterstrichen die Notwendigkeit gegenzusteuern.

evangelisch.de

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte, Rechtsextremismus sei zwar kein ostdeutsches Problem, aber ein Problem, das einige ostdeutsche Regionen in besonderer Weise betreffe. Sein Schweriner Amtskollege Erwin Sellering (SPD) betonte dagegen, Rechtsextremismus sei auch in Westdeutschland eine Gefahr. Die Ostbeauftragte Gleicke konkretisierte am Donnerstag in Berlin ihre Warnung. Ihr es gehe nicht darum, den Osten an den Pranger zu stellen.

Neue Rekordhöhe rechtsextremer Taten

Die große Mehrheit der Ostdeutschen habe die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen und auch ehrenamtlich Großartiges geleistet. „Man darf aber vor der Wahrheit, vor den nackten Fakten und Zahlen nicht die Augen verschließen, so unbequem dass für manch einen auch sein mag“, betonte Gleicke. Die Zahl der rechtsextremen und fremdenfeindlichen Übergriffe habe im vergangenen Jahr eine neue Rekordhöhe erreicht.

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Bautzen: Angestachelt und instrumentalisiert – „Nicht wundern, wenn es dann knallt“

Brennpunkt Bautzen: Junge Asylbewerber auf dem Kornmarkt am Mittwoch, den 14. September. Auf der
Brennpunkt Bautzen: Junge Asylbewerber auf dem Kornmarkt am Mittwoch, den 14. September. Auf der „Platte“ war es seit dem Frühjahr immer wieder zu Pöbeleien, Handgreiflichkeiten und mehr als 70 Polizeieinsätzen gekommen. Bild: stern.de
Ausschreitungen zwischen Rechtsextremen und Flüchtlingen gibt es im sächsischen Bautzen durchaus häufiger als öffentlich bekannt. Doch viele Maßnahmen scheiterten; Bürger und Polizei sind hilflos ob der Gewalt in der Region. Ein Flüchtlingsheimbetreiber spricht im stern Klartext.

Von Holger Witzel | stern.de

Vor den Krawallen in Bautzen haben nach stern-Informationen nicht nur die Behörden bei der Betreuung von sogenannten unbegleiteten minderjährigen Asylbewerbern versagt. Offenbar solidarisierten sich auch die wohlmeinenden Unterstützer vor Ort lange mit jungen Geflüchteten, die nicht als harmlose Opfer taugen. Das hat nach Auffassung von Peter Rausch, der in Bautzen ein Wohnheim betreibt und viele der Unruhestifter vom Kornmarkt persönlich kennt, mindestens zur Zuspitzung der Situation beigetragen. Womöglich fühlten sich die jungen Araber durch den Zuspruch noch mehr angestachelt.

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Coming Soon: A New Telescope Array Hunting for Extragalactic Gamma Rays

On Monday, the Council of the Cherenkov Telescope Array Observatory signed a deal with the Instituto de Astrofísica de Canarias to place 19 telescopes on the island of La Palma in the Canary Islands. The site, located on a high-altitude plateau near the rim of an extinct volcanic crater, will allow the pristine viewing conditions for spotting the bits of blue light known as Cherenkov radiation that are characteristic of high-energy gamma rays smashing into Earth’s upper atmosphere.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

It’s these rays that are the experiment’s ultimate quarry. Once complete, the Cherenkov Telescope Array (CTA) will be able to spot incoming gamma rays with a precision 10 times that of the current best instruments. The Canary Islands array will be only the Northern Hemisphere portion of the CTA, with another 99 telescopes to be installed at a site in Chile. (The second site is still being negotiated with its European Southern Observatory landlord.) The two arrays combined will allow access to observations from across the whole sky and across a wide range of energies.

The telescopes in question are Imaging Atmospheric Cherenkov Telescopes (IACTs). They look very cool, particularly on a foggy night when the laser beams used to focus their mirror arrays are visible. These mirrors are used to focus ultrashort bursts of light—Cherenkov radiation—into photomultiplier tubes, which are coupled to electronics that perform quick data analyses on the events.

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Europa und die Türkei: „Visafreiheit wäre nicht verkraftbar“

 

Mit Visum oder ohne? Die Türkei drängt darauf, dass ihre Bürger sich in der EU möglichst bald ohne Visa bewegen können.Foto: Soeren Stache/dpa
Mit Visum oder ohne? Die Türkei drängt darauf, dass ihre Bürger sich in der EU möglichst bald ohne Visa bewegen können.Foto: Soeren Stache/dpa
Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer über die Beziehungen zur Türkei, Reisefreiheit innerhalb der EU, seine CSU und kirchliche Wähler.

Von Rainer Woratschka | DER TAGESSPIEGEL

Herr Singhammer, die CSU möchte am Flüchtlingsabkommen mit der Türkei festhalten, ihr aber die gleichzeitig in Aussicht gestellte Visafreiheit verwehren. Warum?

Der Türkei komplette Visumsfreiheit zu gewähren, wäre ein politisch hochriskanter Drahtseilakt. Es bestünde die Gefahr, dass dadurch eine unbekannt große Zahl Menschen aus innertürkischen Fluchtgründen nach Europa und nach Deutschland kämen. Das könnten wir nicht mehr bewältigen. Schon heute leben rund 77.600 abgelehnte Asylbewerber aus der Türkei in Deutschland.

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Bundesregierung: Ärzte verhindern Abschiebungen

© dpa Eine Ärztin untersucht in einer mobilen Praxis einen Flüchtling aus Syrien
© dpa Eine Ärztin untersucht in einer mobilen Praxis einen Flüchtling aus Syrien
Viele Ärzte in Deutschland verhindern offenbar durch falsche Atteste die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber – behauptet zumindest die Bundesregierung. Doch es gibt zahlreiche Einzelfälle, in denen die Rückführung tatsächlich bedenklich ist.

Von Julian Staib | Frankfurter Allgemeine

An Erijon Havolli kann man sehen, wie schwierig das alles ist. Der acht Jahre alte Junge aus dem Kosovo lebt mit seiner Familie – Mutter, Vater und dem sechs Jahre alten Bruder – in Bammental, im Norden Baden-Württembergs. Der Junge ist schwer krank. Er leidet an einer Fehlbildung des Darmes, musste bereits mehrere Operationen über sich ergehen lassen, ist gezwungen stets Windeln zu tragen, die häufig gewechselt werden müssen, und muss wohl sein Leben lang ein tägliches Darmspülverfahren über sich ergehen lassen. In Kindergarten oder Schule geht er nicht, weil der Gestank, der von ihm ausgeht, so groß ist. Dem Jungen sei in der Heimat der Bauch „zerschnibbelt“ worden, sagt ein Ehrenamtlicher, der sich für das Kind einsetzt, und wenn er von dessen Schicksal erzählt, dann versagt ihm die Stimme.

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After world urges two-state solution, PM to present ‘Israel’s truth’ to UN

Prime Minister Benjamin Netanyahu addresses the United Nations General Assembly in New York, September 30, 2015. (Avi Ohayon/GPO)
Prime Minister Benjamin Netanyahu addresses the United Nations General Assembly in New York, September 30, 2015. (Avi Ohayon/GPO)
Amid uptick in violence by Palestinian attackers, Netanyahu will address the GA on Thursday shortly after Abbas, Iran’s Rouhani

By Raoul Wootliff | The Times of Israel

Following numerous speeches by world leaders encouraging Israel to adopt the two-state solution, Prime Minister Benjamin Netanyahu will address the United Nations General Assembly Thursday for his eighth speech to the annual plenary session.

The speech will come less than an hour after Palestinian Authority President Mahmoud Abbas is scheduled to address the confab, amid a sharp uptick in attacks by Palestinians against IDF soldiers in recent days.

Also scheduled to speak before Netanyahu is Iranian President Hassan Rouhani, who has been a target of the Israeli leader’s opprobrium in many past speeches to the world body.

Netanyahu is 15th on the roster of world leaders scheduled to speak in the Thursday morning session at the UN, and is expected to go up to the podium at about 12:40 p.m. New York time (7:40 p.m. in Israel). Rouhani is 12th on the list and Abbas 13th.

Before taking off for the UN headquarters on Tuesday, Netanyahu said he intended to urge world powers to unite in the campaign against terror.

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