Warum der Dschihadismus weiter andauern wird

 Der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar (AFP / Damien Meyer)
Der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar (AFP / Damien Meyer)
Seit fast 30 Jahren erforscht Farhad Khosrokhavar das Phänomen der Radikalisierung unter Moslems. Europa werde das nächste Jahrzehnt mit dschihadistischem Terror leben müssen, ist sich der iranisch-französische Soziologe sicher.

Moderation: Burkhard Birke | Deutschlandradio Kultur

Welche Parallelen gibt es zwischen Selbstmordattentätern vor Jahren im Iran und den Attentätern von Paris und Brüssel? Welche Rolle spielen Kleinkriminalität und Gefängnisse bei der Radikalisierung? Weshalb kehren sich immer mehr junge Menschen von der Gesellschaft ab und wollen diese bekämpfen? Wie kann man dem Phänomen der Radikalisierung europaweit begegnen? Antworten auf diese und andere Fragen gibt der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar in Tacheles.

Europa wird die nächste Dekade mit dschihadistischem Terror leben müssen

Die Europäer müssten bereit sein, die Gefahr durch islamistischen Terror zu akzeptieren, ohne die Demokratie infrage zu stellen, sagte der Soziologe von der École des Hautes Études en Sciences Sociales aus Paris. Mindestens eine Dekade lang wird Europa mit dschihadistischem Terror leben müssen, betonte der aus dem Iran stammende Khosrokhavar im Deutschlandradio Kultur.

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Evangelikale und ihre Positionen in der Politik

©heise.de
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Kann das funktionieren: evangelikal sein in der Politik? Oder auch „nur“ christlich sein, als Politiker? Was bedeutet es für eine Demokratie, wenn sich Evangelikale engagieren?

Von Ulrike Heitmüller | TELEPOLIS

Der Einfluss konservativer Christen in den USA wird in Deutschland oft als wahres Schreckensbild gezeichnet. Eine empirische Analyse zeigt ein etwas anderes Bild. Esther Hornung hat in ihrer Dissertation1 gefragt: „Welchen Einfluss hatte protestantischer Fundamentalismus wirklich auf die nationale Innenpolitik der USA zwischen 1980 und 1996? Wie gestaltete und gestaltet sich dessen Verhältnis zum politischen System?“2 Letztlich ist es auch eine sozialethische Frage, nämlich nach der Bedeutung von Fundamentalismen für die Kirche in der modernen Gesellschaft.3 Sie hat aus einer Untersuchung von sieben Gemeinden im Mississippi Delta, Arkansas, geschlossen, dass „sich mittels der Entstehung der NCR [New Christian Right / Neue Christliche Rechte] seit den siebziger Jahren fundamentalistische Kirchen in wachsendem Maße an der Regierung der USA beteiligen konnten […] Fundamentalismus kommt dort zum Ausbruch, wo traditionelle ländliche Kultur und moderne Stadtkultur aufeinanderprallen.“

Aber, salopp gesagt, kein Grund zur Aufregung: Die NCR hat zwar seit Mitte der 1970er Jahre teil am politischen Geschehen der USA. Und das Wahljahr von 1996 bezeichnet, so Hornung, „einen Wendepunkt in der Entwicklung der NCR. Sie hatte sich zwar als feste politische Kraft etabliert, war allerdings gleichzeitig an ihre Grenzen gekommen. Die republikanische Partei hatte gezeigt, daß sie nicht bereit war, sich von ihren durch die NCR gewonnenen Mitgliedern beherrschen zu lassen.“4 Das amerikanische System ist von „checks and balances“ geprägt und von Pragmatismus beherrscht.

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Regierung prüfte Anti-IS-Einsatz zu wenig

Die Bundeswehr fliegt ihre Einsätze in Syrien vom türkischen Stützpunkt Incirlik aus.Foto: Bundeswehr/Falk Bärwald/dpa
Die Bundeswehr fliegt ihre Einsätze in Syrien vom türkischen Stützpunkt Incirlik aus.Foto: Bundeswehr/Falk Bärwald/dpa
Der Einsatz der Bundeswehr in Syrien gegen den IS ist umstritten. Jetzt wird klar: Die Regierung hat die rechtlichen Grundlagen offenbar nicht ausreichend geprüft.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Die Bundesregierung hat die rechtliche Legitimation des Bundeswehr-Einsatzes in Syrien zur Bekämpfung der Terrormiliz IS offenbar weniger intensiv geprüft, als sie offiziell bekannt gab. In einem Rechtsstreit mit dem Tagesspiegel um Offenlegung der betreffenden Dokumente teilte das Auswärtige Amt (AA) mit, dass die Regierung seinerzeit „die Frage des rechtlich zulässigen Handlungsrahmens von vornherein mit den von Frankreich erwarteten (…) militärischen Beistandsleistungen verband“.

Frankreich hatte nach den Terroranschlägen in Paris im November 2015 erstmals in der Geschichte der Europäischen Union Beistand nach Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags beantragt, der den „Fall eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats“ voraussetzt. Der Bundestag hatte daraufhin im Dezember die Beteiligung der Bundeswehr am Kampfeinsatz gegen den exekutiver Willensbildung beschlossen.

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Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder

© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.
© Till Fähnders Wider das Schweigen: An Kirchen in Ballarat erinnern Bürger mit bunten Bändern an Opfer.

 

Im australischen Ballarat missbrauchten Priester und Lehrer jahrelang reihenweise Kinder. Bis heute weigern sich viele Bürger, der Wahrheit ins Auge zu sehen.

Von Till Fähnders | Frankfurter Allgemeine

Das australische Städtchen Ballarat ist auf Gold gebaut. Abenteurer, die auf der Suche nach schnellem Reichtum gekommen waren, hatten die Ortschaft Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet. Die gewaltigen Vorkommen im Buschland nördlich von Melbourne führten damals zu einem fiebrigen Goldrausch. Bis heute zeugen die verschnörkelten Fassaden aus der Zeit der britischen Königin Viktoria von diesem Reichtum. Ein bewaffneter Aufstand in Ballarat im Jahr 1854, mit dem Goldsucher sich mehr Rechte sichern wollten, wird sogar als Ursprung der australischen Demokratie gesehen. Man ist hier stolz auf diese Geschichte.

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Türkei: Nachhaltige Wirtschaftsprobleme

Die Ratingagentur Moody’s hat türkische Staatsanleihen auf Ba1 herunter gestuft. Anders als zum Beispiel die Springer-Zeitung Welt titelt, ist das noch nicht Ramschniveau, sondern bedeutet, dass kein Kauf mehr empfohlen wird.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Laut Wikipedia hat Moody in der Kategorie der nicht mehr zum Kauf angebotenen Papiere 12 Klassen, von denen Ba1 die höchste ist. Eine Klasse höher und die Ratingagentur würde den Kauf – zunächst mit Abstrichen – empfehlen. In der Praxis heißt die Herabstufung, dass die Türkei künftig höhere Zinsen auf ihre neu ausgegebenen Staatsanleihen wird zahlen müssen.

Moody begründet die schlechteren Noten zum einen mit den wachsenden Risiken im Zusammenhang mit dem Bedarf an Auslandskrediten und zum anderen mit der Abschwächung des Wirtschaftswachstums und der geringeren staatlichen Stabilität. Seit dem 2013 das Rating der Türkei angehoben wurde, sei das Risiko eines Schocks aufgrund der schwachen außenwirtschaftlichen Position des Landes gewachsen. Insbesondere treffe dies angesichts der „hohen politischen Risiken“ und der schwankenden Stimmung der Investoren zu.

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„Wir Muslime sind doch normale Menschen“

Bassam Tibi: „Beim Bild des Muslim pendeln die Deutschen zwischen den Extremen“ / picture alliance
Bassam Tibi: „Beim Bild des Muslim pendeln die Deutschen zwischen den Extremen“ / picture alliance
Die Deutschen, auch ihre Wissenschaftler, sehen den Muslim entweder als unterlegenen Gewaltmenschen oder als „edlen Wilden“. Nichts davon ist wahr, schreibt Bassam Tibi in seinem Essay
 

Von Bassam Tibi | Cicero

Ein unbeteiligter Beobachter, der die Wahrnehmung „des Muslim“ als homo islamicus in der deutschen Perzeption des Fremden verfolgt, gerät zuweilen in Unsicherheit darüber, was er überhaupt vernimmt. In dieser Unsicherheit stellt man sich eben verunsichert die Frage: Was ist denn dieser homo islamicus für ein Mensch? Ist er etwa der gleichermaßen verteufelte und dem Europäer rassenpsychologisch unterlegene Gewaltmensch des Dschihad? Oder ist er gar das Gegenteil hiervon, also ein dem Europäer überlegener homo islamicus, der wegen freier Sexualität zu verherrlichen ist? Und gibt es überhaupt diesen homo islamicus?

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Die soziale Wirklichkeit ist komplexer, als es Talkrunden vorgaukeln

In den sechziger Jahren etablierte sich die Soziologie als neue Schlüsselwissenschaft. Heute, wo sich jeder seine eigene Soziologie zusammenbastelt, muss gegen Vereinfachungen offensiv gemacht werden.

Von Gerhard Schulze | Neue Zürcher Zeitung

Kann die Soziologie eine ganz normale akademische Disziplin sein? Alle Wissenschaften, etwa Medizin, Biologie oder Physik, gewinnen ihre Eigenart durch den speziellen Gegenstand im Fokus ihrer Analysen. Nur bei der Soziologie ist es damit noch nicht getan. Sie ist erst dann am Ziel, wenn sie gefragt und verstanden wird. Andere Wissenschaften können dieses Verstehen professionellen Anwendern überlassen, etwa Ärzten, Gentechnikern oder Ingenieuren. Anwender der Soziologie sind dagegen potenziell wir alle. Sie gestattet uns einen neuen Blick auf unsere Sozialwelt und eröffnet damit die Möglichkeit des Andersseins.

Am 26. September beginnt der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Das Programmheft führt eine ganz normale Wissenschaft vor Augen; in vielen hundert Vorträgen wenden sich Insider an Insider. Doch der Weg vom anlaufenden Soziologiekongress bis zur soziologischen Aufklärung ist noch weit. Dies bestätigt die Sonderrolle der Soziologie, dass der Vorwurf von Unverständlichkeit, Praxisferne und Selbstbezüglichkeit sie wie ein Schatten begleitet, tritt doch in dieser Kritik die Forderung ihrer Adressaten zutage, so beschrieben zu werden, wie sie es selbst nicht können, aber brauchen.

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Marx und Minirock

Foto: brightsblog
Foto: brightsblog
Ein Kuschelkurs in Sachen Islam wird das hier nicht. Auf die Frage, ob ich fotografieren könne, erwidert Uwe Vorberg vom Bahnhof Langendreer, er müsse erst die beiden Personenschützer von Mina Ahadi informieren, damit es keine Probleme gibt. Als er in den Abend zum Thema „Frauenrechte und Islam“ einführt, bemerkt er angesichts des vollen Studios 108 trocken „Es scheint ein brennendes Thema zu sein“.

Von Maxi Braun | Richard Dawkins-Foundation

Um die 150 Menschen sind der Einladung des Bahnhof Langendreer und der Initiative Religionsfrei im Revier gefolgt, um die Exil-Iranerin und Menschenrechtsaktivistin sprechen zu hören. Sie sitzen auf dem Boden oder stehen hinter der letzten Stuhlreihe, bis zur Tür. Mina Ahadi ist Vorsitzende des 2007 gegründeten Zentralrats der Ex-Muslime, Begründerin eines Internationalen Komitees gegen Steinigung und eines gegen die Todesstrafe.

Ihre Biografie verleiht dem Gesagten besonderen Nachdruck. Sie erzählt, wie sie in einem iranischen Dorf aufwuchs und schon als Kind auf der Straße einen Tschador tragen musste, mit niemandem sprechen durfte, wenn sie von A nach B ging. Anders war es in der Großstadt Teheran, wo sie ihren atheistischen Großvater besuchte. Das Leben dort war voller Farben, Eis und Kinobesuche. In ihrem Dorf war es schwarz hinter dem Tschador, für Ahadi ein „mobiles Gefängnis“. Das war in den 1960er Jahren, noch unter Schah Mohammad Reza Pahlavi.

Ihr Körper wird mit der Pubertät zunehmend zu einem Problem. Das Einsetzen der Periode sei „ein schwarzer Tag für die Familie“ gewesen. Sie beginnt, die Religion und ihren Platz darin zu hinterfragen. Will einen Freund haben, den Tschador ablegen. Die Antwort auf alles lautet immer nur „Allah“. Sie hört auf zu beten, entwöhnt sich von den religiösen Riten. „Dafür wurde ich nicht gesteinigt. Im Dorf galt das als typische Phase von jungen Leuten“.

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Monsanto Agrees to Use Gene-Editing Tool CRISPR Responsibly

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Monsanto announced on Thursday that it has struck a deal which will allow the biotech giant to use the gene-editing tool CRISPR/Cas9 on agricultural products. It is the first company to receive approval to deploy CRISPR/Cas9 for agricultural use.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

The license was approved by the Broad Institute, a genomic research center maintained by MIT and Harvard, and will be used by Monsanto to create genetically modified plants that are tailored to its needs. The “wide array of crop improvements” that Monsanto sees as enabled by CRISPR/Cas9 could mean anything from drought resistant crops to agricultural products that are designed to taste and look more appealing to the consumer.

“Genome-editing techniques present precise ways to dramatically improve the scale and discovery efficiency of new research that can improve human health and global agriculture,” said Issi Rozen, the Broad Institute’s Chief Business Officer. “We are encouraged to see these tools being used to help deliver responsible solutions to help farmers meet the demands of our growing population.”

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Papst beklagt Verdrängung von Religion aus Krankenhäusern – er kann ja dagegen beten

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus an Schwestern eines Krankenpflegeordens: Beistand, Trost und Freundschaft für Leidende sind Pflicht und Verantwortung der Kirche – Ordensleute sollen sich in Spitälern nicht von „laizistischer Kultur“ abhalten lassen

kath.net

Papst Franziskus beklagt eine Verdrängung des Christlichen aus den Krankenhäusern. Bisweilen lege eine laizistische Kultur es darauf an, „auch aus den Hospitälern jeden religiösen Bezug zu entfernen, angefangen mit der Präsenz von Ordensschwestern“, sagte er am Samstag im Vatikan. Damit einher gehe nicht selten ein „schmerzlicher Mangel an Menschlichkeit“ in krassem Gegensatz zu den „Orten des Leidens“, so der Papst weiter.

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NSU-Opferanwälte stellen Strafantrag gegen Bundesanwälte

Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Quelle: dpa
Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Quelle: dpa
Die Nebenkläger im NSU-Prozess werfen Bundesanwälten und Ermittlern des LKA Berlin vor, mögliche Beweismittel zu dem Fall vernichtet zu haben. Der Strafantrag basiert auf Recherchen der „Welt“.
 

WELT

Zwei Nebenklage-Anwälte im Münchner NSU (Nationalsozialistischer Untergrund)-Prozess haben Strafantrag gegen Bundesanwälte und Ermittler des Landeskriminalamtes Berlin gestellt. Sie werfen ihnen vor, mögliche Beweismittel vernichtet zu haben. Es geht um ein Notizbuch des früheren Anführers der rechtsextremen sächsischen Organisation Blood & Honour. Im NSU-Prozess steht die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Hauptangeklagte vor Gericht.

Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, einer der Verfasser der Anzeige, sagte, gegen die Bundesanwälte und Polizeiermittler bestehe der Verdacht der Strafvereitelung im Amt oder eines Urkundsdelikt.

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Die Kirchen – auch Haltung kennt Grenzen

Ein Flüchtlingsboot als Altar: Kardinal Rainer Maria Woelki feiert in Köln eine Messe.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Ein Flüchtlingsboot als Altar: Kardinal Rainer Maria Woelki feiert in Köln eine Messe.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Weder Obergrenzen noch ein verschärftes Asylrecht: Die Kirchen stehen fest an der Seite der Geflüchteten. Gut so. Doch ihr Einmischen hat eine Grenze. Ein Kommentar.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

Die Flüchtlinge sind ein Segen für die Kirchen. Alles kircheninterne Grübeln über die Frage, welche Rolle engagierte Christen, Pfarrer und Bischöfe in der zunehmend säkularen Gesellschaft spielen, hatte ein Ende, als Hunderttausende notleidende Menschen vor der Tür standen und versorgt werden wollten. Seitdem ist für evangelische und katholische Bischöfe klar: Wir nehmen wörtlich, was die Bibel über Gastfreundschaft, Fremdenliebe und Barmherzigkeit sagt, und wir stehen fest an der Seite der Geflüchteten.

Damit einher geht ein Politisierungsschub, wie es ihn in den Kirchen schon lange nicht mehr gegeben hat. Wenn es um Einwanderer, Migranten und Flüchtlinge geht, kann sich die Kanzlerin mittlerweile mehr auf die Unterstützung der Kirchen verlassen als auf ihre eigene Partei oder die CSU. Seitdem auch die SPD ins Schlingern geraten ist und ihren Kurs sucht, entwickeln sich die Kirchen zu einer Art linker außerparlamentarischer Opposition. Ihre Botschaften sind klar und deutlich: Die Bischöfe lehnen Debatten über Obergrenzen ab, prangern menschenunwürdige Zustände in Flüchtlingsunterkünften an, warnen vor Asylrechtsverschärfungen und werben für mehr Gelassenheit im Umgang mit den Fremden.

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Sexualerziehung in Hessen: Die Rechten blasen zum Gegenangriff

In Stuttgart ist die Neuausrichtung der Sexualerziehung heftig umstritten. In Hessen wurde der neue Lehrplan einfach eingeführt. Foto: imago
In Stuttgart ist die Neuausrichtung der Sexualerziehung heftig umstritten. In Hessen wurde der neue Lehrplan einfach eingeführt. Foto: imago
Seit diesem Schuljahr gilt in Hessen ein neuer Sexualkundelehrplan, der für Verschiedenheit und Vielfalt wirbt. Jetzt formieren sich die Rechten zum Widerstand.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Es ist keine Woche her, dass der neue Lehrplan zur Sexualerziehung öffentlich wurde, da schießt die rechte Szene um die berüchtigte „Demo für alle“ aus allen Rohren. Grund: Das Land Hessen hatte es gewagt, die sexuelle Aufklärung im Unterricht dahingehend zu modifizieren, den Schülern die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen vermitteln zu wollen – und damit „ein offenes, diskriminierungsfreies und wertschätzendes Verständnis für die Verschiedenheit und Vielfalt“.

Der ursprüngliche Lehrplan von 2005 hatte schon seinerzeit nach Niederbayern anno 1950 gerochen, sind doch andere Lebenskonzepte jenseits des heterosexuellen Vater-Mutter-Kinder-Modells längst gesellschaftliche Realität. Das zu akzeptieren, davon aber ist der Verein um Hedwig von Beverfoerde mit tatkräftiger Unterstützung von Beatrix von Storch und Birgit Kelle jahrhunderteweit entfernt.

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New Knitting Technique Produces Electronic Smart Fabrics at Industrial Scales

Image: Foroughi et al
Image: Foroughi et al
Australian scientists have developed a knitting technique capable of producing electrically-conductive Spandex-carbon nanotube hybrid textiles at industrial scales. As described earlier this month in a paper published in ACS Nano, the stretchable fabrics „exhibit excellent performance“ as sensors and artificial muscles. Potential applications include adjustable smart clothing, robotics, and medical devices.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

At the core of the material is regular old Spandex, which is basically artificial super-rubber spun into fibers. In the process outlined in the paper, SPX filaments are coated with aerogel sheets of carbon nanotubes. Carbon nanotubes have the neat property of tunable electrical conductivity, and by tweaking the fabrication process, it’s possible to create materials with electrical and mechanical properties that change as the fabric changes shape. Meet the bike shorts of the future.

„The coating method operates at room temperature, requires no solvents, and does not compromise textile production speeds,“ the Australian team reports. As such, the hybrid yarns are also pretty cheap to produce—a key requirement.

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Mehr Flüchtlinge sollen legal nach Deutschland reisen

 Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
Bundeskanzlerin Angela Merkel und die weiteren Teilnehmer am Wiener Flüchtlingsgipfel. (Foto: AFP)
  • Auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien haben Vertreter von elf Nationen über den künftigen Umgang mit Migranten diskutiert.
  • Bundeskanzlerin Merkel will Italien und Griechenland weiter zur Seite stehen und Flüchtlinge mit Bleiberecht in Deutschland aufnehmen.
  • Merkel betonte jedoch auch, dass die Rückführung von Menschen ohne Aussicht auf Asyl verstärkt werden müsse.

Süddeutsche.de

Die EU hat aus Sicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der illegalen Migration gemacht. Im Vergleich zur Situation vor etwa einem Jahr sei sehr viel erreicht worden, sagte Merkel zum Abschluss eines Flüchtlingsgipfels von elf europäischen Staaten in Wien. „Unser Ziel muss sein, die illegale Migration so weit wie möglich zu stoppen.“ Sie sicherte Griechenland und Italien weitere Hilfe zu. So werde Deutschland aus diesen Staaten mehrere hundert Migranten mit Bleiberecht pro Monat aufnehmen. Gerade diese Menschen bräuchten eine Perspektive.

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Menschenrechte in der Türkei: „Praxis des Folterns“

Erdo_IS

Nach dem gescheiterten Putsch eskaliert die Menschenrechtslage. Ein Interview mit Andrew Gardner, Türkeiexperte von Amnesty International, über willkürliche Festnahmen und Folter.
 

Ein Interview von Hasnain Kazim | SpON

Die Nacht vom 15. auf den 16. Juli hat die Türkei verändert. Teile des Militärs hatten versucht, die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, in vielen Städten kam es zu Jagdszenen auf den Straßen. Insgesamt starben 290 Menschen, mehr als 2000 wurden teils schwer verletzt.

Erdogan nahm den gescheiterten Coup zum Anlass, um mit äußerster Härte gegen die Hintermänner und in sogenannten Säuberungen auch gegen vermeintliche Unterstützer vorzugehen. Dazu wurden Gesetze ausgehebelt, Zehntausende Menschen verloren ihren Job oder landeten sogar in Haft. Als Hauptdrahtzieher beschuldigt die Regierung den im Exil lebenden Prediger Fethulah Gülen.

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Bruce Springsteen nennt Trump einen „Idioten“

Rocklegende Bruce Springsteen / Bild: APA/AFP/BERTRAND GUAY
Rocklegende Bruce Springsteen / Bild: APA/AFP/BERTRAND GUAY
Die Situation in den USA sei „eine Tragödie für unsere Demokratie“, meinte der 67-jährige Rockstar.

Die Presse.com

Die US-Rocklegende Bruce Springsteen („Born in the U.S.A.“) hat Donald Trump, den Kandidaten der Republikaner für das Weiße Haus, als „Idioten“ beschimpft. In einem Interview mit dem „Rolling Stone“ sagte der 67-Jährige, sein Land sei „praktisch unter Belagerung durch einen Idioten“.

Die Situation sei „tragisch, eine Tragödie für unsere Demokratie“. Das Magazin veröffentlichte Auszüge des Interviews am Samstag. Trumps Ideologien, darunter der Nationalismus für ein weißes Amerika, und die von ihm propagierte alternative konservative Bewegung seien „äußerst gefährlich“, meint der Rocksänger.

Trumps Rezept? Er biete „einfache Lösungen für überaus komplizierte Probleme, irreführende Antworten auf schwierige Fragen“, sagte Springsteen. Für ihn selbst komme nur seine demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton infrage. „Ich glaube, sie würde eine sehr, sehr gute Präsidentin sein.“

Indian Blogger Arrested on Charges of Blasphemy

Image: Friendly Atheist
Image: Friendly Atheist
32-year-old atheist blogger Tarak Biswas was arrested in Kolkata (India) last week after he reposted an image critical of Islam on Facebook and officials were called in to stop the apparent madness.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

Sanaullah Khan, a Muslim leader from the Trinamool Congress party, played the role of accuser, whining about his hurt feelings to the local police, who then arrested Biswas.

Locals allege that the police picked up Biswas from his residence in the wee hours of Thursday night. According to the police, Tarak was arrested on charges of 295 A, 298 of the Indian Penal Code (hurting religious sentiments and hate speech), besides 66, 67 and 67A of the IT Act (posting, sending offensive messages through communication services). Later, he was produced before the local court, where he was remanded to seven days of police custody.

That police custody is now over, but Biswas still faces a more severe penalty and will appear in court next week to defend himself.

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