Dodo Müller, die Gottesfrage und Atheismus

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Wenn der oberste Glaubenshüter der röm.-kath. Kirche in die Schweiz kommt, ist dies ein Ereignis. Kardinal Gerhard Ludwig Müller hielt in der Luzerner Hofkirche die Otto-Karrer-Vorlesung 2016. Mit dem zeitlosen Thema «Die Gottesfrage – heute» unternahm er einen umfassenden Versuch, die philosophisch-theologische Debatte der vergangenen 300 Jahre aus dogmatischer Sicht aufzurollen. Das Publikum war sichtlich beeindruckt und etwas sprachlos.

Von Charles Martig | kath.ch

«Man muss halt den Leuten zeigen, dass man Kant gelesen hat», meint der Kardinal nach der Vorlesung beim Händeschütteln vor der Kirche. Er mischt sich unter die Gäste beim Apéro und zeigt sich volksnah. Teutonisch wirkt er, mit aufrechtem Gang und in die Aura des Kardinalspurpurs eingehüllt. Auf den ersten Blick gibt es etwas Unnahbares, das Müller jedoch mit seinem Charme überspielen kann. Er war Dogmatik-Professor in München, von 2002–2012 Bischof von Regensburg, bis er im 2012 zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt wurde, zum obersten Glaubenshüter im Vatikan. 2014 hat ihn Papst Franziskus «zum Kardinal kreiert», wie man kirchenintern die Übertragung der Kardinalswürde formuliert. Das Gewicht des Amtes liegt in jedem Schritt von Gerhard Müller. Aber auch die akademische Herkunft hat ihn nachhaltig geprägt.

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Rechtspopulismus und Armut: Selbst schuld

Thilo Sarrazin (Bild: Richard Hebstreit, CC-BY)
Thilo Sarrazin (Bild: Richard Hebstreit, CC-BY)
Rechtspopulisten geben vor, sich für „die da unten“ zu interessieren. Dabei verachten sie Armut. Thilo Sarrazin ist ihr wichtigster Wegbereiter.

Von Christoph Butterwegge | taz.de

Unter den Kritikern rechtspopulistischer Bestrebungen, Organisationen und Parteien ist höchst umstritten, ob die Alternative für Deutschland (AfD) ihre jüngsten (Wahl-)Erfolge den sozial Benachteiligten, Ausgegrenzten und Abgehängten verdankt. Oder hauptsächlich wohlhabenderen Bevölkerungsgruppen, die ihre materiellen Privilegien nicht zuletzt durch Diskriminierung von Migranten, Flüchtlingen oder Muslimen behaupten möchten.

Für den Fall, dass die Rechtspopulisten primär mit einem sozialeren Image vor den etablierten Parteien punkten, könnten Regierungen ihnen möglicherweise durch mehr Sensibilität für die Sorgen der Armen und durch wohlfahrtsstaatliche Leistungsverbesserungen das Wasser abgraben.

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Kinder in den Knast

Bild: DIE KOLUMNISTEN
Bild: DIE KOLUMNISTEN
Ein 12-jähriger Schüler wurde von Mitschülern auf die Intensivstation geprügelt und kämpfte dort um sein Leben. Sollen schon 12-jährige Täter vor das Strafgericht?
 

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Wenn ich aus dem Fenster unserer Kanzlei schaue, sehe ich unmittelbar auf die Gesamtschule Euskirchen. Keine 100 Meter Luftlinie von meinem Schreibtisch aus, wurde der 12-jährige Eric vermutlich von zwei Mitschülern derart verprügelt, dass er in Lebensgefahr geriet und mehrere Tage auf der Intensivstation der Klinik in Köln-Merheim behandelt werden musste. Die Intensivstation konnte er mittlerweile wieder verlassen, die Behandlung dauert aber an. Die mutmaßlichen Täter sind beide unter 14 Jahren und damit nicht strafmündig. Ein Strafverfahren vor dem Jugendgericht gegen sie ist damit ausgeschlossen.

Danke Merkel

Es gab erwartungsgemäß sofort Stimmen, die dieses traurige Ereignis mal wieder als Zutat für ihr eigenes blaubraunes Süppchen verwenden wollten. Bereits kurz nach der Tat wurde im Netz geraunt, es handele sich bei den Tätern um Intensivtäter mit Migrationshintergrund. Die Behörden und die Lügenpresse verschweige das mal wieder und natürlich durfte auch ein „Danke Merkel“ nicht fehlen. Alles Käse. Die Täter sind weder Intensivtäter noch haben sie einen Migrationshintergrund. Sie waren dem Jugendamt Euskirchen vor dem Ereignis nicht bekannt. Dass nicht weiter über ihre persönlichen Verhältnisse berichtet wird, ist gut so, denn es handelt sich um Kinder.

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Münchner Restaurant „Schmock“ schließt: „Judenhass ist wieder salonfähig geworden“

Das jüdische Restaurant
Das jüdische Restaurant „Schmock“ in München schließt. Die Stammkunden sind traurig darüber, wie dieser Zettel am Fenster beweist. (Privat)
Florian Gleibs ist Gastronom und hat 16 Jahre lang das jüdische Restaurant „Schmock“ in München betrieben. Jetzt hat er sich entschlossen, es zu schließen – die Gründe liegen vor allem im veränderten gesellschaftlichen Klima, meint er.
 

Florian Gleibs im Gespräch mit Inga Höltmann | Deutschlandradio Kultur

Deutschlandradio Kultur: Das Schmock gab es 16 Jahre – warum schließen Sie es jetzt?

Florian Gleibs: Ja richtig, es gab uns 16 Jahre. Das lief anfänglich auch außerordentlich gut, wir hatten eine große Anhängerschaft. Aber 2014 mit dem Gaza-Krieg ist das gekippt. Plötzlich sahen wir uns mit all diesen Debatten konfrontiert: „Wie könnt ihr denn Wein von den Golan-Höhen anbieten, das ist doch besetztes Gebiet?“ Oder: „Ihr Juden wisst doch als Opfer, wie sich das anfühlt?“ Irgendwann hatte ich das satt – wir sind doch keine israelische Außenstelle!

Deutschlandradio Kultur: Als sie eröffneten, warben Sie etwa mit dem Slogan „Deutsche, esst bei Juden“ – das war absichtlich provokant. Haben Sie solche Reaktionen nicht erwartet?

Gleibs: Es war eine bewusste Entscheidung, da so humorvoll ranzugehen. Damals ging das auch noch, da war das Klima auch noch anders. Das war natürlich einfach unsere Werbung – für die wir irgendwann in Sippenhaft genommen wurden.

Deutschlandradio Kultur: Sie sagen, blanker Judenhass komme zunehmend unter dem Deckmantel der Israelkritik daher. Warum ist das so?

Gleibs: Endlich haben Judenhasser den Schlüssel gefunden, den Juden ans Bein zu pissen, indem sie Israel kritisieren. Das konnte man früher nicht, jetzt geht das wieder. Judenhass war nie weg, doch durch solche Gruppierungen wie Pegida ist das wieder salonfähig geworden – das ist doch völlig irre.

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Papst ist traurig über Ja-Wort von zwei Ex-Nonnen

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Zwei ehemalige Nonnen haben sich das Ja-Wort gegeben und fordern eine kirchliche Trauungszeremonie für homosexuelle Paare. Der Papst ist nicht begeistert.
 

Frankfurter Allgemeine

Der aufsehenerregende Fall von zwei ehemaligen Nonnen, die sich in Italien das Ja-Wort gegeben haben, hat nun auch den Vatikan erreicht. Ein enger Mitarbeiter von Papst Franziskus berichtete am Freitag, der Papst bedauere den Vorgang sehr. „Wie viel Traurigkeit stand dem Papst ins Gesicht geschrieben, als er die Nachricht von den verheirateten Ordensschwestern gelesen hat“, schrieb der vatikanische Innenminister Erzbischof Angelo Becciu in einer Twitter- Botschaft.

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Indien: Unbekannte ermorden christlichen Lokalpolitiker

Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
Massiv beanstandete Unterhose mit Ganesha-Abbildung (Foto: spreadshirt.de)
In der indischen Metropole Chennai (Bundesstaat Tamil Nadu) haben Unbekannte einen christlichen Lokalpolitiker ermordet.
 

kath.net

Wie die Zeitung „Times of India“ berichtet, ereignete sich die Tat am 2. Oktober. Das Opfer – ein 34-Jähriger, der nur unter dem Namen Dhanasekharan bekannt war – betete gerade in der pfingstkirchlichen Gemeinde, zu der er gehörte. Als sein Telefon klingelte, ging er hinaus. Dort attackierte ihn eine Gruppe von Männern mit Messern und Sicheln. Anschließend flohen die Täter auf Motorrädern. Der verheiratete Vater zweier Kinder erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

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Experten-Konferenz fordert Abschaltung von Risiko-Reaktoren in Belgien

Die drei Atommeiler von Tihange stehen rund 65 Kilometer von Aachen entfernt. Foto: Theodor Barth
Die drei Atommeiler von Tihange stehen rund 65 Kilometer von Aachen entfernt. Foto: Theodor Barth
Aachen gibt nicht auf: Der Streit um die belgischen Atomkraftwerke an den Standorten Doel und Tihange geht weiter.

Von Maria-Elisa Schrade | greenpeace magazine

Am Dienstag und Mittwoch hat das Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie, kurz Anti-AKW-AC, zum zweiten Mal Wissenschaftler und Atom-Sicherheitsexperten zu einer Konferenz eingeladen, bei der neue Argumente für einen Rechtsstreit gegen Belgien gesammelt werden sollen. Im Februar 2015 hatte Aachen als erste Kommune einen Nachbarstaat verklagt. Grund war die Wiederinbetriebnahme des belgischen Reaktorblocks Tihange-2, der sich in unmittelbarer Nähe der deutschen Grenze befindet und nur 65 Kilometer von Aachen entfernt ist. Im Fall eines Super-GAUs hätten die Bewohner der Stadt keiner Chance sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Im Greenpeace-Magazin 3.16 haben wir ausführlich darüber berichtet.

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„Das naturalistische Verhängnis“

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Der Naturalismus dient oft als Grundlage für Argumente gegen den Glauben. Dabei wird meistens verdrängt, dass er selbst nur eine der möglichen philosophischen Perspektiven ist und der erhobene Anspruch, Anwalt der reinen Vernunft zu sein, pure Ideologie ist.

Von Johannes Hartl | Die Tagespost

Diskutieren Atheisten und Christen miteinander, ergibt sich oft eine typische Gegenüberstellung. Gläubige, nicht gewohnt zu argumentieren oder rationale Gründe für ihren Glauben überhaupt nur zu formulieren, flüchten sich in ein „ich glaube das einfach, weil das für mich nun mal wahr ist“, mit Logik müsse das überhaupt nichts zu tun haben. Diese Haltung nennt man Fideismus, er weicht den wichtigen Fragen aus. Von Seiten der Atheisten zielt die Argumentationsstruktur nicht selten auf den Versuch ab, eine Kluft zwischen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und religiösem Glauben zu behaupten, wobei letzterer als irrational gekennzeichnet wird. Theisten sind dann entweder ungebildet und einer schlüssigen Rechtfertigung ihres Glaubens nicht fähig oder böswillig intellektfeindlich. An dieser Stelle endet die Diskussion meistens oder gleitet in beidseitige Belehrungen aus überheblicher Besserwisserperspektive („eines Tages wirst du auch noch die Wahrheit erkennen“) oder gar Polemik ab.

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Sollte man Frauen mit Kopftuch diskriminieren?

Themenbild
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Die junge Muslimin Selma Laiouar schrieb einen Artikel namens „Ich sehe, Sie tragen Kopftuch“: Was mich meine Vorstellungsgespräche über Deutschland gelehrt haben, der in der Huffington Post veröffentlicht wurde. Sie beschreibt darin ihre Gründe für den Verdacht, dass ihr Kopftuch für viele Unternehmen ein Anlass sein könnte, sie nicht einzustellen. Eigentlich ist sie sehr qualifiziert, wovon man sich anhand ihres Xing-Profils überzeugen kann.

Von Andreas Müller | Richard-Dawkins-Foundation

Ich halte ihre Befürchtung für plausibel. Wer sich von Frau Laiouars Darstellung nicht überzeugen lässt, findet eine umfassende Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit vielleicht aussagekräftiger.

Unter dem HuffPo-Artikel finden sich fast ausschließlich Kommentare, die eine Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht etwa bestreiten, sondern die ihre Diskriminierung ausdrücklich rechtfertigen, darunter sogar von selbst beschriebenen Unternehmensleitern (was angesichts der Gesetzeslage eine unglaublich dämliche Idee ist). Das war für mich der Anlass, mich im Kommentarbereich auf die Seite von Frau Laiouar zu schlagen. An dieser Stelle möchte ich darauf eingehen, was ich als atheistischer, libertärer Islamkritiker von den Argumenten der Gegenseite halte.

Politik: Sollte man weltanschaulich diskriminieren dürfen?

Zunächst einmal teile ich die libertäre Auffassung zum Thema, dass jedes Unternehmen die gesetzliche Freiheit besitzen sollte, jeden einzustellen oder nicht einzustellen, den es haben möchte. Schließlich ist es nicht das Unternehmen anderer und nicht das Unternehmen des Gesetzgebers, also warum sollten sie sich in die Entscheidungsfreiheit eines Unternehmers einmischen dürfen? Aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes ist das in Deutschland anders geregelt, was viele Kommentatoren erstaunlicherweise nicht wissen. Vielmehr dürfen Unternehmen niemanden aufgrund seiner Religion oder Weltanschauung als Bewerber ablehnen.

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Hendricks mit Mann verwechselt – Empörung in Iran

© dpa Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
© dpa Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
Eine iranische Politikerin steht in ihrem Land in der Kritik, weil sie in Deutschland einem Mann die Hand gegeben haben soll. Bei dem vermeintlichen Mann handelt es sich um Umweltministerin Barbara Hendricks.

Frankfurter Allgemeine

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat mit einem Handschlag unfreiwillig für Aufregung in Iran gesorgt. Sie hatte bei einem Treffen in Berlin die iranische Politikerin Massumeh Ebtekar begrüßt, die Vizepräsidentin und Leiterin der Umweltbehörde ihres Landes ist. Der staatliche iranische Fernsehsender IRIB zeigte Bilder des Treffens. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim führten die Aufnahmen bei einigen iranischen Medien zu dem Eindruck und zur Kritik, Ebtekar habe in Deutschland einem Mann die Hand geschüttelt. Fremden Männern die Hand zu geben ist in Iran für gläubige islamische Frauen, besonders für Spitzenpolitikerinnen, ein absolutes Tabu.

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Griechenland: Kirche holt Punktsieg im Religionsstreit

Bildungsminister Nikos Filos. Bild: W. Aswestopoulos
Bildungsminister Nikos Filos. Bild: W. Aswestopoulos
Linke Regierung scheitert am Versuch, in der Schule Staat und Kirche durch Einführung einer konfessionsfreien Religionslehre zu trennen
 

Von Wassilis Aswestopoulos | TELEPOLIS

Die Trennung zwischen Staat und Kirche ist eine der ältesten Forderungen der damaligen EG und späteren EU an Griechenland. Sie war auch stets Teil der Agenda der Linken. Vor knapp drei Wochen startete Bildungsminister Nikos Filos in diesem Zusammenhang einen Versuch, den in Griechenland obligatorischen orthodoxen Religionsunterricht durch eine konfessionsfreie Religionslehre zu ersetzen. Er scheiterte.

Direkt nachdem Nikos Filis angekündigt hatte, dass er die Schulbücher für den Religionsunterricht von einer Kommission des Bildungsministeriums ohne den expliziten Segen der Kirche neu schreiben lassen wollte, ging die komplette Führungsspitze der orthodoxen Kirche auf die Barrikaden. Filis berief sich darauf, die volle Rückendeckung von Premierminister Alexis Tsipras zu haben. Er wurde zur Zielscheibe von konservativen Kirchenfürsten, der Opposition und des Koalitionspartners, der Unabhängigen Griechen.

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CIA: „Abteilung für digitale Innovation“ soll die „antizipatorische Aufklärung“ verbessern

CIA-Werbung. Bild: CIA
CIA-Werbung. Bild: CIA
Angeblich will man bereits mit Deep Learning und Daten aus öffentlichen Quellen Ereignisse auf 3-5 Tage genau vorhersagen können
 

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Im Oktober des letzten Jahres verkündete der Geheimdienst CIA die Eröffnung einer neuen Abteilung. Das war seit 1963 nicht mehr geschehen. Mit dem neuen „Directorate of Digital Innovation“ will der Geheimndienst auch demonstrieren, dass man mit der technischen Entwicklung im digitalen Zeitalter mithalten kann und will. Die Abteilung ist natürlich kreativ und soll die Innovation im digitalen und Cyber-Bereich beschleunigen und die Arbeit der Angestellten mit Techniken und Werkzeugen im Cyberraum und mit Big Data verbessern.

Man müsse in einer sehr viel stärker vernetzten Welt arbeiten, so sagte der Direktor der Abteilung, Andrew Hallman, aber weiterhin verdeckt bleiben. Wichtig sei es nicht nur, den CIA-Agenten beim Hacken und Ausspähen zu helfen, sondern auch an Quellen an Orten heranzukommen, an denen keine Agenten am Boden sind, was er „standoff access“ nennt.

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Can Dündar: „Türkei ist Journalistengefängnis“

Für ihre engagierte Arbeit bekommen die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül den Leipziger Medienpreis. Dündar beschreibt, unter welch schweren Umständen die Presse in der Türkei arbeitet – nicht ohne Seitenhieb auf europäische Regierungen.

greenpeace magazine

Die Türkei ist nach Auffassung des Journalisten Can Dündar «das größte Journalistengefängnis der Welt». Wer sich für Demokratie einsetze und die Regierung kritisiere, werde verhaftet und häufig zu Gefängnisstrafen verurteilt, sagte er am Freitag in Leipzig.

Dort wurden Dündar und sein Kollege Erdem Gül mit dem Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien der Medienstiftung der Leipziger Sparkasse ausgezeichnet. Er ist mit 30 000 Euro dotiert und wird Personen oder Institutionen verliehen, die sich «in herausragender Art und Weise für eine objektive Medienberichterstattung einsetzen».

Die Medien in der Türkei seien schweren Repressalien ausgesetzt, viele Journalisten seien in Haft, berichtete Dündar. Er und Gül wurden dort zu Haftstrafen verurteilt. Sie hatten in ihrer Zeitung «Cumhuriyet» über mutmaßliche Waffenlieferungen der Türkei an syrische Extremisten berichtet.

Dass Gül die Türkei nicht habe verlassen dürfen, um den Preis persönlich entgegenzunehmen, sei Beleg dafür, wie die Regierung mit Kritikern umgehe, sagte Dündar. Er selbst könne nur deshalb in Leipzig sein, weil er derzeit in Deutschland lebe. Dass Gül und er mit dem Leipziger Medienspreis ausgezeichnet wurden, sei «eine Botschaft an die Anhänger der Demokratie und eine Bestrafung für die Regierenden in der Türkei.»

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Ulrike Trautwein schreibt „Berliner Brief“ an evangelische Christen

Religiöser Spam
Religiöser Spam
Berlins evangelische Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein schickt auch in diesem Jahr einen persönlichen Brief an die Gemeindeglieder.
 

evangelisch.de

Er wird vom 10. bis 14. Oktober an rund 425.000 Haushalte zugestellt und soll mehr als eine halbe Million Menschen erreichen, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) mit. Den Inhalt will die Generalsuperintendentin am Sonntag (9. Oktober) am Rande eines Gottesdienstes in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche vorstellen. Im Rahmen eines Empfanges für die Personen, die im vergangenen Jahr in die evangelische Kirche in Berlin eingetreten sind, wird Trautwein den Teilnehmenden persönlich den Brief übergeben.

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Massiver Blitzeinschlag am Rosenkranzfest in den Petersdom

Archivfoto. Screengrab: Youtube
Archivfoto. Screengrab: Youtube
Der Blitzschlag am Rosenkranzfest passiert um ca. 9.20 Uhr während eines schweren Gewitters über Rom und erschütterte die gesamte Vatikangegend

kath.net

Im Petersdom fand am Freitag am Vormittag ein massiver Blitzeinschlag statt. Dies berichtet die Agentur „Aleteia“. Der Blitzschlag am Rosenkranzfest passiert um ca. 9.20 Uhr während eines schweren Gewitters über Rom. Der Vatikan hat den Einschlag bestätigt, von Schäden ist nichts bekannt. In der gesamten Vatikangegend hat man den Einschlag offensichtlich deutlich gespürt. Einige Bewohner im Umfeld von St. Peter dachten sogar an ein Erdbeben. Der Einschlag erinnerte an den 11. Februar 2013. Damals gab es wenige Stunden nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. ebenfalls einen massiven Blitzeinschlag in den Petersdom.

Die Lügen von Smolensk

© Jacek Piotrowski Sie deckt im Film die vermeintliche Verschwörung auf: Die Journalistin Nina Dziennikarka (Beata Fido, Mitte) beginnt mit der Recherche.
© Jacek Piotrowski. Sie deckt im Film die vermeintliche Verschwörung auf: Die Journalistin Nina Dziennikarka (Beata Fido, Mitte) beginnt mit der Recherche.
Ein Film über den Flugzeugabsturz, bei dem der polnische Präsident Lech Kaczyński 2010 ums Leben kam, spaltet Polen. Er deutet das Unglück als Verbrechen. Das passt der Regierung bestens in den Plan.

Von Stephan Stach | Frankfurter Allgemeine

Waren der polnische Präsident Lech Kaczyński und 95 weitere Passagiere seines Flugzeugs, das Anfang April 2010 bei Smolensk abstürzte, Opfer eines Anschlags des russischen Geheimdienstes? Versuchte die damalige Regierung Donald Tusks, diesen Anschlag zu vertuschen? War sie gar selbst verstrickt? Diese Fragen stellt der Spielfilm „Smolensk“ von Antoni Krauze und gibt auch gleich die Antwort: Am Ende des Films sieht man, wie zwei Explosionen die Maschine zerreißen, mit der Kaczyński zur Gedenkfeier für die 1940 vom sowjetischen Geheimdienst in Katyn ermordeten polnischen Offiziere reiste. Die These vom Anschlag polarisiert die polnische Gesellschaft. Die Anhänger der Regierungspartei PiS und ihre führenden Vertreter, allen voran Lech Kaczyńskis Zwillingsbruder Jarosław und Verteidigungsminister Antoni Macierewicz, wiederholen sie gebetsmühlenartig auf der Grundlage dubioser Indizien. Krauzes Film lässt die Debatte abermals hochkochen.

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Thomas Strobl: Dodo des Monats September 2016

Dodo des Monats September 2016 ©HFR
Dodo des Monats September 2016
©HFR

thomas_stroblIn einer Welt, in der sich politische Protagonisten als religiös, christlich, islamisch, jüdisch, hinduistisch usw. etikettieren ist die Schar der Ungläubigen, der Atheisten, Igtheisten, Objektivisten, Materialisten, Skeptiker, Agnostiker, Rationalisten, Freidenker, Taoisten, Utilitarier, Humanisten, Naturalisten, Existenzialisten, Positivisten und Säkularen der Aussatz. Und, sie machen es den Religioten leicht. Doch dazu später.
Beim ersten Hören und Lesen der Plattitüden des Dodos Thomas Strobl war spontan der Gedanke da, was für ein Idiot, ein Religiot, der Prototyp eines Demagogen. Sicherlich sind Fragmente von Idiotie verbunden mit religiösen Weltsichten vorhanden, welches aber nicht ausreichend ist, um die ständige Diskriminierung von Ungläubigen zu erklären. Machtkalkül, Stimmenfang, religiöse Autoerotik die bei der Außendarstellung für angenehme Wolllust im Inneren sorgt. In der Sendung „Maybritt Illner“, des Zentralen Deutschen Kirchensenders ZDF darf er ganz ungehindert sein demagogischen Halbwahrheiten verkünden.
Den blöden Satz, dass in Deutschland das Parlament Gesetze macht und nicht der Prophet, ersparen wir uns jetzt.
Thomas Strobl:

„Wenn wir überlieferte christliche abendländische Werte, wenn wir die behalten wollen, dann müssen wir sie auch leben. Und Christen machen nicht die Tür zu, wenn Menschen in Not zu uns kommen, die vor Tod, Vergewaltigung und Gewalt fliehen, sondern dann haben wir eine offene Tür und auch ein offenes Herz. Und wer sich da abschottet gegenüber solchen Menschen, der verrät abendländische Werte. Die christlich-demokratische Union – das sind Christen für Deutschland und die AfD sind Atheisten für Deutschland. Das sind nicht die Bewahrer des Abendlandes, das sind die Verräter des Abendlandes.“

Es gibt eben keine überlieferten christlichen abendländischen Werte. Vor hundert Jahren sah das so aus, Christ Deutsch schoss Christ Französisch eine Kugel in den Kopf, nach protestantischem Verständnis erteilte Deutsch dem Französisch die Absolution, das war vor Verdun, an der Somme und vielen anderen Orten so, mit Kugeln, Granaten und Giftgas schickte man den anderen Christen zu seinem Schöpfer. Liebliche, christliche Nächstenliebe, Christenwerte. Und so matschte sich das Christentum 1.000 Jahre lang durch Europa. Die Pfaffen aller Seiten weihten die Waffen, die Toten waren tot und der Christengott schaute mit Wohlgefallen auf die Schlachtfelder, auf Zwangstaufen mit dem Schwert, auf Andersgläubige die hingemetzelt wurden. Das sind die christlichen Werte auf die Demagoge Strobl so viel Wert legt. Historisch-kritische Betrachtung der Tätlichkeiten des Christentums ficht den Herrn Strobl nicht an. Der Gipfel des christlichen Abendlandes, der Kulminationspunkt von Antijudaismus und Antisemitismus war der Katholik Hitler, der die „Gottesmörder, Kinderschänder und Geldfrevler“ zu Millionen ermorden ließ. Ja, Antijudaismus war 2000 Jahre lang ein christlicher Wert, ohne das Christentum gäbe es solches nicht. Und weil man protestantisch-katholisch die Ahnung hatte Scheiße gebaut zu haben, gibt es den einen oder anderen Pfaffen, Politiker inklusive, die sich nicht entblöden können seit 1945 vom judäo-christlichen Abendland mit seinen Werten zu sprechen.
Die Mär vom christlichen Abendland ist eine Lüge. Ein politisch-ideologischer Kampfbegriff, den man immer dann nutzte, wenn es galt die armen Schweine für das große Schlachten gefügig zu machen.

Natürlich gibt es Anhänger, Sympathisanten, Mitläufer, Mitglieder in der Partei Alternative für Deutschland, die Atheisten sind. Auch wenn es schwer vorstellbar ist, dass man als Atheist vertrottelt einer Beatrix von Storch folgt, die mit ihrer christlichen Fürsorge Morula-Keime schützen will, Bildung und Erziehung zur großen Thematik Sexualität in die Zeit des Wilhelminischen Deutschlands zurückdrehen möchte und mit ihrer Homophobie die Würde der betroffenen Menschen täglich aufs neue verletzt.
Thomas Strobl möchte etwas bewahren, was es nie gab, politisch-christliches Nullsummenspiel.

Christen, wie Thomas Strobl gibt es reichlich. In den USA giftet Pat Robertson gegen die Atheisten, macht sie für Umweltkatstrophen, Klimawandel, Amokläufe verantwortlich. Politiker wie Strobl versuchen in Deutschland in ähnlicher Art und Weise den Bedeutungsverlust der Kirchen in der Gesellschaft auszugleichen, man ist schon lange der Gottesknecht, der Erfüllungsgehilfe für die nahöstliche Mythologie. Es ist ein großes Unglück für den Humanismus, dass er von den christlichen Kirchen begrifflich umgedeutet wurde und so kontaminiert in der Argumentation benutzt wird. Und hier liegt auch das Dilemma der Atheisten. Die öffentliche Wahrnehmung und die tatsächliche Bedeutung von christlichen Glauben, Religion und Kirchen verläuft azyklisch.  Die politischen Steigbügelhalter des Hinrichtungskreuzes haben die Stimme in den von ihnen religiös besetzten Massenmedien, Rundfunk und Fernsehen. Die sich säkular entwickelnde Gesellschaft und die sich religiös gebärdende Politik entfernen sich in immer stärkeren Maße, die Unterschiede sind schon heute gravierend, wobei säkular nicht heisst, dass die Gesellschaft sich atheistisch entwickelt. Die Institution Kirche ist lange eine Sache des Staates geworden, nicht zuletzt bezahlt der säkulare Staat Teile des Pfaffentums fürstliche Gehälter und gibt den Steuerbüttel.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo. Der grünverpackte Katholik Kretschmann hat auch schon einen.

Türkische Diplomaten suchen Asyl in Deutschland

 Deutsche und türkische Nationalflaggen an einem Wohnhaus in Berlin (Foto: REUTERS)
Deutsche und türkische Nationalflaggen an einem Wohnhaus in Berlin (Foto: REUTERS)
  • Nach dem Putschversuch im Juli widerrief das türkische Außenministerium die Gültigkeit von Hunderten Diplomatenpässen.
  • In Deutschland waren acht türkische Diplomaten betroffen, wie das Außenministerium in Ankara dem Auswärtigen Amt mitteilte.
  • Während einige von ihnen ausreisten, baten andere formal um Asyl in Deutschland.

Von Georg Heil, Georg Mascolo, Nicolas Richter | Süddeutsche.de

Nach dem fehlgeschlagenen Putsch in der Türkei suchen türkische Diplomaten humanitären Schutz in Deutschland. Nach Angaben aus Regierungskreisen sind mindestens drei Fälle bekannt, darunter offenbar auch ein Militärattaché der türkischen Botschaft in Berlin. Dies hat eine Recherche der Süddeutschen Zeitung, des NDR und des WDR ergeben. Die schwierigen deutsch-türkischen Beziehungen könnten damit vor einer neuen Belastungsprobe stehen.

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Our Closest Earthlike Planet Appears to Be Covered in Water

Image: European Southern Observatory/Flickr
Image: European Southern Observatory/Flickr
Jupiter’s moon Europa recently became the best candidate yet for harboring alien life within our Solar System. But in the search for life outside of our cosmic backyard, an Earth-sized, newly-discovered rocky exoplanet has scientists woozy: They’ve concluded that the planet may in fact be covered in oceans of liquid water—water that could contain life.

By Ben Sullivan | MOTHERBOARD

In a study to be published in The Astrophysical Journal Letters, an international team led by researchers at the Marseille Astrophysics Laboratory (CNRS / Aix-Marseille Université) determined that the dimensions and properties of the surface of Proxima b “actually favor its habitability.”

The researchers determined that the planet could be an „ocean planet with an ocean covering its entire surface,” with water similar to that detected on the icy moons around Jupiter and Saturn such as Europa and Enceladus.

„The planet may very well host liquid water on its surface, and therefore also some forms of life,“ the researchers said, as cited by Agence Presse France.

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