Erdogan will die griechischen Inseln zurück


Foto: Wassilis Aswestopoulos
Foto: Wassilis Aswestopoulos
Als am vergangenen Donnerstag aus der Türkei über die dortige Presse die Botschaft nach Griechenland kam, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Friedensvertrag von Lausanne anzweifelte, wurden in Griechenland Erinnerungen an frühere ähnliche Äußerungen türkischer Staatsführer wach. Zuletzt brachte die so genannte Imia-Krise beide Nachbarstaaten 1996 an den Rand eines Krieges.

Von Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Seinerzeit ging es um unbewohnte Felseninseln in der Ägäis. Heute scheint es ernster. Der Bürgermeister von Ankara veröffentlichte über Twitter eine Karte, in der sämtliche Ägäis-Inseln, also auch die mit dem griechischen Festland mit einer Brücke verbundene Insel Euböa nahe Athen, sowie Kreta als zur Türkei gehörig eingezeichnet werden. Vorher hatte Erdogan gesagt:

Was in der kurzen Zeit zwischen 1912 und 1923 in unserem Land geschah, das in der Zwischenzeit auf ein Fünftel reduziert worden war, war der Versuch einer Besatzung. Unsere Nation sagt, dass der 15. Juli ein zweiter Befreiungskrieg der türkischen Nation ist. Im Jahr 1920 drohten sie uns mit dem Vertrag von Sèvres und schließlich hat man uns überzeugt, den Vertrag von Lausanne zu unterzeichnen. Einige versuchten, uns (den Vertrag von) Lausanne aufzudrängen.

Die Inseln gaben wir in Lausanne her. Was mit dem Festlandsockel, was mit dem Luftraum und dem Boden geschieht, für alles dies kämpfen wir noch. Die Verursacher für diese Situation sind diejenigen, die am Tisch dieser Vertragsverhandlungen saßen. Sie waren der Größe der Anforderungen nicht gewachsen, daher müssen wir uns nun mit dem Problem beschäftigen. Wäre der Putschversuch erfolgreich gewesen, so wäre es weitergegangen mit einem Deal schlechter als den des Vertrags von Sèvres.

Tayyip Erdogan

Die griechische Regierung protestierte umgehend auf diplomatischem Weg, erhielt aber von der türkischen Seite die Antwort, dass offene Fragen hinsichtlich der Inseln und der Grenzen bestünden. Es geht vor allem um sechszehn Inseln, die mit dem Vertrag von Lausanne endgültig an Griechenland fielen.

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