„Ich lebe gerne als Jude in Deutschland“


nnenraum der Ohel-Jakob Synagoge: Kultusbeamter Eric Lehmann bläst das Schofar (Widderhorn) zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana (dpa / picture alliance / Robert B. FishmanFrank Mächler)
Innenraum der Ohel-Jakob Synagoge: Kultusbeamter Eric Lehmann bläst das Schofar (Widderhorn) zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana (dpa / picture alliance / Robert B. FishmanFrank Mächler)
Am Sonntagabend beginnt eines der höchsten Feste des Judentums: Rosch Haschana. Dann wird vor Gott Rechenschaft abgelegt, man geht in die Synagoge und wünscht sich ein süßes Jahr. Was ist süß, was ist bitter für Juden in Deutschland? Und: Wie passt der Tag der Deutschen Einheit zu diesem Fest? Der Journalist Gerald Beyrodt erzählt, wie er Rosch Haschana feiert.

Gerald Beyrodt im Interview mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: Von diesem Sonntag an feiern Juden eines der höchsten Feste: Rosch Haschana, das Neujahrsfest. Es ist, anders als Silvester, kein Anlass für Parties. Es geht darum, Rechenschaft abzulegen. Kann man überhaupt von feiern sprechen?

Gerald Beyrodt: Ich würde schon sagen, dass man feiern dazu sagen kann. Das Fest hat einen ernsten Hintergrund. Sie haben es genannt: Gott hält über die Welt Gericht, man bittet um Vergebung. Aber es ist auch ein optimistisches Fest. Man kann moralisch gut sein, denken Juden. Und wir feiern das auch mit jeder Menge Essen, wie übrigens fast alle jüdischen Feiertage. Es gibt diesen jüdischen Spruch, jüdische Feste funktionieren nach dem Prinzip: Sie haben uns geschlagen, wir erinnern uns, lasst uns essen. Und so ist es auch bisschen an Rosch Haschana. Also geschlagen worden sind wir da nicht, aber es gibt ein Festmahl zu Hause nach der Synagoge oder auch in vielen Synagogen abends nach dem Gottesdienst. Ein Festmahl – man tunkt Apfelstücke in Honig, wünscht sich dazu ein gutes und süßes Jahr. Man isst Granatapfel. Die Kerne des Granatapfel sollen an die 613 Gebote, die Mitzwot der Thora, erinnern. Jüdische Feste sind fast immer heiter und ein bisschen traurig – beides. Zehn Tage später – Jom Kippur – da wird es richtig ernst, da fastet man 25 Stunden, kein Essen, kein Trinken. Sex ist auch nicht an Jom Kippur. Und da muss ich sagen, 25 Stunden nichts trinken, das finde ich richtig hart, das finde ich schrecklich. Aber Rosch Haschana ist ein heiteres Fest.

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Ein Gedanke zu “„Ich lebe gerne als Jude in Deutschland“

  1. Rolo

    Zum Titel.
    Das glaub ich ihm sogar. Auch ich, als deutscher Atheist, lebe gerne in Deutschland.
    Übrigens so´n Schützenfest ist auch ein heiteres Fest, und dort 25 Stunden nichts trinken ist sicher das Allerhärteste. 🙂

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