Stadtkirche Wittenberg will „Judensau“-Relief behalten


Einblattdruck mit Wittenberger Judensau, 1596. Bild: wikimedia.org/PD
Einblattdruck mit Wittenberger Judensau, 1596. Bild: wikimedia.org/PD
Wenn im kommenden Jahr das Reformationsjubiläum gefeiert wird, werden Menschen aus vielen Ländern nach Wittenberg kommen. Ein Londoner Theologe zieht mit einer Petition aber schon jetzt die Blicke auf Sachsen-Anhalt. Er fordert, dass ein umstrittenes Relief an der Außenfassade der Stadtkirche entfernt wird. Die mitteldeutsche evangelische Landesbischöfin Junkermann hingegen will das Spottbild nicht abmontieren lassen. Sie sieht darin ein „Erinnerungs- und Mahnzeichen“.

MDR Sachsen-Anhalt

Das als „Judensau“ bezeichnete Relief an der Wittenberger Stadtkirche soll nach Meinung der Evangelischen Kirche bleiben. Das sagte die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann MDR SACHSEN-ANHALT. „Wir müssen diese Wunde unserer eigenen Geschichte offen halten“, forderte sie. Damit solle verhindert werden, dass erneut Fremdenfeindlichkeit aufkeime. Die Botschaft im Lutherjahr sei die Versöhnung durch Gott und nicht, die Geschichte selbst zurechtzurücken.

Das Bild aus Sandstein an der Südostecke der Kirche zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut und Juden, die an den Zitzen der Sau trinken. Die Darstellung stammt aus dem Jahr 1305 und ist laut Historiker Mirko Gutjahr von der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt eine von etwa 30 in Mitteleuropa.

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