Erste Witwe verklagt Saudi-Arabien wegen 9/11-Anschlags

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Die Klage wurde nur wenige Tage nach einem entsprechenden Gesetzesbeschluss durch den Senat eingereicht

derStandard.at

Eine erste US-Amerikanerin hat Saudi-Arabien wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA verklagt. Erst am Mittwoch hatte ein Gesetz den US-Kongress passiert, das Hinterbliebenen von Anschlägen einen solchen Schritt ermöglicht. Präsident Barack Obama hatte vergeblich versucht, das Gesetz per Veto zu verhindern.

Bei den Anschlägen hatten islamistische Terroristen der Al-Kaida Verkehrsflugzeuge entführt und in das World Trade Center in New York sowie das US-Verteidigungsministerium gesteuert. Dabei waren insgesamt rund 3000 Menschen ermordet worden. 15 der 19 Selbstmordattentäter waren saudische Staatsbürger.

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Türkei: Bruder von Staatsfeind Nr. 1 Fethullah Gülen verhaftet

Fethullah Gülen in seinem Domizil in den USA / Bild: REUTERS
Fethullah Gülen in seinem Domizil in den USA / Bild: REUTERS
Kutbettin Gülen wird „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ vorgeworfen“. Die Regierung wirft seinem in den USA lebenden Bruder vor, hinter dem Putschversuch vom 15. Juli zu stehen.

Die Presse.com

Die türkische Polizei hat am Sonntag den Bruder des derzetigen Staatsfeindes Nr. 1, des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, in der westtürkischen Stadt Izmir festgenommen worden. Kutbettin Gülen sei im Hause eines Verwandten verhaftet worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die türkische Regierung macht seinen Bruder Fethullah für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich und fordert dessen Auslieferung von den USA. Kutbettin Gülen wird nach Angaben von Anadolu Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen.

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Über Luther, den Adel und die Juden – eine Anmerkung zum Schweigen der Evangelischen Kirche

Bild: HOFFMANN UND CAMPE Autor: Jutta Ditfurth Titel: Der Baron, die Juden und die Nazis ISBN: 978-3-455-50394-4
Bild: HOFFMANN UND CAMPE
Autor:
Jutta Ditfurth
Titel:
Der Baron, die Juden und die Nazis
ISBN:
978-3-455-50394-4

Im kommenden Jahr ist der Höhepunkt der Lutherdekade, einer zehnjährigen Reihe von Veranstaltungen, Ausstellungen und Festakten. Finanziert wird die Sache u.a. von Evangelischer Kirche und Staat. Kaum eine Rolle spielt Luthers Hass auf die Juden und auf aufständische Bauern. Deshalb hier eine Anmerkung:

Von Jutta Ditfurth

[…] Ganz Realpolitiker, schlug Luther sich am Ende auf die Seite der Sieger, der Fürsten. Der Protestantismus diente ihren Interessen. Knapp 400 Jahre sollte es so noch dauern, bis die Herrschaft der adligen Großgrundbesitzer über Leute und Land abgeschafft sein würde. Während Luther sich der christlich-adligen Obrigkeit andiente, hetzte er gegen die Juden, voller Wut auch darüber, dass sie sich von ihm, dem großen Reformator, nicht hatten missionieren lassen. In seinen frühen Jahren hatte er noch bemängelt, dass man von den so »viehisch traktierten« Juden nicht erwarten könne, dass sie sich zum Christentum bekannten. Der ältere Luther marschierte mit ungeheurer Wucht in die Schlacht gegen die Juden.

Es war die Zeit, in der die alten antisemitischen Stigmata – Ritualmord, Hostienschändung, Brunnenvergiftung, Mord an christlichen Kindern – auch von anderen Autoren und Rednern neu belebt wurden. Katholische Orden wie die Dominikaner stachelten den Hass gegen die Juden auf, etwa Jakob von Hochstraten, ein fanatischer Verfechter der Inquisition. Texte wie die des katholischen Theologen Johannes von Eck entstanden, aus denen sich später nicht nur Julius Streicher für seinen Stürmer bediente. Die Juden sollten Zeichen tragen, waren es nicht wert, als Zeuge gegen Christen aufzutreten, sollten kein Gewerbe ausüben dürfen, sich aber zwingen lassen, christliche Predigten anzuhören.

Luther schrieb derb, brutal und von keinerlei Weltläufigkeit angehaucht, wie sie manch klügeren Kopf in den großen Städten Europas beeinflusste. Er lebte »in einer Krähwinkelstadt« und hatte sich dort »in ein enges Gehäuse eingesponnen«, wo er »jedem Klatsch gegen die Juden sein volles Ohr« lieh. Alles missionstaktische Verständnis für die miese Lage der verstockten Juden verflüchtigte sich. Er saugte jeglichen Antisemitismus seiner Zeit begierig auf, reicherte ihn an, um ihn schließlich mit seinen Schmähschriften Über die Lügen der Juden (1542/43)46 und Vom Schem Hamphoras und vom Geschlechte Christi (1544) hochgiftig konzentriert wieder auszuspeien.

In den Lügen der Juden schrieb er: »Was klagen die Juden über harte Gefangenschaft bei uns, wir Christen sind beinah 300 Jahre lang von ihnen gemartert und verfolgt, daß wir wohl klagen möchten, sie hätten uns Christen gefangen und getötet. Dazu wissen wir noch heutigen Tages nicht, welcher Teufel sie in unser Land gebracht hat. […] Land und Straßen stehen ihnen jetzt offen, mögen sie ziehen in ihr Land, wir wollen gern Geschenke dazu geben, wenn wir ihrer los wären, denn sie sind uns eine schwere Last, wie eine Plage, Pestilenz und eitel Unglück in unserem Lande sind.«

Fast höhnisch zählte Luther auf, wo und warum die Juden überall vertrieben worden seien. Der »Reformator« machte praktische Vorschläge, wie man gegen die Juden vorgehen könne: Er empfahl, ihre Synagogen zu verbrennen, ihre Bücher zu beschlagnahmen, ihre Gebete zu verbieten, sie zu harter körperlicher Arbeit zu zwingen, die Fürsten sollten sie aus ihren Ländern austreiben und die Obrigkeit und die Pfarrer überall ihre Pflicht gegen die Juden tun und ihre Gemeinden mit giftigem Hass gegen die Juden erfüllen. Wenn ich Gewalt über die Juden hätte, sagte er, würde ich ihre Gelehrten und Besten versammeln und ihnen mit der Androhung, »ihre Zungen hinten am Halse herauszuschneiden, den Beweis auflegen, daß das Christentum nicht einen einzigen Gott, sondern drei Götter lehre«. Wenn die Juden »uns könnten alle töten, so thäten sie es gerne und thun es auch oft, sonderlich die sich vor Ärzte ausgeben«.

Die alten katholischen, oft sophistischen Reden gegen die Juden waren abgenutzt, die Sprache des Begründers des Protestantismus aber war neu, volkstümlich und wirkungs- voll. Robert Schlickewitz: »Die Stimmführer des Katholicismus verlangten von ihnen lediglich Unterwerfung unter die kanonischen Gesetze, gestatteten ihnen aber unter dieser Bedingung den Aufenthalt in den katholischen Ländern. Luther aber verlangte ihre vollständige Ausweisung. Die Päpste ermahnten öfter, die Synagogen zu schonen; der Stifter der Reformation dagegen drang auf deren Entweihung und Zerstörung.« Luther trug »die Schuld daran, daß die protestantischen Fürsten sie bald aus ihren Gebieten ver- wiesen«.

In seiner Streitschrift Schem Hamphoras verwünschte Luther die Juden noch rasender: »Denn es ist ebenso möglich, die Juden zu bekehren, wie den Teufel zu bekehren. […] Denn ein Jude oder jüdisch Herz ist so stock-, eisen-, teufelshart, dass es mit keiner Weise zu bewegen ist. […] Summa, es sind junge Teufel, zur Hölle verdammt«.

Er veröffentlichte wahnwitzige Phantasien über die Zauberkünste der Juden, über die Verwandlung ihres Kotes und ihres Urins in Scharfsinnigkeit und dergleichen mehr. Hetzbilder, die in der deutschen Romantik wieder auftauchen sollten. Luther nahm Einfluss auf die Entscheidungen in Sachsen, Brandenburg und Schlesien, die Lage der Juden zu verschlechtern. »Er hat in Wahrheit unsere Lage sehr gefährlich gemacht!«, schrieb Josel von Rosenheim (1476– 1554), ein berühmter Verteidiger der jüdischen Gemeinden in religiösen und Rechtsfragen seiner Zeit.

»Vor die Entscheidung gestellt«, schreibt Léon Poliakov, »verbündete er [Luther] sich mit den Mächtigen dieser Welt, den Fürsten, da von ihnen die Zukunft der Reformation abhängt. Dadurch wurde die schöne Reinheit seiner Lehre getrübt; auf jeden Fall muss er sich mit all dem in seinem Namen vergossenen Blut und mit all den so begangenen Verbrechen abfinden. […] der inneren Freiheit stellt er die unwandelbare, durch Gott eingesetzte Ordnung der Dinge der Welt entgegen. Die Pflicht zum Gehorsam schiebt sich an die erste Stelle; der Christ muss ein zuverlässiger und gehorsamer Untertan bleiben. So führt […] die totale Freiheit zu einer totalen Verknechtung. Der Erzengel des Aufruhrs wandelt sich in einen verbitterten und despotischen Spießbürger.«

In Preußen setzten sich Reformation und Luthertum durch und damit eine jahrhundertelange Erziehung zu unbedingtem, vermeintlich gottbefohlenem Gehorsam, diese mörderische Seite »deutscher Leitkultur«, die so viele Kinder und junge Leute zerbrach.

Quellen im Buch.

Auszug aus:
Der Baron, die Juden und die Nazis. Adliger Antisemitismus, Hamburg: Hoffmann & Campe 2013/2015

Bezugsadresse (mit Signatur, Widmung und kleiner Zeichnung) in meinem bookstore:
http://www.jutta-ditfurth.de/allgemein/bookstore.htm#Baron

Bullshistic: Was tun, wenn es spukt – Ghostbuster bestellen

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Immer wieder meinen Menschen, Gespenster zu sehen. Kaum jemand nimmt diese Angst ernst – bis auf eine Beratungsstelle in Freiburg, die auf parapsychologische Phänomene spezialisiert ist.

Von Harald Hordych | Süddeutsche.de

Wer spricht schon gern darüber, dass er einen Geist gesehen hat? Dass sich der Stuhl in seinem Schlafzimmer bewegt hat? Oder die Bettdecke in Flammen aufgegangen ist? So gut wie niemand. Also lieber kein Wort darüber verlieren, lieber verdrängen und wenn das nicht klappt: allein damit fertig werden.

Wenn es nämlich spukt, ist es keine Frage von sachlicher Erörterung, wie man den unerklärlichen Dingen auf die Spur kommen kann. Es ist auch nicht der Punkt zu klären, wer sich das nächste Mal womöglich mit auf die Lauer legt. Nein, wer plötzlich einen Schatten, einen menschlichen Umriss, eine Figur erblickt, die er noch nie gesehen hat und die überhaupt nicht das Geringste in seinem Lebensraum verloren hat, der weiß nicht wohin mit seinen Erfahrungen.

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„Dann stürzen riesige Geier von den Bergen herunter und bedienen sich“

Reinhold Messner: „Für mich ist das die eleganteste Form des Verschwindens“ / picture alliance
Reinhold Messner: „Für mich ist das die eleganteste Form des Verschwindens“ / picture alliance
Der Bergsteiger Reinhold Messner würde sich nach seinem Tod am liebsten von Geiern auffressen lassen.

Cicero

In der neuen Ausgabe des Cicero sagt er: „Wenn es allein nach mir ginge und gesetzlich erlaubt wäre, würde ich die Himmelsbestattung mit Geiern vorziehen.“ Bei dieser Zeremonie wird der Leichnam aufgeschlitzt, „dann stürzen riesige Geier von den Bergen herunter und bedienen sich.“ Die Knochen und der Schädel werden anschließend zerschlagen und ebenfalls an die Geier verfüttert. „Ich finde“, erklärte Messner, „dieses Himmelsbegräbnis sehr eindrucksvoll, für mich die eleganteste Form des Verschwindens im All.“ Aus pragmatischen und juristischen Gründen aber werde er sich mit einer Feuerbestattung begnügen. An einen Gott glaubt Messner nicht, denn „alle Religionen mit ihren Göttern sind von uns Menschen erfunden worden. Wenn die Menschheit verschwindet, werden mit ihr alle Götter verschwinden.“

Christ sein ohne Religion?

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Aus mancherlei Gründen ist die christliche Religion in Europa auf den Prüfstand geraten. Die politischen Themen der letzten Zeit, insbesondere die Zuwanderungsbewegungen aus vorwiegend islamisch geprägten Ländern sorgen dafür, dass „Religion“ rundum wieder zum Thema geworden ist.

Von Ludger Verst | Deutschlandradio Kultur

Jüngst hat der Bundesinnenminister auf einem Zukunftskongress in Berlin die Rolle von Glaube und Religion in der Integrationsfrage betont. In diesem Zusammenhang mahnte er alle Bürger an, sich auch mit dem eigenen Glauben und den damit zusammenhängenden Traditionen auseinanderzusetzen. „Keiner müsse in Deutschland“, sagte Thomas de Maiziere, „religiös werden, wenn er es nicht sei, oder in die Kirche gehen, wenn er nicht möchte. Kenntnisse über den christlichen Glauben und seine Tradition und über andere Religionen seien aber sinnvoll und wichtig“.

Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland aber hat mit Religion und erst recht mit Kirche nicht mehr viel am Hut. Die Krise der Konfessionen ist offenkundig. Weltweit betrachtet schießen zwar – vor allem in Afrika und Südamerika – Tausende sogenannter freier Kirchen wie Pilze aus dem Boden. Sie wollen frei und christlich leben, ohne sich in herkömmlicher Weise von Religion und Kirche vereinnahmen zu lassen. Auf der anderen Seite wollen Menschen – vor allem in Europa – ihre christliche Identität nicht einfach preisgeben, auch wenn sie äußerlich betrachtet un-kirchlich geworden sind. Ihre Abwendung gilt eher einer verfassten und verwalteten Religion, in der sich Fachleute über Begriffe und Verständnisfragen streiten und – fernab vom Weltgeschehen – kaum mehr etwas Lebendiges und Überzeugendes zustande bringen.

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Der Hass der Deutschomanen

 Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor © Müller-Stauffenberg/ullstein bild
Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor © Müller-Stauffenberg/ullstein bild

Lamya Kaddor ist Islamwissenschaftlerin, Autorin und Lehrerin für Islamkunde in Dinslaken. Als Reaktion auf ihr neues Buch Zerreißprobe bekam sie so viele Drohungen und Hasskommentare von Rechten, dass sie um die Beurlaubung vom Schuldienst gebeten hat.

Von Lamya Kaddor | ZEIT ONLINE

Für Leute wie den Welt-Autor Henryk M. Broder und den früheren Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Roland Tichy, mag das alles lustig sein. In Texten, die sie schreiben und publizieren, werde ich als „genuin dumm“ beleidigt und nahezu mein komplettes Leben wird als Fake verleumdet.

Für mich ist das absolut kein Spaß mehr. Ich musste mich auch wegen der Wirkung solcher Texte dazu entschließen, meinen Lehrerberuf vorübergehend ruhen zu lassen: Ich werde diffamiert, bin Bedrohungen von Leib und Leben ausgesetzt. („Dummes Vieh, stirb, Kanacken-Fotze“, „Ballert ihr ne Kugel in den Kopf“, „Nachts kommen wir dich holen“.)

Mein einziges Vergehen: Ich, „die kleine Ausländerin“, habe in meinem neuen Buch gewagt, die von vielen so oft bemühte Floskel „Integration ist keine Einbahnstraße!“ ernst zu nehmen. Nachdem ich mich rund 15 Jahre mit der Minderheit der Muslime in diesem Land beschäftigt habe, habe ich nun erstmals die deutsche Mehrheitsbevölkerung fokussiert und in der Frage der Integration in die Pflicht genommen.

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Biene Maja, die Schlümpfe und andere Gefahren für die Sicherheit der Türkei

Der Nationale Sicherheitsrat hat am vergangenen Mittwoch eine Verlängerung des Ausnahmezustandes um weitere drei Monate empfohlen. Dies geschehe zum wirksamen „Schutz unserer Demokratie, Rechtstaatlichkeit, Rechte und Freiheiten unserer Bürger“, erklärte das Gremium, das aus Regierungsmitgliedern und hohen Militärs besteht. Die Regierung wird sich dem mit ziemlicher Sicherheit anschließen. Der Ausnahmezustand wurde nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli zunächst für drei Monate bis zum 15. Oktober 2016 verhängt.

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Nach dem gescheiterten Putsch im Juli wurden zahlreiche kritische Medien geschlossen und pro-kurdische Fernsehprogramme gestoppt. Nun wurden auf Antrag des Rundfunk- und Fernsehrates RTÜK vom Satelliten- und Kabelanbieter Türksat am 28. September weitere zwölf Fernseh- und elf Radiosender aus dem Programm gestrichen. Die Begründung lautete, diese Sender seien „eine Gefahr für die nationale Sicherheit“.

Die Biene Maja und Die Schlümpfe

Besonders skurril: Auch der beliebte kurdische Kindersender Zarok TV (dt.: Kinder TV), der die Zeichentrickserien „Die Biene Maja“ und „Die Schlümpfe“ in kurdischer Sprache ausstrahlte, wurde geschlossen. ZarokTV-Programmkoordinatorin Dilek Demiral reagierte entsetzt:

Wir haben von RTÜK bis jetzt nicht einmal eine Verwarnung erhalten. Die Entscheidung, unseren Sender als ein nationales Sicherheitsrisiko einzustufen, ist ein Skandal.

Nach dem Putsch wurde ein Notstandsdekret erlassen, das die Regierung ermächtigt, Medien und Verlage, die ihrer Meinung nach die nationale Sicherheit gefährden, ohne Gerichtsbeschluss zu schließen. Mit dieser Begründung wurden schon im Juli drei Nachrichtenagenturen, 16 Fernsehsender, 23 Rundfunkstationen, 15 Magazine und 45 Zeitungen geschlossen.

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Bereits die Frühkirche kannte Frauen in Ämtern

War Papst Johannes VIII. in Wirklichkeit eine Frau? Szenenbild aus dem Spielfilm
War Papst Johannes VIII. in Wirklichkeit eine Frau? Szenenbild aus dem Spielfilm „Die Päpstin“ Quelle: picture-alliance/ obs
Schon in urchristlichen Gemeinden haben Frauen Ämter übernommen, berichtet die Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“. Die These könnte die Debatte um weibliche Amtsträger im Katholizismus befeuern.
 

Von Antonia Kleikamp | DIE WELT

Was im „Osservatore Romano“ steht, ist nicht unbedingt die offizielle Position des Vatikans, aber doch „offiziös“: Gegen den Willen des Papstes erscheint in der italienischsprachigen Zeitung der Vatikanstadt nichts. Und so gut wie jeder Artikel hat etwas zu bedeuten – was allerdings genau, gehört zu den beliebtesten Rätseln aller Vaticanisti, der journalistischen Beobachter des Kirchenstaates.

Soeben veröffentlichte das Blatt einen Gastbeitrag des Archäologen Carlo Carletti. Der Epigrafik-Experte hat darin zusammengestellt, was es für Zeugnisse über Priesterinnen im Frühchristentum gibt. Es sind rund 30 antike Inschriften bekannt, die auf Diakoninnen verweisen. Doch von ihnen stammen nur drei aus Italien, davon eine aus Rom; 25 fand man hingegen in der heutigen Südtürkei.

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Es kommen nur noch 14.000 Asylsuchende pro Monat

© dpa Die Zeit der langen Schlangen ist vorbei: Flüchtlinge warten im Herbst 2015 vor Erstaufnahme in Brandenburg.
© dpa Die Zeit der langen Schlangen ist vorbei: Flüchtlinge warten im Herbst 2015 vor Erstaufnahme in Brandenburg.
Für 2015 wurden die Zahlen nach unten korrigiert. Nun zeigt sich: Verharrt die irreguläre Migration auf dem Niveau der vergangenen sechs Monate bliebe sie künftig klar unter der CSU-Obergrenze von 200.000 Personen pro Jahr.

Von Thomas Gutschker | Frankfurter Allgemeine

Im September wurden etwa 13.000 Asylsuchende neu in Deutschland registriert. Seit April waren es in keinem Monat mehr als 14.000. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) unter Berufung auf eine Aufstellung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die ihr vorliegt. Bisher hatte die Bundesregierung deutlich höhere Zahlen genannt: jeweils etwa 16.000 für die Monate April bis Juli, 18.000 für den August. Die Korrektur hängt mit einer Umstellung der Datensysteme zusammen, nach der Mehrfachmeldungen nun ausgeschlossen sind.

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Attentat von Nizza: Islamismus als Vorwand

foto: apa/afp/valery hache Auf der Strandpromenade in Nizza wurden Blumen für die Opfer abgelegt.
foto: apa/afp/valery hache Auf der Strandpromenade in Nizza wurden Blumen für die Opfer abgelegt.
Der Attentäter von Nizza war laut neusten Erkenntnissen kein gefestigter Islamist. Das macht seine Schreckenstat am französischen Nationalfeiertag nur noch beunruhigender

Von Stefan Brändle | derStandard.at

Warum richtete Mohamed Lahouaiej Bouhlel am 14. Juli auf der Strandpromenade von Nizza ein Blutbad mit 86 Todesopfern an? Die Frage ist bis heute ungeklärt. Am Samstag sickerten erstmals Details aus der Untersuchung der Staatsanwaltschaft durch. Pariser Medien zitieren die Aussagen diverser Angehöriger.

Bouhlels Ex-Gattin Hajer spricht etwa von einem gewalttätigen Mann ohne jeden Bezug zur Religion. Er habe geraucht, Alkohol getrunken und Schweinefleisch gegessen. Die Besucherin eines gemeinsamen Sportklubs schildert Bouhlel als einen „sexuell Besessenen“, der mehrmals aus der Salsa-Stunde geworfen worden sei, weil er Frauen belästigt habe. Sein Schwager – dem er eine aufblasbare Puppe zeigte – erklärte den Ermittlern: „Er hatte den Teufel in sich.“ Einmal habe er vor seinen drei Kleinkindern eine Puppe mit einem Messer „erstochen“.

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Neue AfD-Hetze: Björn Höcke fürchtet sich vor Analverkehr

Neue homofeindliche Kampagne der AfD Thüringen: Landes- und Fraktionschef Björn Höcke versucht, Klassenfahrten gegen die Hirschfeld-Tage auszuspielen (Bild: (cc) Metropolico.org / flickr)
Neue homofeindliche Kampagne der AfD Thüringen: Landes- und Fraktionschef Björn Höcke versucht, Klassenfahrten gegen die Hirschfeld-Tage auszuspielen (Bild: (cc) Metropolico.org / flickr)
Die Rechtsaußenpartei macht Stimmung gegen die Hirschfeld-Tage – Anlass ist ein sexualpädagogischer Workshop in Erfurt.
 

Von Micha Schulze | QUEER.DE

Versuchen wir es mal positiv zu sehen: Die Hirschfeld-Tage, die von Ende Oktober bis Mitte Dezember in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stattfinden, haben so gut wie kein Budget für Öffentlichkeitsarbeit – doch die AfD schlägt schon kräftig die Werbetrommel. In gleich zwei Facebook-Posts thematisierten die Rechtsaußenpartei in Thüringen sowie ihr Landes- und Fraktionschef Björn Höcke eine von rund 150 Veranstaltungen: „Anal verkehren – ein sexualpädagogischer Workshop“ am 25. November in Erfurt.

Natürlich, wie es sich für die AfD gehört, unter der Gürtellinie. „Rot-Rot-Grün fördert mit thüringischem Steuergeld aus dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit die Klärung der großen Fragen der Menschheit“, lästerte die Partei am 19. September noch vergleichsweise harmlos.

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Der verstummte Aufschrei der Burka-Gegner

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So laut vermeintliche Frauenrechtler während der Burka-Debatte waren, so leise sind sie plötzlich anlässlich der Verschärfung des Abtreibungsverbots in Polen

Von Anna Giulia Fink | derStandard.at

Es ist die nächste Etappe im Umbau von Polen: Ein Gesetzesentwurf, der am 23. September in erster Lesung im Parlament genehmigt wurde, sieht eine Verschärfung der ohnehin sehr restriktiven Abtreibungsgesetze vor. Bisher dürfen Polinnen in drei Ausnahmefälle abtreiben: Ist das Kind schwer behindert, die Folge einer Vergewaltigung oder die werdende Mutter in Lebensgefahr, dann darf der Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden. Sollte der neueste Entwurf tatsächlich Gesetz werden, dann ist der Eingriff einzig und alleine dann erlaubt, so die Schwangere droht zu sterben. Und es erlaubt, Frauen mit bis zu fünf Jahren Haft dafür zu bestrafen, dass sie abtreiben.

Seit dem ersten Tag ihrer Machtübernahme hat sich die PiS-Partei darangemacht Polen von Grund auf umzukrempeln, um es nach ihren Vorstellungen neu zu gestalten. Die national-konservative Partei trotzt Fortschritt und Wandel, sie stemmt sich gegen Einwanderung ebenso wie gegen eine moderne Frauen-, Familien-, und Gesellschaftspolitik, weil sie sich als Gegengewicht zu dem als säkularisiert und laizistisch wahrgenommenen Rest Europas wahrnimmt.

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„Viele Evangelikale denken katholisch“

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Viele evangelikale Christen denken katholischer, als sie es selbst ahnen. Diese Ansicht äußerte der Pressesprecher der evangelisch-reformierten Freikirche „Gemeinde- und Missionswerk Arche“, Andy Mertin (Hamburg), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.

idea.ch

Anlass ist die internationale „Eckstein-Konferenz“, zu der bis zum 2. Oktober mehr als 1.000 Teilnehmer in Hamburg erwartet werden. Laut Mertin betrifft das vor allem die Haltung zur Rechtfertigung des Menschen vor Gott: „Für die Reformatoren galt: ‚Allein aus Gnade’. Viele Fromme wollen aber heute an ihrer Rettung mitwirken, sei es durch ihr Tun oder ihren Willen.“ Damit entsprächen sie eher der römisch-katholischen Vorstellung von der Mitwirkung beim Heil. Mit der Konferenz unter dem Thema „Allein aus Gnade – das Herz reformierten Glaubens“ wolle man die reformatorischen Grundwahrheiten wieder neu ins Bewusstsein rufen. Nach Mertins Worten soll die Veranstaltung eine „Zeit des Aufwärmens“ für das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 sein.

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„Ich lebe gerne als Jude in Deutschland“

nnenraum der Ohel-Jakob Synagoge: Kultusbeamter Eric Lehmann bläst das Schofar (Widderhorn) zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana (dpa / picture alliance / Robert B. FishmanFrank Mächler)
Innenraum der Ohel-Jakob Synagoge: Kultusbeamter Eric Lehmann bläst das Schofar (Widderhorn) zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana (dpa / picture alliance / Robert B. FishmanFrank Mächler)
Am Sonntagabend beginnt eines der höchsten Feste des Judentums: Rosch Haschana. Dann wird vor Gott Rechenschaft abgelegt, man geht in die Synagoge und wünscht sich ein süßes Jahr. Was ist süß, was ist bitter für Juden in Deutschland? Und: Wie passt der Tag der Deutschen Einheit zu diesem Fest? Der Journalist Gerald Beyrodt erzählt, wie er Rosch Haschana feiert.

Gerald Beyrodt im Interview mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Von diesem Sonntag an feiern Juden eines der höchsten Feste: Rosch Haschana, das Neujahrsfest. Es ist, anders als Silvester, kein Anlass für Parties. Es geht darum, Rechenschaft abzulegen. Kann man überhaupt von feiern sprechen?

Gerald Beyrodt: Ich würde schon sagen, dass man feiern dazu sagen kann. Das Fest hat einen ernsten Hintergrund. Sie haben es genannt: Gott hält über die Welt Gericht, man bittet um Vergebung. Aber es ist auch ein optimistisches Fest. Man kann moralisch gut sein, denken Juden. Und wir feiern das auch mit jeder Menge Essen, wie übrigens fast alle jüdischen Feiertage. Es gibt diesen jüdischen Spruch, jüdische Feste funktionieren nach dem Prinzip: Sie haben uns geschlagen, wir erinnern uns, lasst uns essen. Und so ist es auch bisschen an Rosch Haschana. Also geschlagen worden sind wir da nicht, aber es gibt ein Festmahl zu Hause nach der Synagoge oder auch in vielen Synagogen abends nach dem Gottesdienst. Ein Festmahl – man tunkt Apfelstücke in Honig, wünscht sich dazu ein gutes und süßes Jahr. Man isst Granatapfel. Die Kerne des Granatapfel sollen an die 613 Gebote, die Mitzwot der Thora, erinnern. Jüdische Feste sind fast immer heiter und ein bisschen traurig – beides. Zehn Tage später – Jom Kippur – da wird es richtig ernst, da fastet man 25 Stunden, kein Essen, kein Trinken. Sex ist auch nicht an Jom Kippur. Und da muss ich sagen, 25 Stunden nichts trinken, das finde ich richtig hart, das finde ich schrecklich. Aber Rosch Haschana ist ein heiteres Fest.

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In Wahrheit ein Todeskult

Die Zuhörer verfolgten die Ausführungen von Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover, mit großer innerer Spannung. Foto: koc
Die Zuhörer verfolgten die Ausführungen von Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover, mit großer innerer Spannung. Foto: koc
Jürgen Manemann referierte beim „Theologischen Forum“ über den „Islamischen Staat“ und die Herausforderungen für die hiesige Gesellschaft.

Von Karl-Heinz Kock | Westfälische Nachrichten

Die Parole „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“ ist bekannt geworden durch die Attentäter von Madrid 2004. Für Professor Dr. Jürgen Manemann, Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover, gibt der zweite Teil dieses Satzes ziemlich genau das wieder, was den Dschihadismus im Innersten kennzeichnet.

Manemann entfaltete jetzt differenziert im Rahmen des Theologischen Forums seine These, dass die Dschihadisten des „Islamischen Staates (IS)“ in ihrem „Kampf gegen die Ungläubigen“ in Wahrheit einen Todeskult betreiben. Rund 50 Zuhörer waren ins Felizitas-Pfarrheim gekommen und verfolgten seine Ausführungen mit großer innerer Spannung.

Zu Beginn spielte der Referent ein Video mit dem ehemaligen „Gangsta-Rapper“ Dennis Cuspert (Pseudonym „Deso-Dogg“) ein, der später ein führender Kopf der Medienzentrale des IS wurde: „Komm in meine Welt voll Hass und Blut“, heißt es da, verbunden unter anderem mit Aufrufen zu Mord und Leichenschändung. Für Manemann erhält der Hass im Dschihadismus „in apokalyptischer Perspektive“ quasi „sakrale“ Züge und gilt als einziger Lebenszweck.

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Erdogan fordert Entscheidung über EU-Beitritt der Türkei

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan / Bild: APA/AFP/ADEM ALTAN
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan / Bild: APA/AFP/ADEM ALTAN
Der türkische Präsident fordert ein Ende des Herumgeredes und der „diplomatischen Verrenkungen“. Der Oktober werde ein wichtiger Monat für die Beziehungen mit der EU sein, kündigte er an.

Die Presse.com

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die EU-Staaten mit scharfen Worten aufgefordert, abschließend über den Beitritt seines Landes zu entscheiden. „Wenn die EU die Türkei als vollwertiges Mitglied aufnehmen will, sind wir bereit. Doch sie sollten wissen, dass wir ans Ende unserer Geduld gelangt sind“, sagte Erdogan am Samstag in Ankara.

„Es ist nicht nötig, darum herum zu reden oder sich in diplomatischen Verrenkungen zu ergehen“, sagte Erdogan. „Es ist ihre Entscheidung, den Weg mit oder ohne die Türkei fortzusetzen.“ Der EU-Beitrittsprozess war in den 60er-Jahren begonnen worden, 2005 wurden offizielle Beitrittsgespräche eröffnet. „Die Haltung Europas ist die von jemandem, der seine der Türkei gemachten Versprechen nicht halten will“, kritisierte der Präsident.

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„Die Mehrheit der Muslime ist nicht judenfeindlich“

Sie sind Vertreter zweier Religionen, zwischen denen es immer wieder Konflikte gibt. Doch Imam Ramazan Demir und Rabbiner Schlomo Hofmeister sind Freunde – und räumen im Gespräch mit mancher falschen Vorstellung über das Zusammenleben auf.

Von Erich Kocina | Die Presse

Treffen sich ein Rabbi und ein Imam . . . Was anfängt wie ein Witz, findet in Wien laufend statt. Ramazan Demir, Imam der Islamischen Glaubensgemeinschaft, verbringt viel Zeit mit Rabbi Schlomo Hofmeister von der Israelitischen Kultusgemeinde. Sie sind befreundet, waren schon gemeinsam in Jerusalem und führen gern ausgedehnte Gespräche über Religion, Gesellschaft und Politik. Für die „Presse am Sonntag“ haben sie sich auf ein Gespräch getroffen – in einem Café in Wien-Währing, das sowohl koscher als auch halal zertifiziert ist.

Muslime gegen Juden, das ist ja ein gängiges Narrativ, in das Sie beide nicht so recht hineinpassen.

Ramazan Demir: Es herrscht die Ansicht, Muslime seien Antisemiten. Würde man eine Umfrage starten, wäre die Prozentzahl sicher bemerkbar. Aber die absolute Mehrheit der Muslime ist nicht judenfeindlich. Viele, die behaupten, dass Muslime judenfeindlich seien, kennen keinen einzigen Muslim.
Schlomo Hofmeister: Antisemitismus hat verschiedene Formen. Von Israelfeindlichkeit bis hin zu rassistischem Judenhass. Insgesamt ist er bei muslimischen Österreichern wahrscheinlich nicht viel größer als im Gesellschaftsdurchschnitt, nur anders geprägt.
Demir: In der Vergangenheit, etwa in Andalusien, haben Juden und Muslime über Jahrhunderte in Frieden zusammengelebt. Wir haben auch im Koran, viele Stellen, die zum liebevollen Umgang mit Juden und Christen und Andersgläubigen aufrufen.

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A Tale of Two Mars Missions

Image: Lockheed Martin Corporation.
Image: Lockheed Martin Corporation.
Earlier this week Elon Musk outlined his plans to take humans to Mars at the International Astronautical Congress in Guadalajara, Mexico. There were a lot of unresolved issues with his vision to turn humans into a multiplanetary species (particularly its cost), but his grand unveiling was met with great fanfare and excitement about the future of crewed interplanetary travel.

By Daniel Oberhaus | MOTHERBOARD

While Musk’s Mars ambitions are certainly out of this world, his unveiling overshadowed another presentation given the following night which detailed a far more realistic, albeit less sexy, plan to take humans to the Red Planet by 2028.

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