Glocke oder Muezzin: Was nervt mehr?


Carlin_Religion

Moscheegemeinden dürfen in Deutschland den Muezzin laut zum Gebet rufen lassen. Die Religionsfreiheit erlaubt das – genauso wie sie es Kirchengemeinden erlaubt, ihre Glocken zu läuten. Beschwerden gibt es häufiger über Glocken als über Muezzinrufe.

Von Anne Kampf | evangelisch.de

„Allāhu akbar. Ašhadu an lā llāha lllā llāh. Ašhadu anna Muḥammadan rasūlu llāh. Ḥayya ʿalā ṣ-ṣalāt.…“. So beginnt der Gebetsruf in arabischer Sprache. Jedes rituelle islamische Gebet fängt mit diesen Worten an, ob zu Hause oder in der Moschee. „Allah (Gott) ist groß (größer als alles und mit nichts vergleichbar). Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah (Gott). Ich bezeuge, dass Mohammed Allahs (Gottes) Gesandter ist. Eilt zum Gebet. …“ Der muslimische Gebetsruf ist ein Glaubensbekenntnis.

Darin liegt schon der wesentliche Unterschied zum kirchlichen Geläut: Die Glocken läuten nur als Klangsignal – ohne Worte, die eine Botschaft vermitteln würden. Trotzdem sind sie nicht frei von inhaltlichen Aussagen, erläutert der Bonner Staatskirchenrechtler Ansgar Hense: Glocken können einladende, anzeigende, erinnernde oder prädikative Funktion haben, das heißt zum Gottesdienst rufen, eine Hochzeit oder Beerdigung ankündigen, zum Gebet auffordern oder Freude ausdrücken.

weiterlesen

Advertisements