Tom Wolfe – der gekränkte Nacktaffe


Tom Wolfe (2004). Bild: wikimedia.org/PD
Tom Wolfe (2004). Bild: wikimedia.org/PD
Bestsellerautor Tom Wolfe hat ein Buch über die Sprache geschrieben, in dem er Charles Darwin und Noam Chomsky erledigt

Von Hannes Stein | DIE WELT

Der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe ist für drei Dinge berühmt: seine weißen Anzüge, seinen ausufernden Prosastil, der von vielfachen Ausrufe- und anderen Satzzeichen geschmückt wird wie ein Barockbau von blumigen Säulen, und schließlich seine Neigung, mit Lust pompöse Gestalten anzugreifen, vor allem, wenn diese pompösen Figuren auf der politischen Linken beheimatet sind.

Doch nun hat Tom Wolfe ein neues Thema für sich entdeckt: die Sprache. „Sprache, und nur die Sprache, gibt dem Menschen die Kraft, Fragen über sein eigenes Leben zu stellen – und dieses Leben zu beenden“, schreibt er. „Kein Tier hat jemals Selbstmord begangen. Sprache, und nur die Sprache, erzeugt in uns den Drang, andere in großer Zahl zu töten, sei es im Krieg oder in anderen Feldzügen des Terrors. Sprache, und nur die Sprache, verleiht uns die Gewalt, uns selbst zu vernichten und den Planeten unbewohnbar zu machen, einfach so, in 35 oder 40 nuklearen Minuten. Nur die Sprache gibt dem Menschen die Kraft, Religionen hervorzuträumen – und Götter, die sie beseelen.“ Ohne Sprache kein kulturelles Gedächtnis, keine Zukunftspläne, keine Zivilisation.

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Unter dem Titel: Die Evolution frisst ihre Kinder, erschienen.

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