Rotterdam: Verhütungszwang für verantwortungslose Eltern?


Der niederländischer Politiker De Jonge fordert dies bei Eltern, die mit Drogen- und Alkoholsucht zu kämpfen haben: „Nicht geboren zu werden, ist auch eine Form des Kinderschutzes“

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

In Rotterdam hat der christdemokratische Politiker Hugo de Jonge (CDA) dem Gemeinderat einen Vorschlag unterbreitet, der mit elementaren Auffassungen von persönlichen Freiheitsrechten kollidiert und Ängste vor der nächsten Dimension einer Kontrollgesellschaft weckt: De Jonge schlägt vor, Frauen, die sich als unverantwortliche Mütter gezeigt haben, künftig per Gesetz zur Verhütung zu verpflichten.

„Zwangerschapsverbod“, Schwangerschaftsverbot, heißt ein Stichwort der Diskussion, die schon 2008 aufflammte. Damals war es eine sozialdemokratische Politikerin, Marjo van Dijken von der Partei der Arbeit (PvdA), die einen Gesetzes-Vorschlag in die Öffentlichkeit brachte, um dem Problem der „dysfunktionalen Eltern“ zu begegnen.

Auch beim Vorschlag an den Rotterdamer Gemeinderat findet sich eine Sozialdemokratin, Agnes Wolbert, unter den Unterstützern. Wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, könne man in Ausnahmefällen diese Maßnahme ergreifen, um besonders schlimme Situationen zu verhindern, wird Agnes Wolbert in einem Bericht der Welt zitiert.

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