Ägäis: Milos Zeman will Flüchtlinge in Straflager deportieren


Milos Zeman will illegale Einwanderer auf unbewohnten Inseln unterbringen lassen. Foto: dpa
Milos Zeman will illegale Einwanderer auf unbewohnten Inseln unterbringen lassen. Foto: dpa
Der tschechische Präsident Milos Zeman schlägt vor, illegale Einwanderer in ehemalige Straflager auf unbewohnten Ägäisinseln zu deportieren. Der Druck auf Griechenland wächst.

Von Gerd Höhler | Frankfurter Rundschau

Das Gefängnis steht noch: ein Komplex aus ein- bis zweistöckigen Backsteinbauten. Mit etwas Arbeit könnte man das Lager wohl innerhalb weniger Wochen wieder bewohnbar machen. Schon in der römischen Kaiserzeit war die kleine Felseninsel Gyaros in der Ägäis ein gefürchteter Verbannungsort. Werden dort nun Einwanderer untergebracht? Der tschechische Präsident Milos Zeman schlug am Wochenende vor, Wirtschaftsmigranten in „leere Landstriche“ Nordafrikas oder auf „unbewohnte griechische Inseln“ zu deportieren. Das weckt Erinnerungen an die Straflager der griechischen Obristenjunta, wie auf Gyaros. Seit 1982 ist die Insel unbewohnt.

Dass Griechenland es zulassen würde, Straflager aus der Zeit des Bürgerkrieges als Ghettos für illegale Einwanderer zu reaktivieren, ist ausgeschlossen. Aber der bizarre Vorschlag des tschechischen Präsidenten zeigt: Athen gerät in der Flüchtlingspolitik zunehmende in die Defensive.

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