Ohne Streit keine Wissenschaft


Schon beim Eingang wird die enge Verflechtung von "Creation Science" und einer streng wörtlicher Auslegung der Bibel ersichtlich. Kreationismus ist im Prinzip eine Art Theologie und verwendet naturwissenschaftliche Erkenntnisse nur dort, wo es ins Weltbild passt.( Themenbild.)
Schon beim Eingang wird die enge Verflechtung von „Creation Science“ und einer streng wörtlicher Auslegung der Bibel ersichtlich. Kreationismus ist im Prinzip eine Art Theologie und verwendet naturwissenschaftliche Erkenntnisse nur dort, wo es ins Weltbild passt.( Themenbild.)
Wissenschafter müssen sich streiten. Und wenn sie es tun, beweist das keineswegs, dass am Ende der Glaube entscheidet.

Von Klaus Dingwerth | Neue Zürcher Zeitung

In seinem Beitrag (NZZ 15. 9. 16) spricht sich Mathias Binswanger für eine ordentliche Portion Skepsis gegenüber der Wissenschaft aus. Das wissenschaftliche Wissen sei dem religiösen Glauben näher, als wir meinten, und ob man der Wissenschaft etwa in Fragen des Klimawandels vertraue, sei angesichts widerstreitender Studien letztlich eine Glaubensfrage. Zu Beginn lässt der Text einige durchaus bedenkenswerte Argumente der Klassiker anklingen. Wissenschaft und Religion sind als umfassende Denksysteme wesensverwandt. Paul Feyerabend weist in seinem Werk «Wider den Methodenzwang» darauf hin. Altes Wissen wird als nur vermeintliches Wissen entlarvt und durch neues abgelöst, das seinerseits immer nur Wahrheit auf Zeit bleibt. Karl Popper hat es allen Bachelor-Studierenden in die Lehrbücher geschrieben.

Die Wissenschaft ist eine soziale Institution. Das wissen wir, seit Thomas Kuhn in seiner Rekonstruktion wissenschaftlicher Revolutionen nachgezeichnet hat, dass es in der Auseinandersetzung um alternative Theorien nicht einfach um die «objektive Erklärungskraft» verschiedener Modelle geht.

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