Warum Erdogan überall Verschwörungen wittert


Bild: FB
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Zehntausende Türken sind seit dem gescheiterten Staatsstreich Mitte Juli verhaftet oder entlassen worden. Die Regierung glaubt, eine gewaltige Konspiration enttarnt zu haben. Eine erklärbare Illusion.

Von Sven Felix Kellerhoff | DIE WELT

Kein Zweifel: Der Putsch in der Türkei am 15. und 16. Juli 2016 war dilettantisch. Das ist überraschend angesichts der Erfahrungen, die das türkische Militär seit Jahrzehnten mit Staatsstreichen hat. Mindestens genauso verwirrend erscheint Europäern allerdings die Reaktion des populistischen Regimes um Recep Tayyip Erdogan.

Obwohl der gescheiterte Coup gezeigt hatte, wie schwach die Aufständischen tatsächlich waren, witterte der islamistische Präsident überall Verschwörungen: Zu Tausenden wurden Offiziere, Richter, Journalisten festgenommen, mehr als 76.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes entlassen.

Wenn tatsächlich alle oder auch nur die Mehrheit dieser Funktionsträger entschiedene Gegner des Erdogan-Regimes gewesen wären: Seine Regierung hätte den Putsch kaum überstanden. Das ist so offensichtlich, dass kaum jemand in Europa die Motive für Erdogans brutales Durchgreifen verstand.

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