„Mit dieser Kirche will ich nicht leben“


Eugen Drewermann auf der Leipziger Buchmesse 2010. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/ Amrei Marie
Eugen Drewermann auf der Leipziger Buchmesse 2010. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0 de/ Amrei Marie
Kirchenkritiker Drewermann füllt bei Kirchen- und Katholikentagen immer noch Säle. Vor 25 Jahren entzog Erzbischof Degenhardt ihm die Lehrbefugnis – damit wurde Drewermann bekannt. Heute sagt er, er habe nichts von seinem Widerspruch zurückzunehmen.
 

Von Anne Strotmann | evangelisch.de

Er war sich seiner Sache sicher und konnte von da an nicht mehr zurück: Als dem Theologen, Priester und Psychoanalytiker Eugen Drewermann am 8. Oktober 1991 die katholische Lehrbefugnis entzogen wurde, war das die erste Sanktion in einer langen, öffentlichen Auseinandersetzung.

Mit seinem Buch „Kleriker – Psychogramm eines Ideals“ hatte Drewermann sich spätestens 1989 bei der Amtskirche unbeliebt gemacht. Darin legte er aufgrund seiner Erfahrungen als Psychotherapeut dar, wie die Kirche ihre Priester krank mache. Auch mit der offiziellen katholischen Lehre geriet er in Dissens: An das leere Grab Jesu wolle er nicht glauben, auch nicht an die physikalische Himmelfahrt Jesu oder die biologisch verstandene Jungfrauengeburt.

Der Entzug der Lehrbefugnis war erst der Anfang: Im Januar 1992 entzog ihm der Paderborner Erzbischof Franz Josef Degenhardt auch die Predigterlaubnis. Unter diesen Bedingungen wollte Drewermann das Priesteramt nicht weiter ausüben, wie er sagt. Ein priesterlicher Mensch im Sinne Jesu zu sein, erklärte er in einem Offenen Brief, bedürfe ohnehin nicht der bischöflichen Genehmigungspflicht. Degenhardt suspendierte ihn.

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Ein Gedanke zu “„Mit dieser Kirche will ich nicht leben“

  1. Rolo

    Nur ein halber Schritt.
    Das er aber nach wie vor auf dem religiotischen Holzweg ist hat er in seiner Verbissenheit immer noch nicht kapiert. Sein Intellekt sollte dies zwar ermöglichen, aber vielleicht ist es ja auch „Feigheit“ oder gar die „Faulheit etwas zu Ende zu denken“, weswegen ihm „Glaube“ als „Tugend“ erscheint.

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